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Der Israelit · 1882-05-03 · Heft 18 (3.5.1882) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 18 (3.5.1882)
Date
1882-05-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXIII. Jahrgang! M 18. er Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenth Herausgegeben von »r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den S. Mai 3642 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 1V Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate LS Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 st. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Die neusten Judenverfolgungen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Würzburg. Fürth. Lmal Berlin. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. — Rußland: 5mal Petersburg. Moskau. Balta. — Asien. — Amerika: New-Pork. Washington. — Feuilleton: Parthenope. Jahatt »er trften Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Warmbrunn. Leipzig. — Oest. - Ung. Monarchie: Wien. Budapest. Lemberg. — Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. Regensburg. Schnaittach. Berlin. Lmal Hamburg. Frankfurt a. M. Duisburg. — Holland: Leeuwarden. — Oest. - Ung. Monarchie: Lmal Wien. Spalato. — Rußland: 3mrl Peters- , bürg. — Leiten der A r t i k e l. Die neusten Judenverfolgungen. i. Mainz, den 1. Mai. Die wiederholten schrecklichen Verfolgungen, denen unsre Glaubensgenossen in Rußland ausgesetzt sind, müssen das Herz eines jeden Menschenfreundes mit unsäglicher Trauer erfüllen. Nicht die mißhandelten Inden sind am meisten zu beklagen; sie leiden für die höchsten Ideale der Menschheit: für ihren Glauben, für ihre Nationalität, für ihre verkümmerten Menschenrechte, und wenn sie dabei erliegen, so schmückt die Märtyrerkrone ihre Häupter. Aber nächst dem Abscheu und dem Ekel, welche uns den viehischen Räubern und Mördern gegenüber erfassen, ist es zugleich das tiefste Mitleid, das unsre Herzen erfüllt, ob des grauenhaften Zustandes der Verkommenheit, in dem jene entmenschten Horden sich befinden nlüssen. Derartige Vorkommnisse geben zu denken. Die grauenhaften Judenverfolgungen ini Mittelalter entbehrten doch eines ideale: l V-. ^oandes nicht. Als die Kreuzzügler auszogen, um das Grab des Stifters der christlichen Religion den Händen der Ungläubigen zu entreißen, galten ihnen auch die Juden als Ungläubige, und wenn auch Lust an Rauben und Morden die eigentliche Triebfeder der Ausschreitungen gegen die Juden war, so schämte man sich doch der nackten Raublust und schob den , religiösen Fanatismus in den Vordergrund. — Als im vierzehnten Jahrhundert der schwarze Tod die Menschen zu Hunderttausenden hinweggerafft hatte, war es die wahnsinnige Beschuldigung, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, welche dem mordlustigen Pöbel die Waffen in die Hand gab. — Zu andern Zeiten mußten die thörichten Mährchen von ermordeten Ehristenkindern den Vorwand liefern. Um wie viel schwerer fallen die neuesten traurigen Ereignisse in's Gewicht! Man bedarf keines Anlasses, keines Vorwandes. Die nackte Raublust tritt hervor. Ohne irgend welchen Grund fällt man über die Juden her, beraubt sie ihrer Habe, zerstört ihre Häuser, schändet ihre Frauen und Töchter, tödtet die Kinder, verwundet die Männer. Es ist nicht Religionshaß, nicht Racenhaß. sondern einzig und allein das Gefühl, daß es Schwache und Wehrlose sind, welche man ungestraft hofft berauben und mißhandeln zu können. Wahrlich, wir sind weit ge-

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