Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1881)
- Date
- 1881-05-04
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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462 Mangel an Geldmitteln unter den Händen des genialen Autors vergilben sollte; vielleicht entschließen sich dann Kenner und Freunde unsrer Thora, durch Verbreitung dieser Bücher dem Vers, die Fortsetzung seines großartigen, einzig dastehenden Werkes zu ermöglichen! Die Bücher sind durch den Verfasser zu beziehen: Rabbiner I. I. Reines in Schwinzan (Rußland). Auch bin ich gern bereit, soweit ich noch Exemplare besitze, dieselben an Reflectanten zu schicken und den Betrag dafür, dessen Höhe zu normiren den Abnehmern überlassen ist, dem Verfasser zu übermitteln. Rabbiner Dr. Ehrmann. Zeitirngsnachrichterr und Correspondenzen. Deutschland. Breslau. Dem Jahresbericht der hebräischen Unterrichts-Anstalt c"n py über die Zeit von Michaelis 1879 bis Ostern 1881, von Rabbiner Dr. P. Neustadt, Prediger und Dirigent der hebräischen Unterrichts-Anstalt entnehmen wir: Am 10. Januar 1881 ertheilte das Curatorium der Commerzienrath Fränkel'schen Stiftungen Hierselbst der Schule die Genehmigung, ihren Gottesdienst von nun ab in der Synagoge des unter Aufsicht des Euratoriums stehenden Zufluchtshauses abzuhalten. Indem wir hiermit dem Curatorium auch öffentlich unfern Dank abstatten, verbinden wir damit die Mittheilung, daß unser Schulgottesdienst von Beginn des neuen Schuljahres ab in genannter Synagoge abgehalten werden wird. Der Schulunterricht hat seinen regelmäßigen Gang genommen, erhebliche Veränderungen im Lehrplan sind nicht zu verzeichnen. Im Laufe des verflossenen Schuljahres nahmen 122 Schüler am Unterricht Theil. Unser Bestreben ist es immer gewesen und wird es auch bleiben — trotz aller Anfeindungen — der Jugend eine praktisch-religiöse Erziehung zu geben, eine Erziehung, die sich eng an das häusliche und synagogale Leben anschließt. Diese Tendenz spricht sich überall in den Pensen aus. Indem wir des Näheren auf die tabellarische Uebersicht verweisen, wollen wir nur noch Einiges zur Erläuterung beifügen. Lesen bildet einen statarischen Lehrgegenstand nur in den beiden untersten Klassen (VI. V.) Der Knabe wird schon hier, gleich nachdem er die ersten Schwierigkeiten des Lesens überwunden hat, in das praktische Leben eingeführt. Er liest. was er hinfort immer lesen soll, er beginnt mit seinem Tisch- und Nachtgebet und wird immer weiter eingeführt in die synagogalen Gebete. Das Lesen spielt noch einmal eine kleine Rolle in den mittleren Klassen, wenn dem Schüler die rabbinische Welt erschlossen werden soll. Mit dem Uebersetzen wird schon in den untersten Klassen ein kleiner Anfang gemacht. Dem alten jüdischen Brauch nach dem an den ersten beiden Peßachabenden der Jüngste in der Familie sein rurwj no vorträgt, wird durch Uebersetzen der ersten beiden Stücke aus der Hagadah Rechnung getragen. Die Hagadah wird übrigens durch klassenweises Fortschreiten allmählich zur Kenntniß des Schülers gebracht, Pirk« Aboth in der III. Klasse begonnen, in der zweiten bewältigt. Bei der Durchnahme der Gebete wird auf das Nächstliegende Bedürfniß der Schüler Rücksicht genommen, schon in der IV. Klasse mit den häuslichen Gebeten begonnen und leichteren Piecen zu den Festzeiten, in der V. mit einem Theile der täglichen Gebete. Aus dem Pentateuch werden in Klasse V. und IV. nur ausgewählte Stücke durchgenommen, in Klasse V. die Schöpfungsgeschichte, der Dekalog, die Sittengebotc in o’^np. In Klasse IV. wird dem Pentateuch schon etwas mehr Zeit gegönnt, diesmal wurde im Winter die Geschichte Josephs durchgenommen, im Sommer die Thoravorlesungen zu fast allen Feiertagen (ausgenommen die des 8. Tages von NO2 und rnOO und die von -neO O''). In den folgenden Klassen von Klasse III. aufwärts wird die allwöchentliche nnnO behandelt. Ueber Propheten und Hagiographen findet sich das Nöthige in der Tabelle. Erste und letzte Propheten, ebenso Psalmen und Proverbien wechseln ab. Im Talmud werden neben dem statarischen Gegenstand zu den synagogalen Ereignissen die einschlägigen Materien behandelt. Das gleiche gilt von ni'Jtt/D und d-ik "N. Letzteres wechselt mit D^n niso und cn»D m« ab. Die Methode bei Durchnahme des Pensums in der Grammatik, die Handhabung des jüdischen Schreibens ist aus der Tabelle ersichtlich. Die Einnahmen betrugen 8689 Mk., die Ausgaben 3703 Mk. Oest. - Ungar. Monarchie. Wien, 25. April. Am 31. Dezember 1869 wurden 30,200 Juden in Wien gezählt. Die Volkszählung vom 31. Dezember 1880 ergab, daß jetzt 72,000 Juden in Wien wohnen.