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Der Israelit · 1881-05-04 · Heft 18 (4.5.1881) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 18 (4.5.1881)
Date
1881-05-04
Page
– (sequence 20)
Language
German
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440 Feuilleton. Line jüdische Kolonie in UalMira. Es ist eine gewiß erfreuliche Thatsache, daß sich die Gelehrten unsrer Zeit vielfach mit der Geschichte, Geographie und Geologie des heil. Landes beschäftigen. Namentlich sind es die Engländer, welche in dieser Hinsicht Großes leisten. Trotz ihrer praktischen Richtung, die man den Engländern, manchmal nicht ohne leisen Anflug von Tadel, als Nationalcharakter zuerkennt, gibt es wohl dennoch keine Nation auf dem Continent, welche idealen Zwecken so große Summen zum Opfer bringt. Es ist bekannt, daß die Engländer unter allen Völkern Europa's dem heil. Lande das größte Interesse entgegenbringen; dies beweisen die zahlreichen Expeditionen, die von Großbrittanien aus zur Erforschung und Vermessung des heil. Landes ausgesendet worden sind. Unter vorstehendem Titel bringt nun die „Allge-! meine Zeitung" eine Besprechung eines jüngst in ' englischer Sprache erschienenen Werkes, welches sich j mit der Colonisirung Palästina's beschäftigt. Das! Buch führt den Titel: .,TIie Land of Gilead“ und j hat Herrn Saurence Oliphant, Parlamentsmit- | glied und Correspondent der „Times" zum Verfasser. j Derselbe beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem! Plane der Colonisirung des heil. Landes. Obgleich! nun Niemand seine Fähigkeiten als Parlamentsmit-! glied und Correspondent bezweifelte, wurde doch sein; Project als chimärisch bezeichnet und verlacht. Oli-; phant ließ sich durch den Spott nicht abschrecken und legt nun dem Publikum seinen wohlerwogenen Plan; in einem umfangreichen Buche vor. Pläne zur Colonisirung Palästinas sind nichts Neues. Wir können zwar Herrn Dr. Alexander Peetz nicht zustimmen, welcher einen solchen Plan schon die Phönizier im nebelgrauen Alterthum fassen läßt. Der genannte Gelehrte veröffentlichte nämlich vor kurzer Zeit eine farbenprächtige und reizvolle Studie in der „Allg. Zeitung" unter dem Titel „Alt- und Neuphönizier." Nach demselben soll nun der Name der jüdischen Provinz „Galiläa" — Herr Dr. Peetz schreibt „Galliläa," wahrscheinlich zur Bekräftigung seiner Hypothese — auf hier angesiedelte Krieger ans Gallien, dem Norden Europa's, hludeuten. Es braucht für die Leser des „Israelit" kaum hervorgehoben zu werden, daß diese ganze Hypothese — grundlos ist. Galiläa, hebräisch „Gelilah" ist ein echt hebräisches Wort und hat dieselbe Bedeutung wie das deutsche Wort „Kreis." Nickt gerade die genannte Provinz, sondern auch andere Distrikte werden mit diesem Namen belegt. Wenden wir uns nun dem Plane des Herrn Oliphant zu. Das Originelle desselben besteht darin, daß er auf politischer Basis anfgebaut ist. Herr Oliphant will auf diesem Wege die orientalische Frage lösen. Es ist klar, daß diese Frage nach Abschluß des Berliner Friedens in ein neues Stadium getreten ist. Früher oder später wird eine Einmischung in die Angelegenheiten der Türkei stattsinden müssen. Eine genaue Kenntniß der Verhältnisse brachte ihn zu dem Schluffe, daß eine Reform schwerlich vom Sitze der Negierung zu Konstantinopcl ausgeheu werde, vielleicht aber durch eine Art von Decentralisation bewirkt werden könne, welche den entfernt liegenden Provinzen gestatte, sich selbstständig nach verbesserten Grundsätzen zu regieren. (Schluß folgt.) AWZEiciEif. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. /Tfcin hiesiger braver und ehrenhafter Mann ist ohne sein Verschulden so herabgekommen, daß ihm in Kürze Haus und Hof versteigert werden soll. Ich richte daher an alle Menschenfreunde die Bitte, durch edle Gaben beizutragen, daß die unglückliche Familie nicht obdachlos wird. Auch die kleinste Gabe wird dankbar angenommen. Gerolzhofen, 2. Mai 1881. Emanuel Lewisohn, Eultusvorstand. Wir sind gern bereit, Gaben in Ernpsang zu nehmen und rasch weilerzubesördern. 1499) Die Expedition des „Israelit". HsV>egeii Versetzung des seitherigen Lehrers, f ~ ........ Herrn Herrmann. wird die hiesiges!! W" iu,r, ftBti j Tüchtige, befähigte Bewerber zu vorbenann-! und Eololttalwaaren-Gefchast en gros; teu Funktionen wollen sich binnen 14 Tagen j et en detail einen mit den nöthigen Bor- > unter Vorlage der Qualificationszeugnisfe j fenutntffeu versehenen jungen Mann zum j " »9i » EinNi.. di- Lehre. K°s. und 600 Mk., Einkommen der Schächterfunction! im Hause. 3 bis 400 Mk., dann sernex ein gesichertes - Feisenberaer & Ster«,! Nebeneinkommen von 300 Mk. > Orb (Hessen-Nassau). 2. Mai 1881.?149(Rheinpsalz >. L. Wolfeilcr,! 1500) Vorstand.

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