Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1881)
- Date
- 1881-05-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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um ihn auszubeuten, mit dem, was der Sohn dem Vater gestohlen, sich bereichern, um in Saus und Braus leben zu können, und dann-" „Genug, Mylady!" antwortete Hulda, alle ihre Kräfte zusammennehmend, gemessen und sich stolz aufrichtend, „diese Vorwürfe sind zu niedrig, als das; sie mich verletzen könnten, diesen gegenüber vertheidkge ich mich nicht, weil ich mich über ihnen erhaben fühle. Mich schmerzt nur, daß Sie einem Schurken und feigen Lügner Solches über mich glauben, da ich hoffen durfte, nach einer zweijährigen Thätigkeit kn Ihrem Hause von Ihnen besser erkannt worden zu sein — doch vorbei! Auch der Kelch geht vorüber. Gestatten Sie intr nur noch ein Wort in Ihrem Interesse und ans Liebe zu Miß Mary: hüten Sie sich vor dem Schurken, der sich unter dem Namen eines Grafen v. Rathenow bei Ihnen eingeschlichen hat und der kein andrer als Edgar v. Botho ist, leider ein Eousiu von mir!" „Ein schlechter Theatereoup, mein Fräulein! Trifft sich ja sehr romantisch und gut ausgedacht, was man selbst gethan, einen falschen Namen sich beizulegen, dem anzuhängen, der einen Betrug aufgedeckt hat. Ich habe genug mit Ihnen gesprochen, der Hausmeister wird Anweisung erhalten, Ihre Rechnung mit Ihnen zu begleichen. Sie sind entlassen!" Mit diesen Worten verließ die hohe Dame das Zimmer; Hulda's .Kräfte aber waren erschöpft, sie brach besinnungslos zusammen. Die Diener fanden sie dort und brachten sie auf ihr Zimmer. Ein herbeigerufener Arzt constatirte, daß der Zustand gefahrlos sei; es war eine tiefe Ohnmacht. Man wollte sie noch einige Tage im Hause lassen, doch sie wollte nicht die Güte eines Hauses in Anspruch nehmen, in dem man sie so beleidigt hatte und verließ am andern Tage das Haus des angesehenen Lords, um in London, wohin sie sich jetzt wandte, sich eine Existenz zu suchen. Aber das Glück war ihr nicht hold. Vergebens klopfte sie an verschiedene Thüren. Arbeit suchend oder sich als Lehrerin empfehlend, nirgends fand sie I Aufnahme. Ihre kleine Baarschaft ging bald zu! Ende, und der letzte Pfennig war ausgegeben. Was! sollte sie Unglückliche in der Riesenstadt beginnen?! Betteln konnte sie nicht, — da führte sie ihr Weg i über eine der vielen Brücken, welche die beiden! Themsenfer verbinden, sie blieb am Geländer stehen! und schaute gedankenvoll in's Wasser — was lag ihr : au dem Leben? Was konnte der Welt an ihrem i Leben gelegen sein? Da unten rauschte es so ruhig, i da konnte sie Frieden finden, dort konnte sie den! Hunger stillen, der schon seit zwei Tagen an ihr j nagte, die Brücke schien leer, ein Sprung und vorbei! war alles Elend! Doch nein, sollte sie mit einer - Sünde vor Gott treten? Hat sie das Recht, über ihr I Seiten zu verfügen? Aber Gott ist barmherzig, gehört; ihr überhaupt noch das Leben? Hungertod oder! Schande, wie soll sie wählen? Und die Verzweiflung! übermaunt sie, sie schwingt sich über das Geländer, - fast ist sie hinüber — da packt sie eine kräftige Hand,! und sie ist dem Leben erhalten — eine wohlthätige ■ Ohnmacht umfängt sie, der Fremde ruft eine Droschke | herbei, in welche die Besinnungslose getragen wird,! und welche sie und den Fremden nach einem sreund-! lich aussehenden kleinen Landhanse vor der Stadt 1 führt. (Fortsetzung folgt.) A W Z E I « E Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung: für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfeu 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinseldergaffe 7. - ££81) 'lxjunW ino -dloaife 'U3Mväsuns.rhsz rusrzhoh •’$ tiunjmaq.io^ •alp.xft aBiijigg *jJ<W 'ffriÄ 'YZ'M -foiQa© SSvuvr« I ZjnPZ ZPlinsq - HWMls - h.stnoülv.rH •I3ssn.if& 3wei silberne ttnip '‘b'D, kunstvolle Arbeit sind preiswürdig zu verkaufen. 1332) M. Marcus, Zerbst. l^in tüchtiger Cantor, Schächter, guter Kahre, der gleichzeitig den Kindern Religionsunterricht ertheilt, sucht seine Stellung zu verbessern. Offerten unter A. E. Nr. 1805 an die Expedition dieses Blattes zu senden. Nahe und gebrannte Kaffees, als Mocca, Ceylon, Java rc., ff. Maare, offerire bei Abnahme von 10 Pfd. franco unter Nachnahme verzollt von 1 M. 50 Pf. an. M. E. Bloch Nachflgr., 1314) Hamburg. "!t£0 En gros et en detail. HtfiQ . Hollänb.-, Schweizeru. Lim- V burger Käse offerire in bekannt. A ® bester Dualität. jg. Das Selicatcssen-Magazin & fl M. E. Bloch Nachflgr., 6 1321) Hamburg. * Zainen tüchtigen Verkäufer, mit guten Referenzcn versehen, sucht für sein Mode-, Manufactnr- und Eonfections-Geschäft foror: 1336) Jacob Sommer. Neustettin.