Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1881)
- Date
- 1881-05-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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422 geschlecht von der Erde hinweggerafft werden mußte, daß nach den in der Sündfluth Untergegangenen das Geschlecht des Thurmbaues zu Babel heranwuchs, das wiederum dem Untergange entgegengereift wäre, wenn nicht Abraham ein Retter geworden der ganzen Menschheit. Seinen Nachkommen war es bestimmt, den Gottesgeist in sich aufzunehmen und dadurch der Menschheit Bestand zu verleihen, jnar«? rpTin^i cdi» ’nna jo dn „Wenn mein Bund nicht wäre, spricht Gott, Tag und Nacht, die Gesetze von Himmel und Erde, hätte ich nicht eingerichtet." Wir haben schon oben bemerkt, daß das Wasser bas Bild der Bewegung ist. Das Wasser, welches im Schloßgarten des Fürsten von Fürstenberg in Donaueschingen aus der Erde sprudelt, durchfließt ganz Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rumänien und die Türkei in ununterbrochener Bewegung, ebenso wie das Wasser, welches von den Schweizerbergen herniederflicßt, ganz Deutschland durchströmt und in Holland in's Meer sich senkt. Durch die stete Bewegung bleibt das Wasser klar und gut. So erhält auch die geistige Bewegung, wie sie durch das Studium der Gotteslehre stets hervorgebracht wird, den Menschengeist klar und gesund. Die großen, mächtigen Flüsse sind uns auch ein Bild Desjenigen, der sich mit dem Studium der heiligen Gotteslehre beschäftigt. '"U-t "|3 OOflJ l'O'v VZ-12 D’Til’ CO no i’j/os iwj/jBr “»y ino3 nn'?n '3 ,01'.-. romn '3 ,mm .J/3U Wie die Flüsse sich aus den kleinsten Anfängen entwickeln — den Ursprung könnte man mit der Hand zudecken — und nachher werden sie mächtige Ströme, auf deren Rücken stolze Schiffe einherziehen, so geht es auch mit der heiligen Wissenschaft. Allmählich gesellt sich Wissen zu Wissen, Kunde zu Kunde, verbindet sich Urtheil mit Urtheil, bis der Geist mächtig und groß wird, das Weltall beherrschend, tief eindringend in die Geheimnisse der göttlichen Weltenlenkung. „Mag man auch erforschen des Himmels Höhe und der Erde Tiefe — des Weisen vielumfassender Geist ist unergründlich; er liebt es, zu forschen nach den letzten Gründen seines Menschenwesens. Seine Vernunft hat keine Grenzen, seine Begriffe sind erhaben und zahlreich. Mannigfaltig sind die Gedanken im Herzen des Gerechten; doch strebt er überall nach Gerechtigkeit. In seinem Innern heiligt er den Heiligen Israels, und mit seinen Lippen ehrt er den Gott der Ehre. Es gibt keine Weisheit und keinen Rathschluß, an denen er sich nicht weidete. Wo ist ein irdisches Wesen, das von ihm nicht erkannt würde? Können wohl des Himmels weite Räume, kann wohl das weithin sich dehnende Weltmeer das umfassen, was sein gedankenreiches Herz umfaßt? Können wohl die Fittige des Windes den Geist der Weisheit bedecken, der in ruhigem, allumfassendem Wissen seinem Eigentümer schon hienieden die Freuden des Paradieses gewährt? Oder vermag des Erdballs Kreis den unendlichen Gedanken zu umschließen, der in den engen Grenzen einer handbreiten Wohnung eingeschlossen ist? Siehe, dies ist des Menschen Antheil von seinem Schöpfer, und Gottes Antheil von seiner Welt. Der Mensch allein wandelt aufrecht auf Erden und strebt stets seinem Gotte zu. Unermüdet forscht er nach der ewigen Wahrheit, um große Thaten zu vollbringen, die dem göttlichen Recht und dem göttlichen Gesetz entsprechen.*) (Fortsetzung folgt.) Literarischer Jericht. “1BD rmn amn pbn 2'I "pl nsDO nwsan 77-3 min’ '3783 Tj/sn ’joo ♦«"o-in P2T .jXärrr p"pi i"3x Dj/m 3pj7’ prnr Trier, 10. Adar. Dem ersten Band dieses epochemachenden Werkes, auf welches ich s. Z. die Aufmerksamkeit der Leser dieser Zeitschrift durch eine eingehende Ankündigung zu lenken suchte (vergl. Liter. Bericht in Nr. 38 u. 38 des vor. Jahrg.), ist nunmehr der zweite Band in verhältnißmäßig kurzer Zeit gefolgt. — Hervorragende Koryphäen der jüdischen Wissenschaft haben mir inzwischen mündlich und brieflich auch ihrerseits die in ihrer Art einzig dastehende Bedeutsamkeit dieses Werkes in einer Weise bestätigt, die mich veranlaßt, auch den nunmehr erschienenen zweiten Band der Aufmerksamkeit aller Kenner und Förderer der Thorawissenschaft zu empfehlen. Derselbe übertrifft noch die hohen Erwartungen, die man nach dem Anfang des Werkes an dessen Fortsetzung zu knüpfen berechtigt war. Die Tendenz und Bedeutung dieses zweiten Bandes ergibt sich am Besten aus dem vorausgeschickten „Wort an die Leser", das deshalb statt jeder besonderen Empfehlung in wörtlicher Uebertragung hier folgen möge. „Das Buch oo3n omn hat eine andere als die anfänglich beabsichtigte Form angenommen. Als ich nämlich an die Arbeit herangetreten und zu der Einsicht gekommen war, daß ich selbst mit Aufgebot aller Kraft nicht in der Lage sein werde, in wenigen Blät- *) Bochmoth Olam.