Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 4 (20.6.1860)
- Date
- 1860-06-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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47 Denn so wie man den Vogel aus dem Neste Mil Herz- und liebeloser Lust verscheucht: So reißt der Tod schnell aus dem Frühlingsfeste Den Erdensohn, vom Todeskrampf erbleicht. Doch denke nicht, daß nach der Sterbestunde, Wenn Du des Körpers Fesseln bist entrückt, Dann heilen wirst des Jrrthums tiefe Wunde, Die mit des Wahnes Last Dich schmerzlich drückt! Nicht frommt Dir dann des Herzens tiefste Neue, Nicht des Gewissens höllenvolle Pein, Nicht das Geloben, künftig stets mit Treue Der Tugend holden Lehren Dich zu weihn. Denn jene Welt, sie führt Dich zum Gerichte, Zu geben Rechenschaft von jeder That, Dort wird dem Guten, wie dem Bösewichte, Vergolten treu nach seines Wandels Pfad! Hast Du, o Geist, der Wahrheit Dich beflissen, So öffnet sie Dir ihr geheimes Thor; Hat Thorheit Dich in ihren Strom gerissen, So tauchst Du schwerlich je aus ihm empor; Umlausche darum stets der Weisheit Pforte Und weile nicht in träger Wollust Netz: Stets eingedenk des weisen Königs Worte: „Ehrfürchte Gott und hüte sein Gesetz!" Denn jede That legt Gott dort auf die Waage, Sei gut sie hier gewesen oder schlecht, Die wohlverzeichnet bis zum letzten Tage Am Throne Gottes bleibet ungeschwacht; Denn alles Dunkel, aller Nächte Grauen, Nicht schwächen sie des Schöpfers Hellen Blick, Daß er den Erdensohn nicht sollt' erschauen, Flieht er auch noch so fern vor ihm zurück! Erstrebst Du aber ewig zu erlangen Mit aller Kraft des Schöpfers Gegenwart, Und forschest ewig mit bescheid'nen Wangen, Was Dir als recht und gut geboten ward: Dann könntest Du vor seines Zornes Gluten Vielleicht Dich tauchen in das Gnadenmeer, Dich kühlen dann in seiner Liebe Fluthen, Die überströmen der Gerechten Heer! Fürwahr Du strahlest gleich des Himmels Glanze Und wie der Sterne allbeleuchtend Licht, Umflossen von des Lohnes heil'gem Kranze, Den Deiner Hände Werk im Leben flicht. Drum aus, und wirf Dich vor dem Herren nieder Und sende Lob zu Deinem Gott nnpor, Ja, laut verkünde seines Ruhmes Lieder, Denn ihm gebühret Preis und Jubelchor! Do. ^.ion IInLdikvtä. M n z e 15 kr. rb., oder «'> fl. Ocst. 23. r g e r». Der Vorstand: Sontovski. Koldstanss. L>strotzki.