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Der Israelit · 1860-06-06 · Heft 2 (6.6.1860) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 2 (6.6.1860)
Date
1860-06-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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23 istunterihnen zu finden, der sich eine Entweihung des Sabbats durch Betreibung von Geschäfte^ zu Schulden kommen ließe. Feur l l et o n Die israeMMe Iekrsnßatt su Ionäon. Dem Jewish Cronicle entnehmen wir über das Gedeihen dieser von 1800 Kindern beiderlei Geschlechts besuchten Lehranstalt folgende Notizen: Die diesjährige Prüfung bot dem Publicum Gelegenheit, sich von dem glänzenden Stand dieser Anstalt zu überzeugen. Das Interesse, welches man für diese hegt, gab'sich durch die Anwesenheit der hervorragendsten Mitglieder der Gemeinde, so wie einer großen Anzahl sonstiger Freunde des Unterrichtswesens kund. Unter den Elfteren nennen wir.Sir Moses Montefiore, der mit gewohnter Freigebigkeit 10 Pfund Sterling als Preis für zwei der ausgezeichnetsten Schüler zur Verfügung des Schülrathes stellte. Nach einer kurzen Anrede des Herrn Oberrabbiners, in welcher er besonders hervorhob, daß die mündliche Prüfung nicht maßgebend, sondern daß . die schriftlichen Arbeiten von den Leistungen der Schüler Beweise liefern müßten, schritt man zur Prüfung. " Unterrichtsgegenstände waren: Religion, Hebräische Sprache, Französisch, Deutsch, Geographie, Geschichte, Arithmetik. Alle Anwesenden waren von den in den einzelnen Unterrichtszweigen erzielten Resultaten aufs Freudigste überrascht. Eine größere Anzahl ausgezeichneter Schüler erhielt Preise. Am Schluffe rühmte der ehrwürdige Herr Oberrabbiner die eifrige und gewissenhafte Thätigkeit der einzelnen Lehrer, bat die Anwesenden, in ihrem warmen Interesse für eine Anwalt fortzufahren, die den von ihnen gehegten Erwartungen so gut entspreche und mit den Anforderungen d es bürgerlichen Lebens eine umfassende Religionskenntniß erstrebe. Das „Uv ä'Israöl" gibt über die Juden in Marocco folgende Skizzen: Im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben und 1496 aus. Portugal; floh eine große Anzahl von Juden nach Marocco. Dort hatten sie bald die grausamsten Verfolgungen, und — wie die Erfahrung lehrt — die erniedrigendste Behandlung zu erdulden. Die Muhamedaner schienen von den Früchten des Fleißes ihrer jüdischen Sklaven zu leben. Ein Trost war ihnen jedoch geblieben. — In besondere Stadtviertel gewiesen, genossen sie des Vorzugs, ihre religiösen Vorschriften in voller Freiheit auszuüben. Dank ihrer Erziehung, ihrem Unterrichte, den Kenntnissen mancherlei Art, die sie ernzarben, gelangten Anige von ihnen zu den höchsten Staatsstellen. So wurde ein gewisser Paecheco zum Gesandten von Marocco in den Niederlanden angestellt. In späterer Zeit bekleidete Joseph von Toledo denselben Posten. Unter der tyrannischen Regierung des Muley Archey von Taffilet, der seinen Bruder Muley Jsmael vom Throne stieß, hatten sie manche Unbill zu erdulden. Er vertrieb beinahe alle Juden aus der Provinz Suse, riß die Synagogen von Marocco Und Tedula nieder, drückte sie durch enorme Steuern, beraubte die Wohlhabendsten unter ihnen ihres Vermögens, um solches zur Eroberung der Provinz Quiriana zu verwenden und veranlaßte die Ermordung eines israelitischen Obristen, mit dem er sich 1667 geflüchtet hatte, um sich seines Vermögens zu bemächtigen. Bald nachher setzte er diese Unglücklichen wieder in ihre früheren Rechte ein und erwählte einen Obristen von ihrer Nation. Sein Nachfolger und Bruder begünstigte dieselben mehr.Moseph von Toledo erhielt Gesandtenposten an mehreren Höfen, und durch seine'Vermittelung konnte Jsmael 1648 einen Friedensvertrag mit Holland abschließen. Seit dieser Zeit waren die Juden der Berberei allen Verfolgungen ausgesetzt, welche Unwissenheit und Fanatismus dem Pöbel dieses Landes eingibt. Ihre Lage wurde täglich trauriger. Dessenungeachtet wählten die Kaiser ihre Minister unter ihnen; aber die meisten starben eines grausamen Todes. Im Jahre 1750 war abermals ein Jude Gesandter in Dänemark, und 1789 wurde der Ministerposten von Eliah Levy bekleidet, während der reiche Rabbi Mordechai sich der höchsten Gunst seines Fürsten erfreute.

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