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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-03-10 · Heft 9 (10.3.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 9 (10.3.1883)
Date
1883-03-10
Page
Seite 7 (sequence 15)
Language
German
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erntete bei dieser Gelegenheit reichlichen und ungetheilten Beifall und wurde zu wiederholten Malen von dem zahlreich anwesenden Publicum lebhaft hervorgerufen. Pilsen. Der hiesige Kreuzerverein zur Erziehung armer israelitischer Waisen, (der vor drei Jahren von der israelitischen Cultusgemeinde -ins Leben gerufen wurde und dessen segensreiche Wirksamkeit allgemein erkannt wird), veranstaltete am 24. Feber d. I. eine musikalisch und declamatorische Soiree, welche einen glänzenden Erfolg aufzuweisen hatte. Der freundlichen Mitwirkung mehrerer talentirten Dilettauten ist es zu danken, daß es möglich war, ein reichhaltiges Programm festzustellen. Der Prolog, verfaßt von Herrn Dr- Caro, wurde von Frl. Porges mit Anmuth und Wärme vorgetraM. Diesem folgte ein recht wirkungsvoller Männerchor: ״O glücklich wer ein Herz gefunden," componirt von Wilhelm Neubauer, derzeit Regenschori in Temesvar, einstudirt und dirigirt von unserem verdienstvollen Obercantor A. Fr ei sing er. Einen durchschlagenden Erfolg hatte das darin vorkommende Tenorsolo, gesungen vom hiesigen zweiten Cantor Herrn S. Kornfeld. Eine lange Reihe Piecen komischen als auch ernsten Charakters folgte, wovon Hauptsächlich hervorzuheben wäre die wunderbar schöne Arie ״Es ist genug" aus Mendelssohn's Oratorium ״Elias", die vom Obercantor Herrn A. Frei sing er mit feinster Nuancirung und sonorer Stimme vorgetragen wurde. Herr A. Freisinger, der beim hiesigen Concertpublicum schon längst als ausgezeichneter Liedersänger bekannt ist, zeigte sein schönes Talent auch in diesem Genre und belohnte das Publicum den Sänger mit frenetischem Beifall. Alle Piecen wurden günstig ausgenommen, das Publicum genoß einen recht amüsanten Abend, dem das improvisirte Tanzkränzchen einen vergnügten Abschluß schuf. Das Comitö war durch den schon oftmals erwiesenen Wohlthätigkeitssinn des hiesigen Publicums im Stande, dem Kreuzervereine einen Reinertrag von fast 300 fl. zuzuführen. G. Budapest. Am 28. Februar fand am hiesigen Rabbinerseminar anläßlich der Entlassung des ersten Zöglings dieser Schule, des Herrn Dr. Ed. Neumann, der bereits einen Ruf nach Gr.-Kanizsa als Rabbiner und Prediger erhielt eine würdige Feier stahl. Vor einem distinguirten Publicum, unter welchem Minister T r e f 0 r t und mehrere Abgeordnete bemerkt wurden, sprach Herr Dr. K o h n, ein ausgezeichneter Gelegenheitsredner, der stets den Nagel auf den Kopf trifft, von dem Seminar, anknüpfend an die beiden Worte des Wochenabschnittes ״Misehkan-lioedüs“, daß diese Anstalt als Heiligthum Zeugniß ablege von unserem Bestreben die Religion mit dem Wissen zu Pflegen, Zeugniß ablege von unserem Bestreben, dem Vaterlande patriotische Seelsorger zu erziehen; Zeugniß ablege von der Hochherzigkeit unseres erhabenen Monarchen, Zeugniß ablege von der Gesinnung unserer Regierung, wobei er sehr tactvoll und in dankbarster Weise des seligen Eötvös gedachte u. s. w., schließlich den Promovirten erinnerte, er möge den Titel Rabbi, den er nun trägt und der nichts als ״Lehrer" bedeute, in des Wortes vollstem Sinne, auch ausfüllen, indem er seiner Gemeinde Religion, Vaterlands- und allgemeine Menschenliebe lehre. Hierauf trug der Candidat seine Dissertation in einem gewählten Ungarisch vor, deren Schluß, nämlich die Danksagung an den Lehrkörper, wie daß er von seiner Vaterlandsliebe nichts gesprochen, entschuldigend, mit den Worten: Wie? braucht etwa das Kind erst zu versichern, daß es seine Mutter, die es gehegt und großgezogen, den Vater, der es geleitet und versorgt, seiner ewigen Liebe und Treue zu versichern?? besonders beifällig ausgenommen wurde י Nun verlas noch Herr Rabbiner Professor Bloch eine hebr. Ansprache an den Promovirten, in welcher er ihn ermahnte immerfort der Vollkommenheit zuzustreben und seine Gemeinde den Weg der Gottesfurcht, der Gotteslehre und der guten Sitten zu leiten, betete er gleichzeitig tief gerührt, es möge ihm stets gelingen nach den Gesetzen der Lehre vorzugehen und ertheilte ihm dann den priesterlichen Segen. Erwähnenwollen wir nur noch, daß die Feier, die auf alle Anwesenden den erhebendsten Eindruck gemacht, mit einem Choräle (der 100 Psalm), componirt von Herrn Prof. Obercantor Friedmann, unter dessen persönlicher Mitwirkung eingeleitet, in glänzender Weise exeeutirt wurde. II. J. Än bit Vereins Mitglieder des ״österr.-ungar. Cantorenvereines". Die geehrten Vereinsmitglieder werden hiemit in ihrem eigensten Interesse mit Hinweis auf die §§. 5 u. 13 unserer Statuten aufgefordert, ihre Vereinsbeiträge vom Beginne des Vereinsjahres ab d. t. vom 1- Juli 1882 ehestens an den Vereinscassier Herrn Cantor Adolf Fischer, Wien, Stadt, Seitenstettengasse Nr. 4 einsenden zu wollen. Der Vorstand des österr.-Ungar. Cantorenvereines Jakob Bauer, Josef Singer, Präses-Stellvertreter. Präses. Gründungs- und Vereinsbeitrage. M. Schlesinger, Hernals, halbj. Beitrag; M. Rosenfeld, Pisek, viertelj. Beitrag; Sam. Singer, Güssing, Gründungs- Beitrag; H. Lemberger, Kuttenplan, viertelj. Beitrag;- D. Beutler, Auscha, halbj. Beitrag; L- Spiegel, Bittse, Gründungs-Beitrag; Kornitzer, Tapolcsa, halbj. Beitrag; Pollak, Schwihau, halbj. Beitrag;* Domber, Szil, viertelj. Beitrag. Adolf Fischer, Cassier. Gorrrresponöerrz. W. in S. Die Rechnung für Veröffentlichung de« Concurses haben wir bereit« an den Tultusvorstand eingesend-t. Besten Dank und Gruß. A. in Str. Purimartikel erscheint in der nächsten Nummer. Colleg. Gruß. M. in Pr. Was ist plötzlich vorgefallen? Bitten um Bericht. Colleg. Gruß. B. in Od. Eingesandte« erhalten. Näheres brieflich. Besten Gruß. Pr. F. in B. Für Bewußtes haben wir d.n Betrag von 2 fl. in Rechnung gebracht. Besten Gruß. S. in B.; P. in Fr. a/M.; H. in L. St. M-: P. in R.; D. m Sz.; ft. in.N.! Min. Ir.; ft. in Pr.; B. in F-.; T. in M.; B. in ft.; D. in Sz; R. in Or.; Bestätigen dankend Ihre eingesandten Beträge. Sch. in Ts. Bestätigen dankend den Empfang Ihres Pränume» rationsbetrages. Arbeiten, wenn dieselben für gut befunden, werden auch von Nichtmitgliedern angenommen. Alle geehrten Abonnenten, welche uns mit der Einsendung Ihres Pränumerationsbetrages bis Purim vertröstet haben, e! suchen w!r Ihr Versprechen zu dieser Zeit sicher zu erfüllen. Die Redactio». Nächste Nummer der ״Cantoren-Zeitnng״ erscheint Sonntag den 18. März.

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