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Die Wahrheit · 1922-11-10 · Heft 22 (10.11.1922) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 22 (10.11.1922)
Date
1922-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ernrttf ( MMeInterelsm- Mit dem Beiblatt: Veröffentlichungen der «Union deutschösterreichischer Inden" REDAKTiOHirADMlIHlSTRiVTlQH I Mir» 8.j^Zei«estraße 13 xxxvrn. Jahrgang Wie», 10. November 1922 Nummer 22 Das jüdische Volk nach arisch-christlicher Auffassung. Im SMicfti Geist-Verlag, Leipzig, erschient vv-r -kurzem die höchst beachtenswerte Studie „Adel" von R. N. C o ud -e n h o v e - K a 'I e r $ i, all,so jedenfalls eines Berufenen, dem erst die Nachunisturzära (beit GrUfmrtitzÄ genommen hat. Der hochgeborene Verfasser hätte gewiß auch ohne seine Dem-obilisienmg nicht mvders geschrieben. Erzie-Hirng, vielseitiges Wissen und scharfe Beobachtungsgabe mußten ihn gegen jenen hochmütigen Dünkel schuhen, lder den Kavalier aatf den Plebejer im Mg eine inen nnd lden Inden besonders verächtlich herabs-ehen läßt. CoUdenhove-Kalergi hat ein scharfes Auge, -ein gevadezn künstlerisches Enrpfiuden für die Wiedergabe der Gestalten, die er zeichnet. Ihm ist Adel und edel ethyrnologisch gleichbedeutend und von solchem Standpunkte muß er dem Goistesadel die gleiche Berechtigung wie dem Blutadel zubilligen. Ja, er läßt neben der Aristokratie auch die Plutokratie gelten, weil ihre Angchorigen jene Eigenschaften besitzen, die zur Hauptsache den Adel bedingen. Ihnen allen aber wird, weil sie in der Atmosphäre des Hofes, im Dienste des Kapitalismus und Militarismus versumpften und verkümmerten, der unvermeidliche Untergang prophezeit. Mit aller Unbefangenheit' stellt sich der gräfliche Verfasser zu den führenden Männern des Bolschewismus. Am interessantesten sind des Autors Anschauungen über das Judentum in seinen Beziehungen zum Zukunstsadel. Weit entfernt von den Apologeten dieser Rasse, von denen zwölf aus sin Dutzend gehen und alle Binsenwahrheiten zum besten geben, sagt vr: „Hanptträger des korrupten wie des inetegeren Hirnadels, dies Kapitalismus, Jonrnalisnrus und Literatentums, sind Juden. Die Ueberlegenheit ihres Geistes prädistintiert sie zu einem Hauptsaktor zukünftigen Adels. Ein Blick in diie Geschichte des jüdischen Volkes erklärt seinen Vorsprung -im Kampf um die Mcnschheitssührung. Vor zwei Jahrtausenden war das Judentum eine RMgiionsgemeinschaft, zusammengesetzt aus ethischreNgiös veranlagten Individuen aller Nationen des antiken Kulturkveiises, mit einem national-hebräischen Mittelpunkt in Palästina. Damals war bereits das Gemeinsame, Verbindende und Primäre nicht die Nation, sondern die Religion. Im Laufe des erstell Jahrtausends unserer Zeitrechnung traten in diese Glaubensgemeinschaft Proselyten aus -allen Völkern ein, zuletzt König, Adel und Volk der mongolischen Chazaren, der Herren Südrußlands. Bon da an erst schloß sich die jüdisch« Rekigionsgemeinschast zu einer künstlichen Volksgemeinschaft zusammen und gegen alle übrigen Völker ab. Durch unsagbare Verfolgungen versucht seit einein Jahrtausend das christliche Europa das jüdische Voll auszurotten. Der Erfolg war, daß alle Juden, die willensschwach, skrupellos, opportunistisch oder skeptisch waren, sich taufen ließen, um dadurch den Qualen endloser Verfolgungen zu entgehen. Anderseits gingen unter diesen vielfach erschwerten Lebensbedingungen alle Juden zugrunde, die nicht geschickt, >klug und erfinderisch genug mären, den Daseinskampf in dieser schwierigsten Form zu bestehen. So ging schließlich aus all -diesen Verfolgungen eine kleine Gemeinschaft hervor, gestählt durch heldenmütig ertragendes Martyrium für die Idee und geläutert von allen tvillensschwachen und geiftesarmen Elementen. Statt das Judentum zu vernichten, -hat es Europa wider Willen durch jenen künstlichen Ausleseprozeß veredelt und zur Führerrmition der Zukunft erzogen. Kein Wunder also, daß dieses Volk, dem Ghetto-Kerker entsprungen, sich zu einem geistigen Adel Europas entwickelt. So hat eine gütige Vorsehung Europa in dem Augenblick, als -der Feudaladel verfiel, durch die Judenemanzipation eine neue Adelrasse von Geistes Gnaden geschenkt. Nicht das Judentum ist der neue Adel, sondern -das Judentum ist der Schoß, aus dem ein neuer, geistiger Adel Europas hervorgoht. Eine geistig-urbane Herrenrasie ist in Bildung; Idealisten, geistvoll und feinnervig, gerecht und überzeugungstveu, tapfer wie der Feudaladel in seinen besten Tagen, töte Tod und Verfolgung, Haß und Verachtung freudig aus sich nehmen, um die Menschheit sittlicher, geistiger, glücklicher zu machen. Die jüdischen Helden und Märtyrer der oft- und mwtteleuvopärschen RevolMon stehen an Mut, Ausdauer und Idealismus den mchtjüdischen Helden des Weltkrieges in nichts nach — während sie dieselben an Geist viÄsach überragen. Das Wesen -dieser Männer und Frauen, die es versuchen, die Menschheit zu erlösen und zu regenerieren, ist eine eigentümliche Synthese religiöser und politischer Elemente -von heroischem Märtyrertum und geistiger Propaganda, revolutionärer Tatkraft und sozialer Liebe, von Gerechtigkeit und Mitleid. Diese Wesenszüge, die sie einst zu Schöpfern der christlichen Weltbewegung gemacht haben, gellen sie heute an die Spitze der sozialistischen. Mt diesen beiden Erlösungsversuchen geistig-sittlichen Ursprungs hat das Judentum die enterbten Masien Europas reicher beschenkt, als irgendein zweites Volk. Wie denn auch das moderne Judentum durch seinen

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