Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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— 14 — Rechenaufgaben zum Dienstag gegeben und jeden Donnerstag Abschriften aus Junker's Handbuch gemeinnütziger Kenntnisse aufgegeben, um Aufmerksamkeit im Copiren^), Fertigkeit im Richtig- und Festigkeit im Schön-Schreiben zu bewirken. Mosche arbeitete 1806, wie erwähnt, folgenden Lehrplan für die nunmehr zweiclassige Schule aus: I. Cl. N. Cl. Moral............... 2 2 Hebräisch: a) Grammatik......... 2 2 b) Bibel und Uebersetzen der Gebete . 7 7 Deutsch: s.) Grammatik......... 3 2 d) Lesen........... 2 5 e) Styl........... 2 — Französisch.............. 5 4 Rechnen............... 3 2 Geschichte.............. 2 1 Geographie............. 3 2 Naturgeschichte............ 2 2 Schönschreiben............ 5 5 Jüdisch Schreiben........... 4 4 Zeichnen.............. 4 4 Singen............... 3 3 Bemerkenswerth ist die scharfe Sonderung des deutschen Unterrichts in Grammatik, Lesen, Styl und daß — was schlimmer D — der so zerrissene deutsche Unterricht, gewiß ohne Mosche's Einwilligung, in derselben Klasse verschiedenen Lehrern übertragen wurde. Auf die Berufung der Lehrer (Die hl und Levy ausgenommen) nahm Mosche, wie bereits bemerkt, keinen Einfluß. Das System der Fachlehrer war durch die Natur der Verhältnisse gegeben: für Französisch wurde Du Chatel, für Rechnen Flaschin^), für Zeichnen Böhmers, für deutsche Calligravhie Bretten heim er, für jüdische Neugaß, im Ganzen also für 16 Schüler 7 Lehrer angestellt. Freilich als Heß im October 1806 für Levy eintrat, wurde ihm zur Pflicht gemacht, „so viel Unterrichtsstunden zu ertheilen, als es nach den jedesmaligen Umständen für nothwendig befunden wird und zwar hauptsächlich in: a) Moral, k) Geschichte, e) Naturlehre und Naturgeschichte, ä) Geographie, e) hebräische und k) deutsche Sprache, g) Verstandesübungen und Singen, sowie d) überhaupt was ins wissenschaftliche Fach einschlägt, zu unterrichten ^), allein im Wesentlichen ging man doch auf Fachlehrer aus.!) Die „Copie" spielt heute noch eine große Rolle in unserer Schule! 2) In einem 1807 in der Sulamith Jahrg. I, Bd. 2, S. 136 mitgeteilten Berichte heißt es von Flafchin: „ein durch sein Werk: Ueber Buchhaltung rühmlichst bekannter Mann, der eine ganz eigene Methode im Rechnen hat, die allgemeinen Beifall findet". 3) „Ein bekannter Maler, der lange Zeit in Rom war." Sulamith 1. o. Er wirkte als Lehrer an unserer Schule bis 1830. S. Heß: Die Bürger- und Realschule 2c. S. 36. 4) Heß bezog dafür und für die Direction, die er mit Diehl und später mit Molitor theilte, neben freiem Logis, Holz und Licht, 550 fl. jährlich (400 fl. für Unterricht und 150 fl., weil er gewisse Funktionen des „Unterlehrers" mit übernahm). Daher lesen wir auch im Jntelligenzblatt vom 10. October 1809 folgende Anzeige: „Dem verehrungswürdigen Publikum hat der Unterzeichnete die Ehre anzuzeigen, daß er in den Stunden, welche seine Berufsgeschäfte ihm übrig laffen, im Rechnen und Vuchhalten sowohl als in Geographie und Geschichte in und außer dem Hause Unterricht ertheilt. M. Heß, Oberlehrer am jüdischen Philanthropin (auf der Schäfergafse)".