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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1869-01-01 · 1869 · page 10

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089694--0096-3519202
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— 11 — scription, weit über die Grenzen der hiesigen israelitischen Gemeinde verbreitet wurde und zahlreiche Subscriptionen auch Auswärtiger veranlaßte. Geisenheimer entwickelte auch hier, im Herbeischaffen der Geldmittel eine große Rührigkeit). Je nach den vorhandenen Mitteln wurden neue Zöglinge aufgenommen; zu sechs hiesigen armen Kindern nahm man immer ein siebentes fremdes. Im Ganzen waren bis zum August 1805 achtzehn Knaben aufgenommen, unter diesen befanden sich schon zwei zahlende. Bereits im October 1804 war statt Lambert, der freiwillig zurücktrat 2), ein Lehrer Levy aus Frankfurt a. O. angestellt, ein tüchtiger Pädagoge. Schon damals erwies sich das Schulzimmer zu klein, man bezog im römischen König in der Allerheiligengasse zwei Zimmer. Die Knaben wurden uniformirt; auch die zahlenden Schüler mußten die gleiche Kleidung tragen. Es wurde noch ein Lehrer der französischen Sprache, ein anderer für Naturgeschichte angestellt. Das Institut gewann eine immer festere Gestalt, es erwies sich als lebensfähig ^) und nun konnte man daran gehen, es unabhängig von anderen Schulen hinzustellen, es „gemeinnützig und aus sich selbst bestehend zu machen." Eine neue Schule einzurichten und zu beaufsichtigen, hielten sich aber die Vorsteher des Philanthropin nicht für fähig, sie veranlaßten daher, daß von den Subscriventen drei wissenschaftlich gebildete Männer: Flasch in und die Aerzte vr. Goldschmidt und vr. Oppen heimer gewählt wurden 4). Aber die studierten Herren Directoren waren bald „zu sehr beschäftigt" und überließen die Leitung sämmtlicher Arbeiten auf einige Zeit den wackeren Vorstehern, welche „zur Ausführung dieses großen und guten Werkes mit dem als Pädagogen rühmlichst bekannten Conrector des hiesigen Gymnasiums, Mos che, in Verbindung traten." „Dieser edle Mann fand sich gleich bereit gratis, aus Menschenfreundlichkeit, sich der Arbeit Zu unterziehen." In wiederholten Conferenzen mit den Vorstehern des Philanthropin entwarf er einen Lehrplan für eine zweiklassige Schule, in welcher neben allen Zweigen des Elementarunterrichts auch das Französische und in ausgedehnter Weise das Hebräische gelehrt werden sollte. Auf seine Empfehlung wurde der an der Musterschule beschäftigte Lehrer Diehl als Hauptlehrer angestellt, er sollte wöchentlich 22 Unterrichtsstunden geben und die Aufsicht über alle Lehrer haben, es wurde ihm deßhalb eine Wohnung im Schulhause angewiesen. Neben ihm sollte der von Mosche sehr geschätzte Lehrer Levv seine Lehrtätigkeit fortsetzen. Auf die Berufung der anderen Lehrer übte Mosche keinen Einfluß; es wurden deren noch fünf angestellt. Die Oberaufsicht sollte eine Schul- Comnüssion führen, bestehend aus dem Conrector Mosche, den drei bereits erwähnten Directoren und den beiden Vorstehern Geisenheimer und Kulp. Er benutzte seine Stellung im Rothschi ld'schen Haust, um zunächst von den Mitgliedern dieser Familie, dann auch, wie es scheint, von Geschäftsfreunden und Gesinnungsgenossen in Carlsruhe, Elberfeld, Düsseldorf, Amsterdam, Berlin zc. Beiträge zu erhalten. Auch die Leute, welche zur Messe herkamen, wurden herangezogen. Unter den Subscribenten erscheinen die Väter von Heine und Börne und im I. 1611 hat „Or. Ludwig Baruch" (Börne) eigenhändig eingezeichnet. — Noch eine Spende sei erwähnt, die mehr wiegt, als die Gaben der Reichen. Der arme, unglückliche Magister Klitsch er (er suchte und fand einige Jahre später seinen Tod in den Fluthen der Neiße), schenkte bei seiner Abreise von Frankfurt den Schülern des Philanthropin ein halbes Dutzend Reisfedern. 2) Er wurde später Aravä-raddiv. und Lehrer an dem jüdisch-theologischen Seminar zu Metz. ») Von allen ausgenommenen Schülern war, während der ersten zwei Jahre, nur ein einziger ausgerreten, jener Weintraub, der die Veranlassung zur Gründung des Philanthrovin's gewesen war und der schon im October 1804 wegen seines schlechten Betragens entfernt werden mußte. 4) Es wurde überhaupt eine „neue Constitution" für das Philanthropin berathen und Zum Abschluß gebracht; ich habe jedoch die betreffenden Protocolle und die Constitution selbst bis jetzt nicht auffinden können.

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