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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1869-01-01 · 1869 · page 2

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089694--0088-3519194
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Aus geringen Anfängen hat unsere Schule sich zu einer umfangreichen, für weite Kreise wichtigen Bildungsanstalt entwickelt. Ursprünglich für den Unterricht und die Erziehung einiger armen Kinder bestimmt, hat sie nach und nach ihren Wirkungskreis erweitert und über den bei weitem größten Theil der Jugend der hiesigen israelitischen Gemeinde ausgedehnt. Früh schon hat sie auch das Vertrauen unserer christlichen Mitbürger sich erworben und neben der Jacobsonschule in Seesen ist sie die einzige größere jüdische Schule Deutschlands, in welcher seit einer langen Reihe von Jahren zahlreiche christliche Zöglinge die Grundlage ihrer Bildung empfangen. Ueber den Kreis der Gemeinde und der Stadt hinaus hat sie eine Anziehungskraft ausgeübt: aus allen Theileu der Welt sind ihr Schüler anvertraut worden^). Anfangs ein Privatinstitut, wurde sie bald als eiue öffentliche Schule anerkannt. Nur vorübergehend ist sie aus den Mitteln des Staates unterstützt worden: seit sechs und fünfzig Jahren hat sie aus sich selbst, mit verhält niß mäßig geringen, aber immer mit großer Liberalität gewährten Zuschüssen Seitens der israelitischen Gemeinde für alle Zweige des Unterrichts reichlich gesorgt und, wesentlich sich selbst überlassen, unter der sorgsamen, umsichtigen Aufficht einer aus Gemeindemitgliedern zusammengesetzten Behörde, sich einen ehrenvollen Platz neben den besten Schulen dieser Stadt errungen und behauptet. Wie dies geschehen, ist nun wohl der Betrachtung werth, und wenn irgendwo, so mag es gerade bei uns angemessen sein, von der Geschichte der Schule in dem Schulprogramm zu reden, dessen nächste Bestimmung ja ist, von den Eltern der Schüler und Schülerinnen gelesen zu werden. Denn in regem, vertrauensvollem Verkehr stehen bei uns von jeher die Schule und das Haus: wir haben in Wahrheit eine Schulgemeinde. Zum großen Theile haben die Eltern und Großeltern unserer Zöglinge einst selbst dieser Schule angehört, und sie hören gern von der Vergangenheit der Schule, die eng verknüpft ist mit den Erinnerungen ihrer Jugend, die sie selbst besucht und die sie dann wieder betreten haben, um ihre Kinder dahin zu führen. Mir lag es, indem ich aus der Ferne, mit den Verhältnissen unbekannt, an die Spitze dieser Schule berufen wurde, nahe, mich mit den Bedingungen und Umständen bekannt zu machen, denen dieselbe Ursprung und Gedeihen verdankt. Ich durfte hoffen, dabei auch — was nicht minder wichtig ist — die Wurzel etwaiger Mißstände, welche der Schule die Lösung ihrer Aufgabe erschweren, zu entdecken und dadurch leichter die richtigen Mittel zu ihrer Beseitigung zu finden. Noch jetzt wird unsere Schule von zahlreichen auswärtigen Schülern besucht, darunter viele Ausländer: aus Amsterdam, Rotterdam, London, Belfast, Paris, Havre, Florenz, Trieft, Pest, Constantinopel, Oran und aus verschiedenen Städten der Schweiz und der Vereinigten Staaten Nordamerikas.

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