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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-02-01 · 6 (2.1933) · p. Seite 148

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
6 (2.1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 148 (sequence 14)
Language
German
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Seite 148 Feier des 15. Schwat Die Gesellschaft für jüdische. Volksbildung veranstaltet Samstag. II. Februar d. J., IT Uhr. in den Räumen der Arnold Lazarus- (Toynbee-) Halle, Königswarterstraße 26. eine Chamischo Ossor bi-Schwof-Feier für die jüdische Jugend. Schüler und Schülerinnen sind dazu eingeladen. Filmvorstellung Am 5. Februar lauft zugunsten des Mädchenclnbs im Roxy-Palast um Jl Uhr früh der Kulturfilm ..Rom. die ewige Stadt" und .,Grodc. ein Küustlerleben". Karten zum Preise von 0.50. 0.75 und 1.— Rin. erhältlich im Vorverkauf: Mädchenclub, Lcftgestraße 5, Frau Clem Cramer. Fellnerstraße 7, Frau Iiene Darmstädter, Hammansf rafie 10, und an der Tageskasse. Schreibmaschine gesucht Wer stellt dem Mädchenclub für einen Erwerbslosen - Kurs unentgeltlich eine Schreibmaschine zur Verfügung? Winterhilfe-Lotterie Der Preußische Wohlfahrtsminisier hat am 10. November 1932 die Veranstaltung der 25. VolkswTohl-Lotterie zugunsten der Winterhilfe genehmigt. Der Reinertrag dieser Lotterie soll Verwendung finden zur Unterstützung Notleidender im Sinne der Winterhilfe. Die jüdische Wohlfahrtspflege ist an der Winterhilfe-Lotterie außerordentlich stark interessiert, da ihr der Erlös aus allen durch ihre Organe verkauften Lose restlos zufließt. Die jüdischen Wohlfahrtsstellen, die sich am Losvertrieb beteiligen, dürfen von jedem verkauften Los — Preis 1 Rm. — 50 Pfennig für ihre Wohlfahrtsarbeit im Rahmen der Winterhilfe einbehalten. Der Rest von 70 Pfennig ist an die Zentralwohlfahrtssiclle der deutsdien Juden abzuführen, die diese Beträge insbesondere für die Unterstützung der Wohlfahrisarbeit leistungsschwacher Kleingcmeinden zu verwenden beabsichtigt. Die Zentralwohlfahrtssiclle richtet den dringenden Ruf an alle jüdischen Gemeinden und Wohlfahrtseinrichtuiigen, diese außerordentlich günsiige Gelegenheit zur Ergänzung ihrer knappen Mittel im Wege des Losvertriebs nidit vorübergehen zu lassen, sondern baldigst Losbestellungen zum kommissionsweisen oder festen Verkauf an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutsdien Juden, Berlin- Charlottenburg 2. Kantsirafic 15S. zu richten. Freiwilliger Arbeitsdienst und Selbsthilfe der jüdischen Jugend In Berlin trat unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Lilienthal kürzlidi die A r b e i t s g e m e i n s dl a f t für F ü r s o r g c f r a g c n zu einer zahlreidi besuditen Beratung zusammen. Anwesend waren außer den Vertretern aller Mitgliedsorganisationen audi solche derjenigen Gemeinden, weldie an den praktischen Arbeiten, die den 'Hauptgegenstand der Tagesordnung bildeten, besonderen Anteil haben. Iis sind dies die Gemeinden: Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., H a in bürg und Leipzig. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden gab Dr. K r e u t z b c r g c r in Ergänzfing seines umfassenden, in der Zeitschrift ..Jüdisdic Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" (August-September-Heft) erstatteten Berichts und an der Hand der wichtigsten neueren Literatur einen U e b e r b I i ck über den gesamten gegenwärtigen Stand des Freiwilligen Arbeitsdienstes: Dr. Kreutzberger sdiiofi sidt nodi einmal erneut nadidrücklidi denjenigen Schriftstellern an, die unter klarer Ablehnung <'inrr nach militä risdien Vorbildern einzurichtenden Zwangsoiganisation in dem Freiwilligen Arbeitsdienst eine produktive Arbeitserziehung sehen wollen, wobei besonderes Gewicht auf die jugciidpflegerischen und jugendfürsorgi'iischen Werte, zu legen ist. Es wurde sodann die Reditslage dargestellt und die außerordentlidie Erweiterung, die der Freiwillige Arbeitsdienst sowohl in persönlicher wie in sachlicher Beziehung inzwischen erfuhren hat; eine Erweiterung, der nur leider finanzielle Grenzen gesetzt sind. Im Vordergrund steht die Förderung der in A r b e i t s i a g e r u unfergebraditen Teilnehmer; nur ausnahmsweise sollen sonstige Bestrebungen gefördert werden. In neuerer Zeit wird vor allem — und das ist audi vom jüdisdieii Standpunkt von besonderer Bedeutung — in Anknüpfung an Vorschläge von Führerinnen der sozialen Frauenarbeit der Frage des Freiwill i g e n A r l> e i 1 s: d i e n s t e s für M ä d dl e n größte Aufmerksamkeit zugewendet. Tis wurden hierüber besondere Rcichsrichllinien erlassen, aus denen das folgende hervorgehoben sei: Nach dem gegenwärtigen Stajid der Erfahrung werden ..Dienstleistungen für Hilfsbedürftige" — die selbstverständlich gemeinnützig und zusätzlich sein müssen — als der besondere Inhalt des Arbeitsdienstes der Frau angesehen. Besonderer Wert wird auf die sozialpädagogisdic Ausgestaltung mit Hervorhebung der Bedeutung der Freizeiten, vor allein auch der Gruppcugemeinsdiaft, gelegt. Audi liier sollen in erster Reihe Arbeitslager gefördert werden, bei denen naturgemäß die Fragen der Führerinnen ihre besondere Wichtigkeit besitzen. Als weitere Sonderfrage wurde die Anwendung des Freiwilligen Arbeitsdienstes auf die S t u d e n i e n in Form des sog. W e r k - ja h res dargestellt. Wenn auch hier, schon aus finanziellen Gründen, kaum mit der vollen Verwirklichung mancher Pläne zu rechnen',ist, so wird dodi, bei dem verhältnismäßig großen Anteil der jüdischen Jugend an der Zahl der Studierenden jedem praktischen Ergebnis in dieser Frage vom jüdischen Standpunkt .größte Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. — Nach ergänzenden Ausführungen von Dr. Georg L u b i n s k i (Reichsaussdiuß der jüdischen Landesverbände), der besonders die Aufgaben hervorhob, die der organisierten und unorganisierten jüdischen Jugend auf dem Gesamtgebiet gestellt sind, kamen vor allem die Aerlrcler der bisher eingerichteten und in der Durchführung befindlichen jüdisdien Freiwilligen Arbeitsdienste zu Wort. Zunächst schilderte F o 1 - in u n n - L c i p z i g die dortige Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes, die sowohl männliche Jugendliche (vor allem Bodenarbeiten), wie auch weibliche Jugendliche (Nähstube. Kochen und Haushaltung) umfaßt, und der Kurse zur geistigen Schulung angegliedert sind: Sodann gab M o ch - N e u e n d o r f eine eingehende Darstellung des größten jüdisdien Arbeitsdienstes im La n.d werk N e u e n d o r f bei F ü r - stenwaldc (das im wesentlichen zusützlidien landwirtsdiaftlichen Meliorationsarbeiten dient). Turnen und Gymnastik, sorgfältig gegliederte Kurse zur geistigen Schulung ergänzen die Arbeit, die sich bisher voll bewährt hat. Dr. B e r g e 1 - F r a n k f u r t a. M. berichtete von den in 'Frankfurt unternommenen Versuchen. Frau Falke nberg-Bcrli-n legte Ziele und Stand des in Fangsdileuse bei Erkner von der Ortsgruppe Berlin des Jüdisdien Frauenbundes eingerichteten Freiwilligen Arbeitsdienstes für Mädchen dar (im wesentlichen Näh- und andere Instandsetzungsarbeit für die Winterhilfe, verbunden mit mannigfachen Kursen). Sodann gab Frau Dr. M e y e r - W e d e 1 1 - H a m b u r g , die auf Veranlassung der Deutsch-Israel. Gemeinde in Hamburg anwesend war, eine umfassende Darstellung der besonders beachtlichen, bereits weitgehend durchgeführten Einrichtung des jüdischen Freiwilligen Arbeitsdienstes für männliche und weibliche Jugendliche in Wilhelm i n e n h ö h e bei H a m b u r g (die männlichen jugendlichen werden in landwirtschaftlicher und gärtnerischer, die weiblichen in allen Formen der Hausarbeit beschäftigt). Auf die körperliche Pflege, Turnen und Gymnastik, auf Kurse zur geistigen Ausbildung, vor allein auch auf Musik, wird größter Wert gelegt. Schließlich berichtete Direktor Glaser- Breslau in einem Ueberblick über die im Zusammenhang mit den Jugendorganisationen im Gange befindlichen Bestrebungen in Breslau. Im übrigen befaßte sich die Ausspruche eingehend mit den Möglichkeilen einer weiteren Ausdehnung des jüdischen Freiwilligen Arbeitsdienstes. Es bestand der allseitige Wunsch, daß eine solche nach Möglidikeit angestrebt werde. Dabei fällt der Hauptslelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise der Ausarbeitung und Durchführung der sachlichen Projekte, dem Reichsausschuß der jüdischen Jugeudverbündc die Heranziehung der arbeitslosen jüdischen Jugend und die jugcndpflegerisdie Betreuung zu. Ueber den weiteren Verhandlungsgegenstund .,S e 1 b s t h i I feil e s t r e b u n g e n der j ü d i s ch e n J u g c n d" berichtete eand. med. Hans J a e o b - B e r 1 i n. Aus seinem Bericht ergab sich, daß die Berliner Selbsthilfe — ein Zusammenschluß junger erwerbsloser jüdisdier Handwerker — zwar keinen sehr großen Umfang besitzt, dal! sich aber das Prinzip der Selbsthilfebestrebungen in den verschiedensten handwerklidien Bertifsgruppen durdiaus bewährt hat. Voraussetzung für diese Selbsthilfetätigkeit ist in besonderem Maße die Führung der Gruppe und die Begründung und Erhaltung persönlichen und wirtschaftlichen Gemeinschaftslebens. In der Aussprache wies A d 1 e r - 11 u d e 1- Berlin u. a. auf die große Bedeutung der Einrichtung von Wohngenieinsdiaften hin, die sidi auch als wirksames Mittel gegen die schweren Gefahren des Schlafstellenwesens bewährt hätten. In der Ausspruche wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, eine. Klärung der heute noch weitgehend unbekannten soziologischen und psychologischen Bedingungen, unter denen die jüdische Jugend in den größeren und initiieren, besonders aber audi in den Klein- und Landgemeinden lebt, in systematischer Weise anzuregen und durchzuführen, worin eine besondere Aufgabe und Möglichkeit der Arbeitsgemeinschaft liege. Des weiteren wurde die Möglichkeit besprochen, ähnliche Selbsthilfezusuuinienschlüsse wie in Berlin, audi in anderen Großgemeinden ins Leben zu rufen. Achawa Zu Ende des abgelaufenen Jahres fand eine V e r w a 11 u n g s - a u s s e h u ß s i t z u n g der Achawa statt. Der erste Vorsitzende, Herr Oberlehrer E. Gut, erstattete einen Bericht über die Tätigkeit ides- Vereins im abgelaufenen Jahre. Der Verein hat durch den Tod seines zweiten Vorsitzenden, des Herrn Julius Goldschmidt, der dieses Ehrenamt seit Jahrzehnten imie hatte, einen schweren Verlust erlitten. Herr Bankdircktor Emil Simon berichtete über die Finanzlage. Er gab bekannt, daß zur Ausschüttung der Jahresquolen ein Betrag von M. 2600.— zur Verfügung stehe. Eine Reihe Bezugsberechtigter haben durch Yerzichtleistung auf ihreu Anteil dem Vorstand die Möglichkeit gegeben, eine Anzahl Witwen, die ein besonders geringes Einkommen' haben, etwas reichlicher zu bedenken. Die Kasse ist von den Herren " Julius Kaufmann und Dr. Ernst Kahu geprüft worden. Irgendwelche Beanstandungen haben sich nicht ergeben. An der Höhe der Mitgliedsbeiträge wurde nichts geändert. Für Ehrenmitglieder beträgt der Mindestjahresbeitrag M. 6.—, für aktive Mitglieder M. 4.—. Die aktiven M i t'g 1 i e - der werden dringend gebeten, ihren Beitrag für 1953 ohne weitere Aufforderung auf das Postscheckkonto der Achawa, Pensions- und Hilfskasse israel. Lehrer Deutschlands, Nr. 47452 Frankfurt a. M., einzuzahlen. — Aufragen beantwortet der Sdiriftführer. der Achawa, Herr Studienrat Walther Rothschild, Hammanstraße 5. \

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