Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 43 (3.11.1911)
- Date
- 1911-11-03
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43. Franffurter FsraMisches FamrlienblM Eeüe 11. derts" (Freudenthal-Nürnberg), Antrag auf Wahl einer Friedenskommission (Bloch-Posen), Besprechung ehegesetzlicher Fragen (Bogelstein-Königsberg), Eventuelle Anträge. s. Neu-Ttrehlttz. Landesrabbiner Dr. I. Hamburg e r ist — 85 Jahre alt — verschieden. Sein Hauptwerk ist die dreibändige „Reaenzyklopädie des Judentums." Außerdem erschien 1859 von ihm das Sammelwerk „Geist der Hagada". Wie«. Jecheskel Wittmann, der Oberkantor der Schissschul, einer der hervorragendsten Repräsentanten des altjüdischen Chasonus, hat seine Pensionierung ei «gereicht. AuS den Vereine«. Frankfurt a. M. Vereinigung zur Pflege von Literatur und Geselligkeit. — Vorigen Donnerstag eröffnete die Vereinigung ihre diesjährige Wintertätigkeit unter der literarischen Leitung ihres Dozenten Pr ofessor Dr. I. A. B y n d i mit der Lektüre von Ludwig Anzengruber's Drama: „Der Meineidbauer". Die in großer Anzahl erschienenen Mitglieder — der Verein umfaßt bereits über 100 — zeichueten die Begrüßungsansprache des Ersitzenden Martin Feist, sowie die Herren Edwin Frank, Ernst Pessel,' Schwarzschild und Rosenthal, die das Drama durch verständnisvollen Bortrag zur guten Wirkung brachten, mit aufrichtigem Beifall aus. — Ein den Mitgliedern der Vereinigung kürzlich zngegangenes Rundschreiben weist besonders darauf hin, daß in diesem Winter nicht nur, wie bisher, die dramatische, sondern auch die erzählende Dichtung und die Lyrik gepflegt werden soll. Außerdem plant die Vereinigung für den Monat Januar die Veranstaltung eines Aufführungsabcnds, für dessen Leitung Hugo Werner-Kahle vom Frankfurter Komödienhaus verpflichtet wurde. Es wird voraussichtlich ein in Frankfurt noch nicht gegebenes Lustspiel Otto Erich .Hartlebens zur Aufführung gelangen. Frankmrt a. M- Wenn wir das Programm des hiesigen Vereins für jüd. Geschichte undLiteratur mit dem der anderen gleichartigen Vereine Deutschlands vergleichen, dann dürfen wir mit Genugtuung feststellen, daß dev hiesige Verein einer der bestgeleiteten Deutschlands ist. Bereits im vorigen Winter hatte unser Frankfurter Verein sein Verständnis für die Ergebnisse der Ausgrabungen im Laude der Bibel durch Rabb. Dr. Werners Vortrag Wer das „Gesetz des Hammurabi" bekundet, uitb seine diesjährige Wiuterarbeit hat er nun gestern mit einen: Vorträge Landrabbiners Dr. D o et or-Cassel Wer das Thema „Aus Kanaans Urzeit" begonnen. Wer da weiß, daß die erst nach 1890 auf kanaitischem Boden begonnen Ausgrabungen bis jetzt nur in gelehrten Zeitschriften und Büchern ihren Niederschlag gefunden hWen, trotzdem sie für die geschichtliche Wahrheit der Bibel das glänzendste Zeugnis sind uW deren Verständnis in ganz hervorragender Weise erhöhen, der wird begreifen, welch' große Verdienste gerade die jüdischen Literaturvereine sich durch die Verbreitung der Resultate dieser Ausgrabungen in ihrer Bedeuttmg für die Bibel erwerben können und wird .es anerkennen, daß unser Frankfurter Verein den anderen Literaturvereinen mit gutem Beispiele vorangeht. Der Vortrag Dr. Doctors, der durch Lichtbilder unterstützt wurde, bot eine Fülle von Material und wurde von dem wohl an 400 Köpfen zählenden PWlikum mit einer Aufmerksamkeit entgegengenommen, die ein spannerrdes Interesse verriet. Redner zeigte anschaulich, wie die AusgrWungen vor sich gehen, und mit welchen Methoden bei der Beurteilung der Funde gearbeitet wird. In Kanaan sind es in der Regel langgestreckte Hügel, unter denen das Kulturleben von Jahrtausenden vergraben ist. Acht Bauschichten übereinander finden sich meist vor, und die achte Bauschicht reicht bis zur Urzeit des Menschengeschlechtes zurück. Die ganze Bibel wird hier rekonstruiert. Auch diese Rekonstruierung brachte Redner den Zuhörern zur plasttschen Gestaltung. Frankfurt a. M. „Talmud-Tbora-Berein". Die Thillim-Vorträge des.Herrn Rabbiners Dr. Nobel beginnen Sonntag, den 12. November. Fronkfurt a. M. Dem 14. Jahresbencht des Jsr. Zentral-Waisen- und Mädchenheim zu Bad Ems entnehmen wir, daß die Einnahmen an Jahresbeiträgen, Spenden re. 15 964 JL, an Pflegegeld, Schulgeld :c. 2440 JL und an Zinsen 7210 JL betrugen und daß im Laufe des Jahres von den 30 Zöglingen 6 entlassen werden konnten. Frankfurt a. M. In der Jüd Frauen. Vereinigung schilderte Dr. Biberfeld -Berlin einen Tag aus dem Leben der baby- ' lischen Hochschulen. Es war der letzte Tag des Adar in einem Jahre des'10. Jahrhunderts, an dem uns der Redner in die Hochschule führte. Nur während der Monate Adar und Ellul tagten diese Versammlungen. Der geniale, gewaltige Saadia, war damals das Haupt der Hochschule in Sura. Um ihn saßen die 72 Mitglieder des obersten Gerichts, dann die anerkannten Gelehrten, und in der Vorhalle standen zu Hunderten die Schüler. Wir. hören ein geistreiches Referat Wer eine Gesetzesbestimmung, sind Ohrenzeugen von Gerichtsverhandlungen und der Beantwortung von Anfragen rc. Frankfurt a M. Jwriah — Anmeldungen zu einem neuen Ansängerkurfns wolle man an das Franks. Israel. Familienblatt gelangen lassen. Frankfurt a M Der Zenlratverern israel. Gemeindemitglieder hatte eine gut besuchte Mitgliederversammlung, die sich in eingehender Weise mit dem Entwurf eines neuen Gemeindestatuts beschäftigte. Berlin. Der Neue Jüdische Gemeindeverein begann seine Wintertätigkeit mit einer Versammlung, in der Dr. Zwirn und Dr. L ö w y Wer die Vorgänge im Judentum im letzten Jahre referierten. Erörtert wurden die Vorgänge auf dem Gemeindetage unb die hohe Bedeutung, die das vom N. I. G. V. geforderte Proportionalwahlrecht für die Wahrung der Rechte der Minorität hat. Der Einfluß der Bestrebungen des Gemeindevereins aus die Gemeinde lassen sich nicht verkennen. Das geforderte Gemeindeblatt erscheine: Daß die Gemeinde nicht nur Verwaltungskörper zu sein HWe, werde anerkannt. Das Proportionalwahlshstem sei einer freilich schon seit dem 15. Februar eingesetzten Kommission, von deren Arbeiten man noch nichts Wetter gehört habe, als Anregung mit auf den Weg gegeben. Zwei neue Synagogen würden gebaut. Bedauerlich sei, daß man von den Arbeiten der Seelsorgekommission nichts höre. Was vor allem Wer nötig tue, sei eine Erneuerung des jüdischen G e i st e s. Es sei ein Unding, wenn die Gemeinde von Männern geleitet werde, die als leitende Persönlichkeiten in der Reform-Gemeinde den ZustaW duldeten, daß ein Prediger, dessen Kinder getauft seien, amtiere. Der Gemeindeverein mit dem Ziel, jüdisches Leben zu wecken und jüdische Anhänglichkeit zu erhalten, habe noch ein unabsehbar weites Arbeitsfeld. Seinem Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Klee, gehöre der aufrichtige Dank aller Einsichtigen dafür, daß er auf dem Gemeindetage — bei allem Entgegenkommen in der Form — zuerst sich dagegen gewandt habe, daß durch einen Peers- Schub die radikalen Tendenzen die Uebermacht erhielten und von der so zurechtgestutzten Majorität ein Jugendgesetz angenommen wurde, welches die Zustimmung der Gesamtjudenheit Deutschlands niemals finden könne. In der weiteren Diskussion wurden eine Reihe pädagogischer Fragen erörtert. Auch wurde die Frage gestreift, wie es möglich sei, den übermäßig hohen Preisen des koscheren Fleisches ein Ende zu machen. Lebhaft bedauert wurde auch, daß die Anregung des konservativen Repräsentanten Lewinski auf Schaffung einer Seelsorgeorganisation Ernst Hilbing Uhrmacher and Juwelier, Frankfurt a. M. 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