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Neue jüdische Presse · 1905-11-03 · Heft 42 (3.11.1905) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 42 (3.11.1905)
Date
1905-11-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Frankfurter Israelitisches FamÜienblatt. Nr. 42. Bunte Chronik. Die Juden in Südafrika. Schon vor alten Zeiten haben die Juden in Südafrika sich niedergelassen, und es ist jedenfalls vollständig falsch, zu behaupten, sie seien erst dorthin gekommen, nachdem die Tiamantfelder von Kimberley entdeckt waren. Stets haben sie aber eifrig für die Entwicklung des Landes ihr Möglichstes beigetrage». Abgesehen davon, das; schon int Jahre 1484 die portugiesischen Juden Abraham of Biju und Joseph Zapateire de Lomega aus Westafrika die Nachricht gebracht haben, man könne, längs der Guineaküste segelnd, Indien erreichen, haben selbst die Juden im vorigen Jahrhundert bereits für die Kultivierung des Landes viel getan. So waren die Gebrüder Julius, Adolph und James Moscnthal die ersten in Südafrika, welche die Woll- und Fellindustrie in Südafrika einführten. Auch der Handel mit Angorawolle, welche jetzt noch in großen Massen aus der Kapkolonie importiert wird, hat dieser Firma seine Entstehung zu verdanken. Aaron und TauicI de Paß zählten zu den ersten Pionieren des Namaqualandcs. Dieselben waren auch eine ganze Reihe von Jahren die ersten Rheedcr in Kapstadt und standen daselbst. an der Spitze der Segelschiffcrci und der Fischerei-Industrie. Benjamin Norden und Simon Marcus zählten zu den ersten industriellen Pionieren des Landes und haben schon im Jahre 1830 in Südafrika eine große Rolle gespielt. Daß die Jude» mit die Ersten waren, welche die Straußenzucht cingcführt haben und bei der beginnenden Diamantensuchc die ersten auf dem Platze waren, soll nur nebenbei erwähnt werden. Auch im politischen Leben spielten die Juden schon frühzeitig eine große Rolle. Julius Mosenthal gehörte schon in den Fünfziger-Jahren zum Kapparlament. Simon Jacobs war Mitglied des höchsten Gerichtshofes, sowie der exekutiven Körperschaft, worauf er von 1861—66 das Amt eines Generalswatsanwalts bekleidete. Ferner sind die Brüder Saul, Henry uiid Justice Salomon zu erwähnen, welche im 'politischen Leben des Landes gleichfalls eine hervorragende Rolle spielten. Nathaniel Jsaacs besaß schon 17 Jahre, bevor der erste Bur Natal betreten hatte, daselbst große Länderstrecken. Ebenso war Daniel de Paß Besitzer großer Zuckerplantagcn daselbst. Einige Jahre, bevor die Juden in England das Recht erhielten, als Mitglied des Parlaments gewählt zu werden, war Jonas Bergthcil Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft in Natal. Auch in der ehemaligen Oranjcrepublik haben die Juden frühzeitig eine große Rolle gespielt. So war Jsaac Bowman zweimal Oberbürgermeister von Bloemfountein und Gustav Bowman erster Geometer der Republik. Was Transvaal anbelangt, so war ein holländischer Jude, M. de Vries, 1868 Staatsanwalt in Pretoria. Daniel M. Kisch war 1875 Parlamentsmitglied und 1877—81 Generalauditor daselbst. Unvergeßlich werden endlich die großen Verdienste bleiben, die Mr. Sam Marks dem Lande während der letzten Krisis geleistet hat. Infolge der ihm von allen Seiten gezollten Verehrung hat er wesentlich, zum Zustandekommen des Friedensvertrages beigetragcn. Aber auch als Krieger haben sich die Juden in Südafrika in hervorragender Weise ausgezeichnet. So haben vierzehn Juden an dem Krieg mit den Matabele teilgenommen. Jnr Kafsernkrieg fanden Kapitän Joshua Norden und Leutnant de Paß den Heldentod. Im letzten Krieg mit den Buren kämpften die Juden bei beiden Parteien. Ta man jetzt durch die Tatsache, auf Seiten der Besiegten gefuchten zu haben, weder Ehre noch Vorteile einhcimsen kann, so wird wohl nie bekannt werden, wie viele Juden auf Seiten der Buren gekämpft haben. Dagegen weiß man, daß auf Seiten der Engländer nicht weniger als 2000 jüdische Soldaten standen. Es wohnen in der Kapkolonie 20 000, in Natal 1700, in Nhodesia 600, in der ehemaligen Oranjerepublik 1500, in den portugiesischen Kolonien 300 und in Transvaal 25 000 Juden. Es wohnen also zur Zeit zirka 50 000 Juden in Südafrika. Schuhmacherei D (I P P. BSrneplatz 23. Reparatur. Billigste Preise. Famillermachrichten. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Einen Sohn, Herrn Herm. Fränkel (Midas), Frankfurt, Kronprinzenstr. 44. Ein Sohn, Herrn Otto Landsberg (Beer), Frankfurt a. M., Feldbcrgstr. 36. Eine Tochter, Herrn Siegm. Sommer (Stettenheimer), Frankfurt a. M., Körnerwiesc 15. Ein Sohn, Herrn Louis Bachmann (Wolfsheimer), Nürnberg. Ein Sohn, Herrn Adolf Rosenthal (Kirchhcimcr), Nürnberg. Eine Tochter, Herrn Leopold Rothschild (Bing), Köln a. Nh. Eheschließungen. Sally Gvldschmidt, Frankfurt, mit Jenny geb. Blumenthal, Frankfurt. Bernhard Wolpe, Burgkundstadt, mit Helene geb. Seligmann, Köln a. Rh. Trauungen. Sonntag, den 5. November, mittags ltya Uhr, Restaurant' Scheuer, Bibergasse 13: Selma Siesel, Frankfurt, mit Hermann Noßbaum, Frankfurt. Mittwoch, den 8. November, mittags 1 Uhr, Frankfurter Konzertgarteu, Langestr. 22: Rosa Maier, Wüstenwillenroth, mit Joses Seligmann, Frankfurt- Höchst a. Nidda. Sterbefälle. Leopold Baer, Reisender, 62 I., Frankfurt, Stiftstraße 30. Sara Atayersohn, geb. Heß, 41 I.,'Frankfurt, Röderbergweg 97. Louis Sinsheimer, 47 I., Hanau. Hast du Geld mein Freund, so gell1 nach dem Siideni Vielleicht wirst du dort deinen Bronchialkatarrh mit all den leidigen Nebenerscheinungeu los. Aber laß dir sagen, daß du denselben Zweck erheblich billiger erreichen kannst: Kauf' dir in der nächsten Apotheke, Drogerie oder Mineralwasserhandlung ein Paar Schachteln Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen und gebrauche sie nach Vorschrift. 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