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Neue jüdische Presse · 1905-05-12 · Heft 18 (12.5.1905) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 18 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite lö. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 18. ShlMgai (China). Am 26. März d. I. hielt dieShanghai zionist. Association Generalversammlung ab in den Räumen der jüdischen Schule. Nach einer kurzen Gedächtnisrede für den verstorbenen Führer Dr. Herzl gab der Vize-Präs. Herr Ed. I. Esra einen Bericht über die Tätigkeit im abgelausenen Geschäftsjahr. Es entspann sich dann eine größere Debatte über die Bcrwenduiig der jährlichen Beiträge, mit denen aber nach bishcrigcin Modus weiter verfahren wird. Neu ist der Beschluß, daß die freiwilligen Gaben nur zur Erwerbung von Kolonialbank-Aktien verwendet werden sollen und ergab eine sofort veranstaltete Sammlung Lstr. 178 für diesen Zweck. Aus aller Wett. Deutsches Reich. Stuttgart, 5. Mai. In der heutigen Landtagsfitzung fragte bei Beratung des Kultus- Etats Betz (Vp.) an, welche Stellung die Regierung zu verschiäienen, ihr bereits vor 5 Jahren zur Erwägung übergebenen Wünschen bezüglich einer Aenderung der Rechtsverhältnisse der israelitischen Kirchengemeinschaften eingenommen habe bezw. einzunehmen gedenke. Minister v. Weizsäcker erwidert, der Entwurf über die Aenderung dieser Rechtsverhältnisse werde zur Veröffentlichung gelangen; wann, könne er im Hinblick auf die stark belastete Geschäftslage des Hauses jetzt noch nicht sagen. Dem Kommissionsantrag betr. die Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der Rabbiner, Lehrer und Vorsänger wird hierauf zügestünmt. Rumänien. Bukarest. Auswanderungen. Die Regierung von Cuba hat beschlossen, 10000 israäitische Familien aus Rumänien und Rußland als Arbeiter für die dortige Industrie anzustellen. Eine Kommission, bestehend aus einem Mitgliede der Auswanderungsgesellschast Herrn Dr. Ed. Silberstein und dem hiesigen.Rabbiner wurden betraut, Einschreibungen der wanderlustigen Arbeiter zu besorgen. Bis jetzt sind schon 250 Brailaer Familien notiert und wird in den anderen Städten des Landes die Einschreibung mit Eifer fortgesetzt. Personalien. Bern«. Am 6. er. feierte das Moritz Pelz'sche Ehepaar, Solmstraße 5, seine goldene Hochzeit. Herr PÄz ist namentlich in den Kreisen der Berliner Konfektion sehr bekannt. Bern«. In der Kritik über die »Große Berliner Kunstausstellung 1905" werden diesmal unter den vorhandenen wenigen guten Plastiken auch die guten Männlichen Portrait-Büsten von Bildhauer Leopold' Fleischhacker-Frankfurt a. M. lobend erwähnt. O.Der Tag" Nr. 193 von Hans Rosenhagen.) Loms« (Rußland). Der bekannte Jeschiwoh- Reis«tbe Chaim CHarin ist gestorben. Der Verblichene hatte alljährlich ca. 20000 Jk für die Lomsoer Jeschiwoh gesammelt. Stuttgart. Herr Oberpostinspektor Schloßberger, Vorstand des Postanweisungsamts, wurde der Titel Postrat verliehen. Breslau. In der geheimen Sitzung v. 27. April beschlossen die Stadtverordneten, dem Magistratsalltrage zuzustimmcn, nach welchem Herr Stadtban- Jnspektor Nathanso n deir Titel Bi a g i st ratsb a u r a t erhalten soll. Wien» 7. Mai. Unter imposanter Teilnahme sämtlicher Banken und Finanzkrcise erfolgte heute das Leichenbegängnis des Direktors des Bankvereines Moritz'Bauer. Am Sarge sprachen Oberrabbiner Dr. Güdcmaun, Vizepräsident des Bankvereins Ritter Schenk, Generalsekretär Gellimek, Direktor Stögermayer und Hofrat Kuranda. - Prag, 5. Mai. Unter der Gefolgschaft einer fast unübersehbaren Menge wurde gestern der in der Vollkraft seines Schaffens plötzlich ans dem Leben gerufene Großindustrielle S i e g m u n d Fis ch l zu Grabe getragen. Brüssel. Am 4. cr. fand in der hiesigen Synagoge )ie Vermählung des e r st e n Gesandtschafts- Sekretärs der belgischen Gesandtschaft in London, Herrn Paul May mit Fräulein Levy statt. Der Bräutigam ist ein Nesse Ludwig Bamö e r g e r s. Aus der Lehrerwett. Berlin. Herr Dr. Eduard Biberfeld ist einstimmig als Nachfolger seines Vaters zum Rabbiner desBeth- Hamidrasch gewählt worden. Falkenstein im Taunus. Am 1. Mai schied der hiesige israelitische Lehrer Thalheimer aus seiner beinahe 35 Jahre iunegehabten Stellung, uni in den Ruhestand zu treten. Seine Amtstätigkeit begann er 1855 in Hochheim am Main,, wirkte in Schierstein, Lorsbach und Camberg, um dann anfangs der 70er Jahre zunächst nach Königstein und 1875 nach Falkenstcin überzusiedekn. Karlsruhe i. Bade». Der erschienene Jahresbericht des „Naphtalie Epstein-Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer und Lehrer-Witwen im Großhcrzogtum Baden" zeigt in erfreulicher Weise, daß im Rechnungsjahre die ansehnliche Summe von Jt. 1460 als Unterstützungen bewilligt werden konnten; es war dies jedoch nur infolge einiger größerer Gaben Passiver Mitglieder möglich. Püspök- Ladüny lUngarn). Der große Talmudgelehrte Oberrabbiner Josef Rosenberg ist am 28. Nisan nach langen Leiden im Alter von 76 Jahren verschieden. Er verfaßte viele halachische Werke und leitete eine zahlreich besuchte Jeschiwa. Budweis, 5. Mai. Rabbiner Dr. Wunder, eine weithin bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit, jft hier gestern hochbetagt gestorben. Der Tahingeschiedene, welcher lange Jahre auch der hiesigen Gemeindevertretung angehört hatte, hatte im Jahre 1896 sein 50jähr. Jubiläum als Rabbiner und Religionslehrer gefeiert. Letzte Nachrichten. Blutige Indenkrawalle in Schitomir. (Telegramme unseres —II— - Korrespondenten.) Petersburg, 9. Mai. Moskauer Zeitungen erhielten Telegramme, in denen die Judenhetze in Schitomir auf Agitation der neuen Zeitung Krus ch e w an s und die Tätigkeit geheimer Aushctzer zurückgeführt wird. Me bereits sestgestcllt wurde, gab cs 12 Tote und 50 Verwundete. Viele Moskauer würden telegraphisch, gebeten, tatsächlicheil, Schutz zu erwirken, zumal für den st. d.' ein noch heftigeres Gemetzel erwartet wird. Im Kreise Kischenew begannen Agrarunruhen. Petersbur g, 10. Mai. Soweit bis jetzt festgestellt ist, wurden in S ch i t o m i r 15 Personen getötet und über 50 v e r w u n d e t. In B e s s a r a b i c ii und dem Gouvernement T a m - b o w werden gleichfalls U n r u h e n besürchtet. Nach dem Kisch eil ewer Kreise sind zwei Eskadronen Dragoner gesandt worden; der Gouverneur wie der Untersuchungsrichter haben sich ebenfalls dorthin begeben. Interpellation wegen des Wiener Schächtverbotes im Abgeordnetenhaufe. X. Wien, 11. Mai. Die parlamentarische Kommission des P o l e n k l u b s hat den Abgeordneten Dr. Byk ermächtigt, wegen des Schächtverbotes eine Interpellation einzubringen, Da nur in den Schlachthäusern der Stadtgemeinde Wien gewerbsmäßig geschlachtet werden darf und durch das Verbot § 14 und § 15 des Staatsgrundgesetzes, betreffend die.freie Kultusausübung, verletzt würden, so sei es nach § 107 des Gemeindestatuts Pflicht der niederösterreichischen Statthalterei, diesen Beschluß zu sistieren. Warum sei das noch nicht geschehen? Die Interpellation wird heute eingebracht; sie ist unterzeichnet von der demokratischen Fraktion und einigen Konservativen des Polenktubs. Vakanzen. Königs Hütte. Schächter und Hilfsvorbeter per 1. Juli. Einkommen Jk. 1650, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung. O st r o w o (Posen). Erster Kantor per 1. September. Qualifikation als Schächter Bedingung. Gehalt Jk 2000. Niederohme ii (OberHessen). Lehrer und Vorbeter per 1. August. Gehalt M. 800. Berei« „Mekor Chajim". Lehrplan für das Sommersemester;" 6emoro: Sonntag, morgens 9 Uhr; Dienstag, morgens l\k Uhr; Herr Rabb.-Ass. G. Posen. Dienstag, abends 83/i Uhr; Donnerstag, abends 8% Uhr; Herr Direktor 'Dr. G. Lange. Misclmah: Sonntag, morgens llk Uhr; Mittwoch, abends 83/i Uhr; Herr Rektor B. Falk. Micro: Samstag, nachmittags 4 Uhr, Mitglieder- Bortrag. Schulchan Aruch: Samstag Vormittag nach Schluß der Synagoge Schützenstraße, wenn weder Predigt noch Vortrag im Hörsaale stattfindet. Herr Rektor B. Falk. Elementar-Kursus in Pentateuch, Gebeten und Dinim: Samstag Mittag 12 Uhr. Herr H. Einstädter. Das Lesezimmer ist geöffnet: Samstag: Vorm. 9 bis 1 Uhr, Nachm. 3—8 Uhr, Sonntag: Vorm. 8 bis 12 Uhr, Nachm. 3—7 Uhr, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: abends 7Vs—10 Uhr. Wegen Entleihung von Büchern aus unserer Bibliothek beliebe man sich Sonntag Morgen nach dem Schiur an unseren Bibliothekar zu wenden. Stad Sie ^matenrphotograpli? PhotojCaws JMoses ft Jteithotd! 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