Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1905)
- Date
- 1905-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zsrartkfrrrter ZsuklitWs fwilifiblittt. KedaKtt-N Md ch-fchäftsstetts: Srankfurt s. M.. Leiligkreuzgasse 32. Lcke Llapperfeldstraße (gegenüber der Neuen Iril). Aemttsgeber: §<xt% ^»eks. 3. Jahrgang. Mittwoch, den 14. Nissan 5665 <19. April 1905). «o. 16. Diese Zeitung erscheint jeden Freitag. Sämtliche Postanstalten des In- und Auslandes, sowie die Geschästsstelle des Frankfurter Israel. Familicnblattes in Frankfurt a. M. nehmen Abonnements- Bestellungen schriftlich und mündlich entgegen. (Abonnementspreise siehe Schluß des redaktionellen Teiles). Jnfertionspreife: Die viergespaltene Petitzeile. 25Psg. Die Reklamezeile. 100 „ Stellen-Angebote und -Gesuche die Silbe 2 „ Beilagen: Das Tausend Mk. 5.— bis Mk. 8.- Des Pesachfestes wegen erscheint die nächste Nummer Freitag, den ». Mai. Inhalt des Hauptblattes: Gedicht: Moschiach. — Artikel: Pesach- Gedanken. — Ein Vorstoß gegen die Schechita in Bayern. — Aus aller Welt. — Feuilleton: Kadimah (Ostwärts), Erzählung von Samuel Gordon. — Büch er schau. — Briefkasten. — Familiennachrichten. Das „Frankfurter Israel. Familieublatt" kostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postfchalter zu bestellen) Mk. 1,02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr. Auch im Anstande nehmen sämtliche Postanstalten zu dem gleichen Preise — in LandeSmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Bei direttem Streifband-Bezug von der Geschästsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes": in Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—. Rußland Rubel —.80, Holland fl. 1,25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2,50 vierteljährlich. Moschiach. Hebr. von David Frieschmann, übersetzt von h. B. Aus dem nächtlichen Schweigen reißt sich ein Rollen wie klirrende Retten, wie Fesselgeraffel. So hör ich es klingen; hör ich es rollen . . . (gilt breiter Strom flutenden Lichts Sprenget den Lfimmel; Sprühende Strahlen purpurn und blau Erfüllen das All. Mich zieht es zu Boden Zwingt mich, zu knieen vor Gott, Dem Gotte Zebaoth! Goldgluten, Rristall und flammende Wolken Schweben empor, schweben hernieder Zwischen wechselnden Flammengestalten Erhaben und groß, ruhet Sein Thron Zu Häupten die Sonne, als Schemel den Mond Und alle Himmel erfüllt von der Huld Des großen Gottes Zebaoth! Aber zur rechten Lehne des Throns Geschmiedet gewaltig Mit goldenen Fesseln Der Herr und Rönig: Moschiach! Erkannt Hab ich Dich, o Rönig Moschiach, An: Feuer des Blicks, An den heiligen Gluten, Die flammend das Auge des Sängers verklären, Des Dichters, des Sehers, des großen Erlöserpropheten Und an der Stirn, vom Geiste umflossen Und an der Anmut der bleichen Wangen, Und an der brennenden Glut, Die deine Lippen verzehrt Und an den Striemen, ach an den Striemen, Die dir die Fessel gebracht. Mit goldenen Ringen Unreißbarer Retten » Bist du geschmiedet Tausende Jahre Zum Thron des großen Gottes Zebaoth; Und kannst nicht weichen. Aus der Höhe schauet dein 2luge All das Weh und das Leid deiner Brüder Und kann st nicht helfen. Tag um Tag und Stund um Stund, wenn sie sich mehren, wenn sie wachsen Die Marter und gZualen Seufzender Brüder; wenn du ihn hörest, den schreienden Schmerz, wenn du sie schauest, die blutenden Wunden, Wie du dich bäumst da und schäumst und stemmst, Zu sprengen, zu reißen die Fessel, Die hemmende Fessel, Zu retten, zu helfen, Befreien. Es rasseln die Ringe.der klirrenden Rette, wenn du dich hebst und jammernd schreist: „Ich ertrag's nicht! Nun eil' ich! Nun helf ich! Errette!" .... Und rüttelst umsonst! Und sinkst ermattet. Es bleibt also, wie es war. Und tausende, tausende Jahre klingt Dies Rlirren rasselnder, rollender Retten, Die du zu sprengen dich mühst, Durch die Nacht. — Und durch die Gede klingt und klagt es zu mir. Und es gellt durchs Dunkel so weh.: „G, Gott und Herr! noch wie lange? Du hauchtest mir ein empfindende Seele; pflanztest in mich dies brennende Herz; Läßt mich durchkosten das weh, das Leid Der Gebeugten, Geknickten, Schmerzendurchwühlten Und hast mir die Rräfte gebunden, Daß ich nicht helfe! Und gabst mir Auge», zu schauen die Tränen Und gabst mir Ghren, Seufzer zu hören So vieler Geschlechter, so vieler Geschlechter. Ls klafft jede Wunde mir durch die Seele Und ich bin gefesselt! Wozu dieses Meer von Elend und Unglück, Das ich fluten geseh'n Bis heute Und noch muß sehen Zn kommender Zeit? . . . Und Rrast gabst du mir, zu bannen Die stürmende Flut durch ein Wort Und hast mir die Lippen verschlossen. Tausende, Tausende hast du geschaffen, Dem Elend geopfert, Und zwingst mich, zu seh'n Die Zammergestaltung vieler Millionen Unglücksgeweihter Rinder der Zeiten Und alle heißen, reißenden Ströme Glühender Tränen, Die sie noch weinen, bis zu dem Tag Des letzten Gerichts! Zwingst, daß ich hör' Das Seufzen und Weinen Schmerzengequälter; Und hast mich gefesselt, Daß. ich nicht helfe! Und gabst mir den Willen, Tränen zu trocknen, Schmerzen zu stillen, Wunden zu lindern Und hast mich gefesselt. Nennst mich Erlöser; Und darf nicht erlösen. Warum? (D Gott! warum? . . . ." Durch nächtliches Schweigen Raffeln die Fesseln Gerüttelter goldener Retten, Die mit gespannter Rraft Will sprengen und brechen Moschiach, Flehend umklammernd Die Säulen des Throns Und alle Himmelsgewölbe Des großen Gottes Zebaoth! Tief unten, im Tale des Zammers Hallt es dann wieder