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Jüdische Rundschau · 1935-08-13 · Heft 65 (13.8.1935) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 65 (13.8.1935)
Date
1935-08-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seife 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65,13. VII!. 1935 06 JÜDISCHES VOKABULAR Auf vielfachen Wunsch aus unserem Leserkreis veröffentliehen wir für unsere neuen Leser nochmals das bereits vor einiger Zeit abgedruckte Vokabular, worin einige der allgemein hebräischen bzw. technischen Ausdrücke erklärt werden: Alljah: Einwanderung nach Palästina (wörtlich ״Aufstieg“). Assefath Niwcharim: Delegiertcn-Versammlung der palästinensischen Juden, eine Art Parlament der Knesseth Jisrael, das auch den Waad Leumi wählt. Chaluz: Arbeiter-Pionier, der sich außerhalb Palästinas für physische Arbeit vorbereitet und später in Palästina als Arbeiter lebt. Demgemäß heißt die Organisation, die diese Anwärter umfaßt, ״Hechaluz“. Chawer (weiblich: Chawerah): Genosse, Freund, die in Chain/- und Arbeiterkreisen übliche Bezeichnung des Arbeitskollegen. Emek: wörtlich Tal: gewöhnlich gebraucht als Abkürzung für Emek Jesreel, das zwischen Haifa und der Jordansenke liegt. Hafconim: ״Die Bauenden“, Name einer jüdischen Jugend- Organisation. Hachscharah: technische Vorbereitung für Palästina. F!1‘־druth: hehr. Organisation, oft gebraucht als abge- ״ur/te Re/eichnung der Histadruth Haowdim, jüdischen Arbeiter-Organisation Palästinas. Ikar: Bauer, Plantagenkolonist. Jcwish Agency: die zu 50 °0 aus Zionisten und zu 50 0׳״ aus Nicht/ionisten bestehende Organisation, die gemäß Art. 4 des Völkerbund-Mandats berufen ist, mit der Palästina-Regierung in allen die jüdische Bevölkerung betreffenden Angelegenheiten zusammenzuarbeiten. Die ewish Agency hat ihren Sitz in London und ihre ״Paä s t i n a - I: x e k « t i v e“ in Jerusalem. Der letzteren untersteht auch die Leitung des zionistischen Koionisationswerkes. Jischuw: die Gesamtheit der in Palästina lebenden Juden. Keren Hajessod: Palästina-Grundfonds, das Hauptfinanzinstrument der Jewish Agencv für Kolonisation usw. Keren Kaiemeth Lejisrael (Jüdischer National-Fonds): Fonds zum Erwerb palästinensischen Bodens als unveräußerliebes jüdisches Volkseigentum. Kfar: Dorf, in Zusammensetzungen gebraucht als Ortsname, z. B. Kfar Jeclieskei. Knesseth Jisrael: Gesamt-Gemeindeorganisafion der palästinensischen Juden, von der Regierung anerkannt. Kwuzah: Genossenschaftliche Siedlung mit kollektivistischer Lebensform. Mapei: (Miflegcth Poale Erez Israel): Jüdische Arbeiterpartei Palästinas. Moschaw: Bauernsiedlung aus Einzelwirtschaften mit kooperativen Einrichtungen. Moschavvah: Privatwirtschaftliche Siedlung (meist Pflanzungs- Wirtschaft). Neschef (Plural: Neschafim): Festabend. Oleh: der Einwandernde, Mehrzahl Olim. Pardess: Orangengarten. Pcgischah: Zusammenkunft. Poel: Arbeiter. Srtlf: Zweigstelle z. B. einer größeren Organisation. Ssichah: Gespräch, Debattenabend. Tarbuth: Kultur, besonders hebräische Kultur. Waad Leumi: Nationalrat der palästinensischen Juden, leitendes Komitee der Knesseth Jisrael, Hin ausführliches Vokabular dieser Art ist in dem neu erschienenen Urft der vom Palästina - Amt, Berlin, herausgegebenen ״Aiijah‘‘ zu finden. Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. PaJäetixiensieciie Wanderungen Wanderung durch den Karmel Von Dr. Robert Beer, Haifa’) Für den gewöhnlichen Palästinenser besteht der Karmel nur aus ״Haifa-Grunewald“ oberhalb der Stadt, vom Leuchttürm bis zur Achusah. Bestenfalls kennt er noch den in der Achusah stehenden Wegweiser nach Esfiah, der in die unbekannte Wildnis zeigt. Für die ״Meschotetim“ (Wanderbund) aber beginnt hier erst der ״eigentliche“ Karmel. Am frühen Morgen erstiegen wir von der Kwuzah Jagur aus, eine viertel Autostunde von Haifa entfernt, auf dem schmalen Streifen zwischen dem Gebirge und der ins Emek führenden Straße gelegen, den Karmel. Durch saftiggrünen duftenden Buschwald ging cs steil aufwärts. Die ersten Sonnenstrahlen beleuchteten Jagur zu unseren Füßen, das ausgedehnte ״Kfar Chassidim" auf der anderen Seite der hier schmalen Ebene, weit dahinter über den galikiischen Bergen den Hermon und die Spitzen des Libanon, links die breite Ebene mit der blauen Bucht und dem offenen Meer im Hintergrund, in das von Norden her die Halbinsel von Akko hineinragt, nahe dem Strand die alluminiumfarbigen Tanks der Shell Co. links und die neuen schwarzen Tanks der Irak Petroleum Co. rechts, zwischen beiden das Häusergewimmel der Arbeitersiedlung ״Kirjath Chajim“, die kleinen Häusergruppen der verschiedenen Mittdstandssiedlurigen, das lndustriezentrum und das hohe Gerüst des neuen Elektrizitäiswerkes, näher zu uns am Fuße des Karmel das ewig qualmende Zementwerk von Nescher; Haifa selbst war unseren Blicken durch den Karmel verdeckt. Als wir auf der Höhe anlangten, lag jenseits eines kleinen stillen Talkessels, mit Oel- und Feigenbäumen und Kaktushecken bewachsen, das arabische Dorf Esfiah vor uns. Hier vernahmen wir mit Bedauern, daß man den schönen Mosaikfußboden einer alten Synagoge ins Museum nach Jerusalem gebracht hatte. Esfiah ist von Drusen bewohnt, einer aus Syrien eingewanderten Religionsgemeinschaft, die sehr auf Wahrung ihrer Eigenart und Rassenreinheit bedacht sind und daher den benachbarten Mohammedanern weniger gut stehen als mit den ihnen fremden Juden. Auch das scheinbar nahe gelegene, gleichwohl aber eine Wegstunde entfernte Da lieh ist ein!)rusendorf; es zeichnet sich durch die besondere Schönheit seiner Frauen aus, die ein über der Stirn enganliegendes w׳eißes Kopftuch mit einem breiten schwarzen Stirnreif tragen. Wir besuchten dort das Landhaus und den Garten des verstorbenen Mr. Laurence O 1 i p h a n t, des bekannten englischen Zionsfreundes der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts, der die Karmellandschaft besonders gedieht hatte. Vom Garten aus hatten wir einen hübschen Blick nach Westen durch ein bewaldetes Tal auf einen schmalen Ausschnitt des Meeres mit der Kreuzfahrerruine Atlit in der Mitte. Dann wanderten wir in halber Höhe eines romantischen Tales mit hohen grauen Felswänden und viel grünem Buschwerk abwärts. Unterhalb des Weges fanden w׳ir altjüdische Felsengräber: In einem niedrigen halbrunden Torbogen, links und rechts mit einem Tiefrelief der Menorah geziert, ist eine viereckige Oeffnung; wir zwängten uns hindurch und gelangten in einen Raum, in dem wir gerade aufrecht stehen konnten; in der Rückwand und den beiden Seitenwänden befinden sich je eine Nische und in jeder Nische drei niedrige offene Sarkophage, einer an der Riickw'and und je einer an den beiden Seitenwänden der Nische, dazwischen ein fußbreiter Gang. Wenige Minuten weiter sahen wir eine in den Feisboden gehauene antike Oclpresse, bestehend aus einer flachen quadratischen Plattform, auf der die Oliven gewalzt wurden, und einer Zisterne, in die das Oel abfloß. Fliese Denkmäler aus alter Zeit gehörten zu der Stadt Chirbet S u m a k a h, deren spärliche Reste in einer Ausbuchtung des Tales liegen. Nur noch die Trümmer der Synagoge sind zu erkennen, die wegen ihrer besonderen Säulenart bemerkenswert ist: sie bestehen aus Kalkstein, haben eine gedrungene Form und sind mit halbnieterlangen senkrechten Rillen versehen, je vier Rillen um den Schaft herum und drei solche Viererreihen untereinander. Wir verließen unser Tal und überquerten eine Mulde, in der Ziegen und Kühe mit Kuhglocken die braunen Stoppelfelder abweideten. In den jenseitigen Felsen entdeckten wir eine besonders schöne üräbcranlagc: In den Felsboden ist ein Hof gemeißelt, ’) Aufsätze dieser Serie erschienen 1934 in Nr. 57, 64, 74, 83, 96 und 1935 Nr. 4. an dessen Seitenwänden sich ähnliche Gräber befinden wfe die oben erwähnten; eines davon zeigt über dem Eingang in Hochrelief einen Stier und einen Löwen, dazwischen eine Vase; die Oeffnung ist mit Ornamenten eingefaßt. Wir stiegen noch etwas höher, wiederum durch Buschwald, der hauptsächlich aus Lorbeer, Stechpalme, Eiche und Weißdorn besteht, dann öffnete sich eine weite Aussicht nach Süden und Westen auf den hier beginnenden niedrigeren Teil des Karmel und auf das Meer, an dessen Küste wir in der Ferne bereits die Ruinen von Caesarea erblickten. Nun stiegen wir abwärts, dem Meer entgegen. Eine Ebene, die mehr Steinhalde als Ackerland war— liier sahen wir so recht, wie extensiv der Araber seinen Boden bewirtschaftet — überquerten wir mühselig, dann nahm uns das Wadi Mughara auf, ein freundliches, nur unmerklich sich senkendes Tal mit etwa 50 •m hohen Rändern. Seine Ausmündung zur Küstenebene ist rechts von einem verwitterten Feisturin und links von einer hohen Felswand flankiert, in welcher sich in halber Höhe einige interessante Höhlen befinden. Man hat hier drei Neandertaler Skelette gefunden und Hausgeräte aus der Steinzeit, die ältesten menschlichen Spuren, die Jahrzehntausende alt sein mögen. Auch gibt es hier viele versteinerte Meerestiere. Die größte der Höhlen führt in gerader Linie tief in den Berg hinein; sie ist w׳ie ein gotischer Dom gewölbt. Der Aufenthalt in ihr. war unheimlich: Schwärme von aufgescheuchten Fiedermäuseit umkreischten und umflatterten uns; dazu rumorte etwas über unserem Köpfen, als liefen Webstühle im oberen Stockwerk, und dazwischen war ein Zischen zu hören wie von elektrischen Entladungen an den Isolatoren einer HochM Spannungsleitung; das war ein Luftstrom, der oben entlangstrich über Felszacken und kleinste Tropfsteine. Lieblich dagegen war der Rückblick aus der Dunkelheit durch das breite gotische Tor mit zwei Fenstern zu beiden Seiten auf die sonnige Ebene mit der Burgruine von Atlit im Hintergrund. Dann durchquerten wir die Küstenebene und überschritten die Felsenschwelle, auf der das jüdische Dorf Atlit liegt und aus der man die Steine für den Hafenbau gebrochen hat. Eine natürliche Felsenmauer verläuft auf dem Rücken der Schwelle hinter dem Dorf, und als wir sic durch ein breites Tor durchschritten, lag nahe vor uns im Abendrot das Meer. Ein Bad in der Dämmerung neben der rotglühenden Burgruine war dann der Abschluß unserer Tour. Literatur ErgSnzungsheft für den Recheitunterricht in den Jüdischen Schulen Deutschlands. Herausgegeben von Oberregierungsrat a. D. Dr. Erwin Rawicz. Max Lichtwitz Verlag! Berlin. Ausgehend von dem Bestreben, jüdische Stoffe auch int Rechenunterricht zu verwerten, hat Dr. Rawicz Zahlen aus dem Gebiet des praktischen jüdischen Wissens entnommen und sie zu Aufgaben für den Rechenunterricht zusammengestellt. Diese dankenswerte Arbeit leidet nur darunter, daß sie unbeeinflußt von der Anlage moderner Rechenbücher allen Aufgaben Fragestellungen — manchmal sogaT überaus merkwürdige — anschließt, anstatt den Kindern selbst die rechnerische Durchdringung des ihnen gebotenen Stoffes zu überlassen. Als Materialsammlung für die Hand des Lehrers ist das Heftchen wertvoll, seine Brauchbarkeit wäre erhöht worden, wenn viele Zahlenangaben in Form statistischer Tabellen, von Zeichnungen usw. gegeben worden wären. —ra. Gemeinde-Synagoge Kohlhöfen, Hamburg 1859 bl* 1934, von Julian Lehmann. Herausgegeben vom Deutsch-Israelitisehen Synagogen-Verband. — Verlag Albert Davids, Ham« bürg 13, Rappstr. 24. In diesen Wochen wurde die Gemeinde-Synagoge Kohlhöfen der Hamburger Deutsch-Israelitischen Gemeinde infolge der Sanierung der Hamburger Altstadt abgerissen. Der Deutsch-Israelitische Synagogen-Verband hat aus diesem Anlaß die Geschichte der Synagoge durch Julian Lehmann niederlcgen lassen. Viele Urkunden und sonst bisher ungedrucktes Material über den Synagogenbau, die in der Synagoge stattgehabten Feiern, die dort amtierenden Rabbiner und Kantoren, mancherlei andere interessante Einzelheiten zur Ge« schichte der Hamburger Judenheit sind erwähnt. leHmßicherüngs - Gesellschaft PHÖNIX bi Wien, gegründet 1882 Auszug aus dem 5Z Rechenschaftsbericht 1934 I, Deutsches Geschäft (in RM.) Kenkherungsbestond 162967 Policen über 233 255900,— Neuzugang 1934 51098 Policen über . 56305589,— Prömlenelnnahme 1934 . 11057057,— Zahlungen on Versicherte 1934 .... 5 657 181,— Rüddoge (Dedtungtstock). 32 532 616,— Sondarräckfaga (Kaution).. . 2 100 000,— II. Gesamtgeschift (ln S) Tätigkeitsgebiet: 23 Länder Vertiaterortgsbestand 888916 Policen Ober.2997565520.* Prämlenelnnahme 1934 . 152 309772.— Zahlungen an Versicherte 1934 ... 82 537 426,— Garontiemitte!.. 699 026 752,— Neuzugang im 1. Halbjahr 1935 130272 Policen über. 196120883,— Direktion für das Däü&che Reich München, Glselastr. 21. Berlin W9, Hormann-Gör Ingjtr. 2,3 Mitglied der Wirtsdiaftsgrappe PrfwtwraJdierung Eine Zeitung vom Range der Jüdischen Rundschau muß man ständig lesen und nicht nur gelegentlich RIYI. 40000 prforderÜch zum Erwerb der Fabrik.- Rechte eines neuen Verfahrens für die Tschechoslowak. (tschech.Pat.angcm.), Pelzbekleid.-Industrie beir. Wichtig für Heer und Privatwirtschaft. Off. u. LB. 519 bcf. Midag (Mitteldtsch. Anz - Ges \ Leipzig C1. Berner Oberland (Schweiz) Grd. Hotel Belvedere volle Pension Fr. 14.— Villa Belvedere volle Pension Fr. 8.50 Verlangen Sie bitte Prospekte! Sistlana Triest Die Perle u. Gerten Eilen en der ftdri* Park •Hotel inmitten eine* Parkes von 20000 qm eigenem Strandbad. Tennis. Moderner Komfort. Direkt am Meer freieren. Der schönste Herbitaufenthalt. Pension ab Lire 25.— Trauben-Kur. BORNHOLM - ■ Kr. Pension ״Lyjkkjan“ Tejn Gr.Gart., anerk. Küche, ruh.Lage a.d.Küste r SEELISBERG^ Die Perle der Schweiz HOTEL LOIVEH Gut bürgerl. 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Zu beziehen durch jedeBuchhandlung oder gegen Voreinsendung des Beträges von RM 2,90 zuzügl. 20 Rpf. Porto direkt vom VERLAG RER JÜBISICHUK KUM>S€IIAU Berlin W15, Meinekestraße 10 Postscheckkonto Berlin 17392 1. Lehrgang in 3. Auflag• RM 2.40 und 20 Rpf. Pto.

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