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Jüdische Rundschau · 1935-08-13 · Heft 65 (13.8.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 65 (13.8.1935)
Date
1935-08-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nr. 58, 19. VII. 1935 Jüdische Rundschau SelfeTI Wie gestalte ich den §cl1abbat? Für Schabbat, 17. August Woctienabschnlt« ״Ekew“ (5. Buch Moses, Kap. 7, 12 — 11, 25) In «diesem Wochenabschnitt wird noch einmal der Sinn der W üstenwanderung als Läuterung für das künftige Lehen des Volkes im Lande herausgearbeitet. Das Volk 8011 sich zu seiner hohen Aufgabe befreien, ״denn nicht um des Brotes allein willen soll der Mensch leben“. Nach einer klassischen Schilderung des Landes und des Segens, der von ihm ausströmt (Kap. VIII, 7—10, Kap. XI, 10—25) tritt klar die Tpndenz hervor, die Geschichte des jüdischen Volkes als Ergebnis seines eigenen Verhaltens gegenüber dem göttlichen Gesetz aufzufassen. Das ״Regulativ“ für ein gesundes jüdisches Leben ist das ״Nicht wie alle anderen Völker“. (Erwähnung des Sündenfalls und der reuigen Rückkehr, Kap. IX, 8 — X, 8.) Aus dieser Grundauffassung heraus ist jene jüdische ״aktive Passivität“ zu verstehen, die bei allen Schicksalsschlägen die Schuld bei Sich selbst sucht. Gegenüber der Auffassung, die das Idealbild des Menschen in dem vollkommenen Sichhineinstellen in das Gesetz sieht, ist das Heroen-Ideal, wie es sich bei den anderen Völkern findet, heranzuziehen. (Siehe Achad Ifaam, ״Umwertung der Werte“.) Diese Möglichkeit, die dem Volke zur Gestaltung seines eigenen Schicksals gegeben ist, wird später zur Frage des Individuums. Rechte und Unrechte Handlungsweise des Einzelnen entscheidet über sein Wohlergehen (Jecheskel, Kapitel VIII). Man behandle von diesem Gesichtspunkt aus die Rolle der Golah für die besondere Akzentuierung von Volk und Individuum. Ueber all dem steht der Gedanke der ewigen Verbundenheit Gottes und des Heiligen Landes. (Kapitel 12 ,0ל) und Gottes und des jüdischen Volkes — durch den Bund, den einst Gott mit den Vorfahren schloß. Haftora. (Jeschajahu 49, 14 — 51,4.) Die zweite von den sieben Haftarot der ״Tröstung“ Israels, die von Schabbat Nachamu bis Rosch llaschanah gehen. Verheißung der Rückkehr des jüdischen Volkes zu Gott und seiner Rückkehr nach Erez Israel. (Siehe Schocken-Band: Die Tröstung Israels.) S. G. Jüdische Lebensnahe und Wirklichkeit Neben geschichtlichen Reminiszenzen und kulturgeschichtliehen Betrachtungen sollte man sich in dem Rahmen des Oneg Schabbat auch der unmittelbaren jüdischen Wirklichkeit in all ihren mannigfachen Erscheinungen und Lebenslormen zuwenden. Nur dann kann der Kreis des Judeseins, des echten jüdischen Erlebens ein festgefügter und gesehlossener sein. Es ist wichtig, einmal sowohl die nahe Vergangenheit wie die lebendige Gegenwart auf sich einwirken zu lassen. Wir kommen zweifellos damit in stärkere Berührung, wenn wir einen Blick auf das Leben ostjüdischcr Massen werfen. Innerlich ist der osteuropäisch-jüdische Kulturkreis sehr Stark und zum Teil noch heute völlig ungebrochen, obwohl schon manche Verfallserscheinungen, unter der Einwirkung einer überhandnehmenden mechanischen Kultur, sich bemerkbar machen. Von dieser Welt spricht zu uns eine Fülle echtqn jüdischen Erlebens, kernig, bodenständig, heiiuatnah und Volksunmittelbar. Welche Impulse empfangen wir noch heu(^tus diesem Kulturbezirk? Kann er richtunggebend für Die Auseinandersetzung mit diesem Kulturkreis ist heute wichtiger und lebensnaher denn je. Man könnte sich dazu der Lebenserinnerungen, die uns der kürzlich verstorbene Shmarja Lev in geschenkt hat, bedienen. In deutscher Ueber- Setzung sind erschienen: lld. 1 ״Kindheit im Exil“, Bd. 2 ״Jugend in Aufruhr“, beide mit meisterhaften Schilderungen und Zeichnungen aus der jüdischen nahen Vergangenheit. Hier ersteht vor uns die bis vor kurzem äußerlich völlig abgeschlossene, innerlich aber noch organische Welt der osteuropäischen Judcnheit. Schon das 1. Kapitel des 1. Bandes über die Familie ist fackend. Was ist ostjüdisches Milieu, was ist ostjüdische amilie und worin besteht ihre Besonderheit? Wie werden z. B. in Osteuropa Feste in all ihrer Lebendigkeit und Volks- Unmittelbarkeit gefeiert (Bd. 1, 4). Wie verläuft die Jugend dieses ostjüdisehen Menschen, der schon im zartesten Alter kurSmi Dingen STEHT DIE WELT Erzählung von GERSOH S7ERN 31. Forttetcang Copyright Verlag Erich R0im, Berlin Iledda begegnete Fehllnger mit heiterem Vertrauen. Sie fühlte, ich besitze einen Freund, beglückt, jemand zu haben, mit dem man sich aussprechen konnte, den man nicht zu rufen brauchte, der einfach da war. Fehlinger batte Ileddas Empfindungon für Weller richtiger eingcschiitzt als sie selbst. Er fragte sich, ob sic ihn noch lieble, und wußte nicht, ob sic noch litt. Er nannte nie den Namen Weiter, auch wenn sie zuweilen erzählte, daß Weiter ihr geschrieben halte. Sie ging niemals näher darauf ein, und er vermied es um so mehr. Fehlingor betreute Iledda fast ängstlich. Er empfand ihre Nähe als unerschöpfliche Freude und trug seine Liehe still und voll Seligkeit. Iledda blühte auf in dieser Zeit. Die Augen der Männer richteten sich auf sie. Man fühlte das *Besondere, das Erwachte, das Hingeburigsstarkc. Die Freundschaft mit Fehlingor ließ sie die Blicke nicht sehen, und das war gut so. Während nun Fehlingor stiller wurde, wuchs Ileddas Lebendigkeit. Die Zeitungen brachten die Ankündigung einer zionislisehen Versammlung, bei der Führer der Bewegung aus vorschiedcnen Ländern sprechen sollten. Iledda rief: ״Ich will Ihre Zionisten kennen lernen“, und da Fehlingor verhindert war, ging Iledda ohne ihn. Sie hatte noch nie eine politische, noch nie eine so große Versammlung besucht. Die Menschen waren nicht zu zählen. Hedda verschwand in einem Meer von Erregung. Männer traten auf, viele hatten eine fremde Ansspradie. Aber alle hatten dies eine. Sie sprachen nicht über Dinge, über Fragen, über Tatsachen, sie gaben die Dinge,'die Fragen, die Tatsachen. Es stand da, unerschütterlich da. So schien es Hedda. Sie hörte nie gehörte Worte. Sie vernahm nie Vernommenes. Sie wurde mit den Unzähligen gepackt, erzum Glieder- und dann zum Gemarajungen, zum Träger jüdischcr geschichtlicher Ueberlieferung und zum Hüter und Erhalter jüdischer Eigenständigkeit erzogen wird? (Kap. 3,6 und 17). — Stark ist auch die Schilderung des Aufbruches, die ersten Zusammenstöße mit der westlichen Kultur im 2. Bande. Mpn lese und bespreche den geschichtlich wie kulturgeschichtlich interessanten Anfang, über die innere Organisation des öffentlichen jüdischen Lebens usw. Wir finden auch hier Vieles zur Geschichte der vorzionistischen Zeit, besonders der Chibhat-Zion-Bewegung. Man vergegenwärtige sich die Schwierigkeiten einer Reise nach Palästina und die dazu erforderlichen Vorbereitungen (Kap. 14). Meisterhaft sind auch manche Führer und Lehrer des jüdischen Volkes aus dem vorigen und jetzigen Jahrhundert gezeichnet. So S. 226, Achad-llaam, Chairn Selig Slonimski (S. 239), Sokolow S, 240 ff. — Auch der Studienaufenthalt Lev ins in Berlin nimmt in den Kap. 16—18 einen breiten Raum ein. Mancher Sturm aus jener Zeit hat hier eine prachtvolle Schilderung erfahren. Besonders ergötzend geschildert ist der Berliner Dehall ierkluh auf S. 276 ff. — Wir haben in den Erinnerungen Lcvins viele Elemente zur Erfassung ostjüdischer Wirklichkeit und ungebrochenen Volkstums. J. M. Sterbefälle Fm Badeort Czszirk (Polen) starb im Alter von 70 Jahren der hebräische Schriftsteller Dr. Michael Berkowicz. Der Verstorbene war ein Privatsekretär von Theodor Herzl und hat die erste hebräische Ucbcrsetzung■ von Herzls ״Juden- ,Staat“ herausgegeben. Die Tuberkuloseforscherin und langjährige Direktorin des bakteriologischen Instituts am städtischen Robert-Koch-Krankcnhaus, Frau Professor Dr. Lydia R a b i n 0 w i t s c h - K e 111 p - n e r, ist kurz vor Vollendung ihres 64. Lebensjahres in Berlin- Liclvtcrfdde nach kurzer schwerer Krankheit verschieden. Im Alter von 28 Jahren starb in Köln Dr. Kurt Lev y. Der Verstorbene war bis 1933 Privatdozent an der Universitat Bonn. Er galt als Kapazität auf dem Gebiet der orientalisclien Sprachen. Seit kurzer Zeit war er Lehrer an der Jawne, dein jüdischen Gymnasium in Köln. Im 47. Lebensjahre starb in Wien der Aguda-Fülirer Dr. Leo Deutschliindcr, der pädagogische Leiter des Beth Jakob-Mädchenschulwerks der Aguda und Organisator des Keren Hathora. Dr. Deutschland«■, am 21. Juli 1889 in Berlin geboren, hat im Dienste des Agudascliulvverks zahlreiche der Propaganda und Organisationsarbeit gewidmete Reisen unternommen. Der Oroßrabbincr von Marokko, Raphael Encaoua de Sale, ist in Raba, seinem Amtssitz, im 89. Lebensjahr gestorben. In Prag ist der bekannte tschechisch-jüdische Schriftsteiler Vojtech Rakous gestorben. Rakous, der ursprünglieh Oesierrcicher hieß (das Wort ״Rakous“ ist die tschechische Ucbcrsetzung) wurde 1862 geboren. In seinen tschechisch geschriebenen Erzählungen schildert er das Leben der Juden in der böhmischen Provinz, ihre Bräuche und ihr Zusammenleben mit den christlichen Nachbarn. In Johannisburg starb im Alter von 50 Jahren Benzion H e r s c h. Der Verstorbene war einer der Führer der siidafrikanischen Judcnheit und des südafrikanischen Zionismus. Er war Mitglied des südafrikanischen Board of Deputies. Vor wenigen Tagen verstarb der frühere Kantor Abraham Goldberg, der ein hohes Ansehen genossen hatte. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 85 Jahren. Keren Kajemeth Lejisrael <Jüd, Nationalfonds e. V.) BerlinW15, Meinekestraße 10 / Postscheck- Konto: Berlin Nr. 28247 5 Pfennige rägli<f! in die klaue Büchse schaffen neuen Bod£n für neue Kolonisation Jetzt vierte Büchsen^Leerung griffen, zerrissen von den Tatsachen, die dastnnden, man konnte sie nicht leugnen. Man halle sie nie gesehen. Es war unmöglich, es zu begreifen. Sie standen da. Man war heschämt, man war beglückt, und venu man über alle die Fragen keine Klärung hatte erfahren können, so halte mar! doch eins gehört und immer wieder gehör!: .hule, Jude, Jude. Sio lag in ihrem Bell und konnte nicht schlafen. Sie sagte vor sich hin: ״Ich bin Jude, ich bin Jude, ich bin Jude.“ lind sie sagte noch: ״leb will hierfür zeugen, ich hin Zionist.“ Ein Neues halte sich Ileddas bemächtigt und sie aufgeriittelt, denn in einem Augenblick der Umsrhau stieß sie auf den Ruf: Es gibt ein jüdisches Volk, und du hast Teil daran. Berlhehen kam nach Berlin. Sie war herzensfroh. Sic erzählte Hessing(1!■: ״Unser Kind ist glücklich. Sie dankt es uns. Iledda wird 11ns Zuwachsen.“ Bessingcr konnte sich mit Ileddas Abwesenheit nicht aussöhnen. ״Wa< dankt sie uns? Hinter allem stellt etwas anderes. Warum henalim sie sieh derart gegen Herrn Gläser, der doch eine gute Parlie war? Dahinter steckt etwas anderes.“ Die Wochen, die Monate flogen vorbei. Jede vierzehn Tage tauchle Fehlinger auf. Jeder vierzehnte Nachmittag war Anslösung, war Freiheit, war Freude. Ans der Masse der Arbeit, der Pflichten, der Inansprnrhnahme lauchtc der Kopf Fehlingors auf und sprach Vvorle der Besinnung, des Ausgleichs. Fehlinger war in Tageswirrnis und Tagesenge, die Fülle des Erlebens alw'r war überstark. Es zog ihn zu Hedda, wo er auch war, es wurde zu Spannung und Erschöpfung, und er fühlte, wie! seine Arbeit litt. Er hat um Urlaub. Iledda halle Anrecht auf vierzehn Tage Ferien, vierzehn Tage schwer erkaufter Ferien. Sie schrieb an die Ellern, sie waren froh. Fahre in die Schweiz, wir kommen nach. Iledda erhielt einen Geldbetrag und erschrak über die, Höhe der Summe. Sie hatte sieh gewöhnt, mit Pfennigen zu rechnen. Es war der Fehlinger-Tag. Iledda sland vor Fehlinger. Sie öffnete ihre Tasche und legte fünf Hundertmarkscheine auf den Tisch und lachte und sprang vor Freude in die Höhe und klatschte in die Hände: ״Fehlinger, ich bin eine gute Partie. Ich ha 1)0 fünfhundert Mark. Aber ich verjubele sie, ehe ich heirate.“ Und dann erzählte sie, daß sie unerwartet Ferien zugeleilt bekam. ״Fehlinger, bedenken Sie, Ferien, ganz frei, nicht au (sichen müssen, nichts tun müssen — Ferien in der Schweiz 1“ Und sie jubelte, bis sie auf Fehlinger sah. Er war Namensänderung des Hilfsvereins Wie der bisherige Hilfsverein der Deutschen Juden mitteilt, lautet sein Name von nun an ״Hilf* verein der Juden in Deutschland e. V.“. Fünfundzwanzigjähriges Beamtenjubiläum Dr. Martin Rosenblüths. Vor kurzem feierte Dr. Martin Rosen bl iith sein 25jäl1riges Jubiläum als zionistischer Beamter. Nachdem er bereits im Mürz 1910 zum damaligen Präsidenten der Zionistischen Organisation, David Wolffsolm, nach Köln gekommen war, wurde er Ende Juli 1910 endgültig als zionistischer Beamter engagiert. Martin Rosenblüth hat dann eine wechselnde Reihe zionistischer Aemter mit Sachlichkeit, Geschick und Erfolg bekleidet: 1911—1914 war er Sekretär des Engeren Akiions-Comites in Berlin unter Tschlenow und Hantke, während des Krieges leitete er 1915—1920 das Kopenhagener Büro der Zionistischen Organisation, 1921 bis 1922 war er dann Leiter des Palästina-Amtes Wien, des damals wichtigsten Durchgangspunktes der Chaluzwanderuaig. Nachdem er dann noch im Keren-Hajessod-Büro für Zentralcuropa und im österreichischen Keren Hajessod gearbeitet hatte, war er 1925—1928 stellvertretender Vorsitzender der ZVfD. und 1928—1933 Leiter des Keren Hajessod in Deutschland. Seit 1933 leitet er das Londoner Büro für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina. Martin Rosenblüth ist 'den Juden in Deutschland und ganz gewiß den Zionisten kein Fremder und braucht nicht vorgesteilt zu werden. Die 25 Jahre sind eine Summe reicher Tätigkeit in den verschiedensten Zweigen der zionistischen Arbeit, und da der Jubilar auch heute mitten in der Arbeit stellt, ist anzunchmen, daß sich seinem bisherigen vielfältigen Wirken noch eine weitere reiche Arbeit wird hinzufügen lassen, wodurch der große Erfahrungsschatz von 23 Jahren beamteter zionistischer Arbeit weiter fruchtbar werden wird. In diesem Sinne beglückwünscht die zionistische Welt Dr. Rosenhlüth zu seinem Jubiläum. Dr. Kreutzberjjer geht nach Palästina. Die Reichsvcrtretung der deutschen Juden teilt mit: ״Herr Dr. Max Kreut/bergcr hat seine Tätigkeit bei vier Reichsvertretung und beim Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau beendet, um nach Palästina zu ühcrsiedeln- Dr. Kreutzberger steht seit 15 Jahren in der jüdischen Sozialarbeit an leitender Stelle. Der Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und die Reichsvcrtretung der deutschen Juden verlieren in ihm einen ihrer führenden Mitarbeiter. Der Dank für seine vielseitigen und nachhaltigen Leistungen kam bei einer kleinen, in der Reichs- Vertretung veranstalteten Abschiedsfeier zu herzlichem Ausdruck. Mit ilmi verbindet sich der Wunsch erfolgreicher Weiterarbeit im neuen Wirkungskreis. Die Arbeitsgebiete von Dr. Kreut/hcrger in der Reiehsvertretung der deutschen Juden und im Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau hat Herr S. Ad ler-Rudel übernommen.“ Die Reichsvertretung der deutschen Juden ersucht uns um Abdruck nachstehender Mitteilung: Der Handwerkerausschuß der Reiehsvertretung hat über die Wirtschaftsstellen der jüdischcn Gemeinden an die jüdischen Handwerksbetriebe einige Fragen gerichtet. Wir bitten die jüdischen Handwerksbetriebe, soweit sic die Umfrage noch nicht erreicht hat, sich umgehend an die Wirtschaftsstelle ihrer Gemeinden bzw. ihrer Bezirke zu wenden. Die Betriebe, denen die Umfrage bereits zugegangen ist, bitten wir im eigensten Interesse dringend um lückenlose und genaue Beantwortung der gestellten Fragen. Möglichkeiten in Cypern. Der ,״Hilfsverein der Juden in Deutschland“ bittet uns, folgendes mitzuteilen: Die vom Hilfs verein nach Cypern entsandten Sachverstän* digen haben berichtet, daß vorläufig kommerzielle und industrielle Möglichkeiten für Einwanderer kaum vorhanden sind. Auf landwirtschaftlichem Gebiete liegen begrenzte Möglichkeiten vor. Das Material wird eingehend geprüft, damit Fehlleitungen vermieden werden und keine falsehen Illusionen aufkommen. Der Kibbuz Charut-Cherut, Altona-Blankenese, Frensscnstraße 13, bittet um Spenden von zionistischer, allgemeiner und religiöser Literatur. Mikroskope für Lehranstalten in Erez Israel gesucht. Gespendete Apparate leitet die Zentralsammelstelle für die Jüdische National- und Universitätsbibliothek, Berlin W15, Meinekestr. 10, werter. erblaßt. Er 11,רll«> nach einem Sessel gegriffen, damit sein« Hand nicht, zitterte. ״Mann — wann beginnen Ihre Ferien?“ ״In acht Tagen. Aber was ist mit Ihnen?“ ״Nichts, nichts. Ich wollte Ihnen nur auch eine Mittel-, lung machen. Ich habe Urlaub, schon von morgen ab. und er soll mich in die Schweiz fuhren. Mein(' Koffer sind gepackt. Als ich Ihre Worle hörte, erschütterte mich die Freud('. Hedda, wir werden uns (reffen und Ausflüge machen und Berge besteigen und uns freuen und uns freuen.“ Nun erblaßte Iledda. Der Zufall halte sie damals zu 'der Bank geführt, auf der Fehlinger saß. Der - Zufall führte sio beide zu gleicher Zeit in die Schweiz. ״Ja, ja — selbstverstündlich — wir werden uns treffen — irgendwo —“ sagte sie zerstreut. ״Iledda, Sie dürfen nicht so sprechen, nicht 90 glcichgültig sprechen. Sonst möchte ich, daß wir uns nicht träfen, daß wir uns nicht, getroffen hätten.“ Iledda halle ihre Befangenheit verdrängt ״Wir treffen uns, Fehlinger. Und ich freue mich. Ich freue mich sehr.“ 21. KAPITEL. , man stieg auf die Berge. Fehlinger und Iledda spornten sich gegenseilig an. Sie wanderten, sie kletterten. Es war eine Lust, es war ein Bausch. Schon am dritten Tage ihrer Wanderungen war das Du über ihre Lippen gekommen. Fehlinger konnte den Jubel kaum in Worte zurückdrängen. Hedda war neben ihm. Er halle sie Tag für Tag an seiner Seite. Sie teilten die Freude, das Hinreißende, auf Gipfeln zu sichen und nichts zu sehen als Himmel und Berge, und nichts zu wissen als du und ich und du und ich: Uns gehört alles, die weißen Borge, die dunklen Täler und der blaue Himmel! Fehlinger stand auf einem Grat, und im Angesicht der nahen und fernen Bergriesen riß es Hedda in sein Fühlen hinein, beugte sie sich vor dem Reichtum seines Herzens. ,,Bewegen sich nicht deine läppen?“ jubelle er ihr zu. ״Möchlest du nicht, beten? Wir wollen über die Berge hin rufen: W'ir bekennen uns zu dir, der du ohne Anfang und Ende bist.“ (Schluß folgt)

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