Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 51 (30.6.1925)
- Date
- 1925-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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QJ TOH Einzelnummer 0AS Goldmark gedaküon und Verlag W 15, Mclntk«*lraJJ« 10. Erscheint 1 i,dto Dienstag und Freitag. BezagipreU bei der Expedition [ monatlich 1.8S Goldmark. Viert«l|IhrUcb 5,25 Goldraark. A.ilinJuhooiumntt smrdin tn d.r WlWnin| dir «lonlita I4ad*r b«r«cha«L I Nummer 51 Berlin, 30. VI. 1925 Anzeigen -Verwaltunj* Jüdisch* Rundschau G.m.b.H., BerlinWi5.MelntkciU.10 Teleplioni Amt Bismarck 7165—70. An»«li«npr.lii8{rip.lLNoop«f.lll.«.iI«l\40 0,-M. S(iU.d£«iuc1x0^OO^M. Aju«H.nich!aDi Dil md t'rdlaf i lohmltltl 4 Uhr. Telephon i Uismnrk 7165-70. PofUcbxckkontoi Berlin Nr. 17392. FOf O«!«*!,, r«ltP.rk...fn.i»l Wlrn. Konto Nr. IV101O. (IrTiich.tkoilow.l.h PnM«P.,k.M.n.mtlW Konto Nr.S'MIO. l'Ur Pol.ni |'o.i,r.fk....ninit Wtriclu«, Konto Nr. 19070«. Rodaktionanehlufl Sonntaß und Mittwoch nachmittag. n"onn aar tlowltmug antrobt für da« JQdlich« Volk dlo Schaffung einer äHontHch ■ rechtlich goalchorton, Holmatatto In Potaatlna. „Baader Programm.* Probleme der vierten Alijah R\V. Jerusalem, Anfang Juni. Die sogenannte vierte Alj ili, d. Ii. der Hauptteil der heute fiavt'andcrndcn, entlieht sich in weit hühcrem Maße der fllcnlllMicn Kontrolle und der planmäßigen Regulierung als lt frühere Einwandcriingswcllc, deren Hauptkontingent Chaluzirn bildeten. Daher ist es Auch erklärlich, daß der jioniMischc Apparat sich bisher noch nicht in dem Maße wie d wünschenswert wäre, auf den neuen Typus des Einwanderers umgestellt hat. Das Schwierigste daran liegt in dem Umstand, daß die Chaluzirn sich von selbst der Erfassung seitens der Institutionen darbieten, während die neuen Ein- »anderer eher die entgegengesetzte Tendenz haben; sie »ollen mögli.list wenig beachtet und kontrolliert werden, dl jeder am besten zu fahren glaubt, wenn er sich eine [uMenr selbst ausfindig zu machen sucht, ohne andere in teine Privatangelegenheiten einzuweihen. Leider gibt es auch Elemente darunter, die sogar ein ausgesprochenes Interesse daran haben, möglichst unbeachtet zu bleiben; denn es muß ollen ausgesprochen werden, daß Palästina heute nicht mehr als ein Ort der Auslese wirkt, wie es früher einmal der Fall war, sondern daß es eine Anziehungskraft auch für recht unerwünschte Elemente bekommen hat. Denn leider gibt es ein Gebiet, auf dem sich in Palästina heute fast ebenso leicht Oeld verdienen laßt wie früher in den Golusl.indcrn mit Valutenspekulation, das ist der Handel mit Grund und Boden. Dies ist der Quell aller spekulativen Gewinne, eigentlich die einzige Erklärung für die Konjunklurstlmmung, die eine wirtschaftliche Blüte des Landes vortäuscht, die heute bfl weitem nicht erreicht ist. Das Fakttim der jüdischen Immigration, besonders solcher Schichten, die ein gewisses Maß von Bedürfnissen, auf die sie nicht zu verzichten bereit sind, Hilbringen, hat zunächst alle Güter, die der Befriedigung t'icscr Bedürfnisse dienen, in die Höhe getrieben, darunter an erster Stelle den städtischen Grund und Boden, da das erste Bedürfnis die Wohnung ist. Dies hat eine Verteuerung des gesamten städtischen Lebens zur Folge gehabt, aber schnell hat die Aufwärtsbewegung auch auf vorstädtischen Boden und sogar auf einfachen ländlichen Boden übergegriffen. Wie das gemacht wird, dafür sei ein Beispiel erwähn», das sich dieser Tage ereignete und so charakteristisch bl, daß es der Oclfcntlichkcit hekannt zu werden verdient. Die P. L. D. C. hat schon vor vielen Monaten ein größeres S'.üfk Land in der Nähe von Tel-Awlw erworben und an zwei Gruppen von Juden im Ausland weiterverkauft. Der Preis betrug ca. 3 Pfund pro Dunam. Vor kurzem kam eine der Agudas Jisrocl nahestehende Oruppc polnischer Juden ins Land und kaufte von dem Araber denselben noch nicht formell übertragenen Boden zum Preise von 8 Pfund pro Dunam. Natürlich zieht der arabische Verkäufer es vor, den ersten Vertrag zu annullieren, die bedungene Konventionalstrafe zu zahlen, und darüber hinaus noch einen beträchtlichen Uebcrgcwinu einzustreichen. Die Angelegenheit beschäftigt jetzt die rahbinkhen Gerichte in Palästina. Aber die juristisch-talmudischc Entscheidung des Falles interessiert uns gar .nicht mehr RfRcntlhcr dem Faktum, daß paläslinenslrchcr Boden eine Ware geworden Ist, um die mit solchen Mitteln gekämpft wird. Natürlich sind nicht alle neuen Immigranten Spekulanten, eben so wenig wie die früheren alle Chaluzirn waren. Im Gegenteil, die Spekulanten bilden wahrscheinlich nur einen kleinen Bruchteil, aber es Ist nun einmal so, daß ein sozial« Phänomen wie unsere Einwanderung stets Irgendwie nach ihren markantesten Erscheinungen, zum Guten wie zum Bösen, beurteilt wird. Und darüber hinaus wirkt sich die Spekulation noch verderblich und korrumpierend aus, indem sie nicht nur die ihr entgegenkommenden Instinkte der bereits im Lande wohnenden Juden hcrvorloekt, sondern auch notwendigerweise gesunde Elemente ansteckt. Viele Leute kommen mit dem Willen zu ehrlicher Arbeit und plagen sichsuch redlich. Aber ihr Wille muß schoji sehr stark sein, um es auf die Dauer zu ertragen, bei runer Arbeit .kärglich sklt durchzuschlagen und zuzuschauen, wie andere mühelos verdienen und es viel besser haben. Dies ist die größte Gefahr, tlic das schlechte Beispiel mit sich bringt und die man heute in der Atmosphäre Palästinas spürt. Darum ist heute diese Atmosphäre so ganz anders als sie noch vor zwei Jahren war, als die wirtschaftliche Lage zwar viel schlechter war, trotzdem »her ein Zur von Leichtigkeit und Hoffnungsfreude über allem lag. Heute ist auch bei denjenigen, die stets die Wortführer Im Kampfe für die „mittektändischc" Einwanderung waren, ein Gefühl der Bangigkeit nicht zu verkennen. Alles »prieht von der bevorstehenden Krise als von einer unvermeidlichen Notwendigkeit, obwohl natürlich niemand sich 'tcht vorstellen kann, wie sie aussehen wird und welche Folgen sie haben wird. Aber man hat den Eindruck einer weht normalen Entwicklung, einer Ucbcrspannung, die sich 'Scndwic nach den Gesetzen wirtschaftlicher Entspannung wen muß. Allerdings ist es wahrscheinlich, daß.wir noch mit Rück- "Wagen zu rechnen haben; aber die vernichtende Wirkung Jird umso geringer sein, auf je solideren Grundlagen die Wirtschaft aufgebaut ist. Je mehr die Wirtschaft in Ihrer wuktur den Bedürlnisscn des Landes und den tatsächlichen •Möglichkeiten angepaßt ist, umso fester wird sie auch S'Kcnübcr Erschütterungen bestehen können. Et wäre na- 'Wich naiv anzunehmen, daß man durch Eingriffe von auöeo «« werdende Wirtschaft bis ins letzte so regulieren kann, Jj>u jeder »einen Platz zugewiesen bekommt; vielmehr muß 15" 4US der etwas chaotischen Anarchie der ersten Versuche, «mo Platz zu finden, allmählich eine Ordnung herauskristalli- ««tn, wobei so mancher einen falschen .Versuch auch, mit Weizmann und Plumer London. (J.T.A.) Am 25. Juni abends hatte Dr. Weizmann eine längere Unterredung mit Lord Plumer. Dr. Weizmann sprach über die Lage in Palästina und die Probleme des jüdischen National« heims. Lord Plumer dankte für die Informationen und sprach den Wunsch aus, Dr. Weizmann vor seiner, Plumcrs, Abreise nach Palästina noclv einmal zu* sehen. Eine Rede Dr. Weizmann In Brighton (England) fand am 21. Juni ein feierlicher Empfang für Dr. Weizmann und Herrn Bernhard Baron statt, der bei dieser Gelegenheit!>r. Weizmann den Scheck über 10000 Pfund für die Universität übergab. Dr. Weizmann dankte für die großartige Spende und ging dann auf einige» aktuelle Fragcu der zionistischen Bewegung ein. Er wies darauf hin, daß die zahlreichen Prcsseäulicrungcn der letzten Zeit, so verschieden sie auch waren, in der rückhaltlosen Anerkennung des bisher in Palästina Geleisteten übereinstimmten. Für diese Entwicklung seien zwei Faktoren verantwortlich; die britische Verwaltung und die jüdische Leistung. Weizmann erinnerte daran, daß die jüdische Arbeit in Palästina in der schweren Krisenzeil unmittelbar nach dein Kriege begonnen habe und daß ein Vergleich mit der englischen Kolonisation in Kanada oder Australien lehren könne, wie beträchtlich unsere mit so kleinen Mitteln durchgeführte Kolonisation bisher schon sei. Weizmann wandte sich dann gegen den „Defaitismus", der sich in let/lcr Zeit in Teilen der jüdischen Prc.se breit mache. Fr werde ja auf dem Kongreß Gelegenheit haben, seine Politik zu vertreten, Wenn man ihm vorwürfe, daß er nicht genug getan habe, so könne er nur darauf erwidern, daß es noch nie eine Regierung gegeben habe, der man bescheinigt hüte, sie habe genug getan. Wer hätte vor drei Jähren es für möglich gehalten, daß Palästina monatlich 30CO Juden aufnehmen und absorbieren könne? Es sei ebenso wenig Veranlassung für Zufriedenheit wie für Defaitismus vorhanden. Man könne auch sagen, daß das jüdische Volk nicht alles getan habe, was es für Palästina hätte tun können, aber immerhin habe es einen Betrag von beinahe 8 Millionen Pfund in Palästina Investiert und dies in einer Zeit der schwersten Wirtschaftslage und auf Grund reiner Freiwilligkeit. Dis spreche doch für das Interesse des jüdischen Volkes am Aufbau von Palästina. Das Palästina- Interesse verstärke sich ohne Zweifel ständig. Weizmanns R«*de wurde mit großem Beifall aufgenommen. Nach Ihm drückte der Bürgermeister von Brighton seine Sympathien für den Zionismus aus. Verlusten wird bezahlen müssen. Aber doch darf gerade in einem Lande wie Palästina nicht unterschätzt werden, wieviel durch öffentliche Tätigkeit erreicht werden kann. Die Hilfe umfaßt vor nilein zwei Gebiete: Berufung und Kredit. Durch sachverständigen Rat können alle vorhandenen Tendenzen zu produktiver Tätigkeit unterstützt und geweigert werden. Heute steckt dieses Beratungswesen noch in den ersten Anfängen. Die Aufgabe, das Elnwnudcrcrmatcrial zu sichten und die Menschen nach Möglichkeit solchen produktiven Aufgaben, für die sie geeignet sind, zuzuführen, ist weit entfernt von ihrer Lösung, allerdings wie schon erwähnt auch dadurch erschwert, daß die sehr individualistisch empfindenden Leute sich zum Teil einer solchen Beratung seilet entziehen. Immerhin muß mit allem Nachdruck entgegen dni Meinungen, als wären alle Leute der vierten Aljnh Spekulanten, festgestellt werden, daß eine große Zahl mit dem ernsten Willen zur Aendcrung Ihrer Lehensweise In das Land kommt. .Betrachtet man etwa eine so seltsame Siedlung wie das Dorf Bnc Brak bei Tcl-Awiw, das heute schon 120 Familien faßt, so muß man anerkennen, daß hier der Paläslinagcdankc eine echte Auswirkung gefunden hat. Die Leute sind fast ausnahmslos Händler aus Warschau und Lodz, aber sie sind entschlossen zur Arbelt. Die Siedlung Ist angelegt als Kleinsiedlung mit dem speziellen Aspekt der Versorgung Tcl-Awlws mit Gemüse und Milchprodukten; bisher ist die Bewässerung noclt nicht In Ordnung, aber die Milchwirtsrhaft gibt schon beträchtliche Erträge, obwohl die Leute das ganze Füller kaufen müssen. Die meisten Siedler haben 10, manche 15 Dunam Boden, es gibt aber auch Parzellen von nur 2 oder gar 1 Dunam. Von Landwirtschaft verstehen die Leute natürlich nichts. Wenn man ihnen nicht mit sachverständiger Beratung und Anleitung nn die Hand gehen wird und vor allem die Fehler, die eine falsche, Illusionen fördernde Beratung begangen hat, korrigieren wird, dann Ist die Entwicklung dieses Punktes klar: Die Leute werden sich noch eine Zeitlang plagen, werden Ihr mitgebrachtes Geld teils aufessen, teils In Häusern investieren, und werden dann ihren Boden parzellieren und als vorstädtlschcn Boden verkaufen, da bei der Nähe Tel-Awlw», das mit Autobus In ca. 15 Minuten (u. b. In einer halsbrecherischen Fahrt — so entsetzlich ist die Straße Tcl-Awiw - I'ctach Tlkwah) zu erreichen Ist, zweifellos der Häuserbau und das Vermieten von Wohnungen sich als das relativ beste und sicher leichteste Geschäft erweisen wird. Damit wäre aber unversehens ein Punkt der produktiven Arbeit hlnQbcrgeglittcn in das Gebiet der Häuser- und Wohuuugispekulation. Hoffen wir, daß es andere komm», aber begnügen wir uns nicht mit der frommen Hoffnung, sondern greifen wir ein, soweit es In unserer Macht steht und solange noch i W. ., Unser Eingreifen muß vor allem in Anleitung und Beratung bestehen, wofür eine eigene Instruktions-Abteilung •in dringendes Erfordernis wäre. Hand in Hand damit aber muß ein entschiedener und rücksichtsloser Kampf grr;cn die Spekulation und den llundclsgcist in ollen seinen Formen geführt werden. Und davon sind wir leider noch weit entfernt. Es gibt noch immer Kreise, tlic es vom zionistischen Standpunkt aus für ganz nützlich halten, wenn sich die Märe verbreitet, in Palästina sei leicht Geld zu vcrdienCA. manclic Zionistcn helfen dem noch nach. Wenn aber nicht einmal von zionistischer Seite die Spekulation radikal abgelehnt und prinzipiell diffamiert wird, dann allerdings ist ihre Bekämpfung sehr erschwert. Denn für uns war stets die Verneinung der Art, wie Juden im Golus zu leben gezwungen sind, ein eiserner Bestandteil des Zionismus. Wenn nun dieselbe Lebensform in Palästina bejaht wird, dann hätte der Zionismus In der Tat viel von seinem Sinn verloren. Was uns heute not tut, it.t eine Besinnung des Zionismus, wie in den Tagen Achad Haams, der vor 30 Jahren mit Scharfblick dieselben Gefahren erkannte. Das zweite, was zu tun ist, ist die Förderung aller produktiven Tendenzen durch Kredit. Unsere zionistischen Banken scheinen dabei zu versagen. Uebcrhatipt wird allgemein gefragt, worin eigentlich die zionistische Funktion unserer Bank besteht; wenn es richtig ist, was ihre Leitung erklärt, daß nämlich die Struktur der Bank ihr ein Eingreifen in schwierigeren Fällen verwehrt, dann sollte wenigteii3 der Fiktion ihres zionistischen Charakters ein Ende cht werden. Jedenfalls brauchen wir heute dringend Kredit-Institute für Landwirtschaft und Industrie. Ein Teil der „mittclst.indischen" Privatinitiative ist sehr arm an Kapital und appelliert sehr hald an den Kercn Hajessod. Es sind gewissermaßen Kapitalisten ohne Kapital; schon „Kapitalist" der Gesinnung nach zu sein, wird heut cals ein kleines Verdienst angerechnet. Nur eine Stelle, die die neuen Unternehmungen sachlich kontrolliert, gleichzeitig aber auch die Macht hat, in positiven Fällen Kredite zu verschaffen, könnte in dieses Chaos Ordnung bringen und die wirklich wertvollen Kräfte aussondern und der Entwicklung nutzbar machen. Dabei müßte mit aller Energie der Ucbeifüliung der großen Städte, Insbesondere Tcl-Awiws, und der kaiiinchenhaftcn Vermehrung von kleinen Ocschäftsl.iden aller Art entgegengearbeitet werden. Es ist eine. Aufgabe von gigantischem Ausmaß, insbesondere wenn nun es mit einem so undisziplinierten, individualistischen Element zu tun hat, wie es der städtische Jude ist. Aber es i>t eben die Zeit gekommen, uns wieder darauf zu besinnen, daß Zionismus ein ungeheuer schweres Unterhmen Ist; die Propaganda der letzten Monate hat die Meinung großgezogen, daß wir den toten Punkt überwunden haben und alles nun auf natürlichem Wege vor sich gehen wird. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Zionismus als lalsscr faire, laisscr aller ist ein Widerspruch in sieh selbst. Zionismus ist tätige Mitwirkung, aktives Einwirken beim Aufbau des nationalen Heimes, auf daß wirklich ein nationales Heim wird und nicht ein neues Ghetto. _ Anfragen im Unterhaus London. (J.T.A.) In der letzten Sitzung des englischen Unterhauses richtete das Mitglied der Labour Party, Mr. Bromlcy, an den Koftmialministcr die Frage, ob ihm bekannt sei, daß die palästinensischen Behörden die Anerkennung der Gewerkschafts-Organisationen der Eisenbahn-, Post- und Telegraphen-Arbeiter davon abhängig gemadtt haben, daß eine Liste sämtlicher Mitglieder eingereicht werden soll. Auch sonst hätten die Palästina-Behörden ungebührliche und unerfüllbare KonUollmöglichkcitcn gefordert. — Mr. Amcry erwiderte, es stehen ihm keine diesbezüglichen Informationen zur Verfügung, er werde Erkundigungen einziehen. . ♦ London. (J.T.A.) In der Unterhaus-Sitzung vom 21. Juni fragte Captaln Wedwood Bcnn den Kolonial, minister Amcry an, ob die Grenzen Transjordaniens im Mandat festgelegt sind, ob an den Gerüchten, daß diese Grenzen geändert wurden, etwas Wahres sei. Mr. Orrasby- Gore, der Untcrslaatssekrctär für die Kolonien erwiderte: die nördliche Qrenzc Transjordaniens wurde in der englischfranzösischen Konvention vom 23. Dezember 1923, die westliche nach dem vom britischen Vertreter dem Völkerbund unterbreiteten Memorandum am 23. September 1022 vom Völkerbundsrat festgelegt. Diese Grenzen haben keinerlei Aendcrungcii erfahren. Die südliche und die östliche Orcnzc sind-überhaupt noch nicht fest gezogen worden. Diese Anfrage bezieht sich natürlich auf die von uns gemeldeten Annexion von Akaba und Mann. In der „Selbstwehr" richtet Dr. Oskar Epstein „Eine Frage an die Konfcrcnzgcmcinschaft radikaler Zionistcn". Die Frage lautet: „Wen gedenkt die Konfcr'nzgemcinschaft radikaler Zionistcn auf d c nt Kongreß anstelle Weizmann« als Präsidenten der Organisation zu kandidieren und weiches ist das Aktionsprogramm dieses Präsidentschaftskandidaten?" Wir hoffen, daß die Konfcrcnzg'emcinschaft diese offene Frage ebenso offen beantworten wird. Es kann ja ernsthaft nicht mehr bestritten werden, daß der Sturz Dr. Wcizmanns das Ziel der Opposition ist und wir hoffen, daß die Herren verantwortlich genug sind, ein derartiges Ziel nicht zu verfolgen, ohne einen anderen Personal Vorschlag machen zu können.