Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 38 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38 JUEDISCHB RUNDSCHAU Seite 353 Beitrag rar Industrie •Ideologie Von Heinrich Margullei. Wenn Ich heuie zu dieser Frage, die mir »eit Jahren »U die absolut ausschlaggebende für den Zionismus erscheint, erneut Stellung nehme, so geschieht es, weil mir eine einjährige Anteilnahme am Italienischen Wirtschaftsleben eine Fülle von Eindrücken vermHtclt hat, die, wie ich glaube, gerade für die Bearbeitung des pal.istiucuslschcn Problems nutzbar gemacht werden können. Und die vor einiger Zeit erschienenen Aufsätze unseres amerikanischen Freundes., Ooldbcrg, welche den luOcren Anlaß zu vorliegendem Berichte bilden, werden darin ilcherlkh chic Bestärkung und Unterstützung finden, die Im Interesse der Sache nur zu wünschen Ist. Es ist eigenartig, wie eine ganze Reihe der wirtschaftspolitischen Probleme Italiens, und zwar gerade die entscheidendsten, den Problemen Shnclt, denen wir In Palastina gegenüberstehen. Ein Land ohne Eben, Kohle, Petroleum. Ein Land, das trotzdem die Möglichkeit schaffen soll, Millionen Menschen mehr zu ernähren als es heute ernährt, weil es überbevölkert Ist, ober heute nicht mehr die Möglichkeit hat, wie vor dem Kriege seinen Menschenüberschuß ols „Emigranten'* nach dem Ausland und speziell nach. Amerika abzugeben»). Es muO also, koste es was es wolle, entweder durch koloniale Expansion ein Ventil schaffen, was schwierig, kostspielig und gefährlich ist, oder aber jene große Industrialisierung durchführen, die es bisher, wegen Mangel an Rohstoffen, nicht durchgeführt hat. Letzteres ist zweifellos auch schwierig, aber nicht gefährlich, und statt kostspielig zu sein, knnn es sehr einträglich werden. In vortrefflicher Erkenntnis dieser Sachlage hat sich Hallen daher zu diesem letzteren Mittel entschlossen und insbesondere Mussolini hat, gemeinschaftlich mit seinem kongenialen Finanzminister de Stcfanl, eine „Industric-Idealogle" geschaffen, die Wunder gewirkt hat. Zu dieser zunächst einmal vorhandenen Parallelität mit Palistina: dem Nichtvorhandensein industrieller Rohstoffe unter gleichzeitiger Notwendigkeit, durch Industrialisierung Orot und Arbeit für Maischcnntasscn zu schaffen, tritt noch die Gleichheit der finanziellen Unzulänglichkeit: in Italien ist das Kardial nicht vorhanden, mit welchem man die Industrialisier rung vornehmen kann; soweit es vorhanden ist, Ist es nicht kapitalistisch genug gereift, um In die Industrie zu wandern, sondern haftet an der Sparkasse und dem Rcntcnpaplcr. Selbst die großen llankcn, die viel tun könnten und auch viel tun, haben sich noch nicht, wie es die deutschen D-Banken jahrzehntelang getan haben, bewußt und planmäßig In den Dienst der Aufgabe gestellt, das Kapital aus allen kleinen Kanälen anzusammeln, um es In die Industriekanäle laufen zu lassen, (Eine der größten Banken setzt z. B. ihren Stolz darin, nur sovlcle Wechsel zu diskontieren, als sie ün Portefeuille bc halten kann, ohne auch nur einen bei der Staatsbank weiter diskontieren zu müssen; d. h. eine Kreditnuellc von mehreren hundert Millionen wird nicht ausgenützt. Das ist sehr solide, sehr vorsichtig, und stärkt das Vertrauen des Publikums, aber es bedeutet einen empfindlichen Ausfall für die Industrie.) Man braucht also das Auslandskapltal, und wie Ist dieses herclnzu lockeii, wenn die Zinsrate In Deutschland und Oesterreich 20—30 »,'o, in Italien aber 5 und 6 »/o beträgt? Schließlich noch ein Hinweb; auf die anderen Analogien: da» Klima ist-zwar nicht das gleiche,- aber es ist auch kein gegensätzliches, und was hier wachst, wächst auch in Palästina: die große OrangcnpTodukUon, der Wein, die Citrone, der Oel bäum, der Maulbeerbaum für die Seidenraupenzucht, Feigen, Mandeln, Rosinen u.a.m.*), Die Lage ajn und im Mlttelmcer schließlich gibt dem Hafenbau, Schiffsverkehr, Mlttclmcerhandcl, Speditlonswcsen usw. eine besondere Bedeutung, und was den Fremdenverkehr »nlar.gr, so ist die Zelt nicht fem, wo Palästina ehen so herden weUe überflutet werden wird wie es in Italien geschieh». Von der, wie man sieht, recht großen Fülle von analogen Wirtschaftr.prohlcmcn, die sich ergibt, möchte ich heule nur wenige herausgreifen, und zwar diejenigen, die speziell mit der Industrie-Ideologie zu tun haben. Offenbart sich doch hier am deutlichste« der märchenhafte Erlolg, den diese Ideologie zu erzielen vermag, wenn sie In die richtigen Hände gelangt Italien verfügt heute über eine Industrie, die auf vielen Gebieten der deutschen nicht nur gleichwertig, sondern vielleicht schon überlegen ist. Ohne Kohle und ohne Elsen hat ts eine Automobilindustrle geschaffen, die z, B. bei den jetzigen Handelsvcrtragsverhnndlungen mit Deutschland das.Recht der Einfuhr nach Deutschland verlangt, weil sie sicher ist, eich dort behaupten zu können. Sehr hoch entwickelt ist die Lokomotivenindustrle. Daß die Zucker- und Spiritusiiidiistric, durch Vertrustung besonders kapitalkräftig, sich so entfalten konnte, wird weniger Wunder nehmen; das gleiche mng für die Textil- und SeWcnmdustrie gelten. Aber selbst eine Industrie wie die Brauindustrie, welche von der Maschine angefangen bis zum nascheustöpscl und Bierfaß ausnahmslos alle Rohmaterialien, »He Betricbscinrichtitngcii, alle Zubehörteile und fast alle technischen Kräfte aus dem Ausland beziehen muß, verfügt heute über Unternehmungen, die an Modernität und Großzügigkeit den deutschen Lehrmeister zu überflügeln beginnen, Fragen wir nun darnach, wie ca möglich war, in einem so «urzen Zeilraum eine so amerikanische Entwicklung durchzumachen, so wird man zunächst an den Krieg denken und die «mit verbunden gewesene Abschnürung von den Ländern, welche bis dahin ihre Industrieprodukte hingcliefcrt hatten. Dadurch entstand der Zwang, sich Ersattiswiusttkn zu schallen, Jnd da der Staat Ucbcrprcisc zahlte, war es auch möglich. Der ^rieg ging vorüber, aber er hatte in allen Lilndcrn einen In- «ustrlallslcrungswahn zurückgelassen und im Bestreben, bei ttwalgcn neuen Kriegen wirtschaftlich unabhängiger und besser ««rüstet zu sein, gürteten steh alle Länder mit Schutzzöllen toenso hennetisch ab, wie es der Krieg getan hatte. Da» ist alles richtig, aber waa beweist es? Doch nichts Berliner Kalender □drei Ilafllaar ZtoatttUtha VaralnlK«»«. lUrlln W U, Ualnaaaitrata 10 Talapboni liltm«rok 71M-70 PoitiobMkkonto No. 10006 Dar)!» NW 7 IUit«i\T4rw»Hun* dar f». Z. V, Sonn»boD'l. den W Mai n»ehmltUn« 6 Uhr Barllaar Mlirachl Grappa, In der Rynagofra Ad im Sobalom, Oranadlaratr.0 (FloUdor Ilaw) Drotefca doi Utrrn lUbb. Aiohtr Strom. avanda 6H tThr Barllaar Gripp« daa llapoal D»»»lr, In d«n fop)iUnit>n, Hoplilomtr Ooffantllntia Vnriammlunu , „DU Elawaadaraag aaok PaUillaa" lul.i I.andaoar,riallmann,Hur, abaruta »H Vht Zlaalal. Clab Ilatlkwaa, In dan OKy-Fnatalklan, Draidanar Btr, »9 VoiUaanjr »ob Harra Diamant aaa «Igaaaa Warhaa. Kartno »um I'rnlia von Mk. 1.—, 8.—, 8.—, an dar AUndkinia. Faoklolab Dar Clara Dlanitapc. Jon 10. Unit Vacblaa Donner«t»j(, Jon 31. Mali vorm. Tralalaf, 0,16 Uhr Oabailala; Bahnhof Gronewold, »band* V/i Uhr, gam&Uloaai BatifcmnianMln im Bnhland S»TlÄnyrl*t» Ii DlonnUir. don VA. Malt Paohtaa Donnaratn«, (Ion Ä Malt Itabrllasa HonnaWnd, den 80. Mal bla t. .Ttinlt CroB« Waadaraag, Und so bleibt uns nichts anderes Ohrig, als die immer noch glimmende Hoffnung, daß auch für uns sich eines Tages da* Zusammenwirken jener drei Faktoren linden wird, von dem allein alles abhängt! die ImlUilric-Uk-oli.-pe, dx Ünerglc, sie durchzusetzen, und die Fachkenntnis, sie zu realisieren. Daß. diese drei Faktoren völlig allein dazu ausreichen, ungeachtet aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus Palästina ein blühendes Industrie/entrinn zu machen, mit einer vervielfachten Aufnahmefähigkeit für die Immigration, davon bin ich nach allem, was Uli während des IcUlcn Jahres In Italien zu scheu Gelegenheit hatte, felsenfester als je überzeugt. Der neue palästinensische Zdtltarif hat endlich neue Möglichkeiten geschaffen, und daß er selbst gekommen tot, zeigt, wirj auch In Palästina die Funktion der Regierung in den Dienst unserer wirtschaftlichen Notwendigkeiten gestellt werden kann. Del uns aber bleibt die planmäßige Industriepolitik nach wie vor nichts anderes als ein Gegenstand von überflüssigen Prcsscarlifccln, überflüssig, weil sie wie alle Artikel Im besten Falle den Verfasser, In keinem Falle aber den Leser belehren. Jadan Sonnabend Mltraohl J«eaad«;aai»la«ckaJI. bat Arthur Hohraxonhalm, IiavaUnwitr. Ua LaMBra voa Ackad Uaaai. oaohm. i TJkr Jldlaoka Klafaralrlaa. Nordan t Zahdtnlokar Str. W/KS OiUni Jablomkltt», M JUakßtlni Wtlmannitr. 19 Wllmaridorf, Hillbronnar fllr. 19 bat Panowakt Tlrlloh (anlar Sonnaband und (tonnt»*) to» 0—1 Uhr. In allen KlndorgRHan könnan neflh Klndar »nfaanomaaa warian. HtarlltoVa Spraebaahata ia Barlla (XIV. Baaaatar) Anakonf t artatlt dar Behollaltar, Harr N. Dar«»r«n, Dtanatag »band« S H Uhr Mlttwooh »btndi 0 Uhr, Donn«r»taa; abandi BVi Uhr, In dar Iloehiahala tnr dla Wliianichtlt daa Jadantnma, ArUUariattrala 14, 7, T.lmmar 4. daß er dauernd behauptet werden könnte, Der überwiegende Teil aber wird nicht nur bestehen, sondern er wird «ich noch amerikanischer entwickeln, aus keinem anderen Orundc als dem: daßes die sachgemäße und geschickte Führung hat. Italien hat kein Eisen. Aber es hnt etwas, was härter ist als Eisen: das tot Mussolinis Wille. Er bindet ein Dundcl Ruten zusammen, zum „Fasck>", dem Fascistcmymbol, und siehe; es ist nicht m biegen und nicht zu brechen. So schafft man Eisen. Italien hat keine Kohle. Aber es gibt etwas, was das italienische Wirtschaftsleben mehr anfeuert als Kohle: Stefanis Finanzpolitik. Deides zusammengenommen: zwei Fanatiker der IndustrialhlcruiiTS-Idcologle, die mit dieser Ideologie und mit nichts andere») den Mangel der Industriellen Rohstoffe aus der Welt schaffen. ( Wenn cliunal der Zeitpunkt gekommen sein wird, das Phä nomen Mussolini ungetrübter zu erkennen, als es tTurüi den Nebel der Tngcspolilik hindurch heute inftgllch ist, wird man ihn formulieren müssen als die potenzierteste Ausdrucksform eine» Zeitalters, welches vom Produktionswahn .besessen ist. Zusammengeballte, ununterbrochen sprühende und gestaltende Produktivität ist er selber, und die einzige Idee, der er dient, ist diese Idee, die er selbst verkörpert. Er war'Sozialdemokrat, aber als der Krieg und die Revolution in der ganzen Welt den großen Irrtum erkennen ließ, den der Sozialismus begangen hatte, als er sich einbildete, ein Verteilungsproblcni zu sein wahrend er in Wirklichkeit ein Produktionsproblem war, wurde Mussolini mit der ihm eigenen Entschlußkraft aus einem Ver tciluiigspolllikcr ein PrcHluktionspolilikcr•,). „Zusammenbruch des Kapitalismus? Aber wir stehen erst am Anfang des Kapitalismus!" Dabei ist er nichts weniger als ein Vertreter des Kapitalismus im üblichen Sinuc. „Ich bin weder Sozialist noch Kapitalist. Ich habe keine Prinzipien. Keine Ideologien Ich bin Eklektiker." Er hat nur ein Ziel und das Ziel heißt Produzieren. Arbeiten und produzieren. Und wenn man sieht, mit welchem Tempo das italienische Volk zu arbeiten gelernt hat, mit welchem Enthusiasmus es produziert, wenn man sieht (was man allerdings auf emer Oondelfahrt In Venedig nicht zu sehen bekommt), in welchem Maße sich das Italienische Volk aua einer angestaunten, aber trotzdem wenig beachteten Beigabe zu einem Lande der Museen, Farben und Erinnerungen In ein amerikanisch arbeitsames, unaulhitrllch schöpferisch neu gestaltendes und produzierendes Volk verwandelt hnt, wird man — ---wenn man Zionist Ist, sich fragen, wanini derartige Kräfte nkiit auch bei uiui, nicht auch In Pnlüslina entstehen und wirken können. Das ganze Geheimnis ist: Industrie-Ideologie, verbunden mit der Energie, sie durchzusetzen, und mit einem Fachmann, der sie rcali-sicrt. Dabei ist es erstaunlich zu sehen, wie geschickt die Regie rung in ihren Maßnahmen Ist. Das 25j!ilirlgc Stcucrprivilcg für neugebautc Wohnhäuser z.H. läßt ununterbrochen neue Straßenzüge entstehen, was besonders denjenigen eigentümlich berührt, der aus Deutschland oder Oesterreich kommt. Aber das wichtigste Problem war, im Publikum das Vertrauen zum Bank- \md Uuluslricpaplcr wcidutttuten. Wcscm ProWem dien ten vcrschicdqtc Maßnahmen. Ehic Großbank, die durch industrielle Rückschläge m Schwierigkeiten geriet, wurde z. 13, durch Mussolinis persönliches Eingreifen gewaltsam saniert. Der Finananinistcr aber tat dadurch das seine, daß er nicht mir darauf verzichtete, mit neuen Stnatspaplcrcn als Konkurrent auf dem Kapitalmarkt zu erscheinen, sondern umgekehrt noch einen Teil der alten- Papiere" aus dein Umlauf herauszog. Da Relcbskoilerenz des Verbandes ostifidUcher Organlsallooea Berlin. (J. T. A.) Am Sonntag, den 10. Mai, wurde Im Sitzungssaal <Jcr Jüdischen Ocmcindc zu Berlin die zweite Rcichskonfcrenz des Verbandes ostjüdischcr Organisationen In Deutschland In Anwesenheit von mehr als 50 Delegierter» aus allen Teilen Deutschlands, sowie zahlreichen Oästcn, eröffnet. Herr Ilaarpudcr begrüßte Delegierte und Gäste Im Namen des Zentralkomitees. Hierauf begrüßten die Konferenz Herr S, Rudel im Namen des Arbcitsfürsorgcaintcs, Herr Kanowltz im Namen der Berliner Zionistischen Vereinigung, Herr Kalcko im Namen des jüdischen Studenten- Verbandes, Herr Schweriner für den Ccntral-Vcrein deutscher Staatsbürger jüdischen Olaubcns, Herr Dr. Ol schwanger für „OSE", die Herren Dr. Singalowsky und Dr. Zcitlin für „ORT". Zum Präsidenten der Konferenz; wurde Herr Dr. Rosenkranz (Chemnitz), zu Vizepräsidenten Zolkow und Spiro (Breslau) gewählt. Hierauf hielt Herr Dr. Max Sotowcltschlk einen Vortrag über die gegenwärtige Lage der Juden in der Welt. Er führte tuigclähr aus: Zwei Momente beherrschen jetzt die jüdische Wirklichkeit: die Wcltrcaktion und der wirtschaftliche Niedergang Europas. Diese hatten zur Folge, daß die natioiialpolitische Position der Juden in den Ostlähden! erschüttert und sie aus ihren wirtschaftlichen Positionen hinausgedrängt worden sind. Alle Länder mit Ausnahme Palästinas sind der jüdischen Einwanderung versperrt. Der Aufbau Palästinas ist jetzt die größte Tatsache dci jüdischen Lebens, auch die bedeutungsvollste Tatsache des jüdischen ideologischen und geistigen Seins. Die Tatsache des Palästina-Aufbaues trifft den Weltantisemitismus Ins Herz. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Erziehung der kommen-, den Generation zu produktiven Berufen; die Ucberprcduktiou an intellektuellen Elementen muß aufhören. Wenn auch die gegenwärtige Lage trostlos ist, so ist sie doch nur trostlos für die einzelnen Teile des Volkes; das Gesamtvolk, der Klal-Jisroel, befindet sich Im Aufstieg. Mit dem Aufbau Palästinas schließt die Oolusgcschlchtc ab. Dort ist dio Ruhe, dort wird das jüdische Problem und das Problem der Beziehung der Juden zur Menschheit gelöst. (Anhaltender Beifall.) Berlin (J, T. A.). Die Konferenz naliin in ihrer Schlußsitzung nach einem Referat Dr. A. Singalowskys folgende Resolution einstimmig an: Da der Wiederaufbau der rui nierten jüdischen Wirtschaft im östlichen Europa eine Aufgabe darstellt, die die Anstrengung aller gesellschaftlichen Kräfte des jüdischen Volkes erforderlich macht, und da die Heranziehung der jüdischen Volksmasscn zu produktiver Arbeit landwirtschaftlicher' und industrieller Natur die gesündeste Form des wirtschaftlichen Wieder.mfb.ius ist, erklärt die Rcichskonfcrenz, daß die Tätigkeit des „ORT"-Vcrbaudcs, und zwar: die Kredithllfe für Handwerker und Landwirte, sowie Die Verbreitung von nützlichen Berufen unter der jüdischen Jugend, von großer nationaler Bedeutung ist und auf die Unterstützung seitens sämtlicher jüdischer Kreise ohne Unterschied der Partei Anspruch erheben darf. Die Konferenz begrüßt die in Europa und Amerika begonnene Kampagne zugunsten des jüdischen Aufbau-Fonds und fordert die Mitglicdci der auf der heutigen Konferenz vertretenen Organisationen, sowie auch sämtliche Juden in Deutschland auf, sich an der wichtigen Volksarbeit des „ORT"-Vcrbondcs zu beteiligen. iVIrtsch.Hskontercnz der Juden in Kirpalo-Raßlantl Prag, (J.T. A.). In der Stadt Bercgsasz fand jüngs» eine Wirtschallsliilfskonfcrcnz der Judenschaft Karpatorußlands statt, zu der alle Teile des Landes Ihre Vertreter ent sendet hatten. Das Hatiptrclcrat hielt der Schriftsteller L. Chasan«witsch, Vertreter des Verbandes „ORT", auf dessen Initativc die Konferenz einberufen worden war, In Ihren Resolutionen konstatierte die Konferenz die „dauernde Paupcrislcrung und Dcklasslcruug der großen Mehrheit der Jüdischen Bevölkerung „Karpatorußlauds" und brachte ihre Ucberzcugung zum Ausdruck, „daß die Dinge in wenigen Jahren einer Katastrophe zutreiben müssen, falls dem Verdendungsprozeß nicht endlich mit allergrößter Energie und Umsicht Einhalt peboten werden sollte". Die Konferenz hcscMoß, eine Landcsorgnnlsatlon „ORT" ins Leben zu rufen, die Hand in Hand mit dem Wcltvcrbandc „ORT^ an dem wirtschaftlichen Aulbau der Judenschaft Karpatonifltands arbeiten wird. Es wurde ein Arbeitsprogramm aufstellt, welches die Siärkung des jüdischen Bauernstandes durch Kredite^ durch Verbreitung modernen landwirtschaftlichen Wissens und Förderung des Genossenschaftswesens, ferner Hebung der Lag« des jüdischen Handwerkerstandes durch fachmännische Au& »ndtres. als daß iedes Land Im''p"«IlV"rfVr Notwendig. I ^^dern und gleichzeitig der Haushalt des Staates zum ersten blklung und Ausstattung mH modernen Arbeitsinstrumenten k«lt bei sachgemäße.^ md «schickte Führung alles 13 WiC$cr (^"JS*1"}* scheinbar) ins Gleichgewicht gebracht im Kreditwege, sowie Förderung der Kleinindustrie und Er Ui-li.. a«wijj«iiauvi uhu gcscnicxicr runnmg uuer atics wurde, st cir der Kurs für die Rente utile* AKnadm« <t<-a Knn». I i-idiiunr» von ArSMt<n,M,n.,-M,r,,~„ ,~r,-i„i.f r>^.u.«i a. \ Nichtvorhandensein von Rohstoffen. und sonstigen Voraus '«zungen hinwegkommen kann. Del dieser Behauptung Ist »chon berücksichtigt, daß z. D. was Italien anlangt, ein Teil ^r geschaffenen Industrie in der Tat zu künstlich ist, als ') Die Dringlichkeit dieses Problem« hat Mussolini im ».7i " .Frühjahr zur Einberufung einer Imponierenden intcrnationalen hmigrationskonfcreiu veranlaßt, welche in Ihren utL}vlStn notgedrungen zu dem Problem des — Mlnorl- '««nschutzet gelangte, und Oberhaupt für una eine enorme "weurung besaß, der wir leider wieder einmal nicht ge- W4C^«n waren. Davon ein andermal. f»-iiwitlt <toehJv£Öki. Jeder weit« Italiener unter «Incm *r«lg*jnb«u.m und iWetaatock"* wurde, stieg der Kurs für die Rente unter Abnahme des Angebotes, und natürlich mußte das zu einer Abwanderung von Kapitalien In andere Anlagen beitragen. Doch es wäre ein Unding, aus solchen Dingen Programme ableiten zu wollen. Wie ich schon oo oft gesagt habe: wiche Dinge nlnd nicht Prägen der Programme, tondern Fragen dea persönlichen Könnens. Programmatisch daran Ist lediglich die Industrie.Ideologie als solche. ») Nimmt man zu dieser Erkenntnla noch die zweite: daß der Soziallsmus «Ich einbildete, ein Befreiungsproblem zu sein, während er umgekehrt ein Organlsicrungs- und piazlpllnlerungsproblcm ist. hat man den Fwclsmus auf dl« küntest« Formel gebracht, Er lit ein Iconverelertei; Sozlallimu», rlchtung von Arbcltsnachwelsbüros vorsieht. Präsident dei neuen Organisation ist Herr Moses Quttmann, Krlcrjsfjelallenen -Frledliüle lu Palästina Jerusalem, (J.T.A.) Am 28. April wurden die Fried höfc der britischem Krlcgtigcfallcucu In Gaza und Oelral-Bclnh, wo etwa 19OO0 Kriegstote begraben sind, durch den englischen Bischof In Jerusalem eingewcilit. Der Zeremonie wohnten Obcvkommlssar Sir Herbert Samuel und Feld marschall Lord Allcnby bei. Qcburtcn und Todosflilio In Tol-Awlw. Im Jahre 568-' wurden lu Tcl-Awiw gegen 1000 Kinder geboren. Gestorber lind 357 Leute, davon 123 Kinder im /'.terbis zu einem Iaht* Die größte Klndereterbllchkelt hentchi« Im Sommer. \