Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 38 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer 0,35 Goldnmrk * ■■ i K ' >> *%^ES^«SU£&3y Tcltphom Bl»m»rk 7165-70. PosUchcckkontoi Berlin Nr. 17392« Pur OtiHrrtltlii Po»l.r>«,V«i„nimt Wlrn, Knnlo Nr. IVSflM. rtt Tic.«koil»wiWli f-oitiptrktntB.mt tut, Koolo Nr. M«I0. Für!'•!•■ i l'oilipirlou.o.at W.nchiu. Konto Nr. 19010«. R«d»l(tlonnchluD Sonnt«« und Mittwoch nachmlttaij. rrDin o«k |^Xlor!»inui ertlr«bt lör das Jüdisch« Volk dl« Schaffung einer CffenWch ■ r«ihtllth gaalchtr.an Holmitatto In Palästina. „Pnsclcr Programm." Baron Rothschild in Palästina Jerusalem. (J. T. A.) Baron Edmond de Roth- J lnld ist am 8, Mal an Bord seiner eigenen Yacht in ILlrut eingetroffen, von wo er sich nach Palästina LJin Besuche der jüdischen Kolonien begab. * i e r u i a I e m (J. T. A.). Am 10. Mai landete Baron Roth- \Md In Tanturah, dem kleinen Hafenort .In der Nähe I.., Sichron-Jaakob undbegab sich sofort nach Sich- |rn.ja:kob, das bekanntlich ihm besonders zu Dank verfehlet Ist- In Slchron-Jaakob wird Baron Rothschild mit liltrbert Samuel zusammentreffen. Baron Rothschild gedeukt, etwa 3 Wochen In Palästina tu ItWbcn. Sein Eintreffen in Tel-Awlw wird für den 17. Mai Itm'jrtct. ' Mit Rothschilds Besuch in Palästina erfüllt sich ein inniger Wunsch des Jischuw. Dieser Mann, der unter Um schon fast legendär gewordenen Namen „hnnadiw" hdem Kind in Palästina bekannt ist, wird für alle heilen als eine der führenden Figuren beim Aulbau neuen jüdischen Palästina erscheinen. Sein Ein- I «reifen war es, daß die schon fast verlorenen Posi- Loncn rettete, die die Bilu und ihre Nachfolger gclichaffen hatten. Seit diesem ersten Eingreifen, deren (fruchte der greise Baron heute in Risclwn le Zion, ]«i Sichron Jaakob und in Rosch Pinah sehen kann, blieb er (der treue und opferbereite Freund des Jischuw, dessen ] Popularität der Herzls kaum nachstand. Baron Rothschild wird in Erez-Isracl sehen, daß seine Opfer ihre Früchte zu tragen beginnen. . . Herbert Samuels AbicUledsrelse durch PalSstlna Jerusalem. (J.T.A.) Sir Herbert Samuel, der Ende Juni d. J. sein Amt als britischer:Oberkommissar für Palästina verläßt, hat am 8.: Mai seine Abschiedsreise durch das Land mit: einem Besuch der Kolonien und Dörfer in Galiläa begonnen. Am 8. Mai wohnte er in offizieller Eigenschaft der Eröffnung einiger neuer Anstaltenüi der Klndcrkolonic bei „Oiw'at Ha- 3)ore" bei. Sokolow rief dem Oberkommissar am Schluß des zu seinen Ehren gegebenen Frühstücks ein Auf Wiedersehen" zu. Die Juden der ganzen Welt, •igte Sokolow, sind durch den Abschied Sir Herbert Samuels von seinem Posten in Palästina bedrückt Sie verstehen aber, daß Sir Herbert nach einer Arbeit, *ie er sie in den fünf Jahren seiner Amtstätigkeit geleistet hat, der Ruhe bedarf. Nahum Sokolow schloß "iit dem Ausdruck der Hoffnung, Sir Herbert Samuel später wieder in Palästina zu begegnen.' Amcrltta Kein Eln\vanücrung§lanil mehr Washington. (J. T. A.) Laut den Berichten, die keim Staatsdepartement für Arbeit und Immigration einkaufen sind, haben bis jetzt 160000 russische und?5 000 polnische Staatsangehörige Gesuche um Zuteilung von Visen zur Einreise in die Vereinigten Staaten eingereicht. Mit Beginn des neuen Quotenhhrcs am 1. Juli 1925 werden aber laut dem neuen Ein- Änderungsgesetz aus Rußland bloß 2 243 und aus Polen 5982 Personen einwandern dürfen. Dem- »ach würden diejenigen russischen Staatsangehörigen, die ,!* letzte auf der Liste stehen, beinahe achtzig Jahre ein Visum warten müssen, die polnischen Staatsangehörigen fast fünfzehn Jahre. Nicht viel «sser steht es um die Emigrationswilligen aus den an«, deren osteuropäischen Lindum, wie z. B. aus Lettland einer Jahresquote von 152, Rumänien mit 603 "nd Litauen mit 344. . . w-i e n. (J. T. A.) Der Korrespondent des „Wiener Die MlncralscMIze im Toten Meer Eine Einladung der Palästina-Regierung Jerusalem. (J.T.A.) Die Palästina-Regierung er« ließ soeben eine Bekanntmachung, daß die Kronsngcutcn-' für die Kolonien in London bereit sind, mit Unternehmern zwecks Ausbeutung der Mineralquellen des Toten Meeres in Verbindung zu treten und im Namen der Palästina-Regierung Verträge abzuschließen. Es handelt sich in erster Reihe um die Ausbeutung des S a 1 z g c h a 11 s des Toten Meeres. Der durchschnittliche Prozentsatz der Salze im Mccrwasscr ist 25, dieses Salz enthält 34 o;0 Soda-Chlorid, 4 n/o bis 7 o/o Kalium« Chlorid und 1 e/o Magncsium-Bromid. Der Rauminhalt des Toten Meeres beträgt ungefähr 120 000000000 cbm; die Oberfläche enthält 30000 000000 t gemischter Salze, von denen 1500000000 t Kalium-Chlorid sind. Paliistina ist demgemäß mit Bezug auf Kaliqucllcn das reichste Land der Welt. Auch die Bedingungen für die Ocwinnung der Salze sind hier günstiger als anderswo. Der geologische Experte des Departements für Handel und Industrie in Palästina hat die Ausnützungsmögliclikcitcn sehr genau studiert und ist zu aussichtsreichsten Resultaten gekommen: Es wurde ein ausführliches Memorandum über die Kaliqucllcn des Toten Meeres aufgesetzt. Es wurde auch eine Prüfung der Phosphatablagcrungcn und der asphalthaltigcn Kalksteine vorgenommen, Das Experiment erwies die Möglichkeit der gewinnbringenden Produzicruiig von Actzkalk aus diesen Lagern, wobei die Abfälle als gutes Brennmaterial zu verwenden sind. Ein besonderes Snchvcrständlgcnkomltcc aus London prüfte die Ausbcutungsmöglichkcitcn der Kaliqucllcn und kam zu dem Schlüsse, daß die wirtschaftliche Rentabilität zweifellos in einem hohen Maße gegeben ist. Ein Bericht hierüber nebst Analysen sind von den Krons« agenten in London zu bezichen.. MiO«bmii zur ReMong der Ernte ' ' ' Das landwiiUchaftliche Departement der PaUstina-Exekulve unternimmt energische Schritte, um die Ernte der Siedlungen im Emek smd im Jord.int.il zu retten, die durch den Mangel an Regen außerordentlich bedroht Ist. Es Ist die Anlage einer teilweisen Bewässerung der Felder vorgesehen, durch die es den Siedlern möglich gemacht werden soll, trotz des Wassermangels Ocmusc für eigenen Bedarf und für den Verkauf auf dem Markte zu ziehen und diese so für den Ausfall an anderen Produkten schadlos zu hiltcn. Auch wird erwogen, auf dem K. K. L-Boden In Nurli mit seinen verschiedenen, aus den Mitteln des K. H. errichteten'" Siedtungen eine großzügige Bewässerungsanlage durchzuführen und auf diese Weise die landwirtschaftliche Produktion soweit wie möglich von den Schwankungen des Rcgcnfalts unabhingip ru machen. * ■ ragblatt" in Washington übermittelt seinem Blatte die folRcnde Information aus authentischer Quelle: Es bcttcht zurzeit keinerlei Aussicht auf eine Mll« jlcrung der amerikanischen Immigratlons- Präsident Coolidgc habe ausdrücklich erklärt: Die tr!,i>ltung der amerikanischen Rasse heische eine dau« 'rntJc Aufrcchtcrhaltun'g der jetzt geltenden Beschrän- ^"fien für. neue Einwanderer. . Auch für die amerika«' "»sehe Wirtschaft sei eine freie Einwanderung aus Eu« *f* nicht tragbar. ' .. '.7. So erscheint Palästina mehr Und mehr als das einzige 8ocjin Betracht kommende Immigraticmsland für Juden, Eine Völkerbnndskonimlsslon (Gr Milarla-Rekümpluirj Ii Palästina Jerusalem. (J. T. A.) Am 10. Mal ist In Palästina eine Kommission des Völkerbundes rur Bekämpfung der Malariascuche eingetroffen. Die Kommission untersuchte zuerst die Verhältnisse in B e I s a n in dem einst von der Malaria beherrschten Tale Jcsrcql, sodann untersuchten sie die Sümpfe von Jcsrccl und die hier durchgeführte Entwässeiungsarbeit. Von hier begab sich die Kommission nach Galiläa, um die Epidemicvcrhillnisse in dieser Provinz zu studieren. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit daran, daß die Internationale Mnlariakonferenr, die unter den Auspizien des Völkerbundes vor kurzem In Ocnf tagte, die Malariabekimpfung durch AustrockniuiR von Sümpfen in Palästina als vorbildlich bezeichnete. , Alllance zwischen Wjhabltea und dem Ycmcn? Jerusalem. (J.T.A.) Die führenden arabischen Kreise Palästinas erhielten die Mitteilung, daß der Iman Yechia, der Regent von Ycmcn im südlichen Arabien, dieser Tage eine Pilgerfahrt nach Mekka antritt, wo er mit Ibn Saud, dem Sultan von Nejd und Hcdschas und Oberhaupt des Wahabitcnstammcs zusammentreffen wird. Dieser Begegnung wird große Bedeutung zugeschrieben; man spricht von einer bevorstehenden Alliancc zwischen den Wahabitcn und den Yemeniten. ' > Die Aprll-EianahmcB dei K. M. I- Dcr April brachte für den IC K. L wieder eine Erhöhung seiner Einnahmen. Die Sammlungen ergaben in diesem Monat den betrag von 25.W»0 RCRcniiber £E. 14.517 Im Rlclchcn Monat des Vorjahres. Die Otsamteingäiigc für den K. K. L. vom 1. Oktober 1924 bis 30.' April 1925 ergeben den Betrag von £E. 133.707 gegenüber! £E. 76.097 in der gleichen Periode des vorigen fahret.' 1 . . tlktfÄU British Empire - En Charod - Agudas Jisrocl - Revisionisten-ArablschcundjüdischcArbeitcr- , . ' Anilscmlüamui. Wer die politischen Vorgänge'der letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, — was freilich aus den rcichs«. deutschen Zeitungen allein kaum möglich ist — wird' beobachtet haben, daß im britischen Weltreich zwei Tendenzen immer klarer hervortreten, die schpn seit , Jahren im politischen Leben des' Empire zu beobachten waren, aber jetzt, wo ein auf'lange Zeit gesichertes Kabinett am Ruder ist, mit besonderer Deutlichkeit hervortreten. Bismarck hat einmal England für nicht bündnisfähig erklärt, weil der ständige Wechsel der Kabinette jede politische Kontinuität unmöglich mache. Wir können heute das Gegenteil'beobachten, können sehen, daß trotz mancher Abweichungen im einzelnen doch die großen Linien der britischen Wcllrvilitik unverändert bleiben, welche Partcikonslclhtion auch gerade die Geschicke des großen Reiches bestimmt. Die beiden großen Tendenzen lassen sich als Stärkung des Zusammenhanges der einzelnen Olicdcr des Reiches bei gleichzeitiger Dezentralisation definieren. Immer weniger ist von englischer Politik die Rede, immer mehr müssen wir von einer Politik des Weltreichs sprechen. Der. Ausbau des "Infcns von Singnporc geschieht gewiß zur Sicherung der englischen Herrschaft in Indien; aber es ist interessant, daß das australische Dominion ebenso wie das britische Hongkong sich im höchsten Maße daran interessiert zeigten, und durchaus ebenso interessiert an der Stärkung des Reichs erschienen wie das Mutterland. Diese Konsolidierung des Reichs geschieht aber nicht, indem etwa die Zügel straffer angezogen würden, sondern gerade im Gegenteil, indem immer mehr ein Reich verbündeter Staaten, ein britischer Bundesstaat besteht. Man muß tief in die Psychologie des britischen Weltreichs eingedrungen sein, um zu verstehen w?s es bedeutet, daß das südafrikanische Dominion beschließen konnte, die Vorzugszölle für englische Waren aufzuheben und das Budget dem Parlament künftig nur noch In holländischer Sprache vorzulegen, ein Beschluß, der durchaus in der Richtung der heutigen britischen Politik liegt und in keiner Weise als ein feindlicher Akt gedeutet werden darf. Uebcrhaupt wird man sicii abgewöhnen müssen, mit der üblichen Schcmatisicning von Dominions und Kronkolonicn zu sprechen. In Wirk« lichkeit hat die lebendige Rechtsentwicklung fast jedem der Teile des britischen Reiches seine eigenartige Struktur gegeben und durch die Mandatsländer wird das Bild noch mannigfaltiger. Mit Mesopotamien scheint sich ein Zustand herauszubilden, der nach einer Ucbcrgangszcit von einigen Jahren den Eintritt Mesopotamiens in den Völkerbund und dann eine bloße militärische Allinncc mit Oroß-Britannlcn vorsieht, eine Form, die ebenfalls nur als eine neue Möglichkeit für die Anglicdcrung eines. Staates an das Weltreich gedacht ist. In Cypcrn ist ebenfalls in den letzten Tagen eine Acndcnmg des Status eingetreten, durch den das britische Protektorat auf der großenteils von Griechen bewohnten Insel in eine Kolonie umgewandelt wurde. Auch In Indien, wo freilich die Kompliziertheit der Verhältnisse ein Urteil nicht gestattet, scheint sich langsam ein Weg anzubahnen, der den Indischen Wünschen nach Hörnende Rechnung trägt, ohne diesen entscheidenden Teil des Weltreiches damit von der Gesamtheit zu lösen. Diese gesamte Entwicklung bedarf unserer stündigen Aufmerksamkeit vor allem, wenn es sich um die L.indcr des Vorderen Orients handelt. Hinzuweisen wäre in diesem Zusammenhang noch auf eine Maßnahme, die ebenfalls in der Richtung der Konsolidierung des großen Reiches liegt, und zeigt, wie sehr heute die Probleme Englands als Probleme des Gesamtrclchs angesehen werden. Es handelt sich um eine Meldung, wonach zwischen dem Kolonialministcr und den Dominions von Kanada und Australien Verträge abgeschlossen sind, In denen sich die Dominions verpflichten,, eine große Zahl von britischen Familien aufzunehmen und anzusiedeln.. Australien wird im Laufe von zehn Jahren 450000 Einwanderer aufnehmen und die Transportkosten für 6lo bezahlen, Kanada stellt das Land für 3000 Familien zur Verfügung. Wir können aus diesen Ziffern vieles lernen, können 6ehen, daß auch Im bri« tischen .Weltreich landwirtschaftliche Kolonl« satio ri nurauf der Basis öffentlicher Mittel möglich ist und daß auch bei staatlicher Kolonisation schließlich die .Aufnahmefähigkeit von Koloniallindcrn begrenzt bleibt» . V',< ')«,! im!;" .cv i :h'V' ''ii'- ■V-o' .. ' tt, ' i'i:f -y-- V .'<'aV'';,< » 'V. .!Y>1 •: •:;, a ■'10 .i \ tu:*'' \f,';• »•!• i I I», 'I! .'■■ \;> ii ..;>.»• ,rv ):!:•;;; ii ■■ i '■' :[ '>■ "<> } t W.\ Vi ,f '1!. ,1 I ' lVs: :■ T *»• i ■ Y > i .i. i I!. "I f t<V '; ' , i i >." . i'i i -i ''<'' 11■ ,i < i' ■ i <i i.. i ■ i'\ t ■ , i V" | M;.;>' i^: u ii, ,,, '■'.»V! ■■■ ,'iJ| ' f'. '.ff.;'' i ,;i <\'.i\' , i ' ■ , *ii',S u * 't I i r i' i i> * i t