Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1925)
- Date
- 1925-05-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 37 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 34» Idee und Wirklichkeit Von Med. Dr. W. Kohncr, Karlsbad. Wer die Möglichkeit hat, den Monistischen Ereignissen der Icdten Jahre gegenüber eine gewisse Distanz einzuhalten, sei tt weil er nicht im Zentrum und Wirbel der Ereignisse steht. sei es. weil er sich daran gewöhnt hat, möglichst vieles und Ctat besonders das, was seinem Merzen am nächsten steht. iu objektivieren, dem wird sich mehr oder minder zwingend bei der Betrachtung der zionistischen „Innenpolitik" der Vereiden mit einem Kartcnsplclcr aufdrängen. Durchaus abfliuiRig von der ..Karte'«, die der blinde Zufall ihm in die II,iik1 spielt, gestaltet sich dem Spider Plan und Programm iclnes Vorgehens, wozu noch die Unmöglichkeit kommt, die Kraft und Spielstarke seines Ocgncrs oder Widerparts mehr als andeutungsweise zu erkennen. So steht ihm nur ein ganz beschranktes Feld für eigene Entschlußfähigkeit zur Verfügung. Die Chance, die er hat, ist der „Trumpf". Auf ihn, seine richtige Verwendung, konzentriert sich seine ungeteilte Aufmerksamkeit, die nahezu faszinierte Ausschießlichkeit, die den echten Kartcnspielcr kennzeichnet. Ist ein Spiel vorüber, hebt ein neues an, neue, wiederum ganz beschränkte Möglichkeiten, neue Trümpfe. Dieses bpiel spielt der Zionismus — oder sagen wir lieber, die zionistische Ocffcntlichkcit, seit Jahren. Nicht ganz Hanrd, aber fast Hnzard. Immer neue Trümpfe werden ausgespielt. Hallour-nckl.ir.iUou — ein Trumpf. San Rcmo — ein anderer Trumpf. Der jüdische High Commissioncr — der dritte Trumpft Palästinaaulbau, der Chaluz, ein christliches Buch Über den Steine klopfenden Akademiker, Jcwlsh Agcncy, Marshall, Tcl-Awiw, Privatinitiative. Kercn Hajcssod — lauter Trumpfe, die mit Emphase auf den Tisch geworfen werden und dabei hofft man, da» noch andere, noch bessere Trümpfe im «ipicl sein werden. Es gibt auch sicher noch eine Reihe §uter Trümpfe, auf die spekuliert wird — Ucbcrsiedclung der xekutive nach Palästina z. B. Momentan wird der Trumpf ausgespielt: Reorganisation der Weltorganisation. Mit groDcm Ernste, mit ungeteilter Aufmerksamkeit werden und wurden alle diese Chancen ausgespielt, die zionistische Ocffcntlichkcit warf sich mit nllcr ihrer Energie auf sie und doch muß mit Bedauern konstatiert werden, da II trotz all der guten Trümpfe das Spiel nicht gewonnen wird. Das Spiel kann auch nicht gewonnen werden, aus dem einfachen Grunde, weil das, was da auf dem Tische der Weltgeschichte vor ».ich geht, überhaupt kein Spiel Ist. Es ist kein Spiel, denn der Gegenspieler ist nicht dort, wo wir ihn vermuten, in London, in Rom, in Damaskus, sondern wir selbst sind unsere Gegenspieler und damit hebt sich das Spiel auf. Die Mentalität des Zionistcn seit dem Tode Hcrzls Ist die Mentalität des Spielers. Nur der Spieler faOt die Ereignisse so „gegenwartsprogrammartig" auf, nur er spricht ununterbrochen von „Augenblicken", Situationen, die ausgenützt werden müssen, nur der Spieler ist so einseitig auf die momentane Lage eingestellt, ist so wenig geneigt, weitere und tiefere Ausblicke zu berücksichtigen, nur der Spieler zeigt $o wenig innere Sicherheit und Zielstrebigkeit, wie es der Zionismus von heute tut. Es bedeutet heute ein Wagnis, von Dingen sprechen zu wollen, die nicht in der direkten Linie des Spieles stehen, ja selbst das Zurückgreifen auf die Ewigkeitswerte unserer Hcwcgung, die Erwähnung der Möglichkeit, daß der Zionismus auch bei Nichterfüllung der gegenwärtigen Anforderung an Wert und AussIchtsmögHchkeft nicht verliere, bedeutet heute entweder Aechtung oder Klassifizierung als „weltfremder Narr". ( , , Es gehört heute'mehr'als der Mut zur Unpopularität dazu, die Frage nach dem Sinn des Zionismus aufwerten zu wollen. Wer heute noch von der I d e c des Zionismus sprechen wollte, würde mit einem Achselzucken erledigt sein. Und doch muQ diese Frage aufgeworfen werden. Sie Ist heute die Frage, das Problem. Die Idee des Zionismus ist der aus der unnormalen Lage des jüdischen Volkes entstandene Wille zur Normalisierung. Er ist ein soziales Ideal kat exoehen. Von sozialen Idealen ist zu sagen, daß sie „als Willcnszielc höchster Ordnung eine gestaltende reformatorische Kraft haben, vorausgesetzt, daß sie wirklich von sozialen Entwicklungstendenzen ausgehen, solche zum Ausdruck bringen, und daß sie es vermögen, die realen Kräfte der Gesellschaft in Ihren Dienst zu steifen." (Es Ist klar, daß „nntlonnlpollllsch" ein Unterbegriff von „sozial" Ist.) Seit Merz! und Nordaii hat niemand mehr in einfachen, monumentalen und prägnanten Worten den Sinn des Zionismus zum Ausdruck gebracht. Im „Textbuch des unverfälschten Zionismus" wie Max Nordau das Protokoll des ersten Zionistenkongresses genannt hat, finden wir Seite für Seite den Ausdruck des ungeheuren Willens, der die Totalität des Zionis mus ausmacht. Die Epigonen haben den Blick für die Totalität des Zionismus verloren, haben die Naivität des mächtigen Wollens eingebüßt. Ihr Blick Ist fasziniert auf ein Ziel gerichtet — •Palästina. Der Pnliistinngedanke Ist nn die Stelle der zionistischen Idee gerückt, er Ist der Kern und Angelpunkt des Zionismus geworden. Aber In Wirklichkeit ist Palästina gar nicht das Ziel, sondern nur ein Mittel, eine reale Kraft im Dienste der Idee. Pas heißt es heute klar zu erkennen und 'ii betonen. Der Palästinaaufbau Ist ein Mittel zur Erreichung des Zionismus, nicht mehr und nicht weniger. Was bedeutet es aber, was seinem Wesen nach nicht Idee, sondern nur Behelf sein kann, als Idee ausgegeben wird? Es bedeutet fcbcrwcrtigwcrdcn einer Tcilidce mit ihren Folgerungen: Einengung des seelischen Blickfeldes. „Die überwertige Idee — »•igt Krctschmer — holt sich clcktiv immer nur die Beobachtungen und Erinnerungen aus dem dargebotenen Material heraus, die zu ihr passen oder sich zu ihren Ounstcn umbiegen lassen, während alles, was für sie nicht verwertbar erscheint, oder ihr widerspricht, aus dem Bewußtsein abgesperrt Ist und gar nicht zum Anklingen kommt." Die Palästinaidcc ,$t zur Monomanie geworden. Man klagt darüber, daß es Immer schwerer und schwerer *ird, unbezahlte Mitarbeiter, ehrenamtliche Funktionäre für den Zionismus zu finden. Für den Zionismus? Nein. Für die monomanische Palästinaaufbauidee, die heute dem Zionismus Rlnchjjcsclzt wird, sicherlich und erklärlicherweise. Eine wirk- '•die Idee reißt mit fort, ergreift den Menschen ganz und gar f|ne Monomanie aber kann das nicht. Eine Idee, willens' Stoorcn, schafft ununterbrochen neuer Energie, neuen Willciv tine Monomanie aber Ist nicht In dem Maße übertragbar *'f eine Idee. Die Tatsache allein, daß es nicht reinigt, m dem Worte „Palästinaaufbau" die Massen mit forizurSßetv, ""Jßte allen Einsichtigen tagen, daß der Palistinatufbau nahezu « Oegner mehr Im jüdischen Lager hat. Palästinaaufbau ist eine sehr gute Sache, eine zahm*. 5»nt»e Sache, die von allen Oroßpristdenten aller Logen ^'geheißen wird, Paliitiniaufbau fit sogar die wichtigste unter den Erfordernissen der Gegenwart, aber sie Ist keine revolutionäre Sache mehr. Palästinaaufbau Ist reale Tätigkeit, Praxis, die am besten von Praktikern gemacht wird. Diese Empfindung haben ausgesprochen oder unausgesprochen die vielen, vielen alten Zionistcn, die so im Laufe der letzten Jahre- und Jahrzehnte von dem Schauplatz der Aktivität abgetreten sind. Ist es notwendig, Namen zu nennen? Solange Palästinaaulbau noch die Bedeutung hatte: Aufbau eines neuen, besseren, höheren sozialen Ocbifdes, hatte das Wort noch mehr Kraft als es heute hat, wo die Gleichung besteht: Zionismus Palästinnaulbnu ri Geld. Geld Ist keine Idee, da nützt keine luicrprctatlouskiinst, und Schnorrer kann kein Ehrenname werden trotz aller Hochachtung vor dem Manne, dem das Ereignis vorgeschwebt hat, daß mich Ocuse ein Ehrenname wurde. Nun gut und schön, wird man sagen, aber das sind doch Worte. Wenn Palästina mit Worten aufgebaut werden könnte, sagt doch der Führer selbst, hätte er es allein aufgebaut. Palästina ist eine Tatsache, dort, nicht In Downlngslrcct wild die Politik gemacht, Wunder geschehen nicht mehr. Ocld, Geld, Geld, sonst ist nichts notwendig, alles andere kommt dann. Wer könnte sich der Erkenntnis verschließen, daß dies alles wirklich richtig, ja unanfechtbar Ist, daß in der heutigen Situation wirklich keine andere Arbeit Sinn und Wert zu haben scheint als die llcrbclschaffung der materiellen Mittel, um in Palästina eine Position nach der nntlcrcn zu schaffen, Menschen und Mittel ins Land zu bringen. Das ist heute die Mentalität des offiziellen Zionismus, mit ihr gelingt es, einzelne wenige Zionistcn so anzuspornen, daß etwas Ocld zusammengebracht wird, mit ihr gelingt es vor allem Wcl/niann, dieser wahrhaft tragisch-heroischen Persönlichkeit, Gelder und Stimmung zu schaffen. Wie leicht haben es doch die unter uns, die sich so vollkommen auf Palästina eingestellt haben, «Infi sie dort die „Front" sehen, in London den Gcneralstah und in der sonstigen zionistischen Ocffcntlichkcit die ..Mittellinie". Mit dem vom Kriege her so bekannten Bilde ließe sich die Sache so einfach darstellen: Hinterland, Etappe, Front, das richtige Zusammenarbeiten verbürgt den Sieg, das mangelnde Funktionieren auch nur eines der drei Glieder muß die Niederlage mit sich bringen. In Wirklichkeit liegt aber die Sache ganz anders. Man muß es mit aller Energie sagen, schreiben und rufen, daß Palästinaaufbau nur ein Mittel zum Zionismus Ist, nicht der Zionismus selbst. So, wie die Dinge heute liegen, verschlingt Palästina den Zionismus, Man hat das, mehr oder minder vctbr.imt, in den letzten Jahren immer wieder zu hören bekommen. Die Zurückhaltung der Jcwlsh Agcncy gegenüber hat letzten Endes keinen anderen Grund als die Furcht davor. Wie wurde Griiubaum verlästert als er sagte, das jüdische Volk könne warten. Mit welcher Emphase wurde es ihm cnlgcgcngcschlcudcrt, das Volk könne nicht warten. Und nun wartet es doch und wird noch weiter warten. Wenn Zionismus Renaissance des Volkes Ist — und nur das Ist eine Idee, die Willen schafft — so muß es noch lanrjc warten und wird warten und kann warfen. Robert Stricker war mutig genug, die Konsequenzen aus dieser Situation zu ziehen und es öffentlich zu sagen. Hunderte vor ihm haben gemeint, daß sie die Bewegung schädigen würden, wenn sie laut und öffentlich verkünden würden, warum sie nicht mehr mithin können. Es wurde einteilend gesagt, daß „Reorganisation" der letzte Trumpf Ist, der ausgespielt wird, lindllch hat man erkannt, offiziell nämlich, daß Palästina nichts Ist ohne eine starke Organisation. Jetzt trägt mau Sorge um die Organisation, die nun seit vielen Jahren systematisch vernachlässigt hat. Die Diskussion, die über diese Frage Im zionistischen Blätterwald stattfindet, zeigt in ilircr Oberflächlichkeit wieder so recht den Spieler- Charakter unserer ganzen Bewegung. Organisation Ist eben der neue Trumpf, der die Partie gewinnen soll. Nicht aus der tiefen Erkenntnis des Eigenwertes der Organisation als realer Faktor In der jüdischen Renaissancebewegung heraus ist die Sorge um sie entstanden, sondern ganz einfach deshalb, weil der Bau eben zusammenbricht. Auch denen, die jetzt um die zionistische Weltorganisation zagen und zittern, nachdem sie jahrelang zugesehen haben, wie man dieselbe Organisation als Vereinsmeierei bagatellisiert hat, sei gesagt, daß mich die zionistische Weltorganisation nur ein Mittel, aber nicht das Ziel, nicht die Idee des Zionismus ist, wenngleich nie auch wirklichkeitsnaher well grundlegender Ist als der „Palästinaaufbau", Das klingt mir Im ersten Augenblick paradox, Ist es aber nicht, wenn man den grollen Zusammenhang keinen Augenblick aus dem Auge verliert, Kaum einer hat in den letzten Jahren die inneren Ur Sachen des Niederganges des Zionismus in so lapidaren Worten geschildert wie Emil Cohn in seinem wundervollen Buche „Judentum". „Der Zionismus, (den Hcrzl geschalten) war durchaus eine Bewegung der Heimkehr, In Ihm begehrte zum ersten Male wieder das jüdische Lcl>cn auf . . . Das Entscheidende nn der Bewegung aber war nicht Ihre Betriebsamkeit, sondern die leidenschaftliche Gläubigkeit, di'o hier einmal, alle Dämme durchbrechend, zur feurigen Ollenbnrung kam. Das Ziel der Aiilrlchluiig eines autonomen Judrimtnales inullle dem nüchtern rechnenden Jahrhuiiilertiniiisclicn als heller Wahnsinn erscheinen. Daß aber eine Jugend nuttrat und schwärmerisch zu dem einzigen Manne niilhlicktc, der ihr zurief: „Ich glaube daran I" — das kennzeichnet den Zionismus trotz aller seiner propagandistischen und organisatorischen Betriebsamkeit beinahe nis eine religiöse lkwegung." Hei denen aber, die diese Oläubigkcit später nicht mehr hatten, wurde „Volk, einst der Behälter des Lebens, totes Instrument, die Betriebsamkeit unermüdliche Agitation, d. Ii. Lebhaftigkeit trat an die Stelle des warmen pulsierenden Lebens selbst, und Volksvcrsanimlungslärin spiegelte Lebendigkeit vor. Die Organisation festigte «Ich, wurde schlagkräftig, der Apparat funktionierte wunderbar, der Zionismus wurde gefürchtet, wurde eine Macht. Aber es war ein verhängnisvoller Zirkel, in dem man sich da hlnclnbcgcbcn hatte. Denn heute stehen wir vor der widersinnigen und bestürzt machenden Erfahrung, daß wir mit dieser Macht In einem für uns entscheidenden Augenblicke der Ocwtychtc wohl die politischen Krälte der Welt für uns flüssig machen konnten, nber nicht das eigene kleine umschränktc Volk. Anerkannt als einziger Wortführer des Wcltjudcntums vor den Mächten der Welt Ist der Zionismus nicht nur nicht anerkannt vom eigenen Volke, sondern beinahe isoliert . . So aber mußte es kommen, denn Volk läßt sich nur von dem gewinnen, der Ihm 6elneu vollen Glauben schenkt. Dieser Glaube unterscheidet den Volksmann vom Partelmann, den Führer vom Agitator . . ." (Fortsetzung folgt.) Wir biftten drlngond, für die Redaktion bostizamto Sendungen nicht an Personen, sondern an die Redaktion zu adressioren, da sonst Verzögerungen nnvormoldUch sind. IjHdwIrtseballllche Informationsstelle Der Waad liaalijah, über dessen Ori'iudung wir seinerzeit berichtet haben, hat eine Waada Chaktaith ('.andwirtschaftllchc Kommission) eingesetzt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Juden der Diaspora, die an landwirtschaftlicher Kolonisation in PaListina persönlich interessiert sind, alle notwendigen Auskünfte zu verschaffen. Die Kornmission umfaßt die besten landwirtschaftlichen Sachverständigen. Anfragen, die sofort ausführlich beantwortet werden, sind an folgende Stelle zu richten: Waad arzi le Injanc liaalijah blichwlt hawaadali hachaklaVlh, Tcl-Awiw. ' Dr. Jakob Korkls gestorben. In Lemberg ist Rechtsanwalt Dr. Jakob Korkls Im Alter von 55 Jahren gestorben. Dr. Korkis war seinerzeit in den ersten Jahren des Zionismus Redakteur der poluisch-jüdßchcn Zeitschrift „Wsclrod" und Vorsitzender der Organisation. Dr. Korkis widmetc sich hauptsächlich mit großer Hingebung, der zionisti. sehen Arbeit filr Palästina, und selbst in den letzten Jahren seines schweren Siechtums hat dieser unermüdliche Mann au allen Aktionen zur Förderung der Aufbauarbeit in Palästina und der zionistischeil Propaganda persönlich teilgenommen. Senator Sanllcwtcl gestorben. Am 5. Mai verstarb starb in Kischincw der einzige jüdische Senator in Rumänien, Herr J, Sauil cwlcl. Der Verstorbene hat sielt große Ver. * dlenstc um die ukrainischen Flüchtlinge in Bcüarabicn erworben. Er war Vorsitzender des kaufmännischen Verbandes' in Bcßarabicn und Präsident des Kcren Hajcssod in Kischincw. Gbcrsclilrslschfr Zlonlstentao Unter großer Beteiligung der Zionistcn aus sämtlichen Orten Oberschlcsicns fand am 3. Mai in ßcuthen der Oberschlcsischc Zionistcntag statt. Herr Kurt Blum cnf cid berichtete über den gegenwärtigen Stand der Icwish Agcncy- Frage. Am Nachmittag fand im engeren Kreise eine Besprechung über die Kcren llajcssod-Arbcit in Bcuthcii statt. Am Abend sprach Herr Blumeufvld in einer öffentlichen Versammlung vor mehreren hundert Zuhörern, darunter vielen Nichtzionistcn. WandcrerlQrsorge Am Sonntag, den 3. Mai d. J., fand in Dresden emc Sitzung aller jüdischer Gemeinden Sachsens statt. Die Vc.. Sammlung beschloß auf Grund eines Referat?* de? Vertreters der Hauptstcllc für jüdische Wandcrfürforgc und Arbeitsnachweise, Herrn Dr. Krc utzberger, eine Landeskassc für den Freistaat Sachsen zu gründen. Die Landeskasse hat die Aufgabe, den gesamten Durcliwaitdcrcrvcrkchr Sachsens zu zentralisieren. Als Sitz der Landeskassc wurde Leipzig bestimmt. Die Landeskassc Leipzig wurde verpflichtet, die Durchwanderer auf möglichst weite Strecken zu befördern, das Meldcwcscn gut zu organisieren und der Schaffung eines Arbeitsnachweises näherzutreten. Die der Laiidcsk.vse angeschlossenen Gemeinden (Annaberg, Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Plauen, Zittau, Zwickau) verpflichteten sich, wrläulig 2<y« ihres Stcucrsollcs an die Landeskasse abzuführen. Die Versammlung sprach den Wunsch aus, daß sich möglichst bald alle dem Freistaat Sachsen angrenzenden Provinzen ebenfalls zu dem Gedanken der Zentralisierung bekennen und die Oriiiidtincr von Provinz.lalkasscn in die Wege leiten sollten, um die Wandcrfürsnrgc in Deutschland c nheitlich zu regeln und in sinnvolle Bahnen zu leiten. Der Zcnrtralwolilfnhrtsstcllo der deutschen Juden wurde vom Rcichsarbcitsiniiiistcriiim eine einmalige Bcihillc aus den noch verfügbaren Reicbsniittcln zur Förderung der Wohlfahrtspflege in der Ucbcrgangsz.eit in Aussicht gestellt. Der Betrag ist für Einrichtungen bestimmt, die der Fürsorge für Kriegswaisen, besonders auf dem Oehictc der Berufsausbildung, dienen. Entsprechende Gesuche sind an die Geschäftsstelle der Zcntrnlwohlfuhrlsstclle, Berlin C2, Roscnstraße 2/1, erbeten. Berufsressort des K.J.V. Offene Stellen: Apothekerstelle bei Bundesbruder in größerer Mittelstadt, E. 15/110. Zionistische Ortsgruppe in großer Stadl Mitteldeutschland"! sucht Turn- und Sportlehrer, dem Stellung nachgewiesen s> wie monatlicher Zuschuß gewährt wird, E. 15/144. Vertreter gesucht für Verkauf chemischer Präparate, F, 15/117. Vertretungen: Assessor gesucht für. etwa einen iVton.it für Rechtsanwalt in Mittelstadt, F. 15/142. — Assessor gesucht für etwa einen Monat für Rechtsanwalt in Kleinstadt, E. 15/1«. NicdcrlflHsungsmüglichkcitcu: Praxis eines Bundesbruders Im Norden Berlins kann sofort ühernommcii werden, E. 15/141. Meldungen mit Angabe der Nummer an das Präsidium des K.J.V,, Berlin W35, Mcinekcstraße 10, erbeten. In den von der Agudas Jsrocl In Wien unterhaltenen Lehrwerkstätten können noch für den am 1. August beginnenden Lehrgang Tischlcrlchrlingc eingestellt werden. Es sei darauf hingewiesen, daß die Lehrwerkstätten unter staatlicher Aufsicht stehen und die Lehrlinge am Ende ihrer Ausbildungszeit ein Examen vor den Staatsbehörden ablegen müssen. Nähere Auskünfte erteilt die Stcllcnvcrmlttlungszciitrale der Agudas Jsrocl Jugendorganisation, Frankfurt a. M., Rothschild- Alle 33, bzw. die örtlichen AitfiCätcIltcuausschüssc der Agudas Jisroct. Sport S. C. Hakoah, Berlin. ^Am 17. Mai 1025 finden die lubiläumsspielc des S. C. Hakoah statt. Halcoah stellt fünf Mannschaften, und zwar: S.C. Hakoah. Berlin I, gegen Ö.S. C. Vorwärts »800 1, Oberliga, um 4 Uhr. Vorher spielen: S.C. Hakoah I, Schüler, gegen D. F.'C. Schwarz-Weiß I, Schüler; S.C. Hakoah II gegen B.S.C. Vorwärts III; S.C, Hakoah I, Juß-cnd, gegen B.S.C. Vorwärts I, Jugend; S.C Hakoah II. Schüler, gegen B.F.C. Schwarz-weiß II. Die Spiele finden auf dem Sportplatz des B.S.C. Vorwärts 1800, Bcrliit-Tcmpclhof, Dosestraße, statt. Fahrvcrbiudung: Linie 35, 96. V) und 199. Alle Frciuidc, Bekannte und Gönner werden gebeten, möglichst zahlreich an dieser Jubiläumsfeier teilzunehmen. ^sumpmms mwmx&si»sjm ^'T, *' ■•: ^1 n^^i^zzi ISSTESSESES: "ff^i Uml Mt Mm UmrmiU'MicM ler ÄMeia Eil§»taiia|!