Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-05-08 · Heft 36 (8.5.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 36 (8.5.1925)
Date
1925-05-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652725--17376-3518237
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

f UMtes V. tfaf " - tj"rrjj y"t P"äj fILJ' t^a pj Jl |Lfl '......-Vrg^J <TT^n und Verlag W 15, Melncke$t-«Ue 10. Erachelnt if Dlcnitaö und Freitag. Bcrugaprda bei der Expedition gttlleh 1,85 Goldmark. Vierteljährlich 5.35 Goldmark. ' duMiuumtoU «ikIm lo d«r Wthrtinf in «loMln« UaiUr k«tttbnL Nummer 36- T Berlin, 8. V. 1925 Anzeigen-Verwaltung JüdUcheRundtchaa G.m.b.H., Berlin Wi5, Mcloaktitr.10 TeWphoni Amt Dlimarck 7165-70. AM«lt«iipr.I«i8atip»II.Noop>rilil««tll«0,«OcM.St.ll»B{«iattn0110O..M. Aai.ltftfMcMaOi Dl«gili| »ad Fr• 11• a«o.i»Uta» 4 Uhr. Telcphoni BUmark7165- 70. Postichcckkontoi Berlin Nr. 17392. Für O.iUrrdchi PoihnarVuiriumt Wim. Konto Nr. IS60JO. Fflf Tichtchoilowittli PoiUpirkiMtnanilrW, Konto Nr. VMIO. FOr Polio i I'uili[>nliaiicrint Wttichiu, Konto Nr. 1907M. RedaktionaichluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. n"D"in «t\x Xionlimu» erstrebt für Hat JUdlich« Volk dl« Schaffung olnor öffentlich ■ rechtlich goakherton Holmttatta In Poia-tlnn. XXX. Jahrg. „Daselar Programm." Dem Kongreß .entgegen Eineinden um KGis^rcßfraäcn: Das Biifigei per S i r c i k d c r p a 1 ä s t i n c n s i s c h c n L c h r c r, V[ io oft schon drohend, nun zum Ausbruch gc- 'iSnicii M» Mf*. so schnell er auch durch das ^(Cn Sokolows beigelegt werden konnte, wieder Ijl die finanzielle Lage beleuchtet, in der wir .jun Palästinas durchführen müssen. Gerade;^lbc Zeit, da das beinahe 60000 £ erreichende März- ^bnis der Kcrcn Hajcssod-Arbeit bekanntgemacht J-jc, brach der Streik ans und bewies von neuem, ,i schwer schon die Erhaltung der bestehenden Elutionen für uns ist, für uns, deren Ziel Neuaufbau j keineswegs bloße Erhaltung schon geschaffener jiilulioncn ist. Das Kompromiß, das unter Sokolows uspizien zustande gekommen ist, dürfte praktisch ■auf hinauslaufen, daß die Zionistische Organisation, der Kcrcn Hajcssod, auch für diejenigen Einsen des Schulwcrks bürgt, die an und für sich A anderen Quellen (Schulgelder, Regicrungssubttlnn usw.) gespeist werden. Neben diese Tatsache stellen wir eine zweite: Im achen Zirkular des Kcrcn Hajcssod-Dircktoriums, in Schern die Märzcrgcbnisse mitgeteilt wurden und tmt wurde, daß sie nicht hinter dem Budget zurück, •öcn, wurde ein Brief der Palästina-Exekutive publist, worin mitgeteilt wird, daß die große Zahl der Migranten die Iinmlgrations-Abtcllungdcr ■tekutive gezwungen habe, das ihr gesetzte Buritt nicht unwesentlich z u. Qbcrsch rci t c n •1 dns auch für den Rest des Jahres eine solche dmchrclluiig notwendig sein werde. Somit fällt mancher Tropfen Wermut in den Wein «rcr Freude, die wir alle über die .relativ guten '••ebnissc der Kercn Hajcssod-Arbeit empfunden haben, .i befinden uns ja bekanntlich In dem Jahre des ionsolidations-Budgets",. des Budgets, das» rtr Verzicht auf die Schaffung neuer ländlichen Sied-' zjen sich mit der Festigung" der bestehenden Siedln oder vielmehr eines Teils der' bestehenden Ölungen begnügen will. Auch in diesem Jahre also ) wir auf neue Kolonisation verzichtet haben, sind i, wie die Ueberschrcitung des Immigrationsbudgcts der Lehrerstreik beweisen, nicht voll imstande gcden Anforderungen unseres Budgets nachzusäen. , . Wir stehen vor dem Zusammentritt des Kongresses. «Exekutive hat die Tagesordnung noch nicht vor- •^t, aber es läßt sich schon ungefähr überblicken, «Gegenstand der Diskussion sein wird. Die Jcwish ■picy-Fragc hat sich seit dem letzten Kongreß vor in Anicrika soweit entwickelt, daß wichtige und '»itive Beschlüsse gefaßt werden müssen. Die Rcor- «alion der Zionistischen Organisation, schon lange ^tine Notwendigkeit empfunden, wird im Zusammen- ' mit der Erweiterung der Agcncy In Angriff' gc- Milien werden müssen. Aber w|r 'stehen nicht. an, i1 »Maren, daß wichtiger als alle diese Fragen die der Fortführung unserer Palästina-Arbeit ist, mit 4«cn Worten, die Budgetfragc. Bekanntlich pflegt elementare Nationalökonomie den Unterschied des ^•Haushalts vom Staatshaushalt dahin zu definieren, r zwar der Privatmann . nach den zu erwartenden Rahmen seine Ausgaben bestimmt, daß aber der umgekehrt handeln muß, daß er. zunächst festf "en hat, welche Ausgaben er machen will, um dann die Quellen zu überlegen, aus denen er die dafür *<fiidigcn Einnahmen beschaffen kann. Die Zio- ^schc Organisation, die aufgehört hat, ein Verein!'tm und angefangen hat, ein Staat zu werden, hat *utn ersten Nachkriegsjahren den Versuch gemacht, *r Haushalt nach den Prinzipien des Staatshanshalts gellen. Diese Versuche scheiterten: <|ic Einnahmen )(JKeren Hajcssod bleiben sowesentlich hinter den ^"schlagtcn Ausgaben zurück, daß man nolcns volcns 1 "'."Bekehrten Prinzip zurückkehren , mußte. Man ^'e Erfahrungen der ersten Jahre zugrunde, man »i\ daß dieselben Beträge wieder aufgebracht —i uüu uit3tiui.il ociragc wicucr uuiyi.-uiuv.iH ^'Cn könnten und suchte nun schlecht und recht •i; UsRaben diesen unzureichenden Einnähmen anzu- % fyt Wir alle wissen, wie das geschah; dal Schul wurde von Sitzung zu Sitzung herabgedrückt <, tc»ließlich, wurde im laufenden Jahre sogar auf Lntl;c kolonisatorische Tätigkeit verzichtet. Wir 4, .°',(:n festgestellt, daß alle diese Resignationen c,mnal zu dem Ergebnis geführt haben, daß das ^.'"'«Ic Budget eingehalten werden konnte, '»Jc soll es im kommenden' Budgetjahre werden? rage ist diesmal besonders schwierig zu bcantweü unbekannte Faktoren in Rechnung zu \ stellen Vmd. Es ist noch keineswegs geklärt, ob die erweiterte Jcwish Agency den Kcrcn Hajcssod als ihr Aufbauinstrumciit übernehmen wird oder ob etwa ehr neuer Fonds gebildet werden soll, oder welche andere Form gewühlt werden wird; Es ist auch keineswegs sicher, ob die Neuregelung bereits auf dem Kongreß in Kraft treten kann oder ob' wir nicht vorläufig wie bisher mit den Kräften des Kercn Hajcssod den Aufbau werden bewerkstelligen müssen. Es soll im folgenden diese letztere Alternative zugrunde gelegt werden, die die wahrscheinlichste scheint. Die Budgetdebatte auf dem Kongreß und die Beratungen in der Budgetkommission werden das vertraute Bild zeigen: von allen Seiten werden Forderungen gestellt werden, die in jedem einzelnen Falle vollauf berechtigt sind, von der Seite derjenigen aber, die für die Gcldaufbringuug verantwortlich sind, werden dem Budget Grenzen gezogen werden, die in Palästinn als unerträglich empfunden werden dürften. Um so wichtiger ist es, sich schon heute über gewisse Prinzipien klar zu werden, die dem neuen Budget zugrunde gelegt werden müssen. Dabei scheint uns das .wichtigste das landwirtschaftliche Budget zu sein. Die palästinensische Arbeiterschaft hat den Beschluß, durch den in diesem Jahre die gesamte landwirtschaftliche Tätigkeit sich auf die Konsolidierung beschränkte, mit schmerzlichem Bedauern aufgenommen und hat es für selbstverständlich erklärt, daß ein solcher Beschluß höchstens einmal in einem Ausnahmejahr gefaßt werden könne, daß aber weitere Konsolidierungsjähre eine Katastrophe für den Aufbau bedeuten würden. Das Ist völlig richtig, wobei die Notwendigkeit der Konsolidierung nicht einen Augenblick in Abrede gestellt werden soll. Wir haben den ncugcgründctcn Siedlungen im Etnck nicht diejenige Ausrüstung gegeben, deren die geregelte landwirtschaftliche Arbeit bedarf, und die sogenannte „Defuitwirtschaftt*. war. nur das Ergebnis unserer, unzureichenden Investierungen. Der Gedanke,, sukzessive den bestehenden Siedlungen die notwendigen Beträge zu geben, deren sie zum „füll equipment" bedürfen, um auf diese Weise sie in absehbarer' Zeit von weiteren Zuschüssen des Kcrcn Hajcssod unabhängig zu machen, ist ein gesunder und normaler Gedanke. Aus all dem ergibt sich eine klare Konsequenz, nämlich das.landwirtschaftliche Budget so ausreichend auszustatten, daß die begonnene Konsolidierung fortgesetzt, gleichzeitig aber neue Kolonisation geleistet werden kann. Es sei nur im Vorbeigehen darauf hingewiesen, von welch entscheidender Bedeutung auch gerade für die Kercn Hajcssod-Propaganda die'. Tatsache sein wird, daß mit dem Geld des Keren Hajcssod neue Siedlungen begonnen werden. Daneben wird sich die Budgctbcrattiiig mit der Tatsache.zu beschäftigen haben, daß die Einwanderung seit deni letzten Kongreß damals nicht geahnte Ziffern 'angenommen hat und daß die Zusammensetzung der Einwanderung' eine andere geworden ist. Es werden zahlreiche Vorschläge gemacht werden, wie die zionistische Exekutive mit Hilfe des Kcrcn Hajcssod dieser neuen Immigration zu helfen vermag. Die Klage, daß der Neuciirwanderer, der mit kleinem Kapital nach Palästina kommt, kaum weiß, wohin er sich wenden soll, ist sicherlich nicht ganz unberechtigt. Es gilt, die Instanzen der. Bewegung auf diese neue Einwände rung umzustellen, was. in der Hauptsache wiederum eine Budgctfrage ist. Gerade wenn von unserer Seite die Konzentration der neuen Einwanderer in Tel-Awiw als bedenklich; angesehen .wird, wenn wir die Verteilung auf andere Städte .und ..soweit möglich die Uebcrführung zu landwirtschaftlichen Berufen anstreben, so werden diese Tendenzen nur verwirklicht werden können, wenn wir die finanziellen ' Mittel bereitstellen. Endlich sei auf einen dritten Punkt unseres Budgets hingewiesen, der in den letzten Jahren immer wieder zu Krisen Veranlassung gegeben hat, das Schul budget. Die 'Reduzierung .dieses Budgets von Jahr zu Jahr, die Nichtausznhlung. der, Lehrergehälter, die ständige und . mm einmal erfüllte Streikdrohung der •Lehrerschaft, der Rücktritt Dr. Lurjes: das alles sind charakteristische Merkmale dieser Krise. Gewiß ist diese Frage nicht nur eine Frage des Keren Hajcssod Budgets. Die Erschließung' anderer 'Quellen für' den Unterhalt der 'Schulen Ist mit größter Energie' vor sucht worden.. Der Jlschuw .trägt durch seine Schul gcldcr einen nicht unerheblichen Teil des Etats um die Schulgelder, die etwa In den höheren Schulen vor' langt werden (bis zu 2 £ monatlich!), sind weit höher als in. anderen Ländern,. Es erscheint uns recht zwcifel haft, ob aus diesem Reservoir wesentlich mehr gc schöpft werden kann, als bereits geschöpft wird, zumal wenn man berücksichtigt, daß die Keren Hajcssod« Aktion in-Palästina* wenn sie gelingt, natürlich nicht dazu beitragen wird; von den Keren 1 Injessod-Zeichneru außerdem noch größere Beträge für die Schulen herauszuholen. Bei jeder Budgetdebatte wiederholen sich ferner die berechtigten Klagen über die ungenügende Regiertiiigs-Subveiilioii und es soll gewiß mit allem Nachdruck versucht werden, hier Rcniedur zu schaffen. Aber das alles soll uns nicht darüber hiuwcgt:iuscltcu, daß der Keren Hajcssod auch in Zukunft die Hauptlast für das Schulwerk auf seine Schulter nehmen muß. Und noch mehr als das! Die Neueinwanderung wird uns zwingen, über die bloße Erhaltung des bestehenden Schulwcrks hinauszugehen und Schulen zu erweitern, respektive neue zu gründen; denn die Einfügung der neuen Einwanderer in den neuen Jischuw kann wirksam nur dadurch bewerkstelligt werden, daß die Kinder die hebräischen Schuten besuchen. Somit ergibt sich, daß die Aufstellung des Budgets diesmal von besonderer Schwierigkeit sein wird und daß alle Sparsamkeit und alle Vorsicht nichts daran werden ändern dürfen, daß wir unser Budget der gegenwärtigen Situation anpassen. Wir haben durch die Tat zu beweisen, daß für uns die landwirtschaftliche Kolonisation das Rückgrat unserer ganzen Arbeit bedeutet, wir haben durch die Tat zu beweisen^ daß wir uns / für die neuen Einwanderer verantwortlich fühlen und ihre Eingliederung in das arbeitende Paliistina bewirken wollen, wir haben durch die Tat zu beweisen, daß wir dem gegenwärtigen Zustand im Schulwesen für unmöglich halten. Das alles ist nur unter einer Voraussetzung möglich, der Verstärkung unserer Keren Hajcssod-Arbeit, Es soll nicht verkannt werden, daß wir im letzten Jahre weitergekommen sind, daß Amerika auch weiterhin seine Pflicht getan hat, daß die Kon- .solidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse Europas angefangen hat, Früchte zu tragen. Aber die Verstärkung der Kcrcn Hajcssod-Arbeit vermochte nicht Schritt zu halten .mit der Erfreulichen Verstärkung der Einwanderung und mit den steigenden Bedürfnissen Palästinas. Wir werden unser zukünftiges Budget in stärkerem Maße als bisher diesen Bedürfnissen anzupassen haben. Dr. Fr!tz Lowcnstein. GerUchte Uber Herbert Samuels Nachfolge Die bevorstehende Eriicnntiiig des neuen High Comniissioners für Palästina gibt natürlich Anlaß für zahllose Kombinationen, die in mehr oder minder bestimmter Form In den jüdischen Blätter« verbreitet werden. Unrichtig ist jedenfalls die in den jüdischen Zeitungen Polens verbreitete Nachricht, daß Sir Gilbert Clav ton bereits ernannt sei. „J e wis h Ti mes" meldet aus sicherer Quelle, daß die Ernennung Claytons als gesichert angenommen werden könne und binnein kurzein öflentlich bekannt gemacht werde. Demgegenüber schreibt „P alcs tln c Weck 1>", daß die Namen der drei häufigst genannten Kandidaten, Sir Gilbert Clayton, Mr. Matthew Nathan und Ormsby Gore bereits als nicht mehr in Hctrncht kommend angesehen werden könnten. Es braucht nicht betont zu werden, daß bei all diesen Kombinationen vielfach der Wunsch "der Vater des Gedankens ist und wirkliche zuverlässige Informationen nicht vorliegen. Jedenfalls ist eine definitive Entscheidung bisher nicht bekannt. Amery Uber seine OrleRlrdse Nach «einer Rückkehr aus Mesopotamien und Palästina gewahrte der Kolonlalministcr Amery einem Londoner Journalisten ein Interview über die Ergebnisse der Inspektionsreise Im vorderen Orient. „Ich bin", sagte Amery „mit »Ich Ergebnissen meiner Reise sehr zufrieden. Was den Zionismus anbelangt, so war ich wegen der Angriffe in einem Teile der.Londoner Presse, die mir vorwarf, daß ich unbedingt auf Seiten der Zionisten stehe, beunruhigt. In Pnllislina jedoch war man der Ansicht, daß .ich zu den Arabern halte. In Wirklichkeit habe ich mir die größte Mühe gegeben, vorurteilslos und mtpai Iciiscli die Vcrlnltiiiüsc kennen zu lernen. Aullcr dem Zionismus haben mich sehr viele Angelegenheiten interessiert. Insbesondere »uchlc ich <lic hygienischen Vcrhallnmsc und die Verwaltung In den Dörfern und Stüdtcn kennen zu lernen. In beiden Hinsichten bin Ich. durch, die erzielten Erfolge dhcrrasclit gy. wesen." Amery erklärte zum Schilift, daß er nicht beabsichtige Irgend, welche besonderen Acndcr'ungen In der V c r w n l« u iir» p rn x I« der Man. dat« gebiete eintreten zu lassen. Auf seiner Reise konnte er sich 'überzeugen, daß die' Vcr wa 11 u n g in den besuchten Ländern ausgezeichnet funk. 11 o n I e r t. , . . ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.