Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1925)
- Date
- 1925-04-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^aoAPM-j j, :3 Einzelnummer 0,30 Goldmath €| |»«— ] im E ö) TTIfMTD vtJ Ji\J.L=^/ . ,,küon und Verlag W 15, Meincketlraße JO. Erscheint '"i.. DientUil und Freitag. Beiußiprel» bei der Expedition (9„»tllch 1.85 Goldraark. Vlertelllhrllch 3,25 Goldmark. , ||#|(jiat>«a»iiHli wtitm tm 4*t Wihruaf in ilnultcs Uad.r Ixrtckitl Nummer 33 BorUn, 28. IV. 192S Anzeigen-Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H., Berlin W15, Melnikctlr.10 Telephon) Amt Bismarck 7163-70. Aaittfaaprti« « <«ip4lLNoop«rell!«i»Ü« 6,40 0.-M. SUD wj.iuc*. O^OO^M. Au.lf.McUnfli DlmlM «*' Freitag aaekalttag 4 Uhr. Telephon! Biimark 7165-70. PoiUehcckkonto: Bcrlln.Nr. 17392, t Fflr O.jt.rr.IeSii PniUrtrkau.ntnl Wien. Koolo Nr. IS60M. I'Or T»thtcho«tow«V.li Poali|>irki«iraiml Ff.fc Konto Nr. M4I0. r«r Pol.ii PotliptrkiMMial Wxichiu. Koolo Nr. IW3CA Redaktion.ichluO Sonnt.« und Mittwoch nachmittag. n"DTl H | XXX. Jahrg. iV XlonUwu» aratrabt für dai |0dta<h«j Volk die Schaffung clnor offontllth « rechtlich gaalcharfw Halmstltta in PattUHna. „Dataler Programm," Hach der Reichspräsidenten-Wahl Pic Wahl des Reichspräsidenten, die in den letzten flehen das politische Leben Deutschlands beherrscht ist vorüber. Hindcnburg ist mit einer Mehrheit von Ißaü einer Million Stimmen gewählt worden.. Angc- .;j.,!5 dieser Tatsache hat es wenig Zweck, den Wert i!t Entscheidung des deutschen Volkes dadurch hcrab- Jjadtrn zu wollen, daß man die Wahl als einen Sieg der pönalen Phrase und des sentimentalen politischen Unlandes hinstellt; vielmehr ist es Siehe des Politikers, „It dieser Tatsache und mit der sich darin zeigendem (itfiniiung des deutschen Volkes als mit gegebenen Utjliiatcii zu rechnen. Die Tragweite des Ereignisses ist ifiilc noch nicht zu übersehen. Man kann wohl antfcnicn, daß die auf die Wiederherstellung der alten iimrlichcn Verhältnisse hinstrebendeu Kreise, die hinter «Idenburg stehen, den Versuch machen werden, die stitsche Politik ins Fahrwasser einer scharfen Reaktion s lenken, die sich u. a. auch in Unduldsamkeit und fttrechtung der nationalen und konfessionellen Minoriüen im Staate ausdrücken soll. Die Person des Rctchs- ^«identen wird in dem erbitterten Kampf um die Hiclit wahrscheinlich keine aktive.Rolle spielen. Hinden- Sufg ist innerpolitisch stets zurückhaltend gewesen, er Sil sich auch, trotz seiner dcutschnationnlcn Gesinnung, «In von antisemitischen Pübcleicn, wie sie sich etwa stiii Kollege Ludcudorff zuschulden kommen ließ, fernhalten. Aber nicht um eine Person geht es, Mindern a die Sache. Hindcnburg Ist die Fahne gewesen, die »allen licbgcwordcucn Vorstellungen und Gefühle des cSkcs weckte, er, der Nur-Soldat, ist der Inbegriff itt deutschen Vorstellung von Kraft und Würde; daneben I nicht übersehen werden, daß seine Wahl eine stark tfiurfcämpfcrische Färbung hat, da er «einen Sieg ncifcllos auch dein Umstände zu verdanken hat, daß nhlreiche Protestanten es ablehnten, einen Katholiken n wählen. Es besteht die Befürchtung, daß die Wahl Aldenburgs der Auftakt sein wird zu einer inneren Politik, die mit der Parole „Gegen Juden und Katholiken" irbeiten wird, wobei natürlich die Juden in noch weit' irkerem Maße getroffen werden als die Katholiken. Die Gefahr der Reaktion im Innern ist um so größer,. Ii in der Außenpolitik wohl schwerlich einschneidende Änderungen werden erfolgen können. Das als nationale)] deklarierte Deutschland wird wahrscheinlich in "<h höherem Maße als früher vermeiden müssen, das Mißtrauen des Auslände« zu wecken. Das Bedürfnis :ch Frieden Ist in der ganzen Welt so groß, daß die *'tlt eine Ruhestörung nicht dulden wird. Trotzdem feten wir die Augen vor der Tatsache nicht ver- KliIicRcn, daß durch die Wahl Hindcnburgs ein neuer Gtfahrcnhcrd entstanden Ist, und alle die, denen an fcr Rettung der europäischen Kultur vor. vollständigem toergnng gelegen ist, müssen hoffen, daß siel} die ^lurchtungcn, die sich nn das Ereignis vom 26. April hüpfen, nicht bewahrheiten werden. Wir Juden müssen gleichfalls mit der Rcalitiit der *t$3chen rechnen. Unser Ideal eines Helden ist noweit!3ifernt von dem rein soldatischen Ideal, daß wir für!|e Gedankenwelt, die sich in dieser -Wahl manifestiert, »enig Verständnis haben. Wir nehmen an, daß "die rtPi-blikanischcn Parteien alle Kräfte zusammenfassen ^erden, um dem Vordringen der reaktionären Kreise, die ■ffciis Morgenluft wittern, einen Damm entgegensetzen. •n«rc Auffassung vom Staate hat nichts mit der Welt in uniformierenden Untcrdrückcrstaatcs zu tun, vieler glauben wir, daß nur die freie Entfaltung jeder '''dal, ethnisch, kulturell determinierten Gruppe dem ,u»io das größte Maß positiv schaffender Kräfte bieten •,",! so wahrhaft dem Staatswohl dienen kann. In diesem *«ständnis für die Eigenart und die Differenzierung '!i"er Bürger scheu wir die wahre Größe des Staates '•*•'•* «in wohlverstandenes Interesse. Angesichte der ^mptomo der Reaktion ist es Sache der deutschen ^tn, mit peinlicher Aufmerksamkeit darauf zu achten, |,ß sie nicht In noch höheren» Maße als bisher zu *rR»n zweiter Klasse degradiert werden. Wir ver- 'lngcn für uns nicht nur die vollen Rechte des Staats-;Urgcrs, sondern auch das Recht; frei und unangefochten ''diesem Staate, in dem wir leben, unsere , Ideale zu Wir hoffen, daß die .Wahl des heuen Reichsrisidcntc;i nicht der erste Schritt zu einer politischen r^1*- ist, die nicht nur für die Juden und die anderen jjinoritätcn In diesem Staate unerträglich wäre, sondern J'"eii Endes auch dem Detitschen Reiche verhängnisvoll "den müßte. Lord BiIIout—Großslegelbewahw? \ .. Ei« Telegramm der Vossischen Zeitung meldet! Minister» jnf»it Bildwln hat an Lord Bai foiii d|e Einladung i'"c!"et, In das Kabinett als Oroßsicgelbcwahrer einzutreten, c d,c Stelle auszufüllen, die* durch den Tod von Lord r,B« frei geworden ist. *.. •. *• Araber und Juden bei'Amery Jerusalem. (J.T. A.) KolonialmhiMcr. L. S. Amery empfing am 21. April eine arabische Abordnung, die als Repräsentanz der arabischen Parteien In Palästina erschienen war. Mitglieder dieser Abordnungen brachten eine Reihe Beschwerden vor, .die sich insbesondere auf eine angebliche Bevorzugung der Juden im Lande bezogen. Mr. Amcry wies diesen Teil der Beschwerden zurück und erklärte, es könne keine Rede davon sein, daß die Regierung Palästinas den Juden eine vorzugsweise Behandlung vor den Arabern angcdcilien lasse. Palästina könne ein arabischen Heim bleiben auch wenn den Juden in Palästina die Möglichkeit gegeben wird, ihre nationale Heimstätte aufzubauen. Dies aber könne nur geschehen, wenn den Juden eine freie nationale und kulturelle Entwicklung gewährleistet Ist. Araber und Juden, s» schloß der Minister, mUsicn einander näher kommen und Im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung des Landes zusammenarbeiten. Nachdem die arabische Abordnung sich entfernt hatte, empfing Amcry eine Abordnung des Waad leuml, die ihn im Namen der Juden Palästinas willkommen hieß und eine Reihe inncrpaläsllncnsischcr Fragen zur Sprache brachte, Amcry stellte rn Aussicht,'daß das palästinensische Einbfirgcruugsgcsct* und die jüdische Ocmcindcordniing in Palästina In kurzer Zelt veröffentlicht werden. Er stellte ferner in Aussicht, daß die Regierung zu dem Jüdischen Schulbudgct In Palästina beisteuern werde, wodurch die mißliche finanzielle Lage des jüdischen Schulwesens im Lande gebessert werden wird. Die Mitglieder der Abordnung setzten sich im besonderen für die Ermöglichung einer steigenden Einwanderung nach Palästina ein. Amery sagt, er »ei im Prinzip für eine gesteigerte Einwanderung und werde eine solche begünstigen. Es bestehe jedoch anscheinend keine Aussicht'dafür, daß irgendwelche Stnatsländcrcien für Jüdische Landansiedlung zur Verfügung gestellt werden würden. Empfang der Pressevertreter Jerusalem. (J.T.A.) Amery empfing am 21. April in Jerusalem die Vertreter der palästinensischen Presse und biclt eine Ansprache, In der er ausführte, der Fortschritt In der Entwicklung, der» er In Palästina bemerke, habe Ihn in staunende Bewunderung versetzt Die Chausseen,, dte Wasserversorgung, die Gesundheitseinrichtungen, das Er-, richungswesen, die an vielen Stellen .vorgenommene' Auf-, forstung seien allen Lobes wert. Palästina habe dank der Intelligenz seiner Bevölkerung, der Tüchtigkeit der Beamten und der Bürgermeister der Städte grofte. Ziikiinftsmöglkhkeitcn. Die britische Regierung, setzte der Kolonialminister fort, werde in der von ihr bis jetzt in Palästina befolgten Orundpolitik, die von drei aufeinanderfolgenden Regierungen bestätigt worden ist, keine Acndcrung eintreten lassen. Die Regierung wünscht sehr eine Zusammenarbeit mit den Arabern Palästinas, jedoch wurden alle ihre bisherigen Angebote von den Arabern abgelehnt. Das von Mr. Winston Churchill, dem seincrzcitlgcu Kononlalministcr, veröffentlichte Weißbuch über die Richtlinien der britischen Politik in Palästina habe alle Mißverständnisse beseitigt, die der Balfour-Dcklaration zugeschrieben worden sind. Im Sinne der britischen Politik in Palästina sicherte Mr. Churchill den Schutz der Rechte der Araber in Palästina. Jedoch die Araber ignorierten diese Zusicherungen. Mr. Amery kam auch auf die arabischen Kundgebungen gegen Balfour in Damaskus zu sprechen und sagte, diese Vorkommnisse seien sehr bedauerlich, man solle aber ihre Tragweite nicht überschätzen. Er Ircuc sich, daß die Araber Palästinas Lord ßalfourdie gebotene Höflichkeit und Achtung entgegen gebracht haben. Die Afjadas JIsrael bei Amery Jerusalem. (J.T.A.) Am 22. April empfing Amery eine Abordnung der Agudas Jisrocl in Palästina. Die Abi Ordnung legte dem Minister die Forderungen der orthodoxen jüdischen Minderheit in Palästina betreffend die Sicherung ihrer Unabhängigkeit in religiösen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der geplanten palästinensischen jüdischen Oemeindc- Ordnung vor. Mr. Amcry erwiderte, er werde die vorgebrachten Argumente sorgfältig prüfen, die Frage des Schutzes der Interessen der orthodoxen jüdischen Minderheit In Palästina werde von der Regierung im Gcktc der Ocrechtigkeit und der Unparteilichkeit gegen alle gelöst werden, „Osclier" herabgesetzt Jerusalem. (J. T. A.) Die Regierung von Palästina gab am 22. April eine Verordnung heraus, dcrzufolgc der auf Getreide, Früchte und .Gemüse zu leistende Zchent von 12»/a °<'° auf 10 o/o ermäßigt wird. Die Regierung beabsichtigt, das System des Zchent, welches auf Grund eines .Gesetzes der früheren Ottomanischen Regierung aus dem Jahre 1880 und 1801 stammt, überhaupt aufzuheben und durch eine feste Landstcuer zu ersetzen. Die schlechte Ernto fn Palästina. Obwohl in der ersten Aprilwochc der In Palästina so langersehnte Regen sich eingestellt hat, muß man doch für .dieses Jahr dort.;wo künstliche Bewässerung nicht fn Frage kam, mit einer vre cht 'schlechten Ernte rechnen, da die vorhergegangene langanhaltende Trockenheit den Saaten einen, nicht mehr wieder gutzumachenden Schaden zugefügt hat. In manchen Landstrichen muß man sich direkt auf eine Mißernte gefaßt machen.. Zur Geschichte der arabischen Nationalbewegung Von Joseph Fricdfcld, London. Wir glauben, daß für den Zionismus, der mit. dem arabischen Volk in engem räumlichen Kontakt steht, nuch ein stärkerer geistiger Kontakt mit diesem unerläßlich ist. Wir sind daher der Ansicht, daß die Artikelserie über die Entwicklung der arabischen Nationalbcwcgung, mit deren Veröffentlichung wir heute beginnen, von größtem, Interesse für zionistische Leser ist. Red. Eine nationale Bewegung unter den Arabern im Sinne des modernen europäischen Nationalismus datiert. erst seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Wohl lag der waltnbllischcn Bewegung eine starke arabische nationale Tendenz zugrunde, aber die Wahabitcn waren zu sehr religiöse Sektierer, als daß sie den Begriff einer Nation unabhängig von religiösem Bekenntnis hätten erfassen können. Seit Jahrzehnten führten auch die arabischen Stämme, vor allem im Hcdjaz und im| Ycmen einen erbitterten Krieg gegen die Türken, und diesem Kampfe lag unzweifelhaft auch ein nationalen Bewußtsein zugrunde. Aber in ihren Kriegen richteten, sie ihr Augenmerk, mehr auf die Unabhängigkeit dc9 Stammes von fremder Herrschaft als auf den Zusammenhang mit anderen arabischen Stämmen. Erst der engere Kontakt Insbesondere der syrischen Araber mit curopä- Ischen Ideen und der Einfluß der juugttirklschcn Bewegung erzeugten einen arabischen Nationalismus, der nicht nur die Befreiung von der Türkenherrschaft anstrebte, sondern auch die Einigung aller arabischen Stämme in ein großes arabisches Reich. Gleichzeitig) damit taucht auch der Plan der Wiedererweckung' des Kaliphats mit dem Sitze in Mekka auf. Die arabische) revolutionäre Bewegung fand, wie alle ähnlichen Bewegungen im' türkischen Reiche, ihr Zentrum im Auslande, vor allem in Paris, Dort bildete sich zu Beginn des Jahres 1905 ein arabisches nationales Komitee, das sich auch „Uga des arabischen Vaterlandes" nannte. Den Vorsil/. führte Ndgib-Azoury Bcy, vormals Gehilfe des Gouverneurs von Jerusalem, der auch in seinem In Paris im Jahre 1005 erschienenen Buche „Le Rcvcil de la Nation arabe dans l'Asic-turquc" (Das Wicdererwachen der arabischen Nation in dcr.asiatischeu Türkei) über die Zustände In Arabien und über die Bedeutung der arabischen Frage für die Wcltpolitik und die kommenden Konflikte der Großmächte, die Anschauungen seiner Partei darlegte. Zu gleicher Zelt veröffentlichte df.s Komitee zwei Aufrufe, von denen sich der eine In französischer Sprache an die diplomatische Welt und an die öffentliche Meinung Europas Wandte, der andere, In arabischer Sprache, zur Verteilung insbesondere in Syrien, Palästina und Mesopotamien bestimmt war. Beide Aufrufe beginnen mit dem Schlagwortc: „Die arabischen Länder den Arabern I" und zeichnen bereits in klarer Welse die Umrisse der künftigen nationalen Politik. Der 'Aufruf an die Völker Europas und Nord-Amerikas beginnt' „Wir stellen am Vorabend einer groflou friedlichen Umwälzung in der Türkei. Die Araber, welche von den Türken nur dadurch beherrscht werden, dafi sie infolge unbedeutender Fragen dei Ritus und der Religion untereinander uneins sind, sind sich ihrer geschichtlichen und ethnographischen nationalen Einheit bewußt geworden und wollen sich, von dem wurmstichigen Baume Osmans loslösen, um einen unabhängigen Staat zu bilden. ' Dieses neue arabische Reich wird sich in seinen natürlichen Orcnzen von den Tälern des Tigris und Euphrai bis an die Landenge von Suez und vom Mittclmccrc bis an das Meer von Oman erstrecken. Es wird in oer Form einer konstitutionellen und liberalen Monarchie von einem arabischen Sultan beherrscht werden. Die gegenwärtige Provinz (Vibjct) llcdschas wird gemeinsam mit dem Gebiete von Mcdina einen unabhängigen Staat bilden, dessen Herrscher gleichzeitig der religiöse Kalif aller Mohammedaner sein wird. So wird eine r*roltc Schwierigkeit, nämlich die Trennung der bürgerlichen M.icht von der religiösen des Islim zum Wohle aller gelöst weiden. Wir werden die Sntctcwcn der Fremde«, die «ich derzeitig in unserem Lande befinden, und alle Konzessionen, die ihnen bisher von den Türken verliehen wurden, respektieren.' Wir werden ebenso die Autonomie des Libanon und den status quo In den christlichen Heiligtümern Palästinas und in den unabhängigen Fürstentümern des Ycmen und des. Persischen Golfes respektieren . . " Das Ziel der arabischen Nationalbcwcgung damals war daher die Errichtung eines großen arabischen Einheitsstaates. Interessant ist die Lösung, die das Problem des Kaliphats dabei findet. Hcdjaz mit den beiden heiligen Städten soll'eine Art Kirchenstaat darstellen, dessen Souvcrnln gleichzeitig der Papst aller Mohammedaner wäre. Diese mit der ursprünglichen Bestimmung des Kaliphats im Widerspruch stehende geistliche Auffassung des Kaliphats entspricht einem damals tiefgefühlten Bedürfnis, mohammedanischer Kreise nach einem moralischen Oberhaupt und wird auch heute wieder sehr befürwortet.» Es ist.wohl anzunehmen, daß die Absicht dahin ging, daß das Haus des, Kalifen von Mekka die Kalifenwürde bekleiden soll, wobei aber