Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-03-06 · Heft 19 (6.3.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 19 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652710--17202-3518048
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

> l ■9 w. n j- ._j K ffPuP QJLs €| mm^ J s*^ |^f5^wj d—Li «ii ».+'ü*~u^ tr-» nn r*-\ i rihjf ^j»ktioo und Verlan W 15, Mclnckc«traße ia Ersclwlnt :.ita DUmstsj und Fwllag. Bezugspreis bei der Expedition;0tttlleb 135 Goldmark. VUrttlj&hrlicb 5.35 Goldmark. ^wdut>M«MM*U w»nU» I» d«f Wtbml der «taitlMa LUi*r tamlwl Nttmmer 19 I Berlin, 6.IIL1925 J Anzcty.cn-Verwaltung I JfldlBcLoRundiohauG.m.b.H., BerlinWlS.Melntkeilr, 10 I Telephoni Ami Dljmarck 7163-70. 1 Au«t(«apr«IuSt«tp«ltK«npwtai<i«IUCk40(^M.Sun«*ffiMb«0.}Oa>M. | A»iri<<»icfclmli Dltatltf aad FftlUI •ckmltU< 4 Uhr. l'7i * Etnzelnmnmcr OJ3 Goldmark c ^i tj—tt~-"a t'»<'"' '3 C ■■ J C .-, - -------------.—E3«SBBasB«eim__BH, Telephon! IJiimark 7165-70, Postichcckkontoi Berlin Nr. U393. l»5r»0,.,,"r.,*lfkl Pnrt'MikMimiml Wl»n, Krnto Hr. ISAOVn G' »«•'«•'»•'''•'•'••Ii foil.p»tli«M»«imt Vitt, Koni« Nr. VMtft. t »Mlint|Vuif0,m| Wirtcht«, Koala Nr. IM70*. Jl*4**_t,op,,clalu0 Sonntag und Mittwoch rtaehmlttatf. win <ns "> XXX« Jahrj;. 9*1 ZtonlM.ii» erstrebt fflr da» JOdliclie Volk dla Schaffung einer CffontlKh. roehtllch fjcnlthertaw Halnutatto In Palästina. „Oaseier Programm.« Weizmaians Eede in New York pas Meeting in Carneöie Holl - Felix Warburßs 50000 Dollar-Spende - Kisch über die Arabcrfrage lieber das große Massenmeeting In Carnegie Hall am f-'ebruar, womit die Keren HaJcssod-Kampagnc InNew York ttjf|net wurde, haben wir In Nr. 15 der „J.R." einen tele- .„pinselten Bericht veröffentlicht. Nunmehr liegen aiulühr» 0x Berichte über diese Rlcsenversammlung vor, denen wir „ihstchendes entnehmen: Die Carnegie Hall, die über 5000 Personen faßt, war cberfütlt und lausende konnten keinen Einlaß mehr (Inden. Dr. Weltmann, Dr. Lewiii und Colonel Klsch wie auch die jjtttikanlschen Monistischen Führer wurden bei Ihrem Erfeinen auf der TribQnc mit minutenlangem Beifallssturm f-pfanfjen. Die Erklärung, daß Herr Felix War bürg, j<r sich bisher noch niemals am Keren Hajcssod beteiligt, icsmal 50 000 Dollar für den Keren Hajessod beigesteuert erregte großes Aufsehen und man erwartet, daß diese Tilsache, beispielgebend wirken wird. (Bekanntlich hat War» bore voriges Jahr, nach seinem Besuch In Erez Israel, IO0OOO Dollar für die Jcnisalcmer Universität gespendet. M. d. R.) Die Rede Kisch'» 0 Nach einigen kurzen Begrüßungsworten des Vorsitzenden Rothenberg schilderte Colonel Klsch die Verhältnisse in Palästina. Er behandelte vor allem den in Palästina ,;r »Ich gehenden Assiniilationsprozcß. Während die Juden a Gallith allmählich die Eigenschaften und Eigentümlichkeit ä-rer Umgebung annehmen und so allmählich ihr Judentum verwischen, geht in Palästina ein Assimilationsprozcß jinz anderer Art vor sich, indem nämlich die Juden unlerclnandcr sich assimilieren. Es entsteht dort ein neuer Typus, ,dcn es sonst nirgends auf der Welt geben kann, i» nationa'ljüdischc. .Die Hauptfaktoren dieser Assimilation •ad Land und Sprache. Bezüglich der Araber erürtc Khch, daß die Beziehungen sich zusehend bessern*. Die Araber haben während der fetzten', vier Jahre viel gekillt. Während'sie früher sieh durch die Propaganda Ihrer Pjcudofrcuiirle leicht haben aufwiegeln lassen, sehen sie Jetzt tut, daß wir nach Erez Israel kommen, weil wir das Land iben, daß wir hinkommen als Gebende und nicht als Nehmende, und diese Ucbcrzcugung hat eine Aendcrung ia den Beziehungen "der "Araber' ru. den. Juden angebahnt. Colone! Kisch schilderte sodann das Wachsen der Einwanderung während der letzten Zeit und erklärte zum Schluß: „Denkt: daran, «B die Tore nach Palästina offen stehen.. Es gibt weder politische noch gesetzliche Beschränkungen. Die einzige Be- «Mnlrung Ist die Ökonomische, nimllch die Unmöglichkeit, <5e Immigranten einzugliedern. Ihr könnt diese Beschränkung Zeitigen, wenn ihr vermittels des Keren Hajessod das Land ii Proportion ru der Einwanderung aufbauen werdet." Die Rede Wclzmanni Dr. Wcizmann, der mit großen Ovationen begrüßt wird, trllirt, daß er diesmal mehr die Lage der Judcnhclt im Oituth zu schildern gedenke als die Verhältnisse In Palästina. Er hat Europa jetzt aus eigenem Augenschein kennen gelernt; wcli wenn der Antisemitismus gänzlich verschwände, die ökosmisch c Lage der Juden zwischen Rhein und Wolga würde M nicht erheblich ändern. Das wichtigste Jüdische Zentrum «ken Amerika Ist Polen, der Erbe der Tradillonen der rassischen Judcnhcit. Die polnischen Juden waren ein indu "'Wies und mlttclständischcs Element. . Das Rückgrat der Wustrie und des Handels war Rußland, der Kaukasus, Pcrslcn, Krim usw.; jüdische Reisende führten polnische Waren bis " <!lc chinesische Mauer. Jetzt ist jeder Verkehr zwischen R,JSland und Polen abgesperrt. Polen wird zu einem vor- *,eger.dcn Agrikulturland, und die Juden bleiben ohne ^«ücnstmöglichkeit. Oanz Lodz möchte nach Palä- '"na. Bis vor zwei Jahren gab es in Tel-'Awlw keine ff'ndel. und-Jetzt wird dieses zu einem Zentrum der Weberei. ü|<" polnische Regierung hat verschiedene Handelszweige mono- Wert, wodurch Tarnende von Juden dem Ruin preisgegeben >w. Die Tendenz der polnischen Regierung ist, sich auf "I Bauerntum zu stützen. Deshalb werden fast alle Steuern 7 die stadtc, und das heißt auf die Juden abgewilzl, ''1C so aus dem Lande verdrängt werden. Dieser Prozeß "«Itet mit der Sicherheit clucr Maschine, Wir waren gcwnt, von Progromcn und ähnliplicrn zu hären, aber die pol- :lc ie Regierung hat andere Wege gefunden,: auf denen es *h besser und leichter arbeiten läßt.,; Ein ähnlicher Prozef) wlrfschaftlicher AuaroduPS mil m *lcn »"deren Undcrn Osteuropas vor sich, so ^minien, Ungarn und Rußland. Es Ist also keine Üeber- V*'.. n»T n« ««gen, daß von der Weichsel bis zum Ural viele .'"'loncn Juden wirtschaftlich entwurzelt sind und dem Nichts ^c"üBeritehen.. Ein Problem von einer derartigen Wucht i.":. Schwere haben wir in der vielfarbigen Ocschlchte unseres »och nicht erlebt. 1 cir'i)r' Wc,lfn'">n schilderte sodann noch die Verhältnisse Wudcn ,n e,ner ^clhc *ntlercr Linder Europas, wfe Italien, fnechoslowakel, Griechenland usw^ wo ebenfalls die - verzu den liberalsten Europas gehören, zwingt die Selbstbehauptung, der Tschechen die nationalen Minderheiten in eine ökonomisch unstabile Lage, die die Juden in die großen Devotkcrunjji.zciitrcn trcil>l und entsprechende wirtschaftliche, Schwierigkeiten rur Folge hat. Jn Saloniki inuß für jeden repatriierten Griechen, der auf Grund des Lausanncr Vertrages aus Konstantinopcl dorthin kommt, ein Jude die Stadt verlassen, denn er wird ökonomisch verdrängt. Uebcralt arbeiten die Mühlsteine'an der Zcrmaliiiunft dcJ' Judentums, aber dies Mahlen der Steine wird Jn Amerika nicht, genugf-nd vernommen. . . Von den Palästina-Einwanderern ntamnien 60 Prozent aus Ost- und Zcntralcuropa, 30 Potent aus dein Weiten O.itcn und 10 aus den anderen Ländern. Diese Immigranten sind zweierlei Art. Ein Teil kommt' aus Idealismus und der andere aus ökonomischen Gründen. D/Ika und Nnlcwkl kommen jetzt nach Erez Israel. ' Ich habe gesagt, daß darin eine gewisse Gefahr besteht und will Jetzt näher erklären, was ich gemeint habe. Wir haben In den jüdischen Ohrttos in der ganzen Welt eine städtische Bevölkerung ohne jedes Hinterland. In Polen ist dieses Hinterland nicht jüdisch, sogar antijüdisch. Wenn \vlr In Erez Israel dasselbe wiederholen wie In Polen, dann werden wir auch hier dasselbe Ucbcl haben. Tel Awlw nimmt heule 50 Prozent der Einwanderung auf; d:s ist zuviel, eine ungesunde Proportion. Wenn wir die städtische Bevölkerung nicht der ländlichen anpassen werden, so .wird dies stets eine'Gefahr bilden. Wir haben den Aufbau Erez Israels zu kontrolli;rcn, in-Erez. Israel ein Gleichgewicht zwischen der Bevölkerung In der Stadt und ,der auf dem Lande zu schaffen. In Erez Israel darf es kein D/Ika und Nalcwkl geben. Ebenso keine Wolkenkratzer. Fundament des Aufbaut sind die ChalazJm, und die Kolonisation kann nur durch Mllhllfe des Keren HoJenod und des Keren Kajcmclh vor sich i]chcn In dan letzten Monaten haben wir eine Einwanderung von 200O Personen iniiut'ich zu vcrzelclrien. Würden mich die Tore noch so weit aufgerissen, der Ansturm wäre stet* größer als. diese Tore passieren lassen könnten. Obwohl wir auf eine solche" Zahl nicht vorbereitet, waren,. wurden, dir .Einwanderer^, und zwar mit' überraschender Restloilqkelt, vom Lande absorbiert. Der Barometer für die Absorp'lon Ist der Arbcltsmarkt;' es gibt derzeit keine Arbeitslosigkeit In Palästina. Dennoch' verursacht dieser Druck, dessen Kon» trolllerung gänzlich unmöglich ist, zahllose Probleme. Wir dürfen nicht erwarten, daß auch bei einer weiteren Zunahme der, Einwanderung diese Absorption so leicht vonstallcn gehen wird.. Es muß Im jüdischen Leben von Palästina nach überallhin eine Erweiterung und Vertiefung der wlr'schaftlkhcnO.undlage Platz greifen. Es muß mehr Land erworben und es müssen mehr landwirtschaftliche Siedlungen f'c.irihKkt werden. In der Industrie muO der Privatinitiative mehr Gelegenheit gegeben werden, damit sie In der Lage ist, für ihr Wachstum zu sorgen. Auch den kulturellen Teil unseres Programms dürfen wir nicht vernachlässigen. Wir müssen für Schulen sorgen' für die Kinder der Neuankömmlinge. Wir müssen die Hebräische Universität ausbauen und fördern, deren Einweihung am 1, April sowohl die Jüdische wie auch nichtjüdische Welt mit so starkem Interesse entgegensieht. Die ersten holden Kolonisationsversuche mit orthodoxen Jude«, die für.Erdarbeiten nicht so vorbereitet sind, wie Chalurim, waren ein Erfolg, und zwar deshalb, weil die Juden auf „Kiddiisch Haschern" gegangen sind. In Polen herrscht starkes Bedürfnis, aufs La«d zu ziehen. Hierin gibt es keinen Unterschied zwischen Zionlstcn und Agudistcn; und Erez Israel gibt den Juden In Polen die Gelegenheit, diesen ihren Landhunger zu stillen. Die bisherigen Versuche geben eine Oarantic hierfür, daß Palästina aufgebaut werden, kann. Die Zionistische Exekutive trägt die Verantwortung für die Aufbauarbeit. Sic gleicht.einer Regierung. Ein Bonmot sagt, daß eine Regierung aus Verschwendern und Idioten besteht. Ich wäre bereit, diese beiden Bezeichnungen auf mich zu nehmen, wenn Ich nur die Macht clucr Regierung hätte, Sicucm aufzuerlegen, Die zu geringen Mittel des Keren Ha|cssod haben ein Spckulantentum ermöglicht. Von euch hängt es ab, dies zu vermelden. Erez Israel ist ein Land, voll der Vcr heißungen und Zukunftsmöglichkellen, aber auch voll der Gefahren. Von euch hängt es ab, daß die Verheißungen In Erfüllung gehen. Die Untcrminlcrung des jüdische» Lebens In den vielen Lindem gibt uns eine große Chance, aber bürdet uns auch die schwerste Verantwortung auf. Es Ist unser eigener Nutzen, wenn wir in den kommenden Jahren in Palästina das jüdische Leben auf eine sichere Grundlage stellen Die europäischen Juden erwarten, daß die amerikanische Judenschaft Im Keren Hajessod und in der Jcwlsh Agcncy vorangehen werden. (Ucber die parteilose.Jcwlth-Agcncy-Konferen?. in New York am 1. März siehe Berichte Im Innern des Blattes.) '«jensten Probleme die Lage der Juden erschweren. In fidi i.'n 'wm8t der Religionsunterricht der faszlsten die >W v1n ^'ern, entweder eigene' Schulen zu, errichten oder *elLi i cr ,m "Walischem Sinnedes Worte»" ru vertieren. °>t In der Tschechoslowakei, deren' führende Staatsmänner Laut „Haarcz" sollen'Kapitalisten, die Ober große Mittel verfügen, der britischen Regierung bezüglich des Beginns des Baues des Haifaer Hafens noch in diesem Jahre Vorschläge gemacht haben. , « Brie! aus Palästina DI« Frarje des Hffth-Commln!onera - Entwicklung von Jaffa und •Tel-Awlw - Spekulation - Lodc-Oui - Ein Arbeltsgeietzenrwurf - Zur neuen Tabaktoüo» " (Von unserem paläsL Korrespondenten.) A.O. Jerusalem, 25. Februar, 1925, ' Der Rücktritt Herbert Samuels und die Frage, wer nein Nachfolger werden soll, beschäftigt die öffentliche Mciiuiiiff Palästinas in starkem Maße, seitdem der«Zeitpunkt des Wechsels im Amt des High Commlssloncrs naher und näher rückt. Die Stimmung in den Instanzen des Jischuw und in der Bevölkerung'selbst zeigt, wie viele und aufrichtige Sympathien sicli Samuel in der Zeit seiner Arbeit im Lande erworben hat ■ Es kann sielt vorläufig noch nicht um einen Vergleich oder ein Abwägen handeln, ob die Juden Palästinas von dem jetzigen Obcrkonuulssar mehr erwarten als von dem künftigen. Denn noch ist es unklar, wem die englische Regierung für die nächste Periode die Leitung des Landes übertragen will; die verschiedensten Gerüchte, die. bisher, in die Ocffcnlllchkclt gedrungen sind, entbehren noch fester Anhaltspunkte. Es handelt sich aber hier nicht um ein bloßes Abwägen. Es werden mehr und mehr Stimmen laut, die dem Wunsche und der Forderung Ausdruck geben, daft Herbert Samuel auf seinem Posten bleiben soll. Die scharfe Kritik der Vorjahre ist verstummt, vielleicht vergessen. Man hat vielleicht zu verstehen begonnen, dall die gleichmäßige Sorge um alle Teile der paläslincnsichcn Bevölkerung ein kluger und — wenn vielleicht langsamer — so doch sicherer Weg war, um eine ruhige, friedliche Atmosphäre zu schaffen, ohne die an eine rationelle Aufbauarbeit im Lande nicht gedacht werden kann. Es wird nach und nach deutlich, daß eine sehr vorsichtige und umsichtige Politik dazu gehörte, um den Boden für clnc.Alljah von Tausenden im Monat 'vorzubereiten, ohne daß diese Erscheinung ,zu Unruhen und gewaltsamen Widerständen führte. Die Person den High Coniniissioncrs tat dem Jiscliuw ficufc mehr als der oberste Beamte Int Linde; Der jüdische High. CommisslQncr wird — »wie qs in .der Presse nim Ausdruck kommt — zum/Symbol der; nationalen Heimstätte. Vor ein paar -Tagen .erschien der „Haarcz" mit dem Leitartikel: „Wir wollen, eincpjüdi» seilen High Coinmissioncrl"; ,Dcr Jude, im Lande empfindet den Oberkommissar nicht nur als Expositur der Regierung, sondern als einen untrennbaren Bestandteil der nationalen Heimstätte. Die letzte Sitzung des Waad Lcuml, die. mit viel Ernst und Verständnis die Frage des Wechsels im Obcrkommissarlat behandelte,, gab ebenfalls der Anschauung Ausdruck, daß es die Aufgabe und Pflicht des jüdischen Jischuw sei, seinem Willen Ausdruck zu geben, daß Herbert Samuel sein Amt weiter verwalte. Der Wand Lcuml will unter Aufbietung seines Einflusses dahin zu wirken versuchen, daß der jetzige Obcrkommlssar bleibt. Wer die Arbeit auf allen Gebieten in Palästina seit dem Amtsantritte Herbert Samuels überblickt, wird in der Tat einen großen Forlschritt feststellen können. Es Ist wichtig, sicli das immer wieder klar zu machen. In der täglichen Arbelt im Lande, bei allen möglichen Hindernissen, bei den chronischen Gcldschwicrigkcitcn, sieht man nur immer, daß es zu langsam geht, daß dieses und jenes hätte besser sein, dieser und jener Fehler hatte vermieden werden können. Ueber das Erreichte schweigt man, weil das, was noch zu tun Ist, alle Vollauf beschäftigt. Da Ist es denn wichtig, zu sehen, welchen Eindruck die Entwicklung der letzten Jahre auf einen Beobachter macht, der jahrelang nicht im Lande gcwesen Ist. Sir Alfred Mond hat In den letzten Wochen Palästina bereist und hat vergleichen können, was und wieviel sich seit seinem letzten Aufenthalt verändert hat. Er hat bei verschiedenen Gelegenheiten seiner Ucberraschung über Maß und Qualität des bisher Geschaffenen Ausdruck gegeben und betont, daß der überwiegende Teil davon allein auf das Konto der zionistischen Bewegung zu schreiben Ist In seiner Rede bei der Eröffnung des, Halfacr Technikums hat cr einen Appell an die Regierung gerichtet, solche Institute allgemeiner Bedeutung in Zukunft materiell tatkräftig zu unterstützen. . EHc. Politik des High Commlssloners Ist — wie sehr auch man im einzelnen Einschränkungen machen möge — in Ihrer Ocsamtlinie doch die Basis gewesen, auf ,dcr all das wachsen konnte. Wie 8tark die Entwicklung Im Lande nicht nur auf die Juden,.sondern auch auf die Araber einwirkt, wird In der Regel .wenig beachtet. Interessant Ist in diesem Zusammenhange der: Bericht der arabischen Zeltschrift „Marak El Scherck" über die Entwicklung der Stadt Jaffa seit der Besetzung Palästinas durch die Engländer. Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.