Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 156 TUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17 lückeo in der zionistischen Ideologie 01c Oruppc West der B.Z.V. veranstaltete am Montag, den 23. d. Mts., einen Erörteningsabend über das Im Titel genannte Tlicma. Dieser erste Abend war ausschließlich der „Nationalen Autonomie" gewidmet. Nach einer Einleltung des Vorsitzenden Dr. Apfel hielt Dr. Landauer den einleitenden Vortrag, In dem er einen Ueberblick über das ganze Ocblet der nationalen Autonomie im allgemeinen, sowie der Erfahrungen der Juden in dem Kampfe um die nationale Autonomie In den Lindern Osteuropas gab. Dr. Landauer kam zum Schlüsse, daß weder die Terrltorlal- Autonomle noch die personale Autonomie hinsichtlich der Juden erfolgversprechende Anwendung finden könne. Dr. Köllenscher betonte, daß die Durchführung der nationalen Autonomie für nationale Minderheiten Im höchsten Grade dam angetan sei, den Frieden im Staate zu schaffen und die Reibungsflächen zwischen Mehrheits- und Minderheitsvolk zu vermindern, was eine Stärkung des betreffenden Staatswesens zur Folge haben müsse. Im übrlgea schloß sich Dr. Kollenscher der Ansicht des Dr. Landauer an, daß In Deutschland für die Juden gar keine Bedingungen für die Forderung nach einer nationalen Autonomie bestehen. Wald mann betonte als letzter Diskussionsredner, daß die nationale Autonomie nur dann ihren Zweck erfüllen könne, wenn sie eine Sanktionierung eines tatsächlich vorhandenen normalen nationalen Lebens einer Minderheit ist: sie könne aber nicht diese normale Entwicklung garantieren, wenn Im übrigen alle sonstigen Voraussetzungen fe'ilen. Da* jüdische Problem bestehe eben darin, daß dJe Juden überall in der Minderheit seien, und ein verkrüppeltes nationales Leben führen. Die nächsten Abende sollen 6i:h mit der Frage von „Zionismus und Deutschtum" 60wle mit der Frage „Volksgemeinde" befassen. Das lOdlscbe Kind In PalSslisa Ueber dieses Thema sprach im Rahmen der Kurse der Jüdisch-Nationalen Frauenvcrcinigung Herr Dr. Arthur Brünn in instruktiver Weise. Er gab zuerst eine kurze Schilderung über die Kinderkrankheiten Palästinas. Alle die tropischen Krankheiten, Malaria, Ruhr. Trachom finden sich schon im Kleinkinder- und Säuglingsalter und zwar oft in viel größerem Prozentsatz als bei Erwachsenen. Dagegen gibt es die eigentlichen Kinderkrankheiten wie englische Krankheit und Kinderkrfimpfe so gut wie gar nicht In Palästina; unter normalen hygienischen Bedingungen gedeihen die Kinder in Palästina vorrüglich, so daß man Erez-Israel mit Fug und Recht als „Land der Kinder" bezeichnet hat. Dann ging der Redner auf die allgemeinen sanitären Zustände ein, vornehmlich des alten Jischuw: die höhlenartigen Wohnräume, die nicht den Namen „Zimmer" verdienen, die Trinkwasserverhältnissc (zum großen Teil noch Zisternen, die häufig mangelhaft gebaut und für Straflenschmutz durchgängig sind), die Ungezicferplage, die dadurch kompliziert ist. daß für manche frommen Mohammedaner jedes Tier, auch die Laus, heilig Ist und nicht getötet werden darf. Trotz großer Bemühungen der englischen Regierung sind diese Zustände noch Immer furchterregend. Der Redner gab eine statistische Ucbersicht über die Ernährung der Kinder dieses Milieus an der Hand des Berichtes einer Schule in Jerusalem, von denen nur 5°.'o ein genügendes erstes Frühstuck, 20»;» gar kein Frühstück erhielten. Er ging dann auf den Aberglauben in diesen Kreisen ein und erwähnte vor allem die Furcht vor dem bösen Blick. Die Kinder sind mit Amuletten behangen, „Kmies" oder auch nach arabischer Sitte mit blauen Glasperlen und anderen Dingen. Einen frischen, unverbildeten, naiven, mit Sprache und Land eng verbundenen Eindruck macht die {ugend des neuen Jischuw. Diese so sehr verschiedenen demente gemeinsam zu erziehen versucht der „Waad Hachlnuch", das Erzlchungsdcnartement der zionistischen Executive, mit zäher Energie und In zielbewußter Weise. Ebenso großzügig, welblickcnd und zielbewußt fst die Arbeit der „Hadassah" in sanitärer Beziehung. Nach Möglichkeit wird jedes Kind der Schulen des „Waad Haehlnuch" irztlich verfolgt und die Untersuchungsergebnisse In Tabellen schriftlich fixiert: Der Erzieher berichtet bis ins einzelne über die psvehische Entwicklung des Kindes (Aufmerksamkeit, Phantasie, Gedächtnis, Wille), der Arzt über die physische (Körpcrziistand, Sinnesorgane, Innere Organe, Nerven und Hautdrüsen). Ebenso sorgfältig Ist die Säuglingsflirsorge, Die Milch kommt, wenn möglich, aus jüdischen Kolonien in die Stadt, wird in einer Zentralstelle pasteurisiert und von dort In die anderen Fürsorgestcllen gebracht Täglich wird die Milch bakteriologisch untersucht. Zum Schluß schilderte der Redner die beiden Walsenhäuser: Balfouria für 125 Jungcns. aaf einer Anhöhe im Emek gelegen, mit prachtvollem Blick auf die Kwuroth des Emek und Schfeja für 65 Mädchen, mitten zwischen Weinbergen und Zitronengärten. Hier wird eine gesunde, kräftige, leidenschaftlich das Land liebende Jugend erzogen. Viel Ist noch zu tun übrig, sowohl In Bezug auf Erziehung »Is auch In Bezug auf Hygiene. Viele Kinder sind vom Schulwerk des „Waad Haehlnuch" noch nicht erfaßt Auf dem Oeblet der Hvgfene steckt die Tuberkulosefürsorge noch In den Kinderschuhen, ebenso die Fürsorge für Psycho- P.4th*n. Schul- und SiuRlingsfürsorgc bleibt zum Teil nur ein Rahmen, der aus Mangel an Personal und Mitteln nicht ubera I ausgefüllt werden kann. Die Sorge für ein gesundes und kräftiges Geschlecht fst aber eine unbedingte Voraus- »etxung für das Oedclhcn unserer Arbelt In Palästina. Industrie in PalSsllna (Vorfrag Dr. Alony In der Palestine Economic Society.) Das vor kurzem unter dem Namen Oekonomischc Oe- Jtlischaft für das Land Israel Ins Leben gerufene deutsche wdeskomitee der Palestine Economic Society veranstaltete am Dienstag, den 24. Februar 1025 einen Vortragsabend vor awadenen Gästen In den Räumen des Lopenhauses, Kleist- '•»»De. Herr Dr. Ak>ny berichtete Aber die Anfänge und öle Aussichten der Industrialisierung Palästinas. Nach seiner Meinung haben vor allem diejenigen Fabrikationszweige, die sowohl den Absatzmarkt wie auch die Rohstoffe Im Lande haben, Chancen. Dazu gehört die Nahrungsmittelindustrie, «ie schon letzt auf ansehnliche Fortschritte hinweisen kann Wehe die fiaifaer Oroßmuhle) und diejenigen Industrien, die *ui eine Ausbeutung der sonstigen Naturschätze des Landes oeruhen (Salzwcrke in Athlit, Chemikalien des Toten Meeres), »uuerdem biete die Herstellung gewisser Kultgegenständc «wie hebräischer Bücher Exwerbsmögllchkelten. Vor allem müsse man zu einer großzügigen Organisation des Touristen- ,u. t rc/omnicn, der eine hervorragende Einnahmequelle für oaa Land werden kann. Dem Vortrag wohnte eine große f»M von Zuhörern bei, die sich zum größten Teil aus Kreisen jussmmensetzten. die bisher für Palästinafragen kein lobhaftes ... . 1?" bekundeten. Schon darin ist ein Erfolg der Veranstaltung zu sehen. d. 1 Mehrere Tabakfachleute aus Warschau, die die nötigen Maschinen mitgebracht haben, haben in Tel-Awiw eine neue fMi*rett.eP',Äbrlk gegründet, die «»lieh in einer achtstündigen Arbeltsschicht über eine Viertelmlllion Zigaretten i woduiiexen soll. .... * Z3 Gruppe Ost der Beniner zionlsliscüon Miouno Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr In den Unionsälen, Greifs walder Straße 222 Herr Redakteur Moses Waldmann: Zionlsieii u. Siaaisbürger Einführung von Gästen erwünscht. V^rm'T*1"-""^^-'■ 1 SlaatssckrelSr Itonvcr und der „Ort" New York. (J.T.K.) Der amerikanische Finanz-Staatssekretär Mr. Herbert Hoover hielt auf dem Bankett der Gesellschaft „ORT", auf welchem 200000 Dollar für den Wiedcraufbau-Fonds der „ORT" gesammelt worden sind, eine Ansprache, in der er ungefähr ausführte: „Die Aufgabe der Gesellschaft ,ORT', die deklassierten Juden in Osteuropa im Handwerk auszubilden oder sie der Landwirtschaft zuzuführen, findet bei allen Amerikanern Achtung und Sympathie. Jeder, der die europäische Oeschichle der letzten IOD Jahre studiert hat, weiß, daß das dunkelste Kapitel dieser Geschieht« die Unterdrückung der Juden Ist Die Juden wurden aus der produktiven Arbelt ausgestoßen und in die Städte getrieben. Der Weg zu Landwirtschaft und Handwerk wurde ihnen versperrt Sie wurden gegen ihren Willen Händler und Vermittler. Der große Krieg hob die Beschränkungen, denen die Juden In Osteuropa unterworfen waren, zum größten Teil auf. Es besteht Jetzt die Möglichkeit, Ihre Brüder von dem Vorwurf der Demoralisierung zu rehabilitieren. Bei der Lösung des Problems dh wirtschaftlichen sozialen Aufbaus Europas gibt es keine schönere Aufgabe, als die ZurückfOhrung der jüdUchen Massen zu produktiver Arbeit auf dem Lande und in den Werkstätten. Ein Volk wird nicht seine physische und geistige Vollkommenheit erreichen, wenn es nicht an der menschlichen Betätigung In allen ihren Formen teilnimmt Deshalb haben Ihre Anstalten eine weit größere Bedeutung als die gewöhnlicher Berufsausbildung. Oellngt Ihnen Ihre Aufgabe, so werden Sie auch viel für das geistige Reich getan haben." Auf dem Bankett wurden Begrüßungsschreiben von Dr. Frithjoff Nansen, Israel Znngwili, dem französischen Kammerpräsidenten Paul P a I n I e v 6, Baron Henry d e Rothschild, Prof. Albert Einstein ti. a. verlesen. Die Kon'erfnz der PallMinaümtcr Die Konferenz der Vertreter der Zionistischen Palästina- Aemtcr soll am 15. März in Jerusalem stattfinden. Die Konferenz wurde von der Zionistischen Palästina-Exekutive einberufen, um ein ef n Ii ei'tlic lies Vor geh en in der Verteilung von linniigratlonszerllfikaten und anderen Angelegenhelten der Immigration herbeizuführen. Eine Kondvebn.no russischer Zlonlsleu In Poris Paris. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz des Barons Adolphe de Quenzbourg fand dieser Tage fn Paris eine Protestkundgebung gegen die Begrenzung der Einwanderung nach Palästina statt. Wladimir Jabotlnsky polemisierte gegen den Bericht der Ständigen Mandatskommission und fordorte zu einer energischen Aktion auf, die die Begrenzungen der Einwanderung nach Palästina wegräumen soll. Wladimir Teinkln führte aus, die Juden wollen Ihr llelm-itland nicht mittels Waffen, sondern auf friedlichem Wege als Landwirte und Industrielle erobern. Es sei traurig, daß in einer Zelt, da die meisten Einwanderungsländer Ihre Tore gegen Einwanderer aus Osteuropa sperren, auch Palästina die jüdische Einwanderung beschränkt. Eine entsprechende Resolution wurde angenommen Mrs. Hcrninnn Conhelnt gestorben. Am 10. Februai verschied zu New York Mrs. Co n he Im, die Oattln von Mr. Hermann Conheim, MMgÜed des Verwaltungskomltecs der amerikanischen Zionistischen Organisation und Schatzmeister des amerikanischen Kercn Hajcssod. Die Verstorbene tat sich an der Seite ihres Gatten in der Tätigkeit für den Kercn Hajcssod hervor. Sic war eine geschätzte Dramatikerin; einige ihrer Stücke wurden mit großem Erfolg auf den amerikanischen Bühnen aufgeführt. Die Hebräfsche Th eatergeseffschaft, die kürzlich ihre Zentrale von Berlin nach Tel-Awiw verlegt hat, Ist mit der Zusammenstellung eines Rcpertolrs biblischer klassischer Vorstellungen beschäftigt Der Geschäftsführer, Herr Menachcin Onessln, hat von der Gemeinde Tel- Awlw £E 200 erhalten und wandte sich um ein Darlehen In gleicher Höhe aus den Mitteln des Kercn Hajcssod an die Zionistische Palästina-Exekutive. Im Hinblick auf die Nützlichkeit dieses Unternehmens hat die Exekutive ein fang fristiges Darlehen gewährt F"""1 <•-.*..■> 1 Drille Jabrcskonhi cdz tfcs „Urtlialiu14 (Deutscher Landesverband) vom Sonnabend, den 2& Februar, bis Montag, den 2. Mir» 1025. Tagesordnung: Sonnabend, den 28. Februar, abemu 6 Uhr: trfiflniing und Begrüßung; Generalbericht des ,\\cr. kas: Sonderberichie: Mädciicndezernat, Tarbuthdezernat, Hand! werksressort, landwirtschaftliches Ressort, Finanzressort; hatte. — Sonntag, den 1. März, 0 Uhr vorm.i Bericht über die Lage des Welt-Hcchaluz; Referat: „Das Wesen des Hechaluz" Sonderreferat: „Die bündischc Siedlung'- „Die Blau-Weißl Werkstatten": Debatte. V»8 Uhr abends: PaUstina-Rcferst. - Montag, den 2. März, vorm. 0 Uhr: Rrferat: „Die Aufgabt des Hechaluz In der gegenwärtigen Lage des Zionismus"; Debatte. Mittags 12 Uhr: Zusammenkunft: a) Ortsgrupnenlelter mit dem Mcrkas; b) Zusammenkunft der anwesenden Mädchen mit dem Mädchendezernat 3 Uhr: Organisationsreferat 5 Uhr' Resolutionen; Wahlen. Die Eröffnungs-Sitzung am Sonnabend abend findet im großen Saal des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen Ot. mclnde, Rosenstr. 2, die weiteren Sitzungen Im Logenhaut. Kiclslstr. 10, statt * Oastkarlen sind zum Preise von 1 M. pro Tag Im Büro des Hechaluz. Melnekcstr. 10, erhältlich. Chawerlm da Hechaluz und Mitglieder von JugendbQnden erhalten Ermäßigung. * Zur Konferenz erschien die 4. Nummer des „Hechaluz" In verstärktem Umfange und mit einer Reihe prundsätzHclier Artikel zu den Problemen der Konferenz, nämlich: Zur Konferenz, H. Naglcr; Ucbcr das Wesen der Chaluzbcwegunr M. Schnplro; Zwei Jahre Hechaluz in Deutschtand, Scf). Rudel; Die dritte Konferenz des deutschen Hechaluz, E. Ascher; Die Frage der Sledlungsformen. L. Schkolnik; luvend, Chaluz, Arbeiterschaft, M. Schwabe; Geistlfje Hachscharah, J. Sandbank; Palästina. Welthechaluz, Aus der Haclisch.irah, Deutschland. Bücher. Das Heft Ist zu erhalten bei der Administration, Berlin W 15, Meinckestr. 10. Einzelpreis 0,60 M. Zlonlstlseürr GruppcnverüaDd Oberschlesfcn Am 22. Februar fand In Bcuthen (O.-S.) eine Tagung de» Zionistischen Oruppenverbandes statt. Nach einer kurzen Begrüßung wurde die Sitzung einreichet durch ein Referat von Herrn WIener-Bcuthen über die vergangenen Wahlen zum preußischen Gemeindeverband. Er gab seiner Befriedifjung über den günstigen Austjanj der Wahlen Ausdruck, wobei er die Schwierigkeiten schilderte, die uns von seilen der offiziellen Wahlbehörden überall gemacht wurden. Auf seinen Antrag werden angenommen: 1. Ein Dankesvotum an alle Mitarbeiter In der Provinz; 2. die EinrcJchung einer Wahlbeschwerde heim preuflisehea Landesverband. Die Diskussionsredner behandelten hiupls.ichlieh Fragen der praktischen Arbeit, die aus dem zahlenmäßigen Ergebnis der Wahlen resultieren. Ferner folgte eint eingehende Besprechung der bevorstehenden Purim-Aktion und der Kercn I In jcKiod-Ak tion unter den ZionLsten, und es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: „Der Obcrsr.htcsische Gruppenverband beschließt die Durchführung der Purim-Aktion zugunsten des Kcren Kejemeth und verpflichtet die Ihm angehörenden Ortsgruppen, alle verlügbaren Kräfte In den Dienst dieser Aktion zu stellen." „Im Anschluß an die Beschlüsse des Dclegicrtentaßc* und der letzten Landcsvorstandssllniiig beschließt der Oberschleslsche Oruppcnverbandstag die strenge Durchführung des Maasoer-Prinzips unter den Zionlsten,". .. .••„-/, Beralnaosslelle «fer „OSE" Dienstag, den 2>. Februar eröffnete die Oesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden „OSE" eine Beratuiirrsstc'le für die Jüdische Bevölkerung Berlins, hauptsächlich für die im Norden Berlins ansässigen Ostjuden. Die von der Gesellschaft „OSE" unlängst durchgeführte Erforschung der sanitären Wohnverhältnisse dieses Viertels hat ergeben, daß die hier wohnenden, aus dem Osten immigrierten Juden, weiche mit den Verhältnissen nicht vertraut sind und ninnclini.il die deutsche Sprache nicht beherrschen, im Falle einer Erkrankung nicht wissen, an wen sie sich zu wenden haben und in die IISnde verschiedener Kurpfuscher und Vermittler gerieten. Die Beratungsstelle hat sich zur Aufgabe gcstelt, diese Kranken in die Polikliniken, Kliniken und Sanatorien :u leiten, mit welchen die Beratungsstelle In enger Verbindung steht Aerztlichc Behandlung wird In der üerntungsstcllc nicht stattfinden. Besondere Aufmerksamkeit wird in der Beratungsstelle deu Müttern und den werdenden Müttern gewidmet. Die Beratungsstelle befindet sich In den Räumen der HuinaiiltUs-Logc „Agudas-Aehlm", Qormanstr. 2), und fst geöffnet täglich (außer Freitag, Sonnabend und Feiertagen) von 11—1 Uhr. lies i iu:';'» wir . «fjY1 .^i'.'.iV oft ■ :.*h ■ . , oc \ :f<;V. , ', , ttV^'W.y ouw , 1 Di«'-/ : * Rei; IJi ' , ' der.':'."^-'". 1" Vc'i.ii'••: Oir.i>;7; ';' zui 'r, •, woViiVi ' i £C{< , ,,) ■ W > ■• koi'; I I .; ane!'.1, ' •«.: the j V,H; sie" .., Berliner Mforochlßruppc lÄ'lfpSP i^M^ffllfflSBl iwJUI Iii Hin am Dienstag, den 3. Milrz, abends 8 Uhr In den Augusta VlktoriasSlen, Lutherstraße 31/32 (gegenüber der Skala) Referent: Dr. WolfVnng v. Weis! Thema: Judenfrage u. Orientpolitik Anschließend freie Aussprache. Üb». ......tu. ... i ■. i . - Hill ~"^ *777~T" """i"-*:—T'r?l% .•„■«.,.:.t. ,:„xvt.vk... n -"-''■'[-', Fortsetzung des Rczltnttonszyklus. In ernstem Aufbau, zeitliche, motivische und künstlerische Rücksichten verbindend, schreitet der großangelegte Rezitationszyklus der Freien Jüdischen Volkshochschule: „Drei Jahrtausende jüdische Dichtung" vorwärts. Der zweite Morgen, der wiederum ein aulnahmciroudißcs Publikum Ins Logenluus geführt hatte, vereinigte Dichtungen, der biblischen, talmudischen und neuen Zelt, die um das Thema'- „Volk und Land" kreisten, Deboras Slcgcslifd, profctlsche Straf- und Trostpredlgt, haggadische Lebenden über Jerusalem und Messlas, von Israel Auerbachs Dicliterkunst In deutsche Formen umgegossen, die Sterbeszeneu aus Zweigs „Jeremias" und das „Große Wecken" — uralte Rhythmen und neuerlebte Töne wuchteten auf und griffen ans Herz der Hörer. Daß das Ergrillensein ja-stete und der Nachhalf lange nicht verflog, war — von dem esvlgen Geheimnis der dichterischen Kräfte iu schwelgen — das VtidttnsV dtr Rtittatarin EdUh Her tu« stadt-Oettlngcn. Sparsam Inder Anwendung mimischer Mittet, doch mit sicherem Geschmack Jubel und Molz. Ernst und Weisheit, Schmerz und Entsetzen unterstreichend, ließ dt ihr prächtiges, geslaltungsfrohes Organ in allen Moduhtionen, die der Stotf verlangte, dahinrauschen. So feierten die Dichtungen von drei Jahrtausenden, durch den Hauch des Künstlertums, aus dem sie einst erstanden, neubelebt In der Seele der Zuhörer ihre Auferstehung; glockig und packend schwang die Stimme der Kunst Im Saal. (Vielleicht sollte Frau Herrnst.idt noch In manchen kleinen Einzelheiten ihre Spreehtechnlk überprüfen; doch gehört das nicht hierher.) — Am Sonntag, den 1. März-, wird Rose Liechtenstein — die jetzt die weibliche Hauptrolle In Hauptmanns Indipohdl spielt — die nächste Matlne>: „Qott und Mensch" geben. Benjamin ben Meir. Hchrlllsclia 6praciiscliulo In Hamburg. Am Dienilag. den 3. März d. J., abends 8«/a Uhr pünktlich, findet im Logenheim ein Vortrag In hebräischer Sprache statt. Redner ttert Bednowitsch über U"n^ 0"n;t^ o»iU)m nwnon. A<° 24. Februar beginnt abends 8Vi Uhr der Jeden Dienstag stattfindende Interpretationskurs des Herrn Dr. Well über t-cO für die Teilnehmer der Fortgeschrittenenkurse und des Obef" kurses der Sprachschule. Weitcrc Teilnehmer können nsef vorheriger Vereinbarung zugelassen werden. de.« CSS., ', noc ■; i,.» »*«;•.•■;•;«.■' MX;' * ■• feSi;vtA:', : ■■ h h '\ ■ »fc-;.>.':M. mu r, , koi 'l , M,)'•''■■:»■ ■ ha«' ily . (Kl, 1 Mi,. . l\<\^ * ■k:': ' 'L "' Ah", , , Wil,' . ,j: '; te l'i•.'»,''. V V >,:V 1, I .',,<■ tet'>;^':; m\ p^vtvr- ' I; 1 I , ( I i a b.j. , , , i ■ Nii •,. |.. . da.:,.«:1-;' . tfP-äi-.j Iii i.;'V''" B:x\<^\.^ »ti. V,;.. .1 ' *'ViV,,»': '., Stl'! < 1 PöViV >'V 1^« "V fc>V l>\;{ ..Cii'i'.."/ m-^^-, cl'i; :>\' i'"'!,<r i1 r^il:'' i.. ge,,, ..' Kl;-4*;, ■ U«';i' ' •' f5tS«'. fC «'",,, .,; » w r«}:) .„■ V'- I!1'.. Sl' St St;1 . «■'',- «.: '■ <>■., i U ,' „. /, S T Ü I' i ' F Irl ■. P( ,A t |t . $!!:; »'h" Ii : 3i! i i ' i