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Jüdische Rundschau · 1925-02-27 · Heft 17 (27.2.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 17 (27.2.1925)
Date
1925-02-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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#*l u ^liqn'- | *"|SKi^ V VJS^v Li JLw tlnzclnnmmrr 0,3g Goldmark r~*% t*a tpv mi p"»v umied ^»ktioo und VtrUtf W 15. Mclnckeitraße 10. Erschtlnt i.. nirnitatf und FrtlUtf. n»i,^.n»li K.I d». P__„Jii:.- i,d«o DleniUtf und Freitag. Beiugiprcl» bei der Expedition ' aillch 135 Goldtnark. VUrttl|ShrHcb 5.25 Goldmaxk. P0B A«' itttjM>—«■«»'» wJn In dir Wlhro-' dtr claxlaco LUdtr txrtchaaU Nummor _17 I Berlin, 27.11.1923 Anzeigen-Verwaltung Jüdisch* Rund»chnu G.m.b.H., Berlin W15. Melnekeitr.iO Telephon i Amt Bismarck 7165—70. A»f*l|*spf*I»tt(ttp>lLNMpw»IUtt.U*a<0O^M.SUUti|M«cka0,20O<>H. Aat.ljtoicilufli DImiUI und Fr.lt«' «chaltl»' 4 Ukf. Telephon! Blsmurk 7165-70. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392, Fflr Onl.rr.lctii Poitin«rkii«n«ml WI<n,Konto Nr. IV.0M. FürTich.choilow«k.li PniUturktiMMntm«, Konlo Nr. S"><ia, Für Pol.ni FoiUp.rluMiaunt W.ticStu, Roolo Nr. 190 MS. RedakUoniachluO Sonntag und Mittwoch nnchmltlat!. HHHiHIHHnBBBHBSHBHBBI iTD-in «TW .tf siortUmu« Titrcbt für dai JOdlsth« Volk dlo Schaffung einer äffonillth ■ rechtlich Qonlchort«n HolmstUtto In Palästina. „Ooselor Profjramm.»! ■:> -vi ' ■ .••. ..i ■ ,• i ' >»'•.; i \ 1 ' ' ''tl ' ■' (; <( :t Rationalistische internationale I a»*» und Diaspora i. »i i,i, , ,Y ras/lslcn und Anlliemllea Rom- Ü-T. A.) Der Oroßrat der faszistlschen Partei, fr, im 16. Februar «eine außerordentliche Tagung begann, „km einen Beschluß an, eine Internationale Ver- ,inicu"ß m't «ilcn nationalistischen Bcwc- «u-gen, die ähnliche Ziele wie die Faszlsten verfolgen, p schaffen. Der Oroßrat stimmte zu, daß die natlonalistl- ,chen Parteien in Spanien, die Erwachenden Mahnen Ungarns, die royalistisch-antiscmiiischcn Kreise ruükrcichs, die sich um die „Action Francai3c" gruppieren, ^.f (35,;islkchcn Internationale angehören sollen. Ucbcr die Zugehörigkeit dcrhakcnkrcuzlcrlschen Verbände ii Deutschla nd und Oesterreich zur neuen Internationale Wirde n'c,lt gesprochen. Das Verhältnis mischen den Italleiil. ichtn und den deutschen Fasmten hat si:h wegen der VerfsIgufiRcn des deutschen Schulwesens in Südtirol durch die ijMistischcn Behörden verschärft. Doch weiß man, daß trotz» j einflußreiche hakcnkrcuzlcrlschc Oruppicrungcn den AnchluO an die fasiistische Intcrualionnlc suchen. Es heißt iber, daß Mussolini persönlich ein Oegncr des Zuunsmenschlusses mit dem deutschen 'Hakenkrcuzlcrtum bt. | Die Italicnische Rcgierungsprcssc begrüßt die Beschlösse In laizistischen Oroßratcs und teilt mit, die lasrislirche iirmationale werde dem Klcrikalismus freundlich gegenüber- | itthcn und das Freimaurertum, den Antiklcrikalismus und den jidischen Kapitalismus scharf bekämpfen. Die Beschlüsse des Oroßratcs der Fasilstcn bedeuten jttne Abkehr von der bisherigen toleranten Politik jegen die Juden. Bis vor kurzem erst hielt sich die üiSenlsche faszistische Partei von den radikalen nationallstl- I Rhen Bewegungen in anderen Ländern fern, auch hl:It sie sich frei von Jedem antisemitischen Vorurteil. Der Oedanke einer nationalistischen Internationale, der jittai öfter aufgetaucht Ist und Jetzt angcb'lch durch einen E<!eli!uß des Oberrates der faszistlsehcn Partei In Italien l:r,krclc Oestalt angenommen hat, ist ein bedrohliches Zeichen itt zunehmenden Verwirrung der Oclstcr. Eine absurdere I Krin/cpHon war wohl niemals erfunden als diese Internationale [Os Nationalismus, die geradezu eine contradicllo In adjecto darstellt. Das Wesen des modernen aggressiven Natlonalise-i, der heute die letzte Weisheit der europäischen Völker ist, besteht doch gerade In einem schrankenlosen nationalen [joismus, der, wenn das eigene Volk In Frage steht, keinen eajeUiven Maßstab und keine Gerechtigkeit anerkennt. Rlght | ot wrong, my country — der oberste Leitsatz des Sacro- Ejoismo. Jede Persönlichkeit, die auch das Wohl des eigenen Urdcs nur In Verbindung mit einer friedlich geeinten Mensch- '>M denken kann, wird von den Nationalisten geächtet: in Das ungarische Verbot des Zloalsmns Budapest. (J. T.A.) Seit Jahren kämpfen die unga- 'tf'icn Zionistcn um die Legalisierung der Zioais'hchcn Ori''i>alion In Ungarn, damit auch in d'cscm Lande die Auf. ^Cting von Fonds für den Wiederaufbau Palästinas ermög. •«M werde. Bis jetzt waren alle Versuche, die Regierung «'u zu bewegen, die Statuten der Zionistischen Organisation Kfnehmigen, erfolglos. Auf die neuerlichen zionistischen '«««he hin berief der Untcrrichlsministcr Oraf Kleb eis- ",rß fQf den 16. Februar eine Konferenz Jüdischer;*fpräscnta nten ein, um deren Meinung über die jtlivciidiRkcit des Bestehens einer Zionistischen Organisation |<u Ungarn einzuholen. Erschienen waren der Präsident der i^wiscn Qemclnde In Budapest und des jüdischen Ocmcindc- «'«bsndc» Ungarn, Dr. Alexander Lederer, der Vertreter <!f indischen Orthodoxen, Dr. Adolf Frankl, das Oberhaupt ■ jüdischen Konsistoriums Ungarns und Ocncralsckrc'.iir || I' Chcwra Kadischa Ernst Mczcl, der Chcfrcdak'.cur des ^'«tcr Lloyd" Joseph Veszl und der Oroßlndustriclle Baron |^o!ph Kohncr. Das zionistische Hauptbüro In London { ic t» dieser Beratung den Generalsekretär der Zionistischen "'»oraaiilsMion Israel Cohen entsandt. Von den rr';(.. unga- Frankreich Cnilleaux, In Deutschland etwa ein Manu wie Friedrich Wilhelm Foerstcr, in Italien Nittl u. s. f. Die konkurrierenden Ansprüche der Nationalisten der verschiedenen Länder werden niemals in Einklang zu bringen sein, und internationaler Zusammenschluß an sich gilt In ihren Augen ja bereits als Landesverrat. Wenigstens erscheint es so, nach außen. Nach innen Ist es jedem Sehenden (fingst klar, daß nicht jene Kreise, die den Patriotismus gepachtet haben und die nationale Ehre Im Munde führen, die wahren Verteidiger der legitimen nationalen Interessen sind. Dieser Nationalismus ist vielmehr eine Verkleidung ganz nmlerer Zwecke. Wenn die deutsche Schwerindustrie das Haken, krcuzlertum finanziert, durch eine zusammengekaufte Presse dns Olft des Hasses gegen Menschen anderer N.itlonolltiit und Abstammung in die Gemüter sät, dadurch eine Nchcl- Atmosphärc nationalen Rausches schafft, der blind macht für die wahren Vorgänge, so sind es nicht die Magnaten, die dann in einem Kriege bluten oder In den Folgeerscheinungen nationalistischer Abenteuer verhungern, sondern die Arbeiter sind es; und gleichzeitig steuern diese nationalen Kreise oft kaltblütig auf eine Verständigung mit dem ausländischen Kapital hin, während die als International verschrieenen und verachteten Arbci'cr treu zu den nationilcn Interessen stehen. Wer einmal di-sc Vo'gängc durchschaut hat, dem erscheint selh-,t der Gedanke einer nationalistischen Internationale nicht mehr so undenkbar wie es nach dem klaren Sinne des Begriffs den Anschein hat. Denn tatsächlich gibt es gemeinsame Interessen und Tendenzen der Nationalisten aller Länder. Das gemeinsame Interesse Ist vor allem die unumschränkte Ocwalt drs Kapitalismus und die moralische Diskreditierung jeder die kapitalistische Herrschaft gefährdenden Bewegung. Die gemeinsame Tendenz Ist vor allem der Juden \\ a ß. Die Nationalisten nl!cr Länder erproben ihre Kraft zunächst einmal an dem schwächsten und ohninächtlc'itcn r.lrmcnt, «las Hilten preisgegeben Ist, nämlich an den Juden. In diesem Punkte sind sie solidarisch. So entsteht das seltsame Bündnis. Es wird sich zweifellos zunächst an den Juden entladen und bewähren. Der weitere Weg ist klar vorgczclehnct. Die Nationallsten der einzelnen Länder, die schon Jetzt stillschweigend einander izcMUUt haben, indem jeder nationalistische Exzeß auf der einen Seite sofort sein Echo auf der. anderen Seite hervorrief, werden im Kampf geten Judentum, Arbeiterschaft und Sozialismus . zusammenstehen und sich so sehr stärken, daB sie «Ich dann zum Schluß gegenseitig atiffrcsscn müssen. Es Ist klar, daß der Platz für Juden In allen Ländern nicht auf dieser Seite sein kann. Aber die Gefahr soll nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig, diese Entwicklung mit Aufmerksamkeit zu verfolgen, denn die feindliche Front, die sich hier bildet, Ist In erster Reihe gegen um gerichtet. Weitere 25 000 Dunam Nallonallondsboden Auf Qrund eines Beschlusses des Natlomlfonds- Direktoriums werden weitere 25 000 Dumm Boden vom Kercn Kajcmcth erworben, und zwar 1700) Dunam Im Emck Jcsrccl, 8000 Dunam In Judlia. . cn Zionisten war keiner zu der Konferenz eingeladen, I* •Sowenig ein Jüdischer Politiker' Ungarns, obwohl die Imputierten Paul Sandor und der frühere Minister Wilhelm ,l*3nyl sich för die Konlercnz angwtWtt bitten. Israel Cohen wies mit Nachdruck darauf hin, daß in n Ländern der Welt legale Zionistische Organisationen •Mir!UmJ dic zionistiscl>c Propaganda In uneingeschränktem Uiw * sc'" Er ,ordcrtc deshalb auf, daß die ungarische hiMt n"R a"cn 'to"'8*'801' Qcsinntcn in diesem Lande eine rl'tn« Ü,lßl,nff Rcwl'.irlclste und diese Organisation «ncr- 'l'Sr, D,c fl°fl.icn jüdischen'Vertreter gaben Er. .i\,^tn ab, daß die ungarische Judcnhelt In Vti f[rößtcn Mehrheit dem Zionismus geg. *<e, ,.c" gegenübersteht und daß zahlreiche Kreise ^'»hr haltmUS *UCh V°m Slamll>u"kt der Reli8ion ,ür ci,,c Untcrrklitimlnlstcr, Graf KJcbcIsbcrg, erklärte am %, y, öfr Aussprache, er sei nicht in der Lage, die Statuten;. Zionistische,, Organisation in Ungarn zu ratifizieren. Eine *,,!*5nf,ung des Zionismus In Ungarn würde den extremen lätYI» k N»'Ion»ll»t*n ««>e Handhabe bieten, gegen die l»»ltf d,burgerrechte der -Juden Sturm zu laufen niji^ ae,l> Hinweis, daß die Juden eine ■ besondere Nation Mjalmar Dranllng Mit Hjalmar Uranting, dem eben verstorbenen schsvedischen Sozlalistcnführer und Ministerpräsidenten, Ist nicht nur eine große Figur der europäischen Politik dahin gegangen, sondern auch ein warmer Freund des jüdischen Volkes und Förderer des Zionismus. Brantlngs Gerechtigkeitssinn hat das ungeheure Unrecht erkannt, das dem jü dischen Volk seit Jahrhunderten getan wird. Er gehörte zu den ersten internationalen Sozialisten, die ihre Sympathie [Or den Zionismus erklärten und Ihren Einfluß zu seinen Gunsten geltend machten, nicht nur In der lutcriintlottalen Sozialdemokratie, sondern auch an anderer öffentlicher Stelle und vor allem im Völkerbund. Das jüdische Volk wird dem edlen Manne ein dankbares Andenken bewahren. Araber IBr Zusammenarbeit iml dea Zlotri&lei Jerusalem. (J.T.A.) Ibrahim AbdlnausRam Ich, einer der führenden Araber, veröffentlicht In der Zcltung „AI Akhbar" einen „Appell an das arablichc Volk", in welchem er eine Zusammenarbeit aller Klassen des palästinensischen Volkes mit den Zlonisten befürwortet. Ein solcher Schritt, sagt er, wäre ein Segen lür das Land. Nur eine Zusammenarbeit mit den Zionistcn und mit der Mamlatarmacht würde Palästinn jenen Rang verschaffen, den es unter den Ländern und Natl. onen der Welt verdientermaßen einzunehmen hätte. Wir brauchen, sagte er, eine solche Einigung mit den Zlo. nisten,.die Iii der ganzen Welt verstreut leben und über große Staatsmänner,. Kapitalisten und Gc lehrte, verfügen. Das irablschc Volk kennt und würdigt dic Person des Obcrko-.nmlssars Sir Herbert Samuel, es sollte aber, auch wissen, ' wer Dr. Wclzmahn ist.' Ich las die Rede Dr, .Weizmanni in Berlin, in welcher er von der Zusammenarbeit mit den Arabern sprach. Wclzmenn wünscht aufrlchlig eine solche Einigung, die zum Besten der Juden und Araber wire. In ununterbrochenem Kampf getreu die Schwlerirj. kellen des Alltags und gegen dic Widerstände, hervor« gerufen durch die Tücke der Materie und oft durch eigene Uncntschicdcnhcit, kommt man nicht dazu, von Zeit zu Zeit dic notwendige innere Einkehr zu halten und sich des zurückgelegten und noch zu gehenden Weges bewußt zu werden. Wenn jedoch Ereignisse, dic aus dem Alltagherausfallen, sich vollzogen haben, dann stellt sich natürlicherweise das Bedürfnis nach einer Atempause ein, dic zur Umschau verwendet wird. Eine derartige Atempause im Innern Leben des deutschen Zionismus sind dic gegenwärtigen Tage nach der Wahl« sclilacht für den Landesverband der jüdischen Gemeinden. Wahrend des Wahlknnipfes sind eine Reihe von Fragen aus der Versenkung hervorgetaucht, mit denen man sich wieder auseinandersetzen mußte. Es handelte sich keineswegs um neuartige Probleme, sondern vielmehr um Dinge, mit denen sich Zionistcn in Deutschland vor Jnhr/cluiten innerlich und in der Diskussion mit den Ocgticrn zu beschäftigen gezwungen waren. Daß dies» Fragen neuerdings auf dic Tagesordnung gelangt sind, ist auf den Umstand zurückzuführen, daß unsere Gegner während der langen Jahre seit dem Auftreten der zionistischen Bewegung bis heute so wenig gelernt haben und daß diese Fragen sich einer restlosen Beantwortung entziehen. Darin liegt einer der Hauptunicrschicdf zwischen zionistischer und antizionistischcr Auffassung! des Judciiproblcms. Dic Zionistcn sind sich in nüchterner Deutung der jüdischen Diaspora dessen tewußt, daß eine restlos zureichende Lösung des JuJcnproblcms n der Qaluth unmöglich ist, während die Anlizionlstcn krampfhaft an der Flkllon festhalten, man könnte dic Beziehungen zwischen Juden und Diaspora auf eine einfache, allseitig anerkannte Formel bringen, dic den Schlüssel zu einem stabilen Gleichgewicht zwischen Juden und nlchtjüdischcr Umwelt bildet. Insbesondere sind es die Fragen der Stellung des deutschen Judentums zum Paliistiuawcrk, zu zionistischer Bewegung und deutscher Kultur gewesen, die in dem Wahlkampfe c'nen breiten Raum eingenommen haben. In der Hitze des Gefechtes konnte man, von Entstellungen und Verleumdungen der Gegner in Atem gchallcn, nicht in Muße über' diese Beziehungen zwischen deutschem Judentum und den erwähnten Problemen Rechenschaft und Aufklärung geben. Unzweideutig ging aber aus der Wahlzcit hervor, daß bei den deutschen Juden ein tiefes Bedürfnis vorhanden Ist, zur Klarheit zu grlangcn. F.i ist, ah ob die wcllcnlci» Schleiden der deutschen Juden ahnen würden, daß es nunmehr gilt, eine Entscheidung zu treffen, da es sich in diesen Dingen um Bejahung oder Verneinung des jüdischen Seins handelt. Dic bisherigen Methoden, durch bewußten oder unbewußten Selbstbetrug sich die Entscheidung vom Leibe zu halten, Itaben sich in der Empfindung der deutschen Judcnhcit überlebt. Die Entwicklung der Vcrliällnissc, unter denen die Juden in Deutschland leben, gestalten eine Vogel- Strauß-Polllik nicht mehr. Zwischen den Formeln und Fiktionen des bisher in Deutschland fast unb:schränkt herrschenden halb oder ganz assimilierten jüdischen Liberalismus und der Wirklichkeit klaffen, sc'.bü für dic geistig Gleichgültigsten wahrnehmbar, unüberbrückbare Gegensätze. Der Wille zur Wahrheit, zur jüdischen Wahrheit, erwacht. Und überall ist in jüdischen Kreisen die Sehnsucht offenkundig, zu erkennen, was Ist. t Diesem Bedürfnis bemüht sich die zionistische Bewegung entgegenzukommen. Der Kreis, an den sich die Zionistcn wenden, ist groß: er umfaßt zunächst die eigenen Anhänger, dann die aus ihrer Gleichgültigkeit Aufgescheuchten und schließlich das große Heer der Indifferenten, die leider noch einen ungeheuren Bruchteil der deutschen Judcnhelt bilden. In regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen wird fortan über das Judcnproblcm gesprochen werden. Es handelt sich nicht, wie bereits erwähnt, mu neue Erkenntnisse und neue Fragenstcllungcii; es handelt sich nicht um eine Revision oder einen Ausbau der zionistischen Ideologie. Es handelt sich vielmehr um dic Dculimg des Juden- Problems vom Standpunkte des neuen, seit Jahrzehnten in Erscheinung getretenen jüdischen Menschen, der weder sich noch der Umwelt etwas vormachen will und der den Willen zur Wahrheit und den Mut hat, von jüdischen Dingen vor der jüdischen und nlclitjikllschcn Oeffcntllchkelt frank und frei zu sprechen. Wir Zionistcn sind der Ansicht, daß den Juden und den Nlchtjudon der beste Dienst geleistet wird, wenn die Probleme, die in den Beziehungen zwischen Juden und Umwelt liegen, offenherzig dargelegt und in ernstestem Streben beleuchtet werden. . Einen Aultakt für-diese auf breitester Grundlage aufgebaute Aufklärungsarbeit bildete dic am Mittwoch, den 25. Februar, . veranstaltete Versammlung der Berliner ' i i .• Vit.' •'•» \ -.. 11. .• i <»■ .vi. ' 1 ,i * iv' •' * 'i ' .. »•»' •, *.v ■'./i i ' ■ , ,,< | 1 A 1 , I, VT* ' 'v i I , / . ij, ' , "l ■ Li

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