Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1925)
- Date
- 1925-02-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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e? ""ü) imiäa FJnzelnmnmftr 0,3.1 Ooldmnrk m T^^^vN <J& IXi,.=i/ sTikÜM» «B(1 Verla« W 13, McInckctlrtOe 10. Erachtint Ata Dl'niUJ und Frtltatf. BerugipreU bei dtr Expedition »n.lHcb t-M Goldmark. Vl«rt«l|IbrUcb 5.25 Goldmark. *ill(1(l„|,«»ii««»(iU *«tH«» In d«r Wihreni itr »lnioWo Llndor h«r«ehii«l. Nanunor IS | Berlin, 20. II. 1925 Anzeigen-Verwaltung Jüdisch« Rrtodschau G. m.b.H., Berlin Wl 5. Melntkeitr. 10 Ttlephnm Amt BUmarck 7163—70. Aaf^(Mrr*4*il(iipkllXn«pw.ill.t*U«0.)oa-^.SI>DM(ii<Kb«OlISO.-M. Ai»l|>H<Udli DUaaUf u»d Frdtaf a*«h«ltl*f 4 Ukr. Telephon« llUmark 7165-70. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392. FOr 0»Urr*lcHi Paitu>afktu«<itait Wl»«. Kr*li> Nc IM0J9. FUr T«!i•cho.l')«»kili Pm(.(i4rkt<i«jii«l tV.jf. Keula Nr. S»4I0. FOr F«Imi PotltpxVuamiml WarMhi«. Koolo Nr. 190 m Rod»kMonnchliiO SonnUtf and Mittwoch n*chm<l ti|J. 1 ................-..............................■ nwDm *vw yd fl xxx. Jahre t*L Zionismus antrabt für «Ja» Jüdisch« Volk dl« Schaffung einer öffentlich-rechtlich gailchcurtan Heimstätte in PalBitlna. „Oaaolar Programm." pie Eröffnung des Technikums in Haifa Von Leo Kohn, RckrctÄr des Kuratoriums de* Technikum* (London)'. Wir haben bereits den kurzen Bericht über die Eröffnung de« Technikums In Haifa durch Sir Alfred Mond gebracht. Nachstehend geben wir eine Dir- Stellung vom Werden und Wesen des Technikum* von besonder» Informierter Seite. . Red. Mit der Eröffnung de« technischen Institute* in Haifa, jm 0. Februar im Beiseln' von Sir Alfred Mond, dem blitzenden des Kuratoriums, stattfand, ist nach unendlichen ^mnlaen ein Unternehmen zur Verwirklichung gelangt, i^jrn erste Anfinge bereits über einen Zeitraum von fast f Jahren zurückliegen. Es war im Jahre 190S, als die (,j,;n Wolf Wlssotzkys in Moskau beschlossen, zur Er» fitrunp an ihren Vater einen Betrag von 100 000 Rubel Orsntdstock für die Errichtung eines Institutes für tech- .-.che Erziehung in Palästina zu stiften. Unter der Acgidc lo „llllfsvcrclns der deutschen Juden", dein die Verwaltung Icr Stiftung anvcrlraut wurde, wurden weitere Förderer des •jrrnchmen» unter deutschen und amerikanischen Juden ■sannen. Die zionistische OrganUation, bzw. der Kcrcn lijcmclh, beteiligte »ich durch Bereitstellung eines ausdehnten Ocländcs am Abhang des Kanne], Nach langen Iwcrhandlungcn mit der türkischen Regierung wurde im 1012 die Erlaubnis zum Beginn de* Baues erteilt, der i darauffolgenden Jahre nach den Entwürfen des Archiven Bärwald durchgeführt wurde. Noch vor seiner Behling brach der denkwürdige Kampf um die Unterrichts- •iichc am Institut aus, der kaum durch ein Kompromiß beilegt war, als der Ausbruch des Weltkrieges zur Einstellung ri ganzen Werkes zwang. Fast während der gesamten Kriegszeil und noch in den luffotgcmlcn Jahren b'ieb das unvollendete Ocbäudc in sliürischcr Besetzung. Erst im Jahre 1921 gelang es, die 'febabc der Anstalt, die inzwischen in das alleinige, Eigentum kf Zionistischen Organisation übergegangen war, durch die 'üUrbchördc zu erwirken . Der zwölfte Kongreß bewilligte «n größeren Beitrag für die Fertigstellung des Gebäudes .*) braufrtaglc zugleich die Exekutive, die Schaffun,'; einer '■fKJnisation auf breiterer Grundlage In die Wege zu leiten, 'i diu Betrieh der Anstalt übernehmen und wellcrc jüdische iHif zur Durchführung dieser Aufgabe heranziehen sollte, i Ausführung dieses Beschlusses wurde Im Jahre 1023 eine w Körperschaft wiler dem Vorsitz Sir Alfred Monds go- «et, an deren 'Spitze ein' Kuratorium steht, das sUndig Westens zur Hälfte aus Bevollmächtigten der zionistischen riiuncr besteht. Das ncugcbUdetc Kuratorium, dessen Sitz vorerst London 't, sah sich einer Aufgabe von ungewohnter Kompllzität :'.:eniibcrgc5tcllt . Das Ocbiudc hatte, selbst soweit es fertig -■'eilt war, durch die langjährige, militärische Besetzung "•Icn Schaden erlitten. Der größte Teil der wertvollen rriratur, die man vor dem Kriege erworben und bereits falliert halte, war verschwunden.. Anderseits hatten in- %'"c des radikalen Umschwunges der äußeren Verhältnisse '■ Aufgaben der Anstalt weit größere Dimensionen und 'I *pciifischcrcn Charakter angenommen, als dies vor dem ''ItKc de- Fall sein konnte. Lchrplan und administrativer Wrat mußten den neuen Verhältnissen angepaßt werden. "Itrsclts ergab sich aus den neuen erweiterten Bedürfen in Palästina, wie aus der finanziellen Umschichtung '■tu Diaspora die zwingende Notwendigkeit der Erschließung ,"«r regelmäßiger Einnahmequellen für den Ausbau der J'ttilt und die Sicherung des laufenden Budgets. Es war klar, 13 che man an die Eröffnung des Institutes herantreten *»nte, eine Periode intensiver Vorbereitungsarbeit voraus- '"cn müsse. , Zunächst wurde die Restaurierung und der Ausbau des «fiudes mit großer Intensität fortgesetzt. Sic ist im verj|'ncpen Arbcilsjnhr um ein gutes Stück gefördert, aber Vch nicht abgeschlossen worden, vor allem weil es an den ,;'ru nötigen Materialien fehlte. Des weiteren wurde unter ^' Leitung des Herrn Dipl.-Ing. Hecker eine großzügige "heaktjon zur Beschaffung von Apparaten, Lchrgcgcn- '">'.en und Materialien durchgeführt, die sehr erfreuliche täte gezeitigt hat. Dank dem Interesse jüdischer Indu- 'illcr, vor «Hern in Deutschland, der Tschccho-Slof,u' und England ist das Institut heute eine der best-!• platteten Anstalten dieses Genres. Zur Klärung der des Lehrprogrammcs, unter besonderer BcTückskh- ^unj. <icr ^lurcj, ,i|c flCUe j_agC geschaffenen aktuellen •■ki >,» c* Wurdc cinc eingehende Enquete unter den privaten ^''entliehen Arbeitgebern Palistinas durchgeführt, deren w.saic die Grundlage für die Ausarbeitung des neuen ^Programme* der Anstalt bildeten. Schließlich wurde W?'c Konstituierung der neuen •' Gesellschaft, die auf «n Mitgliedsbeitrag aufgebaut ist, und durch die Bildung verantwortlichen Kuratoriums, dem ein für alle lokalen fwjltungsfrjgcn zuatindige» palästinensisches Admlnl- •t»Vi «komifcc zur Sc,tc l,cnt' cm administrativer Modus «ümi <lcr tl,,c «chllchc, des .Vertrauen» der Förderer \h r un<i cnßcn Kontakt mit der öffentlichen Meinung •urt 2* ßc,uhr'e Verwaltung gewährleistet. Schließlich ™e durch die Eröffnung von vorbereitenden Abendkursen / Reiter im Baufach und der Schlosserei die Lehrtätigkeit ,,' •"Miiutcs auf dem Ocbletc eröffnet, auf dem zurzeit das "öUlc Bedürfnis beateht. .; ithi^i' *°cbtn erschienene Arbeitsplan für da» erste Jahr " «in zweifache« Lch rprog rara m von ekie Oberstufe, deren Ziel die Heranbildung von Technikern und Betriebsleitern in einem dreijährigen Lehrgänge ist und eine Unterstufe, die der Ausbildung und Fortbildung von Handwerkern In Abendkursen und Tageskursen von beschränkter Dauer gewidmet ist. Voraussetzung. für die Zulassung zum Lehrkurs der Oberstufe ist Ah:«>lvlcrung einer sicbcnklasslgen Mittelschule. Der Unterricht umfaßt Im ersten .Semester IQ Wochrnstunden In den grundlegenden theorcthlsehen. Fächern (Mathematik, Physik, Chemie, Ocologic, M'flcralogic. angewandte Mechanik, beschreibende Oeoinetrle, Buchhaltung u. a.) und die gleiche Zahl von praktischen Uchungs- und Zeichenstunden. F>ic praktische Uchiingcn finden In den Laboratorien und Werkstätten des Institutes st.\tt. f Im zweiten Lchrj.ihrc tritt zu, diesen allgemeinen pronädcutlschcn Fächern der Unterricht in den - Hauptfächern des Baufaches und der öffentlichen Arbeiten. Im letzten Jahre soll, entsprechend den aktuellen Bctlürfuhsen den Lanles, die Spezialisierung im Baufach und in öffentlichen Arbelten weitergeführt und der Kurs dementsprechend in zwei getrennten Gruppen weitergeführt werden. Die Abendkurse am Institut, die bereits am 14. Dezember hrgonnen h.ibrii, sind für Handwerker und Arbiter hrMimmt, die während des T.n/cs in ihren Berufen tatig sind, Sie umfassen Kurse für Schlosser (I, und II, Stufe), Kcss'-hchmlcde, Steinklopfer. Tischler, Maurer und Stclnmct/c. Die Kurse sind so aufgebaut, daß den Arbeitern eine möglichst weite Kenntnis ihres Faches und der ihm naheliegenden Ocbictc vermittelt .wird. Insgesamt haben sich 05 Schüler für diese Kurse angemeldet, eine recht bcträcMIfche Zahl, wenn man die weiten Entfernungen In Betracht zieht, aus denen eine große Zahl der Schüler /um Unterricht kommen. Die Eröffnung des Institutes bedeutet einen Markstein In der Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes In Palästinn. Es bedarf heute keiner langen Erörterungen mehr um darzulegen, von wie grundlegender Bcdcutunrr die Ausbildung eines tüchtigen Handwerker- und Facharbeiters'atidcs für den wirtschaftlichen Aufbau des Landes ist. Die oben erwähnte Enquete hat in überzeugender Weise dargetan, \v|c hemmend der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften sieh besonders Im Baugewerbe in den letz.ten l.ihrcn crwlcr.cn hit und als wie dringend die Eröffnung des Institut« von allen erachtet wird. Nicht minder dringend M du'Bedürfnis nach tüchtigen, im Lande selbst ausgebildeten,' Technikern und Ingenieuren für. die Durchführung der großen technischen Erschließungsarbciten in Palästina und den Nachbarländern, die das Lebenswerk der nächsten Generation erfüllen werden. Die Sicherung einer geregelten Fortführung der Anstalt ist daher ein wichtige* Erfordernis im Rahmen des gesamten Aufbauwerkes. Hierzu aber bedarf es vor allem der Beschaffung regelmäßig einlaufender Mittel für die Deckung des laufenden Dudgcts. Die Organisationsform der Anstalt mit ihrer auf Jahresbeiträgen gegründeten Mitgliedschaft bietet einen geeigneten Rahmen auch für die Heranziehung Holchcr Kreise, die bisher für die allgemeinen Aufgaben des Aufbauwerkes noch nicht gewonnen werden konnten, vor allein unter jüdischen Industriellen und Technikern,, Bei ihnen und nrfderen wird man jetzt, da das Institut bereits eine fertige Tatsache ist, »Icherlich Verständnis für seine Bedeutung finden können. Der Beginn der Keren Ha|cssod Kampagne In New York New York, 15. Februar. (Telegramm.) Die Kcrcn- Hajessod-KampnRiic hat hier nach Wclzmnntis Ankunft mit großem Erfolg eingesetzt. Am Donnerstag, den 12. d. M., fand eine außerordentliche Tagungdesnmcrlkanischen Kcrcn-Hajcssod-Dircktorhims unter dem Vorsitz von Morris Rothenberg Im Hotel „Astor" statt. Wclzmann hielt eine eindrucksvolle Ansprache, in der er eine Analyse der hcullgcn Lage des Wcltjudcntiuns gab und über seine Erfahrungen in Europa berichtete, sodann seine Eindrücke in Palästina schilderte und das Programm der Arbeit für die niiehste Zeit darlegte. Nach Wcizmatuts Rede richteten die Herren Rothenberg und Neumann einen wirksamen Appell an die MitKHcdcr des Direktorium«, der einen außerordentlichen Erfolg ltnttc. Drei der anwesenden Direktoren zeichneten sofort je 10000 Dollar, mehrere, darunter der Schatzmeister Conhcim, J c 5000 Dollar. Im ganzen wurden an Ort und Stolle von 25 Personen 97000 Dollar gezeichnet r Hierauf hielt Klsch eine kurze Rede, In der er die Lage in Palästina interessant beleuchtete. Rothenberg stellte darauf den Vorschlag zur Diskussion, ein geeignetes O c b h u d c f ür s ä m 111 c h c z i o n i 81 Ischen Büros in Jerusalem zu errichten. Der Vorschlag fand in der Sitzung «ine begeisterte Aufnahme. Drei anwesende Direktoren erboten sich, je weitere 10000 Dollar für den Bau eines solclrcn Ocbäudcs zu spenden. Die Aussichten der Kompaguc in New York werden allgemein überaus günstig beurteilt. (Siehe auch Letzte Nachrichten S, 130.) Entwurzelung Auf dem XII. Zlonlstenkongrcß gah Chnlm Wdz> iiiiinn In tcli»«r großen Rede einen Ausschnitt Ober seine zahlreichen Verhandlungen mit verschiedenen britischen Staatsmännern über die Judcnfragc. In einen; der ersten Gespräche mit Lord Dalfour wies Wcizmanit auf dio Weltbedeutung des Judcnpioblcms hin und sagte dem Lord: „In uns Juden der Gegenwart liegen ungeheure Kräfte der Zerstörung und des Aufbaus. Die Welt hat ein Interesse, diese gewaltigen Energien im Sinne des Aufbaus zu sammeln, um zu verhindern, daß sie sich in Zerstörungen auswirken." Lord Balfour hatte für diese Argumentation volles Verständnis. Das ist erklärlich. Denn hätte ein Vertreter <lcs polnischen, tschechischen oder armenischen Volkes dermaßen zu Englands Außenminister gesprochen, so würde Balfour wohl das Recht dieser Vertreter auf Freiheit ihrer Völker anerkannt haben; er hätte.ihnen jedoch nur kon/edicren können, daß die Menschheit an der Befreiung und Selbständigkeit der genannten Völker ein mittelbares Interesse habe — vom Standpunkte des allgemeinen Rcchtsgrundsatzes, daß jedes Volk Anspruch auf Freiheit besitze. Hingegen würde er ohne Zweifel skeptisch seinen Kopf geschüttelt haben, wenn i. B. Mnssaryk grs.igt hätte, im tschechischen Volke lägen ungeheure Kräfte des Aulbau? und der Zerstörung, die die ganze Welt un mitte Iba i berühren. Damit ist keineswegs eine Herabsetzung det Polen, Tschechen oder Armenier ausgesprochen. Ef. Ist nur die Feststellung der Tatsache, daß die Juden wegen ihrer Zerstreuung in der ganzen Kulttirvvclt und wegen der Wirksamkeit einzelner jüdischer Individuen die die menschliche Gesamtheit beeinflußt — Marx Trotzkl, Einstein sind schlagende Beweise —, in de»' Welt eine exzeptionelle Stellung einnehmen. . An die Wirksamkeit der entfesselten Energien von Juden, die durch das Judcnschicksal aus dem Zusammenhang ihrer Volksgemeinschaft gerissen werden und entwurzelt sind, wird man gemahnt, wenn man die letzten Skandiilniliireii in Deutschland verfolgt. Ls wäre vorläufig ein müßiges Beginnen, sich ein Urteil dariihci bilden zu wollen, in welchem Maßü all die behaupteten; Schandtaten, der in die Skandalnffärcn verwickelten Personen tatsächlich zutreffen. .Es bleibe unberücksichtigt,. daß die Aufmachung der verschiedenen Voruntersuchungen mehr von Motiven einseitiger politischer Einstellung, als von dem Drange, dem Rechte zum Siege zu verhelfen, beeinflußt ist. Es soll auch beiseite gelassen werden, daß neben jüdischen Bcstcchcm und Schiebern, deren Schicksal gerade uns am allerwenigsten am Herzen Hegt, eine große Zahl aus den besten nichtjüdischcr Kreisen stammender Bestochener, in diesen Affären cin< wenig rühmliche Rolle spielt. Es bleibe auch ummler sucht, wer in höherem Grade schuldig ist, der entwurzelte Innerlich licminjingslosc Geldverdiener oder der altem gesessene, In Würden und strengen Traditionen crgrauU Vertreter der Staatslutercsscn. Desgleichen versagen wii uns, ein Urteil über diejenigen Schuldigen zu fällen . die als Vertreter unterdrückter Schichten zu Amt und Einfluß gelangt sind. Ohne Verweilen soll diesmal aucl.' über die folgenden Grotesken hinweggegangen weiden die Ocffcntllchkeit regt sich Über die Einreisebewilligungen für „Ostjuden" auf und verlangt strengste Untersuchung hierüber, ist aber völlig beruhigt, daß Leute, wie Awalow Bcrmomlt und seinesgleichen, die Deutschland in ungeheuerlicher Weise Im Innern und vor det Außenwelt geschadigt, ohne weiteres In der deutscher Republik ein Asyl und ein weites Feld ungestörter Miniern/bclt gefunden haben. Mit reichen und mächtigen Ostjuden machten auch exklusivste Kreise und Körperschaften verschiedenartigste Geschäfte — non olet gegen arme, wirklich heimatlose und asylsuchende Juden wurde fortgesetzt eine Ausvvcisungs- und Pogromhetze getrieben und nur diese hilflosen Elemente, nicht n!>ei die wirklichen Schädlinge, waren die Opfer. Von ihren Heimatländern verurteilte Staatsverbrecher, Anstifter und Dulder der Acmcnlcruiordc, ukrainische Pogrom-Atamanc leben in Deutschland ganz unbehelligt, und ostjüdische, Arbeiter, die seinerzeit von der deutschen Militärverwaltung zur Fronarbeit ins Land geschleppt wurden, mußten sich jahrelang mit dem Intcmlcrungslagcr drohen lassen. Wir wollen uns hier aber darauf beschränken, übet die Personen jüdischer Abstammung, die In den verschiedenen Skandalaffärcn eine Rolle gespielt haben, einige Anmerkungen zu machen, die aus der Besonderhclt des Falles'das Allgemeine ableiten lassen, das ein Licht auf die ganze Judcnfragc wirft Wenn hierbei Anschauungen ausgesprochen werden, die Ucbcrängstliche und Erkcnntnlsschcuc damit abzutun glauben, daß sie diese Meinungen In das Giftarscnal „ontiscmltlscher Ideologie" verweisen, «o ist darauf zu entgegnen: taktische Rücksichten u'ud übelwollende Mißdeutung können den. unbeirrt Erkennlnlssucliciidcn nicht davon abhalten..