Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1925)
- Date
- 1925-02-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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jumniedantsche Recht zwischen Delikten, (ör die Im heiligen Gesetz gewisse Strafen festgesetzt skid, die unter «Ikn Umstandtn verhängt werden müssen, z.B. Geißelung für den OemiH alkoholischer Getränke, Abhacken der Hand für Diebstahl mw. und solche, bei denen die S t r a f a r t festgesetzt ist bc/iiglkli der Höhe jedoch freie« Ermessen de« Gericht* obwaltet, Eine gan* ähnliche Einteilung finden wir im jüdischen Stralrccht. Die vom licMigeii Gesetz festgesetzten Strafen konnten weder vorn Gericht nach vom Sultan aufgehoben oder abgeändert werden. Der nunc in Kraft stehende oltomantsche Kodex kennt diese Einteilung nicht mehr, reißt aber Insofern Spuren davon, als bei vielen Delikten die Höhe der Strafe ütxrhfupt nicht angegeben, sondern ganz dem t\rnic»»ei d<?* Richters überlassen M. ' Das lilamitischc Strafrecht zeigte infolge seine* theokratischen Charakters keine Fähigkeit, »ich den modernen 1 europäischen Ideen au;u|wssen, die zu Beginn dei vorigen '• 1 -Jahrhunderts in ü'ri Türkei eindrangen. Vielleicht hätte sich dennoch ein selbst Ii ndlgcs und moderne» türkisches Stralrccht entwickeln können, wenn man den türkischen Juristen Zeit gelassen hätte. Aber die europäischen Großmächte drängten auf Reformen, und die Türkei hatte ein politische« Interesse, diesem Verlangen nachzukommen, um sich von der Last der Kapitulationen zu befreien. Nach verschiedenen mißglückten Versuchen kam es im nähre 1839 zur Proklamicrung den neuen türkischen Grund« gesetJC», das Reformen versprach, aber sich für die Beibehaltung dir religiösen Grundlage erklärte. In den folgenden •Jahren erschienen wichtige strafrechtliche Dekrete, die die bisherige Rechtslage abänderten und neue Tatl-cständc fixierten, aber in der PraxU fast gar nicht durchdrangen, Der Krimkrieg bewies der Türkei die Notwendigkeit »eitcrer Rclormcn, und Im Jahre 1856 wurde die Gleichheit aller Untertanen proklamiert und mit größter Schnelligkeit an die Ausarbeitung eines Strafgesetzbuches geschtitien, Nctürlich fehlten alle Voraussetzungen persönlicher und fachlicher Natur, die die Schaffung des Werkes hätten ermü^licJu-it können, und da die Zeit drängte, *ah sich die Konimission genötigt, ein frcmdci Oesetz zu kopieren und wählte den Code Pcnal, der zum Teil wörtlich übersetzt wurde. Mandie Bc- Stimmungen schienen den türkischen Legislatoren überflüssig sind wurden ausgelassen, andere wurden selbständig abgeändert. Am wichtigsten ist aber, daß auf das heilige Recht weder verzichtet werden konnlc noch durfte, und so wurden die Grundprinzipien dieses Recht« in den Codex eingelügt, ohne daß ex zu einer VersehmcUung gekommen wäre. Das fertiggestellte Oesetz wurde am 9. August 1859 publiziert. Seither hat es mannigfache Aendcrungen und Ergänzungen erfahren, von denen die Strafgcsetznovellc vom Jahre 1911 am wichtigsten ist, durch welche fast ein Drittel dt» Oesctr.cs nach italieiiLschrra Vorbild umgestaltet und eine Reihe neuer Begrille eingeführt wurde. Man dachte daran, ein neues GescU abzufassen, doch der Krieg verhinderte die Durchführung dieses Planes und co blieb der Codex auch in Palästina bis heute in Kraft,i Die Darstellung des Oesedes selbst erfordert eme besondere Abhandlung. Die Eistvatderoog Im Dezember Kennzeichnend lilr die Immigration Im Dezember War die große Anzahl von C.ltalu/Im, während In den früheren Mo« säten das mit Geldmitteln ausreichend versehene Einwarrdererelcmcut vorherrschte. Nach der offiziellen Verlautbarung1 waren von den insgesamt 1665 Immigranten 436 Personen auf Grund fester Anstellungen zugelassen; dabei handelt es sich in der Hauptsache um solche landwirtschaftliche oder industrielle Unternehmungen, die direkt oder indirekt mit Kercn Ilajcssod-Miltcln — von der zionistischen Exekutive finanziert werden. Die Gesamtzahl der unter Kategorie „B", d. h. mit genügenden Mitteln ankommenden Immigranten war 705, und zwar 275 Männer mit 203 Frauen und 227 Kindern. Fcnicr immigrierten 367 Personen (71 Männer, 177 Frauen und 119 Kinder}, deren Erhaltung vollständig Einwohnern d*s Landes obliegt. Frauen, Kinder und andere Personen in Begleitung von Immigranten mit Airssicht auf feste Anstellung gab es; "HO und Personen religiöser Berufe mit eigenen Mitteln 14. In der Elnwaiideroiigszalil sind 169 Personen inbegriffen, die als Touristen kamen und dann Erlaubnis zu dauerndem Auf. enthalt ertlichen. 21 Personen, die den ImmiRntlonsvorschrillen nicht entsprachen, wurde der Zutritt »ersagt. Von den Einwanderern waren 1618 Juden, 33 Christen tmd 9 Moslems, von den 83 zurückkehrenden Immigranten 46 Juden. Von den Auswanderern waren 83 Juden, 70 Christel! und 53 Mohammedaner. Die Angaben In Elawandtriragsgesuenea das Einwanderungsamt der palästinensischen Regie- ["»if mitteilt, werden ihm oft über Namen, Alter und Adressen »on Einwanderungskandidaten der Kategorien „IV und „E" ungenügende Angaben gemacht. Kategorie „t>" umfaßt Frauen, Kinder und andere Personen, deren Erhaltung vollständig tmwoImern Palästinas obliegt, und Kategorie „E" jene, welche Aussichten auf feste Anstellung haben. Diese Irrtümer beruhen mrist auf Nachlässigkeit der anfordernden Gesuchsstctlcr in »-uaslina und werden in der Regel offenkundig, wenn die A'iKcfrirdcrtcii beim zuständigen Konsulat erscheinen. _ Allen Oesuchsstellern wird daher die Dringlichkeit der trtciung korrekter Auskünfte nahegelegt; zugleich sei darauf vefwifscu, daß durch unzureichende Angaben die Erteilung °er Llnrclscvisa oft empfindlich verspätet oder deren Verweigerung verschuldet wird. liebersehrtltung des Imralnrillonsbudgtls Hie jüdische Immigration, die seit Juni 1921 Im Monats, durchschnitt rund 2000 Personen umfaßte, bedeulet lür dio j->oniMisehc Palästina-Exckutivc eine starke Belastung. Das 'fnmisrations-Budgc» wurde im Dezember stark überschritten- O'c Ausgaben, in Höhe von £E 5.789, betrugen um £E 3 OOÖ oenr als vom Kercn Hajcssod bewilligt war. In den ersten Monaten de* Jahres 5685 belicfen sich die Ausgaben ocs Inimigrationsdepartements auf £E 11.210, gegen £E 7.000 »ic vorgesehen war, was eine Budgetübcrschrtituiig von wem weniger als lg 4.000 bedeutet. wese erhöhten Ausgaben entstanden durch Mehreinwandci3.Von.»Arbcitcrn' dic w3hrcn<l d« Wintermonate Insbc •ondtre für dic mit der Tabakkullur zusammenhängenden »vwilcfl .verlangt wurden, Dic meisten dieser ArbcHcr sind. fUEDISCHE RUNDSCHAU Ende Dezember angekommen. Die Ausgaben des Inunlgrafür Itehausiing der Immigranten in alllfa; £E 750 wurden für Behausung der Immigranten in llalfaj C 75,0 wurden außerhalb Palästinas für dic Vorbereitung der Immigration von „Hcchalur.,,-MUglicdcw und CE 412,- für kleinere Darlehen au Immigranten in Jerusalem, Jaffa und Half« ver* ausgabt. Ein dtnl.sebe.i BankooIernehmeB Ii Paläiltna Berlin. (J.T. A.) Am 1. Januar hat In Palästina ein deutsche; Bankunternehmen seine Geschäfte aufgenommen. Es ist dic von Mitgliedern der Tcmpclgcsellscliaft gegründete „Bank der Tcmpclgcsellscliaft" (Pank of tlie Temple Society Ltd.), dic vorläufig einmal in Jaila nlst einstweiligen Sit« der Zentrale, tätig ist, In kutrer Zeit aber auch in Jerusalem und Haifa Zweigniederlassungen eiölfncn wird. Vorsitzender des Bankdircktoriums ist Herr Wilhelm, A berlc in Jalfa. Else W«hnwnr)!*o»perallve In Tel-Awlvv Dank den BcmühunKjcn des Herrn Elijahu Sew Lew in- Epstein soll jetzt in Tcl-Awiw ein großes, im gemeinschaftlichen Eigentum aller darin Wohnenden stehendes Haus errichtet werden. Eine diesbezügliche Besprechung der betreffenden Interessenten ttuid am 17. Januar statt. Es wurde ein Finanzkomitcc gewählt, bestehend aus Rabbiner Berlin, Lewin-Up stein und David Schnpiro, das sofort mit der Stadtgemeinde Tcl-Awiw die nötigen Verhandlungen wegen eines passenden großen Baoplatzr* aufnehmen soll. Das I Inns wird 50 Dreizimmerwohnungen enthalten, von denen jede laut dem Voranschlag auf ungefähr 311 C zu stehen kommen soll. Alle Mitglieder sind vcrplllclilct, ein Drittel des Betrages, d. Ii. 100 C, in har zu erlegen und den Rest unter Bankgarantie im Laufe von einigen Jahren in Raten auszuzahlen. Ein neues Ilotel In Jerusalem Wir berichteten vor einigen Monaten von dem Plan de» Besitzers des ZenlralliobHs In Jerusalem, Horm Amdtirsky, ein neues, großes, möllern eingerichtete"! Ilotel in Jcrus.uem zu eröffnen. Das Projekt nimmt Jetzt rcnlc Formen au. Der „Doar Hajoin" berichtet darüber folgende Einzelheiten r In der neu eröffneten King George RoaJ an der Ecke der Ben-Jeaiula-Str.illc wurde vor kurzem der für diene» Hotel in Hetiacht kommende Boden von Heim Amdurs-ky bei. der PLDC. crwnrhcai. Herr Aindursky hnt einen komp.ignon gewonnen in sJer Person des Herrn Roseubhitt, Vaters von Judge Bernhard A. Rosrnhlatt. Beide Kompagnons investieren cinrn bestimmten Betrag in das Unternehmen, während sie den Rest des nötigen Geldes von der American Zion Commonwealth erhalten. Das Gebäude soll außer de» Restaurant- und Gescllschnftsräumcii 150 Schlafzimmer enthalten und 250 Oiistc aufnehmen können, Das Hotel wird nach den letzten Errungenschaften der Technik errichtet und soll an Komfort den erstklassigen Hotels in Eurona und Amerika nicht nachstehen. I>er drektöckige IVut soll inkl. der Einrichtung auf 70000 Pfund zu stehen kommen. Dic Baupläne werden bereits entworfen, und soll man binnen zwei bis drei Monaten mit dem Bau beginnen. Man glaubt, daß das neue llotd zu Pcssach 5fiS6 schon in Betrieb sein wird. Ijodcavarsliad der L V. L D. Die erste Sitzung des ia Wiesbaden gewählten neuen Landesvorstandes der Z. V. f. D. findet Sonntag, am 8. d. M., in Berlin statt. Die Kontereaz der amerikanischen Poale Zlo» Die vor kurzem fn New York stattgefundene Konferenz, der Poale Zion Amerikas hat beschlossen, mit der Uchcrfühning der in Amerika ausgebildeten Chnlu/im nach Palästina zu beginnen. F.« wurde ein Komitee zwecks Ausarbeitung des Planes dieser Aktion eingesetzt. Ferner wurde beschlossen, eine Kampagne für die Anwerbung von mindestens 50<H) neuen Mitgliedern für dic Organisation Poale Zion in.Amerika einzuleiten. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher gegen die Hincintraguiig religiöser Fragen in dic Tätigkeit des Kercn Hajcssod in Palästina, dic zu einer religiösen Qualifizierung der jüdischen Arbeiten führen würde, protestiert wird. Die Mitglieder werden aufgefordert, für den Kcren Hajcssod und den Palästina-Arbcilcrfonds, sowie für die Palästina-Arbeiter, bank tätig zu sein. Endlich wurde dic Bildung einer Frauen. Sektion der Poale Zion beschlossen. Die Aufgabe dieser Sektion wird es sein, die Lage der arbeitenden jüdischen Frauen in Palästina zu verstärken. Konlereni'. der Miathdot in O.M-Gillzl« Lemberg. Am 25. Januar fand In Lemberg eine Tagung des Partcirales der Hitachdut für Ost-Oall/Ten statt. Sic hatte dic Form einer außerordentlichen Landeskonferenz. 50 Ortsgruppen waren mit insgesamt RS Delegierten vertreten. Au der Tagung nahmen auch die Delegierten der Warschauer Zentrale der Hitachdut — Sejm-IX'puliertc A. Lcwliisohn und M. Oordon — sowie Vertreter des Zentralkomitees für West- Galizicn, Redakteur J, Freund, teil. |X>r unifassende Bericht der Exekutive, der von Ing. Reiser erstattet wurde, ergab, daß die Zentrale insgesamt mit 96 Ortsgruppen in Ost-Oalizlcn in Verbindung gestanden hat. Es wurden von der Partei im Laufe des letzten Jahres -1000 Aktien der ArbcUcr-liank verkauft. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage der Aufgaben und Methoden der Parteiarbeit auf dem Gebiet der Jugend- und Hcchaluzbcweguug, mit denen sich die Re. lerenten Lublaniker und Schwarz auseinandersetzten. Im allgc meinen wurde dic Bedeutung der systematischen Erziehungsarbeit im Geiste de* arbeitenden Palästina In den Teilen der jüdischen Jugend, dic bisher von den verschiedenen Jugendorganisationen nicht genügend erfaßt wurden und Ihrer Struktur nach auch nicht genügend erfaßt werden können, hervor gehoben. In diesem Sinuc begrüßt eine entsprechende He Solution dic Gründung der neuen Jugendorganisation „Gwrdonla", die sich die Erziehung der Jugcncf Im Geiste dri verstorbenen Führers der palästinensischen Arbeiterschaft, A. D. Gordon, als Aufgabe gesetzt hat. — Unter den anderen Beschlüssen liehen wir hervor, daß sich »amtliche Mitglicder einer fcelbstbestcuerung In Form eines Arbeltstages unterziehen, deren Ergebnis zur Gründung einer landwirtschaftlichen C h a I u z fa r m in Ost-Oallzlen dienen soll. In die neue Exekutive wurden gcw.lhlt: Roscntwelg (Vor. sitzender), Hausmann, Meier, Melzer, Rotcnstrelch, M. Schwarz und die Sejm-Abgeordneten Heller, Silberschcm und Schwarz. . Philadelphia sammelt In zehn Tagen 30000 Dollar für d^'L„KUK;,U J" I'hiIad«I|>hl« wurden binnen zehn Tagen 30000 Dollar für den K.K.L. gesammelt und so das Kontin. cent dieser fetaxit um 2Q.% überschritten, _Nr. 1! Kerea Bslcssod In Memel Am Memel wird um berichtet: Ingritictir D. Kliniker aus Palästina, der Bevollmächtigte des Kercn Hajcssod London, weilte einige Wochen in Memel. Unter seiner Leitung wurde die Keren Hajessod-Aklion in Memel durchgeführt. Dank der aufopfernden Arbeit und Energie des Herrn Kliniker wurde ein Ranz, außerordentlicher Erfolg erzielt. In dieser Gemeinde von nur einigen tausend Seelen wurden über 203 Zeichner mit einem Betrag von ca. H IVO monatlich oder t 5100 'aliilich gewonnen. Die* ist um so bemerkenswerter, als diestr jetzigen Kercn Hajcssod-Aktion vor nicht langer Zeit mehrere zionistische und andere größere Cjcldsammlungen vorange- Sanken sind. Es gibt höchstens noch etwa 30 Personen in er Stadt, dic noch nicht für den Kercn Hajcssod gezeichnet haben. Zum erstenmal hat man Beiträge aus Kreisen bekommen, dic sonst aus ihrer Gleichgültigkeit unserer Sache gegenüber nicht herauszubringen waren. Die drei öffentlichen sehr gelungenen Vorträge des Herrn Kliniker waren Rut besucht und haben viel dazu beigetragen, den Palästinagedanken in Memel zu verliefen. Vor der Abreise veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe zu Ehren des Herrn Kliniker ein ßanl<cU' _______ Die L'Inlgtings'iOBltreDX in Polen Wir erhalten folgende Zuschrift: Warschau, 2. Februar. Hiermit bitte ich Sic, gerbrttr Herr Redakteur, um Veröffentlichung einiger Zeilen als Bcrlchilgune der trlegraplilschcu LT. A.-Nachricht aui Lemberg, dic in Ihrer Zeitung veröffentlicht war. Am II. Juniiar d. J. tagte in Lemberg die dritte Sitzung des Provisorischen Zculralrntcs der ZlouistisrhcuOrg.ini».itionen in Polen, der seinerzeit durch die vier Zentralkomitees in einer gemeinsamen Konferenz in Krakau gewählt wurde. In der erwähnten Sitzung wurde ein einstimmiger Beschluß gefaßt, den ersten allgemein-polnischen Zioiüstcn-Kongreß zum I. März d. J. einzuberufen. Weder Sejm abgeordneter Dr. Reich noch andere haben «ich gegen dic Vereinigung aus. gesprochen. I> war nur eine Meinungsverschiedenheit in Fragen der Organisierung der Vereinigung, ob diese in der Form eines durch den allgemeinen Kongreß gewählten Zentralrates bei Aufrcchterhaltung der Autonomie der Landeskomilees rxlrr einer einheitlichen Exekutive zum Ausdruck kommen soll. Die Mehrheit hat sieh für die eiste Forin der Organisierung aus technischen und lokalen Gründen ausgesprochen, Dr. N. Davldsoh u, Vorsitzender des Provisorischen Zentralstes der Zionistischen Organisationen in Polen. Sprecbsaal Wiesbaden-Berlin (Vor der e rs t c n Sj tz u ug des neuen Landes« Vorstandes.) Wicshaden hat unsere Hoffnung nicht erfüllt. Man hatte erwartet, daß der 20. Delcgicrtentag der deutschen Zionisteu einen grundlegenden Umschwung im deutschen Zionismus bringen werde. Nach den Erclgiii«*cn der Zentralkomitcc-Sitziing im September, nach den Reden und Gesprächen, die man in den Wochen vor dem Dclegiertentag überall vernehmen konnte, war man tu solchen Erwartungen berechtigt. Auch das Progr.iinin der Tagung schien danach angelegt. Gewiß nicht zufällig sollten dic beiden Referate von Goldininn und Blumen* feld im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Man konnte nieinen, daß der Ddcgicrtcnt.ig folgenden klaren Sinn haben sollte: 1. Der deutsche Landesverband wird der gesamten zionistischen Welt verkünden, was der Zionismus in Deutschland von dein Grsitnt/innlsmtis lür den Gcsaiiitzionismus foidciL (Referat Goklmann.) 2. Der deutsche I andesverhand wird fer seine einenc Arbeiten der nächsten Zukunft die entscheidenden lleichIiV.<c ...... *,i>viii**.*, ••■iniiiiii \» s. \III1VH\ lilVHUl II l'\ <V tMII'^s. fassen und Maßnahmen treffen, dic geeignet sind, die von ihm für den Gesaint/ionismiH geforderte Reinigung der Zionistischen Organisation und Steigerung der zionistischen An- ............... .^.ti..iii.-.u»i.#n uiiv. ^ivt^.si um; Mti /lumsuMiicn rtnforderung im eiceucn Hause duichz.uluhreii, so daß er. durch seine Innenarbcit vorbildlich, auch durch das Beispiel für die Gesamtorganisation den Weg würde weisen können. Im engen Zusammenhang miteinander konnten dic beiden II.nmlrcfcr.ite dem ganzen Delcgicrtentag einen großen einheitlichen Zug und ein fester. Gepräge t-cbeii. „Deutscher Zionismus", „persönliche 'zionistische Verwirklichung" hätten als beherrschende Devisen der Tading aul Invncr für jeden deutschen Zionisteu mit „Wiesbaden" unzertrennlich verknüpft sein müssen. Was brachte Wiesbaden statt dessen? Ohne Weizinaniis Persönlichkeit wäre der D ■lecicrtentig völlig uneinheitlich und ohne jeden Charakter geblieben. Wird n!IÜ in , 0c«.''dite des deutschen Landesverbandes mit „Wiesbaden" etwas anderes verbinden als dic Erinnerung an Wcizmann, etwa dic Feststellung irgendeines wirklich bedeutenden sachlichen Fortschritts? Statt daß der Delcgicrtentag für den nächsten Kongreß eine bestimmte Forderung auf Reform der Weltorganisation förmlich in seinem ganzen Forum zum Ausdruck gebracht hatte, „verwies" man, Man kann doch nicht ernstlich behaupten wollen, diß gerade das Referat von Goldmanu die Delegierten unvorbe* reitet getroffen h.lltc. Das jetrige Ergebnis kann nur entmutige». l>as Referat von Blumcnfeld über dic /iiküuftire innere: Arbeit brachte wie immer ein Referat von Blunicnfcld, teils gute neue Gedanken, teils richtige alte in neuer prägnanter , SV"1' 1 ch k'10"'vv,e a,,fn überwiegend empfunden wurde, das Referat noch zu sehr im allgemeinen stecken. Es wVs nicht scharf und konkret genug dic neuen Wege in der Praxis. So erweckte es Gegnerschaft, teils prinzipieller Natur, teils In Einzclfragcn, ohne andererseits die grundsätzlichen Anhänger der Blunicnfcldschcu Gedankengänge voll zu befriedigen. Da man diesen Immerhin nur relativen Mangel des Rcferates nicht klar erkannte, mußte es scheinen, als ob es nur Gegnerschaft erweckt hätte. Infolgedessen entstand eine Stimmung, aus der heraus dann der eigentlich cr*t entscheidende ii]" iM"ßam?en *'"f<Ic: die neue Leitung wurde aut unsolider Orundlage nach dem alten Svstem gebildet. Was der deutsche Landesverband in seinen Rcformvorschlagen für die We»Organisation vor allem glaubte abstellen zu müssen, das sanktionierte er durch die Praxis bei sich -l5,.Vn ,1Ci"c!!,! c l,.,I,e",,c.,a w,irdc Vorsitzender „von Koni* nromill Onadeji". Statt sich entschlossen und unbeirrt ver* iraucnsvoU auf eine . linke" Majorität des Dcleglcrtentagcs zu stülzen. als deren wirklicher Führer er die Äciiorganfsation M^Ä?Ch.i" L.a. c,"VCfl»ndcs hüttc durchführen können, eine ÄÄ.ÄC i'Ch kd-ln Hapocl-Haalr, den Jugendjrruppca und den besten der älteren ^llgcroeinea ZionSteo*