Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1925)
- Date
- 1925-01-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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'*>; jU * 't j +• V t X ■ fi s V> it ,-■■1 Seite 82 fUEDTSCHE RUNDSCHAU Nr.O 4 :^ 'l •1 \t •! > .; ', r, u\ A «■i :j ±4 't b' -— „Was vom Standpunkt des allgemeinen und Insbesondere des Journalistischen Anstand» zu dl wer groben Tattaehen- ' Verdrehung zu tagen ist, mögen sich unsere .Leser selbst sagen." ' Bezeichnend für die Leichtfertigkeit, mit der diese Vor« würfe erhoben wurden, ist, daß ein halbes fahr spater Herr Dr. Naumann In seiner eigenen Zeitung die Erklärung abgeben mußte, er halte den Vorwurf, daß Herr Dr. Holländer subjektiv unrichtige oder entstellte Angaben verbreitet habe, nicht aufrecht. ...... , . So könnte ich noch viele Beispiele dieser vornehmen Karopfcsweise anführen. Bald werden die Mitglieder des Vorstandes der .Berliner Jüdischen Ocraeinde, weil sie RJiunc der Religionsschule iu der Rvkcstraße dem Jüdischen Schulverein vermietet haben. Iu folgender Form beschimpft; „Was nagen die .liberalen', die angeblich deuts<|h•fühlenden Mitglieder drs Gemeinde-Vorstandes und des Rcpräsentantenkollegluras dazu? Wollen 'sie auch diesen neuen Skandal totschwelgen . . .?" bald wird der Rcichsbund Jüdischer Frontsoldaten angerempelt und wegen des Verbrechens, den Oedanken einer jüdischen F.inheitslront zu vertreten, als Rcichsbund jüdischer „Einheit*- frontsoldaten" denunziert. Es wird Ihm vorgeworten, er hahe absichtlich zu seiner Versammlung diejenigen Mitglieder, die 'gleichzeitig Mitglieder des Verhsnacs nattonal-deutschcr Juden seien, nicht eingeladen, und zwar, well er sich vor ihnen gefürchtet habe. Herr Dr. Naumann kleidet diesen Vorwurf in folgende „witzige" Form: „Wie s.i?t doch Falstaff? .Der bessere TeU der Tapferkeit Ist Vorsicht' und schlicOUch war Ja auch Falstaff ein Frontsoldat"! Das Oanze nennt man dann: Sachliche und io der Form anständige Bekämpfung des GegnersI Und solche Leute nehmen die „l.ibcralcu", nimmt der Ccatralvercia auf seine ListenI Und für solche Leute wirbt mau um die Stimmeu der jüdischen Frontsoldaten. Kann man die Selbstverleugnung weiter treiben? 10 «> sonstige GoUteselgenschaften. Hier kann ich mich kurz fassen. In einer der letzten Kummern des Mitteilungsblattes wird unter der Ueberschrift „Die bleibende Stadt" mitgeteilt: „Am Totensonntag prangte an den Berliner Anschlagsäulen ein großes Plakat, das In weithin lesbarer Schritt folgende Worte enthielt: „Zum Totensonntag l" „Wir haben hier keine bleibende Stadt sondern die zukünftige suchen wir." Hebräer 13, 14. Man fragt sich vergebens, was denn an diesem Plakat so Bemerkenswertes »ein soll, daß Herr Naumann es der Mitteilung in seinem Blatte für würdig erachtet Jeder weiß, daß in Berlin die Advcnlisten, Baptisten und ähnliche christliche religiöse Oruppen von Zelt zu Zeit solche Bibelsprüche an den Anschlagsäulen zu plakatieren .pflegen. Was aber vermutet Herr Naumann? Man muß es zweimal lesen, um es zu glauben. Er schreibt in seinem Blatte:. „Näher aber liegt n.ich der ganzen Aufmachung des Plakats die Vermutung, daß es'einem höchst diesseitigen Agitationszwecke dienen soll. Ist es nicht ungemein bezeichnend für jeden Dcuischfühlendcn {siel M. S. Dik.), dem sein deutsches Vaterland .bleibende Stätte' sein soll, daß der Anschlag...auch von zionistischer Seite herrühren könnte?" Der Mann glaubt also allen Ernstes, es handle »ich hier um eine neue Form zionistischer Propaganda. Bedarf es noch eines Worte«, um einen solchen Geisteszustand, der In der Tat „bezeichnend für Jcdrn DcuUchfühlenden", wie Naumann ihn auffaßt, ist, zu charakterisieren? Und noch ein zweites Beispiel. Unter der Ueberschrift: ,.Es dämmert" wird freudestrahlend über eine Acußcrung des bekannten deutsch-nationalen Historikers der Universität .Berlin, Gehelmrat Dietrich Schäfer, berichtet. Die Aeußerung lautet: „Wird unser Volk der internationalen ■Sozialdemokratie nicht ledig, so ist es als VoOc zum Untergang bestimmt, zum Untergang ohne Unterschied von Stantf und Beruf, Partei, , Bekenntnis und Stamm." \ Wiederum fragt sich der Leser verwundert, was denn an dieser Aeußerungso auffällig sei, daß Naumann sie seinen Lesern mitteilt. Denn daß Dietrich Schäfer bei dem Wort Bekenntnis zweifellos nur an die beiden christlichen Bekenntnisse, bei dem Wort Stamm nur sn die deutschen Stämme gedacht hat. das Ist bei der bekannten Einstellung des Herrn ehelmrat jedem Studenten im ersten Semester klar. Nicht so Herrn Naumann. Er druckt die Worte Bekenntnis und Stamm gesperrt und versieht sie mit folgendem köstlichen Kommentar: „Sehr bezeichnend ist aber, daß hier eine führende Persönlichkeit der Deutsch-Nationalen es wagt, das deutsche Volk als eine Gemeinschaft aufzufassen, In der .Bekenntnis und Stamm' nicht die entscheidende Rolle spielen. Wir begrüßen es, daß auch in diesen Kreisen die Einsicht zu dimmern heginnt." „Es dämmert" in der Tat In diesem Ociste! Zwischen dieser „Abenddämmerung" und völliger Nacht ist allerdings kaum noch ein Unterschied. m J«''*« wcleterc Wort zur Kennzeichnung dieser abgründigen Weisheit würde den Eindruck nur abschwachen I . Warum sl« kandidieren. Auch diese Frage findet man In dem Mitteilungsblatt beantwortet. Es heißt dort: , „Unser Verband wird In den Wnhlkampf efnr/rclfen. Ob dies durch Aufstellung eigener Kandidaten oder auf andere Weise geschieht, hingt von dem Ergebnis' noch schwebender Verhandlungen ab." .Wir braudien Im Landesverband MSnner, die nicht nur Verbeugungen maehrn und wohlgesetzte Reden halten, sondern die auch einmal kriftig auf den' Tisch schlagen, Wenn * ' ,, Le«cr, halte dich fest, denn was Jetzt kommt, hast'du . «cht erwartet. Du meinst, Naumann wOrde z. a fortfahren, y «enn es gilt, gegen Unrecht, du man den Juden als Juden angetan hat, zu protestieren oder wenn es gilt, Irgendeine der Auißiilien des Landc/,vfrhandes, die' bisher, vernachlässigt wörtlichwcU?r *U ,5rdcrn? Wdt gttcMt* M bclJ)t Y!?lme"r „wenn die zionistischen Vertrauensmänner der hs/b» as|»usehen Wähler — leider noch WIhlerl - sich "4 ]lSi bemerkbar machen." , ■ •.- - ... . 1 ' Höher geht es nimmer I J ' ' ' Epilog, ■ ■..;; * IM, tir.1 i*Vf,,e!,!f"e •'»•fuhrllchcr geworden, als r»l\, Mb,lcb hatte' Dabel ^be 1^ pur einige der duftigsten ■* fc~,l1,,c,n F«Utr»uß.vereinigt und Ätzende anlerer, r « .«»nK,Äner».?iI,cJ,cht i10»*".. noch. *»"«wlere,. ungeplücki % um Im Ä lch1hoff5daß «eno« di«« Sträußchen gtnüc ■J w fih^W" d« Arom», von dem .Ich. eingangs sprac«,. I £ Abcrmitteln, um ihm die Augen,,zu öffnen: um|-Ihm,zu * "& gibt," Wählt' *cnn w <lefwllbcr>'f.n.', .Jjsta seine Vielleicht wird man mir einwenden, Ich hätte diese Amalckiter zu wichtig genommen und die von ihnen drohende Gefahr überschaut. Nun, diese Gefahr sehe auch Ich in der Tat nur In einem Punkte: Im Kriege haben bekanntlich die silbernen Kugeln den Ausschlafe gegeben und das gleiche g/.lfolt leider auch für den Waltllcampf. Unstreitig verfügen diesogenannten „Liberalen" und -NaumannHm Ober den §roßten Vorrat silberner Kugeln und nie machen d.ivon in er rücksichtslosesten ..Welse Oebrauch. Ihnen fließen die Mittel so rcfclilirh zu, daß es ihnen möglich Ist, dos mehrfach erwähnte Mitteilungsblatt kostenlos einem großen Kreise von Personen zu übersenden, die sonst vou der Existenz, de« Verbandes. uallonaklrutscher Juden nie etwas erfahren würden. iVeiehslagsabgeordnele, Lindt;igsabgcordnrtr. christliche Mitglieder dfs Alpenverelns und andere Im öffentlichen Lehen Muhende Persönlichkeiten haben mir übereinstimmend berichtet, daß sie, zum Teil mehrfach, mit der Zusendung^dieses Blatte* ,,beehrt" worden sind. So wird das Gift dieser Denunziationen in tausend Kanäle geleitet und nach dem bck.innieu lateinischen Wort bleibt von der Fülle dieser Verleumdungen mitunter doch etwas hangen. Darin liegt immerhin eine gewisse Ocfalir. Die gleiche Gefahr sehe ich für den jüdischen Wähler, wenn die reichlich rollenden silbernen Kugeln von jener Seite kurz vor dem Wahltag auch im jüdischen Wahlknnipf eine Rolle spielen werden. Deshalb glaubte ich, ein wenig ausführlicher sein zu rofhsen. Wenn also nun der Wähler in den letzten Tagen vor der Entscheidung mit Flugblättern und Zusendungen dieser „Sllbcr-Kugehi-Giclirr" überschwemmt wird. Flugblättern, In denen die Dingeihm nicht ganz so. deutlich gemalt werden, als es in dieser kleinen Sammlung von Sclbstnortralts geschehen Ist, dann soll er wissen, was In Wahrheit dahinter steckt. . Die Wahlbcwcfjnnfj In BerUa ' Die Wahlen für den Preußischen Landesverband hatten noch vor dem Wnhlgnnge das erfreuliche Ergebnis, daß das Interesse weiter jüdischer Kreise für jüdische Angelegenheiten In außcrordentllchcin Maße geweckt wurde. Das kam In dem geradezu grandiosen Besuch der von den einzelnen Partelen einberufenen Versammlungen zum Ausdruck. In verschiedenen Teilen Berlins fanden Versammlungen mit über taiisciidköpflgcr Besucherzahl *t«tl. Die Erschienenen harrten Iu den meisten Fallen bis Mitternacht aus und folgten den Darlegungen der Referenten und Dls-, kussionsredner mit gespannter Aufmerksamkeit Im tilgemeinen vertraten vornehmlich zwei Richtungen in diesen Im Berliner jüdischen Leben ungewohnten Massenversammlungen Ihre Ansichten: Zionisten und Liberale. Trotz einiger vorgekommener Temperamentausbrüche kann man lest«tellen, daß die Versammlungen, in denen fast immer Anhänger der verschiedensten Richtungen Anteil lialimeii, ruhig verllelcn. Es Ist r.icht zuletzt das Verdlrnst der zionistischen Wortführer, daß bei aller Entschiedenheit In der Verfechtung ihrer Grundsätze dennoch der Ton der Konzlli.mz gegenüber Andersgesinnten gewahrt wurde. Eine weitere Feststellung erfreulicher Art ist die einheitliche Stellung aller im Wahlkampfc auftretenden Parteien gegenüber Palästina tind der gesamtjüdlschcn Aufgabe des Aufbau» Erez-lsraels. D)c Wirkung des grandtosen Werkes In Palästina und der dort von den Pionieren geleisteten Arbeit auf Juden verschiedenster Partelrichluiig ist unverkennbar. In allen Versammlungen trat auch die Einsicht zutage, daß über alle trennenden Unterschiede der einzelnen Parteirlchtungcn der preußischen. Judenheic eine gemeinsame i n n e r jüd I s ch e Aufgäbe bevorsteht, die Aufrüttelung der ungeheuren Schar der Indifferenten, die am Jüdischen Lehen" keinen oder nur sehr geringen Anteil nehmen. In allen Versammlungen, auch In deuen des CcntraJvcrcins, war femer unzweifelhaft festzustellen, daß die jüdische Gesamtheit die Bestrebungen der Naumann-Oruppe verachtungsvoll verurteilt. Ucherall rief die Nennung des Namens Naumann und seiner Anhänger Kundgebungen der Entrüstung hervor. In wenigen Tagen wird die jüdische Öffentlichkeit das Ergebnis der Wahle« zur Preußischen Landcsversaramlung zur Kenntnis nehmen können. Wie sie auch ausfallen werdenr eines ist gewiß, der Wahlkampf, so unerfreulich das Gegencinanoerkämpfen von Juden gegen Juden manchem erscheinen mag, hat sein Outes gehabt, [Xis Inlercssc für jüdische Angelegenheiten Ist in weiteste Kreise getragen worden. Zahllose Juden, die Ihre Kenntnis des Zionismus und «.einer Bestre-, bungen nur aus den C.-V.-BlSttern bezogen hatten, konnten sich überzeugen, daß vieles, was den Zkmistcn angedichtet und angehingt wurde, Verdrehung und Mißdeutung war. Sie konnten ferner aus dem Munde der zionistischen Redner Feststellungen und Deutungen jüdischer Probleme hören, die weh* sie d!« Dinge m ihrer Tatsächlichkeit und Onindlkhkeit beleuchteten, ihren Eindruck auf nicht verbohrte Zuhörer nicht verleidenkonnten. Und diese Erziehung zum Denken ist ein Qcwluzi, der nicht hoch genug zu veranschlagen ist, Eine Wahlvmaiiiinluag der Poale Zlon ■ Der Verband „Poalc Zlon" veranstaltete am Donnerstag; den 20. Januar im Lorjcnb.ius, loachlmsthalcr Str. 13, eine Wahlkundgebung aus Anlaß der Wahlen zum Preußischen Landesverband der jüdischen Gemeinden. Es sprachen! Alfred Berger. Dr. Oscar Cohn. Dr. Georg Colin, der.frühere thüringische Slaalshank-Prasltlont Walter Loch. Jullu« Kstiskl, u.a. — Der auf Betreiben der vftlkisch-antiseml. tischen Kreise ahgesclzlc früliere Prilsldent der thüringischen Staatsbank Walter 'Loeb, der Jetzt einen schweren Kampf um sein Recht und um seine angegriffene Ehre führt, nimmt Im preußisch-jüdischen Wahlkampf an der Seite der Ponte Zton ' teil. Am 24. Januar abend* sprach Herr Loeb In einer .großen poale-zlonlstlschan Versammlung in Frank, furt a.M. ■l I .......1 II I I II I im Die Wolilra In Hannover „ ' , < ' fm Wahlbezirk Provinz Hnnnover haben sich sSmtllehc Partelen auf eine Einheitsliste geeinigt," die, da eine andeno nicht eingereicht worden Ist, ohne weiteren Wahlakt als ge wählt gilt. Die Liste lautet: Landrabblncr Dr. S. Freund- Hannover, Dr. L, Cohn,-HlMc*helm,'.BOrgervorsteher Jscob Fels-Emden, Frau Hanna Co hn-Dor n-fjannover, Kaufmann J. Prcl ß-Hannover, Fr. Olga Bsr uc h Harburg KommerzienrntJ, Be rllii c r-Hannover, Dr, Msx De oh. er Hannover, Paul Ka uffmann.»Hannover, Max .-Corten< Llngen, . > aih *t. januar isi in icrusaiem eine palästinensische Völkcrhundslfga; als'Glied der Union der Völkerbundllgen lu Brüssel gegründet worden. Am 26. Januar erscheint.In- Brünn dl« erste Nummer cicer neuen zionistischen Mpna,tsgcbrift iftrdla Jugend unter de« Titel „HaUkwah", , Wohin tütart der Jüdische liberaUsmos? Oenealogle der Familie Samson-Jaeobson. (Begründer des Liberalismus In Deutschland.) Die Nachkommenschaft Ist vermählt u. a. mit Freiherr v. Thielmaiin, Frhr. v. Weißenrock, von Boschaii. von Hollen, von Teppcr-FergiiMon, von Muskulus auf Bindcf, Comle de U Salle, de St Pierre, von Storch, von Kummer, von ll.it.vki, von Dulin, von Reiche, von Götzen, von Caroer, von Lersner, de Llngre, von Octinger, de Urne usw. (siehe Archiv f. Rassen, und (Jesellschafts-Biologie 1012, 2. Heft; vgl. F. A. Teil, luber: Die Genealogie einer jüdischen Familie in Deutschland) Oer Neffe de» Gabriel Rießer Ist Jacob RleSrr, aus dem Judentum ausgeschieden, protestierte di. gegen, daß der Centra Ivercin mit dem Namen RieR<r seinen Vertag schmückte. Da die Meodelsohn, Orätt, ßrcslaucr, Ansbach, die Friedlinder und alle sonst um das Judentum verdienten Männer In ihrer Dcsiendnu getauft sind, blieb nur der Narae des Juden Philo übrtg. Dieser Philo aber schrieb von Alexandrien aus in der Bot. sehnft an den Kaiser Caligula, die selbst dem Leiter des PhiloverInges bekannt sein sollte: „Jerusalem Ist meine Vaterstadt und die Hauptstadt von so vielen anderen Lindern wegen der Kolonien, die wir von Zeit zu Zeit In die benachbarten Lander nach Aegyptfn, Phönizien. Thessalien. Mazedonien... Auch sind nicht nur die festen Liindcr, die meisten Teile von Asien bis nach Bithynien mit Juden angefüllt, sondern auch die bekanntesten und vornehmsten Staaten, Euböa, Cypcrn, Crcla . . -" Philos Schrift war die erste Verteidigung Israels gewesen. Sie hJtte heute In dem Verlag, der seinen Namen tr.lgt, keine Existenzberechtigung mehr. Der Ruhm gewisser Lent« Ullt den C.-V. nicht schlafen. Friedrich der OroBe sehrleb an d'Alembert: „Je.sus war ein Jude. Wir verbrennen die Judeo. Jesus Ichrtc Bildung, wir verfolgen; Jesus hatte keine Dogmen aufgestellt und wir haben reichlich dafür gcsogrt" — Daher also der Name Philo-Verlag. Der Professor von Halle hieß ursprünglich Lew, du Botaniker Cohn benannte seine Kinder um (in Ludwig1), die Söhne der großen Mediziner Traube und Frankel nehmen mit der Taufe neue Namen an, Rodenberg hicli ursprünglich Lcvv, der Hygieniker Fränkcn-Frimkel, Karden. Wliknwskl, aus Schlesinger wurde Bruno Walter, Rosenfeld - Roda-Roda usw. Dir Kinder fast aller Führer der dniischrn Oroßgemeinden sind getault und aus dem Judentum ausfetreien. Selbst die Kinder und Enkel vieler Rabbiner sind teuerzahler der evangelischen Gemeinden. Der C-V. - eins! und Jetzt' Zitate Felix Qoldmann, Das Wesen des Antisemitismus. Philo-Verlag, 1921. „Der groteske Kampf, der den Juden Vaterlands, verrat vorwirft, weil sie — für Palästina zahle», wird selbstverständlich auch dort ernste Verstimmung erregen, wo man den Pctcr>pfcnnig sammelt und nach Rom sendet oder wo man für den Bau evangelischer Kirchen in der Auslandsdiaspora .beiträgt Die Taktlosigkeit diesen Ueherelfers, der die Mehrheit tnils krSnkt, teils zum Lachen reizt, whd freilich dem ganzen Jüdischen Ko^to zur List geschrieben, und er gilt lediglich als eine besondere Spielart jüdischer Frechheit... (S. ta) ... Es Ist ein verbrecherischer Sport, wenn in der Politik fortwahrend manche Parteien den andern das Deutschtum absprechen!" (S. 84) Dr. Paul Nathan, Die JüdIsch-n a tIona le HelmstStte In Palästina. Im Deutschen Reich. 1021. Heft 3. fS. 83/80.) . . ., das Mnndalsland Palastina wird für uberblickhare Zellen In der Hand europäischer Großmächte bleiben, und weil dem so Ist, schrumpft der Ocgensatz zwischen Zloolsttn und Nichtzioaisten zur Ucdeutungs. losigkeit zusammen (von Nathan gesperrt gedruckt!); dieser Orgensatz kann nur seine Nahrung finden in veralteten Kontroversen, In nachwirkenden Rankünen, im Streit der Vergangenheit. Empfindungen aus diesen Quellen müssen alle Juden, welcher Partei sie auch angehören, den Laulnsfl geben ... In der Politik kann man nichts Besseres tun, als neuen Verhältnissen gegenüber zu vergessen, gründlich zu vcrg'cssen." Ludwig Holländer, Zcltschau- Im Deutschen Reich. •1921. Februar. ... „Es soll ausdrücklich bemerkt werden, daß die Aulfassung der PremdbeU der Juden in Deutschland der Neutralität der Juden In allen deutschen Belangen durchaus nicht als eine Forderung der zionistischen Partei bezeichnet werden kann. Wenn die jndenfeindlichen Blatter sich vereinzelt auf Aeußeruugen einzelner Zloulsten berufen, hm sie der Bewegung und dem Judentum unrecht, welches zu mit solchen verschrobenen Anschauungen nicht das geringste zu tun haben will . . ." r ei i •Ii Ludwig Holländer. 1921. Im Deutschen Reich. Dezember . . . „Man hat ferner behauptet, der Centralvercln sei der geschworene* Feind -der öffentlich-rechtlichen Heimstätte In Palästina. Auch dieses Ist falsch." Deuixeliff und Sslerrtlchlsehcr Alpenverein Die Sektion München de« deutschen'und österreichischen Alpenvaclns hat entsprechend dem Antrag ihres Ausschusses trotz cutschlcdcncr Bekämpfung durch jüdische und christliche Mitglieder mit großer Mehrheit beschlossen, künftig Jri der Regel Juden als Mitglleder nicht mehr aufzunehmen. Nachdem Versuche, eine Aenderung dieses Beschlüssen herbeizuführen, ergebnislos vetliefen, haben nunmehr neben zahlreichen LinzelauiuJiten ober 50 jüdische Mitglieder, die teilweise seit Jahrzehnten der Sektion angehören, ccoiclnsam Ihren Austritt erklärt. Zur Unterredung Welzmanns mit Plnkas Kohn. Wir haben vor kurzem eine Meldung registriert, daß während des Aufenthaltes von Dr. Weizmann In Wien eine Unteiredung zwischen Ihm um dein Präsidenten der Aßud..h, Dr. Pink.u Kohn, stattfand. Da offiziell nichts näheres bekannt pegeben wurde, und wir bereits daran gewöhnt sind, daß die Nacle richten der leider sensatlonahungrlgen jüdischen Presse nicht zutreffen, begnügten wir uns init der einfachen Wiedergabe der Meldung, der offensichtlich keine große Bedeutung beizumessen war. Wir haben auch bisher nicht Notiz, genommen vpn dem kindischen Streit, der einige Blätter beschäftigte, ob die liiltiaUvc zu dieser Unterredung von der Agudah Sf,lr 5c?Ja?aw.CM ,2ÜsS«e*ng<:n M' N,m le»t "»* Herr Dr. Robert Weiß lu Wien mit, daü er als Privatperson l I. t. * ■ < \ f 7 J V I l. s c } r i / i r v t v r \ v f k A 'S < s