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Jüdische Rundschau · 1925-01-28 · Heft 8 (28.1.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 8 (28.1.1925)
Date
1925-01-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JUBP1SCHB RUNDSCHAU Kr.0 In der Stande des Kampfes RW. Berlin, 27. Januar. Die Wahlen zum preußischen Landesverband und der Kämpft den wir nicht srcwollt haben, der uns aber auf« go*wu»igon wurde, hat uns genötigt, uns eine Zelt lang mehr mit Polemik zu beschäftigen, als es unterem Oe* qchinack und unseren Anschauungen entspricht. Ocrade darum aber soU klar und deutlich,1 auch in dieser Zeit der Erregung, unsere Meinung ausgesprochen werden, daf) die jüdische Frage heute an einem Stadium angelangt ist, wo nie nicht mehr durch kleinlinhe Polemik sondern mir durch Taten bewältigt werden kann. Die Probleme des jüdischen . Lebens sind so mächtig und drängend, daß auch diejenigen, die sich durch' Zeitungsartikel oder Wahlprogrammc dagegen zu schützen versuchen, eine Antwort werden suchen müssen. Das leben wird sich starker erweise» als alle Formeln. Wir Zionisten, die in früheren Jahren wahrlich den Kamp! auch nicht gescheut haben, glauben, daß er in der heutigen Zeit mit anderen Mitteln angefochten werden muß. Wer sich stärker erweist in der tatsächlichen Bewältigung der wirklichen jüdischen Probleme, der wird Sieger bleiben, indem er auch die anderen, die kcIneu Weg haben, allmählich von der Richt'gkcit seines Weges überzeugen wird. Darum wollen wir auch in den Zeiten des Wahlkampfos nicht vergessen, daß dies nur eine Episode In unserem Leben ist, und daß große positive Aufgaben im Mittelpunkt unseres Interesses und unserer Tätigkeit stehen. Wird es gelingen, den preußischen Landesverband zu einem Instrument dieser positiven Aufbauarbeit zu machen, dann gut für ihn; wenn nicht, so wird er bedeutungslos bleiben, aber die positive A.bcit wird trotzdem weitergehen. * Die größte der positiven .Avfgao.cn clor heutigen jüdischen Generation ist der Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina. Die Leser der „Jüdischen Rundscliau" wissen, was damit gemeint ist und kennen die ganze Schwere und den Umfang dieser vielfältigen Aufgabe. Da wir aber annehmen, daß dieses Blatt Infolge des durch die Wahlen aufgepeitschten Interesses in die HSnde vieler Personen fällt, die nicht zu unseren ständigen Lesern gehören, bringen wir in d'cscr Nummer die Imormationcn zum Abdruck, die der Präsident unserer Bewegung, Dr. Wcizmann, gelegentlich seines Berliner Aufenthaltes auf Wunsch der Redaktion des „Berliner Tageblattes" dem Vertreter dieses Blattes gegeben hat und die dort am 14. Januar d. j. abgedruckt wurden. Wir glauben, daß diese Ausführungen geeignet sind, die Aufmerksamkeit auch solcher Juden, die bisher von unseren Palästinabestrebungen nichts oder wenig wissen, zu erregen. Wir wissen, daß viele .unserer heutigen Ocgncr, die sich im Wahlkampf besonders hervortun, in ihrem Innersten auch nicht so verhärtet sind, um nicht einzusehen, daß das zionistische Werk sjcji.als eine große und für das Judentum höchst bedeutungsvolle Sache erwiesen hat. Wie immer man ni anderen jüdischen Fragen stehen mag, die jüdische Einheitsfront für Palästina ist wohl nur eine Frage der Zeit. Wir können nicht glauben, daß es jüdische Qnippcn oder jüdische Einzelpersonen gibt, die — abgesehen von tak tischen Zwecken dienenden Entgleisungen im Wahl kämpf — sich ernsthaft diesem Ziel entgegensetzen wer den. Es wäre unklug, denn Palästina wird sich stärker erweisen als sie. Es wäre verantwortungslos, denn Pa lästina braucht die Hilfe jedes Juden und wehe dem Juden, der Im Falle eines Mißerfolges das Bewußtsein haben müßte, daß vielleicht gerade seine fehlende Hilfe einen solchen Mißerfolg verschuldet hat. * Wir glauben allerdings nicht, daß unser Interesse an Palästina das Interesse am Leben des Judentums ün Galuth ausschließt, sonst hätten wir uns auch an diesem Wahlkampf nicht beteiligt. Jüdische Oclstcskämpfc, Auseinandersetzungen über Wesen und Aufgabe des Judentums, die von der brennenden Sorge um die jüdische Zukunft und von dem quälenden Gefühl der Verantwortung für ein großes Erbe erfüllt sind, sind der Anfang einer Besserung und Gesundung des jüdischen Lebens. Wenn in diesen Blättern ein.Kampf gegen den jüdischen Liberalismus geführt werden muß — und allerdings, wie uns scheint, nicht gerade gegen seine besten Vertreter — so möchten wir doch nicht unterlassen, auch heute, während die Wogen des Kampfes uns noch unibranden, zu wiederholen, was in dieser Zeitung bereits mehrmals gesaßt wurde: Wir glauben daß die liberale Idee im Judentum eine große historische lunktlon erfüllt hat, indem sie die Schranken und die Enge des jüdischen Ghetto durchbrochen hat. Der jüdische Liberalismus war eine Zeit lang die' Form des revolutionären Strchcns Innerhalb des Judentums unl sein Ziel war eine Befreiung des Geistes und Ocwisscns. Ine,besten Führer des Liberalismus erstrebten zweifellos eine Wiedergeburt der religiösen. Idee. Aber es wäre ™scli, die-Augen «zu verschließen vor 'den Tatsache» Durch'die Vermählung mit dem politischen und'wirt «chaftlichen Liberalismus ist tfer jüdische Liberalismus hcrabgcglittcn von seiner Höhe und war der Schild hinter dem. sich das jüdische Börgertmn in »oincr-Sclbst NuricdeiibcJt und' Ilcr/Piuträghclt nledcrgelasien lirtt. jl'ittc mau einmal den Abbiu der hindernden jüdischen »eligionsbrüiiclic geschmeckt, so sah man das Wesen dieser Bewegung überhaupt nur noch in Abbau und Auflösung. Völlige Olclcb»fM!«»kcH gegenüber allem Jüdischen war die Folge, und der letzte LVcglertentag der Liberalen Vereinigung für Deutschland hat uns gezeigt, HWMaaa •~J üidife för die \7ahlenl Der Stimmzettel der jüdischen VolkiporUI in Berlin enthllt den Aufdrucke Jüdische volkspartcl Dr. Alfred IC LEE Ministerialrat Hermann BADT Der SUmi Zettel verliert seine Gültigkeit, wenn Irjrerd etwa* yo'^rlclioa oder hfnxuvoaettt wird. Jeder, der irgendwie an der Ausübung seines Wohlrechtes verhindert wird, knnn sich direkt bei dem Büro der Jüdischen Gemeinde., Oranienburger Stroße, beschweren. Dasselbe gilt für andere Wahltaczlrkoi Wie geko ich swr Wahl? Anweisungen iür den Wühler in Berlin. 1. Bewahre die Dir vomVorstnnd der Jüdischen Gemeinde zußehando Wühler karte gut auf, Nimm diese Körte und eine pcrcönllche Legitimation am Wahltage zum Wahl* lokal mit. ..... 2. Gehe um WnhHftrJc möglichst in der ersten Wnhlstumlc (10 -11 Uhr) zur Wnhl und nimm Peine Angehörigen und Bekannten, die in Deiner Nähe wohnen, gleich zur Wahl-mit. 3. Im Wahllokal lege den Stimmzettel der Jüdischen Volkspartcl" «Liste Dr. AI fr. Klee) in das Dir vom Wahlvorsteher ausgehändigte Kuvert 4. Nachdem Du Dein Wahlrecht ausgeübt hast, sorge dafür, daß Zilie Deine Bekannten und Verwandten das Gleiche tun. Die entfernter Wohnenden {ordern tclcphonisch auf. Besonder! achte darauf, daß alle uns nahestehenden Frauen zur Wahl gehen, 5. Das letzte und wichtigste Gebot: Gib den richtigen Stimmzettel ab I Wähle Liste; Klee - Badt! daß wir In der Beurteilung der verheerenden Wirkung (Ticses Indiffcrcnt'smus gerade mit den besten liberalen rubrem übereinstimmen. Wir bt*kilrnj>fcu- •den .Liberalismus nicht etwa darum, wc'l wir Zionistcn als silclic einer 'bestimmten religiösen Rlchhiiig naher o:ler ferner liehen, foudern . weil der Liberalismus die heute herr« sehende Schicht im deutschen Judentum Ist und well unter feiner Herrschaft das Judentum verkleinert, verengt und leblos geworden Ist. Wir bezweifeln, daß der Überall* mtis selb-1 imstande Ist, mit dem von Ihm erzeugten Indifferentir-mm fertig rti werden. Um dies zu ver. morgen, muß man das Judeiiproblcm vh'l iiudar-scmlcr. In der ganzen Breite seines rrcl-sllgen und physischen Daseins, erfassen. Dies vermag honte nur der Zionismus, der von einer ganz anderen Seite an die Dinge heran, geht. Darum hat der Zionismus nicht nur für /«ich eine Jugend rjewoniicn, die wieder mit glühender Seele pm Judentum hängt tind dieses Erbe Ihrer Vi'ttcr erwerben will, um es zu besitzen, sondern durch die Macht des Zionlsm.tr, ist auch der jüdische Wille und die jüdische Vitalitat aller anderen Oruppcn erweckt werden-und, wie wir vorge Woche sagten — was leider von manchem unserer Ocgncr mißverstanden wurde — das Gewissen des Judentums. Obwohl al<*> die Bcrrrundcr de«. Übe. ralisnuu von beten jfidis-hen Intentionen erfüllt, gewesen sein mögen, erzeug,die (rentiere Herrschaft des l.ibcrfll'wur» In den Gemeinden nur einen fortschreitenden Verfall dos Judentums, Darum ' erlauben wir, daß diese Herrschaft bekämpft werden muß, * Das bedauerlichste an diesem Wahlkmnpf ist, daß er nicht auf rein jüdischem Gebiete ausgetragen wird, Alles, was wir über die Fruchtbarkeit jüdischer Aus« cinaiulcrsctzungcu sagten, gilt natürlich für die wirklichen Frnffen des Judentum«:. DU? Schürfe dieses Wahlkampfcs entstand-dadurch, daß unsere Cieijnor, besonders gesvimc Wortführer des CcntreUverctus, de« Kw»j>t ro. eine Sphäre vcrlcRteu, wo er nfcht mehr d«?n Charakter einer Aus« ciilrtrulorsclniiiff fiber jüdisrhe Fragen hat. Wenn man dauernd die staatsbürgerliche Gesinnung der Zlorttsten verdächtigt und das Programm des Gctncrs nicht nach jild i sehen Kriterien iKiirfilr, dann orcrdlug« muß ein Wnldkmnpf zewt'cnd und o't beschämend Wirken. Tide der Ix'fcliiiineiid t'ii Tatsachen dieses Kampes ist. die dc'iiao-op.isrho Terminologie, die von unseren Gegnern eingeführt wurd\ -Obenan steht cl'c Be/c!eh. nunfir •„jiWIisch.volklfcVV durch d'e Jone Gefühls, die das Wort „völkisch" heute in iodeiu Juden crm'nt, gegen den Zionismus .amrrcschlnchfct werden sollen. Wenn man unsere nationale Gesinnung, wenn man jede nationale Ucbcr/cugiing „vollihch" titulieren Wil|, dann konnten wir die Herren des Cenlrnlvcielus, d'e uns „Mhllsrh-vülkisch" nennen, wohl nur als „dcuUch-vfilld-cV' bcaclchnen. denn sie betonen doch ihre Zupchür'gKeil zum dachen Volk, wie wird e Zugehörigst zum fild'sch'*n Volk betonen. Was fo'l a'jsi di-c<:s gail'c Wonsniel? Ks gehört zu ihn schlechtesten Mitteln, die überhaupt in einem' Wahl kämpf gebraucht werden können- Dcmolcrafie ßejjsa „liberale" ReaMlos Bdraclilaoata ma IVsülluranl Von Ministerialrat Df. HermannBadt, MHßHcd dn Landtages. „Der fortbestand dej Jüdischen Stammes und «ogn auch der Jüdischen Religion bildet da» große Vi*z*. zeichen, an dem die Idealistische und die mateilalwtuiu Geschichtsauffassung lieh begegnen. Sie würde» suli Irdoch. leichter vcrrhiiiren vor dem Problem der jüdischen Ocmelnde. Die Gemeinde ist die tilnhcit dej Indentunis geworden, nachdem dns JDdUrhe Volk seinen Staat verloren hatte. Und als dlc<e ülnhrlt lint »ie »Ich bewiihrt durch die Vcrcinl/:ung aller Rcistitren und ma tcrlcllcn Kräfte, welche die Erhaltung der Religio? crlordertc." Treffend wird durch dluc Worte Hermann Cohen» die grolle fledciitung dar Jndlnchcn Ocmelnde für den Port, bcjtnud de« judciitum» gekenn/cichnet. Und was Cohen damals von der einzelnen Ocinclndc ».igte, das riH heute In vielleicht noch höherem Muflc für die VcreitilguiiR dci jftdlschrii Ocmclndcii, den Gern ein de vc rba n tl. t!n hat »Ich nämlich seit damals Immer deutlicher ßczeigt, dall aui die Dauer die cliuclneu (kmeinden nicht hinreichend Sclmti vor der Ahimbicruiig des deutschen Judentum«! gewahren können, sondern, dall e« da/u tives Zuh.immeit«chlu$ses l>edarf. Nachdem die bisherigen VcrsucKr, den Zusammenschluß aller deutschen CkmciiKkn zu bcwcrttftcIliRcn, gescheitert sind, »oll nunmehr wcnlitatcna cratmaüg der ^iis/uumenschlnn aller preußischen Gemeinden Wirklichkeit werden, det Zusiunnieuschlur) /um Zwecke des Lastennusgleidic* «"d dci iwlitlseheu Vertretung. Schon dirac VorccM-hlchle, dn* Scheitern »Her Verein-, einen deutschen Gcinclndevcrband mit den gleichen /ieft^i 7U sehalfeii, erhellt blitzartig «las C.hai.akteiisti>che im>erii I.ar»e. Wir Juden haben \«on jeher eine besondere I'ahij;'Kcit gehabt, trot* unseres „Konservativismus« uun doch der Mehrliclt, In deren Mitte wir als Minderheit leben, in besonderem Maße anzupassen. Ich denke dabei nicht nur an dic'üuflcrc Anglclchung, ich denke vielmehr an die noch verblüffendere Anglelchung aul soziologischem Gebiet. Und so haben wir deutschen Juden in den leUtcn Jahren uns unter anderem auch an die Irrungen und Wimmgcn d:r inneren deutschen Politik In ganz crat-uinlichem Malle angeglichen, ja es hat beinahe den Anschein, &I« gilbe es auf diesem Gebiete keinen Fehler, den wir nicht alsbald auch mit großer Leiden, •cluft mit« und nachzumachen uns bemühten, Um nur ein Beispiel zu nennen: Bekannt sind die Kampfe zwischen deutschem Unitarlimui und Föderalismus. Bekannt ist, daß es tnnrrhalb de» Deutschen Reiches bcvmdcrs Bayern Ist, das durch seine clg.'nbrödl.Tl-.chcii Aspirationen den unita. rischen Oedanken der Rciclucinhcit immer wieder in sein« Auswirkung gehemmt hat. Und als ob sie auch darin dem Beispiel Ihrer näheren Umgehung in allen Einzelheiten folgen mußten, waren es auch die bayerischen Juden, die zunächst — ohne Rücksicht auf das geplante Ztis nndckommen eines deutschen G.me'.ndcvcrb.indcs — einen baye r lÄchfit Q •n^.'nd'-verhniid begründeten und so die jüdi^Jieu 0..m.-|iid?n -der anderen 'deütichch' Länder, n Oticten, zun .ich st ghlchfalls innrrhalh. der Landc^rctuen ä:m\-he (kinrinde. verbünde zu schalten. Oer als Cnd/lel nach wie vor zu erstrebende tilg«meine deutsche Qcmclndcvcrtund wird »Ijo nunmehr nur als Dachorganisation der einzelnen Landesverlande aufgebaut werden können. In ganz Slinllcher Welse spiegeln sich die Wirrnisse der deutschen Innenpolitik in den Kämpfen wieder, die sieh jetzt Innerhalb der einzelnen jüdischen Gemeinden bei den Wahlen tum Landesvcrbandstag abspielen. Die brüten scharfen RelclulagvWahik.'iinpfc, die wahrend d r vergangenen Jahri-s DoiMschlaiwI In einzelne ifl h erbittert gcgciüihcrMi-rvnde Heer lacer trllt-n, wirken scheinbar noch In allen Eiitjclheitcr» bei dem gegi-nwürti^en jüdischen Wahlkampf nach. Mi' einem natswi und einem heiteren Auge nimmt man wahr, dn(t auch bei uns alle Parteischattierungen vertreten sind und um die Stimme <lca Wählers werben. Die Jüdische Volkspartei, die Poalc-Zhn und ein Teil der religiös-konservativen Paiteien nehmen hier die Stelle ein, die Jm deutschen Wahlkampf die großen republikanisch-demokratischen Parteien iiiuc hatten; il-rc Gegner auch wenn sie sich „Liberale" nennen, in Sou lerbeit abci der C c n t r a I v c r e i n , die Stellung der Reaktion. Die Richtigkeit dieses Vergleiches laßt sich an eine» Fülle von Beispielen dartun. Noch ist in aller Crinnerunt». wie nach den Wahlen vom -1. Mai die Deutsche Volks, pnrtcl ohne jede Not Krise über Krise herbeigeführt hat; In den letzten Wochen und Tagen haben wir es auch in PrcuQen erlebt, daß sie — gleichfalls ohne jede Notwendig kclt — den Irühcrcn Koalitionsgenosscn, mit denen sie jahrelang crspiießüch zusammengcarbtlUt hatte, <'.n Bündnis kündigte und mit unerfreulicher Behendigkeit die Freundschaft «ler Partei suchte, von der sie n.->eh vor kurzem auf das heftigste beschimpft und befehdet worden war. Uu I genau das gleiche haben wir Zii Beginn des jüdischen Wahlkanipfes erlebt, Hier wnr cn der C e u t r a I v e r e I n , der plötzlich durch «Ich b< kaiilitui Beschlull vom R S-ptember die Parole „Gep;ct\ die 7.toidst.c«" ausgab, — oVv^W'icb er mit ihnen n'-eb vor Jahresfrist bei Bokifmiifung der Pogrom^efahr aut das engste zusainmcngearbeltet halte -- und der gleichzeitig die Frage «Je» Zusammengehens mit dem Verband n a t io naldcutschcr Juden, ven dem er noch bis in die letzte Zeit hinein als eine Gesellschaft von Zwischcnschichtlern und unzuverlässigen Patrioten beschimpft worden war, der FiiUcheldung der Berliner Mitglieder des I lauptvorstaudes überlassen wollte. Weiter: Wie Im deutschen Wahlkampf das Anbiedern dci VotksparH an die Dcutschnationalcn die f olge halte, dall auch die Vo'kspartel zu „aiitiscmiteln" begann — kh erinnere nur an die Strseninnn.Vcrsammlung Im Groden .Schauspiel, haus, bei der der Saalschutz durch Mitglieder-des Deutschnationalen Haiidlungsgchllfenverhardes bewirkt wurxle und Juden keinen Zutritt hatten, und an die Stellung der „?eit" m den f.allru Kutiiker und Barmst — to hatic das Ver« l'liuluugsuehcn mit den natinualdeutsclicn Juden .auch beim O-nlraWcreiii zur Folge, d.aO sich seine Kampfesweise bcdeuklich jenen Methoden näherte, die er noch vor kurzem auf das heftigste abgclclmt hatte. Achnllch wie Dcut-ch« nationale und Volksparteller den wahren und allein seligmachenden dcutsch«n Paltlotiimus gepachtet haben wollen, nehmen nunmehr der Centralvercin und seine von ihm umworbenen neuen Freunde das gleiche ftlr sich in Anbruch;

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