Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 7 (23.1.1925)
- Date
- 1925-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 ";n i' r V *' v JHnr.cInnmmcr 0.4Ö Goldmnrk iüji j.>Ltf^ R,<Uktion und Vertag W 15, Mcinekcilxaß« 10. Erscheint uita DianaUiI und Freitag. Bczugsprel* bei der Expedition ooottlieb 1.85 Goldrawk, Vierteliihrllcb S.2S Goldzaark. ^„u»<liil>»«atm«ol« »«d« i» d« Wlkranl in <lM>lin Lladw k«r«H»«l. Nu rumor 7 L Berlin, 23.1.1925 Anzeigen »Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W 15, Melnek«- •traflo 10. - Tclophoni Amt Blamarck 7165—70 Am«lil«npf »Itidjfipill.NnninfjlllfiulUO.yiCl.-MHl^lltrij«!.!!)),0,|JO..M A»r'lfn««tk<.Bi Dlao«t>< u »<i hratIM otebnllttf «Ubr. Telcph ■mm bom Bismarek 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392, F0r0til.fT.lck Po«l.p«rk«ntnMil Wlw,Kant« Nr.IM0M / FCrTich«chotlowik»b re»Urirk««i*atai rri* Kenia Nr 39410 / Für Poltai Poil<pukniti»»l Wuickm Nr IWTOS, — Rcdaktlona»cbliiO Sonntag und Mittwoch naehmllUtf. - n-D-rn <roD vo XXX. Jahrg. 0«r tlowUniu» aratrabt fflr da» IQdUcha Vol» dla Uhaffung alnar öffentlich rachtllch gaalcharten Heimstatt« in Palästina. „Basaler Programm.*« Für brüderliche Einheit Welrrnanns Rede an die Zlon'.stea Ii Brünn Dr. Wejzraann hat während «eine» zwelwochentlichen Aufenthaltes in Mitteleuropa eine ganze Reihe von bedeutenden Reden gehalten, an Zionisten und Nichtzionisten. In kleinen und grollen Versammlungen, vor luden und Nicht judon; es ist unmöglich, alle diese Reden wörtlich abzudrucken, obwohl sie eine Fundgrube von Gedanken und Impulsen darstellen. Wir bringen aber hier eine Rede, die in einer — allerdings aVJOköpfigcn — rein zionistischen Versammlung in Brünn, zu der nur Schckrlz.ihlcr Zutritt hatten, Renditen wurde. IVrse Rede, die keine agitatorische Tendenz hat, legt die tieferen ideologischen Gründe bloß, auf denen die gesamte zionistische Politik und Tätigkeit beruht. Meine Damen und Herren, ich befinde mich wirklich in I einer großen Verlegenheit. Es wurde mir getagt, daö mir Utute Gelegenheit gegeben wurde, mit den Zionisten In einet runglosen Weise zusammenzukommen, und nun sehe ich fcier e;nen dichtgefüllten Saal, eine groOc Versammlung, und ich Aennstcr mufl wieder eine Rede halten. Sie erkennen an i meiner Stimme, daß ich fürchten muß, nicht (Iber einige Meter , h .-i>9< verständlich zu sein. Und ich muO auch zugeben, daß j ich Khon alles gesagt habe, was ich sagen könnte. Ganz j'jtsrin kann ich nicht reden, ich habe nur eine Rede und dt hibc ich schon gehalten, in Prag und in Wien. Sic »erden-mir verzeihen, wenn ich sehr kurz sein werde und 1 Ihtn nur nochmals danke für die schönen Tage in Brunn, j |jr alles, womit Sic mich In so herrlicher und verschwende- 1 weher Weise uberhäuft haben. Fast alle Redner vor mir haben das, was Ich sagen möchte, J teer gesagt, ah Ich es sagen würde. Ich will nur auf eine I Frjgc eingehen, die m der Luft liegt Ich glaube, daß der Gedanke der Schaltung einer jüdischen Einheitsfron t nicht aus der Schwäche, sondern aus der S t ark c des Indischen Bewußtseins der Zionistischen Organl- [»Hon strömt Unsere Aufgabe 'war, der Welt den Beweis Im führen, daß man Palästina jufbauen kaun und daß hun Palästina mit Juden aufbauen kann. Das letztere ist neUcicht wesentlicher als das erstere. Ich unterstreiche das, [denn neulich kam ein bekannter Fachmann, ein Nichtjudc, ans lPiljstina zurück und sagte uns: „Palästina ist ein sehr gutes Und, freilich etwas schwierig. Aber wenn es Dänen wären, I licht Juden, mit denen Sie das Land aufbauen, dann wäre der I Aufbau leichter." Unsere Aufgabe bestand darin, den Beweis zu tiiliren, daß es m i t Juden möglich ist, und ich glaube, Un ist jetzt bewiesen. Im Augenblick, wo dieser Beweis Ifttungen ist, In diesem Augenblick ist der Zeitpunkt gekom- [neu, das Aufbauwerk auf die Schultern aller Juden zu 1 'tgen. Darin besteht auch die Sicherheit, daß dieses Aufbaul»erk in größerem Maßstäbe und schnellerem Tempo vor sich 1 sehen wird. Und wenn jene noch viel an zionistischer Er- I Witung zuzulernen haben, auch wir werden bei ihnen noch viel lernen können. So wird eine jüdische Einheitsfront entstehen, Ue die verschiedenen Widerstünde, welche sich gegen uns •'kkn, kraftvoll überwinden kann. Das ist der Sinn der /ewlsh Agency, von der so viel gesprochen wird und <* ein so umstrittener Punkt in der jüdischen W>!t geworden Ist Wenn die Zionistische Organisation sich fester und tewußter zusammenschließen und auf ihre Pflicht bedacht »ein wird — denn darin besteht noch immer die treibende Kult dieser großen Maschine — dann wird für sie noch immer Arbeit genug übrig bleiben, Arbeit geistiger und ökonomischer Mur, <Jic als Beispiel dastehen wird für die anderen •Mitglieder der Jcwish Agency. Und wir werden sie leisten, *«" die Zionistcn weiterhin die innere Kraft fühlen werden, «le uns getrieben hat, vor vierzig Jahren schon, uns mit dem A»fbju Palästinas zu beschäftigen. Es ist möglich, daß dieser Schritt ein schwerer und »:hw<rwlcgcnder ist, daß wir manche Gefahr auf dem Wege Udcn werdou. Aber unser ganzer Weg Ist mit Gefahren ptjircut umj cg wärc nacn meiner tiefen Ucberzcugung viel plährlichcr, in demselben Tempo wie bisher in Palästina heiler zu arbeiten. So gut unsere Erfolge sind, so muß doch \yn Zionistcn gesagt werden, daß diese Erfolge der Größe I, Aufgabe, die uns noch erwartet, nicht adäquat sind. Wenn I 'eulc eircJ, vier, viereinhalb Prozent des palästinensischen I fxJcns In jüdischen Händen ist, so ist das herzlich wenig. Pid wenn heute nur 120000—130 000 Juden im Lande sind, P ist es herzlich wenig. Es ist wahr; es sind die ersten JMOOO Menschen und die erste halbe Million Dunam, die Pt größte Schwierigkeit bedeuten, aber sie sind wicht genug f f Basis für das, was wir zu bauen haben. Es ist auch Pcht genug, daß in einer Stadt wie Brünn oder Prag oder Rd°n MT <ln Häuflein Zionisten da ist, die auf ihren gchultcrn die ganze schwere Last der lokalen Arbeit tragen. Ify «inem Fest kommen viele Juden, hunderte und tausende. |;i/,ch einem Jomtow aber sagen einander die Juden „Gut' jrw«, und „Gut* Woch'", möchte Ich Ihnmi auch «<yjcn. Kl Jfelcr,aK ,lt vorbei. Wir haben einander Reden gehalten, |'c haben uns mit Herrlichkeit und Gastfreundschaft emp- Vnßtn. und wir wollen Ihnen nochmals die Versicherung geben, £ *'r al'e» tun werden, was in unteren Kräften steht Aber r«a möchte Ich „Hawdole" machen und Ihnen sagen: Mor- K.cn beginnt der Werktag, da sollen auch die Hunderte Llcri die jungen Männer und Frauen, hinausgehen und arbeiten. Ihm1 und ich werden morgen schon auf der Eisenbahn sein lAm *el,c,'inr«n. fisch Berlin und nach England und nach 1<K i * und 80 w,e w,r» 90,,en aucn ^e hinausgehen und mit Eh? \uden TC<len und ihr Ockl verlangen und Ihr Herz und Ikh An*,ftn«un* und Ihr Leben. Wenn diese tausend Men- Ii,, l|,tr du nur einmal In der Woche tun, dann sind das iiw*1 Arbeitstage in Jeder Woche. Und dum wollen wir 1 ""ntn, ob wir Angst haben müssen I D*nn brauchen Sie!5HTO^0ia0^!ara^tgillH!gHP?0 0 u IS ES PI K m n u & Wes1 Ehre und Zukunft des Dudentums will, ^aEuEt am 1. Februar m K U £3 \H u 2Z til « ______ _E[ @QQ0£l3QEI00äl3QnQI3ä0M keine Angst zu haben, daß Ihnen irgendein „Assimitant" Ins Handwerk pfuscht. Dann wäre Ihr Zionlsmui atil einer, so gesunden Basis, daß jene zu Zionisten werden müßten und daß Sic nie Ocfahr liefen, etwas von Ihrem Zionismus aufzugeben. Ich habe nie Angst, mit diesen Herrn zu verhandeln, die sehr gute Juden sind und im jüdischen öffentlichen Leben stehen, die aber in einem Punkte nicht so stark sind wie ich — und deswegen kann mir nichts geschehen. Ich wage Ihnen das mit einer Anekdote zu verdeutlichen. In einem Orte gab es einen sehr gescheiten Jfteli>chcn Versicherungsagenten, und einen Bischof,'der grollen Wert darauf legte, daß dieser Mann bekehrt werde. AU alle anderen Mittel vergeblich gewesen waren, lud er ihn zu sich ein und sie diskutierten stundenlang im verschlossenen Zimmer. Die Juden warteten draußen besorgt, und als er herauskam, frag, teil sie ihn: Nun, bist du getauft? Nein, sagte er, aber der Bischof ist versichert. So geschieht es, wenn Sie, zielbewußt im Zionismus und ihrer Pflichten bewußt, miteinander verhandeln. S i c werden nicht gctault, aber Jene bekommen eine Versicherung. Und nur in diesem Sinne wirkt unsere Zusammenarbeit und das wollen auch Jene. Im Grunde genommen ist, was sie zu uns zieht, doch nicht unser gesellschaftlicher Standard, denn wir sind wirklich Menschen aus dem Volke. Meine Damen und Herren, Sic nennen mich Präsident, Sic machen Geschichten mit mir, eine große Aufmachung — Ich bin ein c infacher Jude und da« ist meine Stärke. Darum kenne ich Sie so gut und darum kennen Sic mich vielleicht zu gut. Diese ganzen Gc-. schichten sind für die Welt; für mich — Ich brauche das nicht Aber was Sic. an. uns von Wert finden, Ist nicht diese Aufmachung, das Ist, daß wir Ihnen das Beispiel gegeben haben, daß man dieses Leben in den jüdischen Ohcitos, das zu sieben Achteln daraus besteht, daß man fremden Qöttcrn dient, auch so gestalten kann, daß man einem Gottc dient Das Ist das Reinigende, das sie auch wollen und das sie anzieht; das ist die zwingende Kraft der zionistischen Idee. Dieser M ischkan, den wir in uns tragen, dieses II eiligtum, mit dem wir vorwärts gehen, wie die Juden durch die Wüste gegangen sind, und das wir hineintragen In das vergoldete Ghetto von New York oder Berlin oder Wien oder Prag oder Brünn — wenn Sic ein Stückchen von dieser Heiligkeit mit sich tragen, kann es Ihnen niemand nehmen und Sie werden die Sieger sein. Es ist die moralische Kraft und die felsenfeste Ucbcrzcugung, daß wir endlich und schließlich mit diesem Lande verwachsen sind, und deswegen hatte Ich nie Angst vor Verhandlungen. Jene mögen meine Philosophie nicht verstehen und meine Vergangenheit nicht begreifen und nicht den Chcdcr durchgcschiucrzi haben wie Ich. Aber ich kann ihnen etwas zeigen, was wir haben und Jenen abhanden gekommen Ut, und i' nen das zu zeigen Ist meine Pflicht und unsere Pflicht. Und so liegt der Jcwish Agency eine viel größere Idee zugrunde, die wirkliche Achduth, die brüderliche Einheit des gesamten Jude ntums, die dem Juden immer als Ideal vorgeschwebt hat und die wir Ihnen nun zurückbringen als ein neues großes Ideal. Um sie herbeizuführen müssen wir, müßt Ihr stark und zahlreich sein, nicht nur an den Feiertagen, auch an den Tagen der kleinen, aufreibenden, mühsamen Arbelt Nicht festlich gestimmt sein, Ist, was uns emporhebt, sondern diese kleine, mühselige Arbeit — Ich weiß es, wieviel Ich leiden und mich mühen mußte und wie oft ich antichambrieren mußte, bis Ich soweit gekommen bin. daß Ich heute nur das Telephon zu nehmen brauche und irgendeinen Machthaber arttutett kaun. teh mußte gehen und «.tbcilcw uM da* n\ÜMtn auch Sic, bis Sic zu dieser Heiligkeit iommen werden. Und so wollen wir diesen Jomtow beenden; Ich wünsche Ihnen Out' Woch', Out» Woch', Juden! Ein katholischer Gelehrter Aber Zlanlsmus Rom (J.T.A.). Professor Qaiidcnzlo Orfall, Mitglied des Archäologischen Rates bei dem Antlquit.'iteu-Dep.ixtcmciit der Palästina-Regierung und Organisator des Palästina-Pavillons auf der Mlsslonsausstcllung der römisch-katholischen Kirche im Vatikan, crkl.lrtc gegenüber dem J.T.A.-Vertreter, er sei ein warmer Freund der Juden und der Jüdischen Arbeit in Palästina. Fratcr Oaudcitzk) Orfall sagte, er habe dem Papst einen Bericht Über die Luge in Palästina erstattet, und auch der Papst bewies großes Interesse <Ur die Wicderaufbaucrbcit des jüdischen Volkes, Ueber die Frage der Heiligen Stätten In Palästina Äußerte sich Frater Orfall dahin, er habe nie Irgend einen Mangel an Achtung für den christlichen Glauben und die christlichen religiösen Traditionen acltens der Jüdischen rCokmlstcu in Palästina . bemerkt» Der „Clash" Von Dr. Chajim Arlosoroff (TcIAwiw). Die zionistische Bc\vct»iinp hat bei Gelegenheit de* ersten BcrlchtJ der Mandalkotnmlsslon des Völkerbünde» über die Ln^c im palästinensischen Mandatsgebiet eine nicht unbedeutende politische Schlappe erlitten. Als man Lord Br.l.oür um seine Meinung über dieser» Bericht befragte, soll er, wie die Presse berichtet, unge- fahr fjciiitwortet haben: „Ich möclit; gern wisttn, oW die Herren daran gedacht haben, welches das Schicksal der jüdischen Massen in den OstlSndcrn sein 6oll, dio unlcr wirtschaftlichem'Boykott und anderen Verfolgungen . znignindc zu gehen tmlicn." In der Tat, die Fakt«», sprechen für sich. Die Herren haben nicht daran gedacht. Weder daran, noch an gar manche anderen wichtigen Dinge, an die sie hatten denken sollen, und an die zu denken ihre Pflicht gewesen wäre. Dieser Dcricht enthüllt, soweit er das jüdische Palähtinawcrk betrifft, nicht nur die Tatsache, daß selbst in verantwortlichen Kreisen noch das Minimum an Information über die Entwicklung dieses Werkes und die, an den objektiven Verhältnissen gemessen, erstklassig« kolonisatorische Leistung der Juden fehlt. Das schon öfter gerügte völlige verständnislose Urteil über die Qualität unserer Einwanderer mag das bezeugen. Aber der Mangel an Anerkennung seitens der Herren der Mandatskommission würde in meiner Meinung nicht sehr schwer wiegen. Nicht um der schönen Augen der Diplomaten willen leistet utucrc Jugend ihre Pionierarbeit im Lande. Wichtiger, viel wichtiger scheint mir die Tatsache, daß) der Dcricht Irrtümer in der großen grundsätzlichen Auf-' fassung unseres Werkes enthält. Und daß er dicsert Irrtümern falsche Lehren zugrunde legt, die in mehr als einer Hinsicht irreführend, unserer Bewegung schädlich und in ihren politischen Auswirkungen tür den Fortschritt der Aufbauarbeit und den Frieden im Lande nicht ohne Gefahr sind. Die erste dieser irreführenden Behauptungen Ist, vom Ausgangspunkt der Kommission an, die Lehre vom clash. Danach verleiht der Bericht der Herren von An-; fang an dem Palästinamandat eine Ausnahmestellung. Aber worin? Er stellt von Anfang an die besonderen. Schwierigkeiten fest, unter denen die Verwaltung des palästinensischen Mandatsgebiets gestanden haben muß.: Uiid er führt diese besonderen Schwierigkeiten darauf zur.'ick, daß hier für die Mandatarmacht eine politiäctiadministralivc Doppclaufgabc gegeben sei, die auf einem Inneren Zwiespalt, einem „clash" zwischen der» Grundprinzipien des Palästinamandata beruhe. Wir wollen hier ganz abschen von einem Vergleich zwischen Palastina mit Irak und Syrien, wo bekanntlich weit größere Unruhen waren als in Palästim, trotzdem es in diesen Ländern keine jüdische Einwanderung gibt. Fragen wir auch' nicht danach, wie wunderbar und merkwürdig es ist, daß die Mandatkonimisskwi, wenn sie sclion einmal auf die Suche nach Widersprüchen zwischen dem menschenfreundlichen Artikel 22 und der Lage in den Mandatsgebieten ausging, keinen anderen „clash" als Beute von der Jagd zurückgebracht hat, als den, der durch die Schaffung des jüdischen Nntionallicitu.i in Palästina gegeben ßcin soll. Haben die Herren nicht daran gedacht, daß der zitierte Artikel 22 unter anderem. t. B. auch die Bestimmung enthält, „die Wünsche der Bevölkerung bei der Auswahl des Mandatars in Betracht zu ziehen"? Haben sie daran gedacht, daß dieselben, Klimicn arabischer Extremisten, uic in den mohatn-. nicuaiilsch-christllchcn Klubs organisiert sind und die die Kronzeugen der Kommission gegen die zionistische Bewegung gewesen sind, zu hundert Prozent mit den Kreisen identisch sind, die in Palästina die Bannerträger des Kampfes gegen das britische Mandat überhaupt bilden? Rangiert docli in ihrem Programm der Punkt: Gegen England, auf keiner geringeren Stufe als der Punkt: Gegen den Zionismus. Aber alle diese aktucll-polltliiticn Probleme wollten wir nicht mehr als streifen, um zu den eigentlichen Prin-. zlpicnfrngcn zu kommen, wie sie der Auffassung der Mnndntkommlssion zugmndc gelegt werden müssen. Sclton wenn man diese Auffassung auf ihren grund-, s5tzliclicn Ausgangspunkt zurückführt, wird man erstaunt sein, daß gerade eine Kommission des Völkerbundes sich zur Trägerin dieser Theorie gemacht hat; einer Theorie, die, wie uns scheint, in einem gewissen Widerspruch zur Existenz des Völkerbundes steht. Fragt man nämlich, welches das völkerrechtliche und politische Fundament der Anschauung der Herren über den er-, wähnten „clash" Im Palästinamandat ist, w> stößt matt am Ende ntlt dein Kopf gegen die Lehre von der absoluten Souveränität jedes staatlichen Gebildes. Handelt es sich doch Im Falte der palästinensischen cingebore- I. nen Bevölkerung gar nicht um die Frage der Selbst« t t * i" •'• »- I i. t-'V: ■ \ i i > i » l,; I