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Jüdische Rundschau · 1925-01-20 · Heft 6 (20.1.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 6 (20.1.1925)
Date
1925-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite SO JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 6 i-.: i i W t - Uns höchste Out war, und wenn er auch an dem jüdischen Leben der Gegenwart positiven Anteil zu nehmen imstände ist. .Wenn wir dies alles fordern, so liegt darin noch keine „Ersetzung der deutschen Muttersprache". lAuch dies rst eine Angstparolc. Wenn man die Dinge nicht mit oberflächlichen Schlagwort« abtut, sondern wirklich übcrJcgt, was werden soll» dann sehen sie er«- lieblich anders aus. * In Deutschland ist es jetzt Mode, bei Prozessen plötzlich die Holle von Kläger und Angeklagten zu vertauschen. Wir beobachten dabei das psychologische Phänomen, da II der Kläger sich von dieser Methode so verblüffen läßt, daß er sich wirklich in die Rolle des Angeklagten hineinfindet und Entschuldigungen sucht, statt anzugreifen. Wir wollen nicht dulden, daß jn diesem W.ihlknmpf etwas ähnliche* versucht wird. Wir Zionisten sind die A n k I ii g e r int jüdischen Lehen der Gegenwart. Der Zionismus Ist das Gewissen des Judentums. Die alten Gctncindcgröllcn, die man tu lange ,ils Alleinherrscher und als Repräsentanten des Judentums geduldet hat, ließen das Judentum verdorren. Jedes Interesse an jüdischen Angelegenheiten ist ausgestorben. Die Jugend identifizierte Judentum mit Ghettogeist und suchte eine freiere Luft, eine Welt, in der man leben kann. Ucbcr Judentum sprach man nicht in piiter Ücsclfschalt. Erinnert »uch »loch dieses Zustande», die Zeit liegt noch nicht so weit zurück. Ihre Ausläufer reichen bis in unsere Tage. Der Zionismus hat das Judentum revolutioniert, nicht nur in seinen eigenen Anhängern, sondern auch in seinen Gegnern. Nun gibt es wieder Menschen, die mit Stolz und vor aller \Vclt sich zum Judentum bekennen, die die Schönheit und Kraft des Judentum* bejahen und eine blühende, taten« reiche schaltende Zukunlt für das Judentum wollen. Solange die Juden sich selbst verachteten, wurden sie nllgcmeln verachtet. Heute treten die besten aller Nationen uns mit Respekt entgegen. Ehrlicher Wille und ehrliche Leistung erzwingt stets Respekt. Wir aber fordern, daß dieser Geist, der durch den Zionismus ins Judentum kam, und es vor dem Untergang gerettet hat, nun auch der herrschende Ocist im jüdischen Leben werde. Warum Ich für die Jüdische VolUsparlcl kandidiere Von Lehrer M. Steinhardt-Magdeburg. Unter der Ucherschrift „Grundfragen des deutsch-jüdischen Aufbaut" schreibt der Vorsitzende des C-V.-Vereins, Herr Justitzrat Dr. Brodnitz.-Berlin, in Nr. 2 der C. V.«Zcitung: „Um so trostloser ist das Bild, da» die Land« 'und Klci ns t a<\t gcmcl ndc n im allgemeinen. bitten, l-t ist Selbstbetrug, die Ursache bzw.' die Schuld nur der Inflationszeit aufzubinden. Der Niedergang: war sclion in der Vorkriegszeit unverkennbar. Ungerecht wäre es, den Klein, gemeinden dafür die Schuld aufzubürden. Es ist die schwere Schuld der gesamten deutschen Judcnheit, daß sie nicht Mittel und Wege gefunden hat, diesen Verfall aufzuhalten, Wäre dies geschehen, wäre die Aufgabe, Hilfe zu bringen, nicht so dornig. Der Verfall zeigt sieh darin, daß die materielle Möglichkeit, für Kultus und Unterricht zu sorgen, »ich von Tag zu Tag vermindert und dementsprechend der Nach wuchs au Lehrern und Ku11usbcamteu. Es ergab sich in steigendem Maße die Notwendigkeit, den Religion« - Unterricht entweder gänzlich aufzugeben — wie es tat sächlich in weilen Landstrichen geschehen ist — oder gänzlich ungeeigneten Händen anzuvertrauen, also einen Zustand zu schaffen, der dem enteren «u Traurigkeit nicht viel nachsteht. Hier stehen wir an der Wurzel de« Uebcls. Bio ganze Frage <lcr jüdischen Regeneration bestellt zu einem wesentlichen Teile in der Hcamtcnfrngc. Gelingt es, den Lehrer- und Kullusbeamtcnstaud wieder aufzubauen, dann ist die Frage gelost. Gelingt es nicht, bleiben auch die (ihrigen Wiederbelebungsversuche Kurpfuscherei. Wie aber Ist jene Aufgabe zu lösen? Nur durch Erfüllung der selbst verständlichsten sozialen Pflichten gegenüber der Beamten «halt, Es laßt sich die peinliche Tatsache nicht verschleiern, daß in dieser Hinsicht schwer gesündigt worden ist, und nach den Aufklärungen der iiiangebenden Persönlichkeiten zu urteilen, herrschen auch heute noch vielfach Zustande, die auch durch die schweren Zcitvcrhältnissc nicht zu be gründen und zu rechtfertigen sind." Ich stimme mit jedem Worte des Herrn Juslizral Brod/iitz übereilt, nur eins mun ich hinzufügen: An d icsc r Miser ist das liberale Judentum, sind in erster Linie di 'Vorsteher der liberalen Q roß ge m c i nd en , schuld. Sie können nicht sagen, daß nIc die Zustünde nicht gekannt haben; ott genug haben wir Lehrer sie ihnen'laut ins Ohr geschrien. Sie können auch nicht sagen, daß kcüic Oricgcnhclt vorlundcn war, den kleinen Gemeinden zu helfen: Es bestand Ja der deutsch-Israelitische Gcmcindcbund, der hinsichtlich der Versorgung der kleinen Gemeinden und ihrer Kultusbeamtcn sich dieselben Aufgaben und Ziele gesteckt hatte, wie Jetzt der Preiißciivcrband, aber sein Appell an die (iroßgemclndcn, ihm die Mittel zur Verwirklichung seiner Aufgaben zur Verfügung zu stellen, verhallte genau so ungehört, wie der unsrige. Und es war auch nicht nur die Beamtenschaft der kleinen Gemeinden, die Not litt, in den grollen Gemeinden sah es nicht anders aus, oft sogar noch schlimmer. Wir dürfen es nicht vergessen, da«, zweimal wahrend der Inflationszeit die gesamte Beamtenschaft der Berliner Gemeinde mit dem Streik drohen mußte, bis mau ihren gerechten Forderungen näher xu treten sich bequemte. Es handelt sich auch n i c h t n u r u m d lc materielle Frag«. Welt mehr noch hat dle Vorcnthaltungdcr "»türlichsten Menschenrechte hunderte von jungen, Ideal gc.innten Lehrern aus dem Berufe hinausgetrieben. Wenn wir forderten: Ocbt uns ein menschenwürdiges Dasein, hört »uf damit den Lehrer und Vorbclcr, den Träger Eures Kultus, den Erzieher Eurer Jugend, gleich einer Dicnstmagd «uf Kündigung anzustellen; gebt uns Gelegenheit, uns an der Verwaltung der Gemeinde beteiligen zu können, gebt uns zum mindesten das, was auch das geringste Ocmeimlrmltglied besitzt, aktives und passives Wahlrecht zu den Gemeindeämtern, wir predigten nur tauben Ohren. Man hatte nur ein höhnisch™ Lachen (ur unsere Forderungen; nicht selten würdigte man uns überhaupt keiner Antwort. Jetzt heißt es im liberalen Wahlaufruf: Der Landesverband muß sich dafür einsetzen, dal! Rabbiner und Lehrer geistig unabhängig und wirtschaftlich gesichert dastehen. — Durch finanziellen Ausgleich von Orot)- und Klciugcuieiuden muß dafür gesorgt werden, daß auch diese in der Lage sind, durch Berufung' angemessen bezahlter Beamter da» religiöse l.chen aufrecht zu erhallen t.sw, — Die rcliglüsc Entwicklung der Judcu muß da» Ziel besonderer Fürsorge des Landesverbandes «ein. Er muß deshalb die religiöse Erziehung aufmerksam beobachten und durch Anregungen zu fordern bemüht sein. — Gewiß muß der Landesverband dieses alles — er muß noch weit mehr --; aber dies hätten die liberalen Großgcmciudciv auch ohne Landesverband längst durchgeführt haben können. Sic hätten längst ihren Beamten zum mindesten die g c I s 11 g c und w I r t o c h a 1111 c Ii c Unabhängigkeit c I n g e r ii u m t Ii n h e u k o u neu, sie haben es allgemein — von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - - nicht getan. Sic hüllen längst auf die religiöse Erziehung der Jugend ein ernsteres Augenmerk richten müssen, sie haben es nicht getan. Denn heute noch, wenn wir Lehrer einige Rcligioiisstundcu wöchentlich }30n^n0KP3i3Hri^^0KiiMnMn K—:-12 U E2 u u m n 1*1%» m u 1/3. Ehre und! Zukunft des Judentums will. cSeir ^SEaflß mcP u'„.u iiaiy mehr für unsere Kinder fordern, und diese mich gern dazu bereit sind, die Mehrbelastung auf sieh zu nehmen, so stoßen wir auf den schärfsten Widerspruch der Eltern, jener liberalen Eltern, in deren Namen jetzt das liberale Wahlprogranmi in die Welt hinausgeht, oder die es gar selbst abgefaßt haben. Gewiß muß der Landesverband die von Justizrat Rrodnitz und auch zum Teil im liberalen Aufruf gekennzeichneten Aulgaben erfüllen; aber er wird sie nicht erfüllen, wenn eine liberale Mehrheit, oder wenn gar eine große liberale Mehrheit gewählt werden sollte. Dann wird alles hübsch beim allen bleiben. Man wird, wie in «feu Satzungen trotz, meines Widerspruchs vorgesehen Ist, Vi Prozent der Keichscinkouiuicnslcuer erheben, das ausreichen wird die Vcrwattuugskostcn Zu decken lind danii noch einem kleinen Dutzend allzusehr «lollcidcndcr Beamter einige Brosamen reichen. Wenn es den liberalen Vorstehern ernst wäre mit ihrem Programm, dann hätten sie unsere Lehrer fordcruugcn bei der beabsichtigten Gründung der Gesamt Organisation des deutschen Judentums im Januar 1021 und der Prcullcnorganisation im Juni 1022 nicht ablehnen dürfen, Als ich In der Versammlung im Januar 1022 die Forderung verlrat „Austeilung*« und llcsoldtiugsvcrhältnlssc der Lehrer müssen nach staatlichen Grundsätzen geregelt weiden", bc zeichnete Herr Dr. iMiiar Freund diese Forderung als Utopie und die Mehrheit der liberalen Vertreter lehnte unsere An träge ab. E« ist den Liberalen nicht ernst um ihr Pro« gram m; d a s zc i g t sie h besonders in der Frage der jüdischen Schule. Aeiigslliclt schwelgt eich das liberale Wahlprograinm darüber mis, und auch Justitzrat Urod uilz geht in seinem sonst so sehr beachtenswerten Aufsatz mit Stillschweigen darüber hinweg. Wenn es den Liberalen ernst wäre um die religiöse Erziehung der jüdischen Jugend, mi müßten sie mit uns Lehrern die Er rieh tun g J ti *I i scher Volks- und höherer Schulen In allen Großgcmclndeii betreiben. Die Verhältnisse haben sich so gestaltet — ich brauche nur au das Martyrium unserer Kinder in fast allen öffentlichen Schulen zu erinnern, dem sie durch den Antisemitismus von Lehrern und Schülern an gesetzt sind —, «laß afies förmlich nach Errichtung jüdischer Schulen schreit, und wie mir mitgeteilt worden Ist, hat auch das Ralibinat der Berliner f leuieinde sich einmütig für Errichtung neuer jüdischer Schulen ausgesprochen, aber die liberale Mehr heit der Berliner Gemeinde — und tu anderen Gemeinden Ist es nicht besser — sträubt sich mit aller Macht dagegen. Die jüdische Realschule in Leipzig, die im Werden begriffene jüdische Schule in Breslau sind von den dortigen Liberalen auf das Schärfste bekämpft worden. Die jüdisch-liberalen Jugcudvercinc Schlesiens haben sogar in einer Resolution offen zum Kampfe gegen du. jüdische Schuh; In Breslau aufgefordert. Als jüngst eine Geiuciudcvcisaiiunhiug In Dresden sich mit großer Mehrheit für Errichtung einer jüdischen Schule aus gesprochen hat, hat das Organ der Vereinigung für das liberale Judentum, die Jüdisch-liberale Zeitung, von einem bevorstehenden Untergang der Dresdener Gemeinde gesprochen, in einem anderen Artikel eine solche Schule als eine Schmach für die Gemeinde bezeichnet. Worin besieht der Fehler des hriitlgrn Jüdlschrn Liberalismus? Er ist keim: religiöse Pailcl mehr: l> ist iu Wirklichkeit eine politische Partei geworden, der stets jii dischc Dinge nicht mehr unter jüdischem Gesichtspunkte, son dem vom Standpunkte eines gewissen deutschen Chauvinismus aus betrachtet. Unsere liberalen Vorsteher fürchten, wenn sie für die Ncugrüiidung einer jüdischen Schule eintreten, ihren Vorsitz, in demokratischen Bezirksvcrcin oder gar ihr detno kralischcs Stadtverordneten-Mandat niederlegen zu müssen und vergessen ganz, und gar dabei, daß aufrechte, charak tcrvolle Protestanten und Katholiken genau so wie die aufrechten Juden für Sch ulett iu rcr Kon fession eintreten. Dazu kommt noch der Radikalismus in religiösen Dingen, wie er sich neuerdings in dem Organ der liberalen Vereinigung breit macht, der heule die Speiscgcsctzc, morgen sogar die Bcschneidiing im Namen des religiösen Judentums h c k ii m p 11 und sich zu einer Gefahr für die Zukunlt unserer Jugend, die diese Artikel, liest, auswächst. Ich erhoffe nichts mehr von dem modernen Jüdischen Li bcrslIsmus der Gegenwart, der die Bahnen, die einst große Männer in Israel betreten haben, verlasse» hat, der unweigerlich, so wie die Dinge jetzt sich gestaltet haben, aus dem Judentum hinausfuhren muß. Aus diesem Grunde habe ich mich der Jüdischen Volkspartci angeschlossen, weil Ich in Ihr den starken Willen zur Erhaltung des Judentum«!, verbunden mit wahrhaft demokratischer Gesinnung vorfinde. Wenn sie eine starke Vertretung im Jüdische ii Preußenparia nie« t findet, «o ist uns «Ine Ocwflhr fflr die Oeniindiiug meines Standes und damit auch für die der jüdischen Gemeinden gegeben, und darum appelliere ich an meine Kollegen, auch ihrerseits für die Kandidaten der Judisehen Volkspartei einzutreten. Das Wort gilt auch den Herrn Rabbinern, namentlich denen iu den mittleren Ocmelnden. Sic haben durch die liberalen Herren P.itnosslin genau so zu leiden gehabt wie wir Lehrer, ja, Iiis zu einem gewissen Grade sogar noch mehr. Ich brauche nur an einen wunden Punkt zu erinnern, nämlich daran, wieviele tüchtige Kräfte, Zierden der Jüdischen Wissenschaft, draußen in den kleinen Geinrinden verkommen, weil sie nicht die nötige Protektion gefunden haben, ohne die man in eine Oroßgcincindc nun einmal nicht berufen wird, wie oftmals die jüngsten Kräfte Ihnen vorgezogen werden, weil sie eben diese Protektion genießen, Zum ersten Male ist uns in Preußen Gelegenheit gegeben durch unseren Stimmzettel für die Erhaltung des Ocsnmtjudentunts eintreten zu können in unseren Cu.nciudcn haben uns ja die Herrn Vorsteher Stimmrecht vorenthalten —, darum ohno Zagen, Hobe Kollegen, stimmt und ogitlcrt für die Partei, die uns eine Oewühr für unsere Zukunft gibt; Sur die Jüdische Volkspartci! Die Rchabililicruno der Judcnheit Man kann »ehr wohl sagen, bevor man an die Besprechung der Judcufragc gehl, sie sei in erster Linie eine Christenfrage. Das den Juden durch die Christen »n zwei Jahrtausenden zugefügte Unrecht, ein Unrecht von unerhörten Dimensionen und nach allen Richtungen des seelischen Raumes, sei so maßlos überwiegend und habe sich iu den Zeiten so wenig verändert, dall angesichts seiner die Probleme zu Nichts zeniunen, die die Existenz der Juden in nichtjiWischcr Umwelt dieser Umwelt aufgibt. Und das nennt man doch ganz allgemein „Judcufragc". — Aber davon zunächst abgesehen gibt es doch noch eine Judenfrage, die Moritz Heimann, Dichter und scharfsinniger Kopf, einmal meinte, als er drucken ließ: was noch der auf einer Insel im Meere einsam verschlagene Jude als Judenfrage empfinde, das allein sei sie. Nim, das ist ein zu weit geworfener Stein; die Wahrheit liegt näher an im«, denn der Jude bedarf der Juden, um die judeufrage wirklich zu machen. Dennoch besteht, Juden unter sich, die Jtnlinfragc ganz klar; wie ist der Jude mit seinem Wesen zufrieden? — sein Wesen einmal so genommen, wie die Jahrhuiidertc es gemacht haben? und: wie ist er mit seiner Haltung zur Umwelt zufrieden? Antwort auf diese Juden fragen geben die zahllosen entzückenden jüdischen Witze, in denen eine melancholisch-resignierte Heiterkeit sich mit sublimer Selbst- Ironie dem eigenen Gelächter preisgibt. Es gibt viele starke Judcnhciten iu der Welt -• zum Scheine. Sic alle bestehen aus einzelnen kleineu Juden, che unglaublich stark sind, wenn sie, Jeder für sich, in eine Deckung sich eingraben sollen, die aber &e»fort bis zur Ohnmacht und Lächerlichkeit sich bloßstellen, wenn es gemeinsame Taten gilt - sei es Abwehr oder Aufbau. Die Judcnheit — «las gibt» nur im Ociste. In Wirklichkeit gibt es vierzehn Millionen einzelne Juden, die zu Familien und Verwandtschaften zusammengebunden sind. Diese Atoniisieriiiig, diese Schwäche, d;cse Unfruchtbarkeit: «las Ist die jüdische Schuld vor der Geschichte, nicht nur dieser Generation, aber vor nllrm dieser Generation. Sie könnte sich sofort rehabiliercn, diese Judci.hcit, wenn sie wirklich zu werden sich anschickte. Gemeins'ün. Sachen gemeinsam bezwingen; das wäre ein Lebenszeichen, d** die Juden zu einem neuen Volke, einem stolzen steif>,ackigeu Geschlecht machen könnte. Hier träten Judcniragc und Christcnfrage Iu einander über. Denn: der Aufhau Palästinas geschieht als Reparationsleistung der Christenheit am jüdischen Volk. Oder er hat zu geschehen. ' Der Völkerbund, sein Mandat und das Jüdische Heim sind erste Schrille dazu. Wir selber haben die zweiten Schritte zu tun, und die Christenheit zum Mittun aufzurufen, durch unser Beispiel, Der Aufhau Palästinas ist die Probe auf die Reife de Jüdischen Menschen. Kein Antisemitismus kann ihn entwerten; keiner wagt es auch nur. Denn der Antisemitismus "ist doch ernsthafter als seine havarischen oder prussiakischeu Clowns nicht wahr. Es darf keinen Juden geben, der nicht überzeugt ist, daß die Achtung vor ihm und seinem jüdischen .Nachhii, die seine christlich-deutschen Nachbarn ihnen entgegenbringen, mit Jeder grollen Leistung in L'rcz-Isracl wächst. Der Ccntralvcrcln, der heute aiitizionlstisch aufgemacht die Gemeinde für die reichen Juden retten will, hat dies früher selber eingesehen. Er wird, nach den Wahlen, allmählich wieder zur selben Einsicht zurückgehen. Daher darf kein Jude In Preußen zum Landesverband die auti/jonistischc Liste wählen, auch wenn er ansonsten «lern Cenlralvcleln anhängt. Er darf die engstirnigen und thiiiin/i.itoriscluu Elemente In ihm nicht starken. Er muß vielmehr auf jede trennende Parole, auf jede Verhinderung der Judcnheit antworten mit einer verbindenden Tat, mit einer Herstellung der Judcnheit. Er muß das Selbstbewußtsein haben, — und wenn es auch nur eine kleine Geste ist, in welchem es sich heute, in diesem Augenblicke, zeigen kann — -die Jüdische Volkspartei zu wählen. Arnold Zweig. Die Universum Jerusalem Die Exekutive der Zionistischen Organisation teilt mit, daß die Eröffnung' der hebräischen Universität in Jerusalem durch Lord Balfour endgültig für den 1. April 1025 (7. Nissan 56S5) festgesetzt wurde. Die Urölfiutiigsfclcrllcltkcitcn werden 3 Tage dauern und l'cht genaues Programm wird später herausgegeben werden, l

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