Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1925)
- Date
- 1925-01-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 44 rUEDISCHG RUNDSCHAU Nr. 5 Richtung ließt da* Ziel, auf das hin ein besooderer Weg den deutschen Zionismus und Insbesondere seine Jugend leiten könnte. . Der deutsche Zlonisl, der crusllutt jum Judeutwn als geistigem Oehalt zurückslrcbl, hat. vor dem Ostjuden In fast a*cn Fällen ein» voraus: Europa hat «eine Herzlichkeit für Um verloren, c» M ihm nicht mehr da« unbedingte Vorbild und Ziel Jeder Enlwiddung, sondern er kann «», ungetrübt vom Pathos der Distanz, sichten und werten. So darf er vielleicht Voiarbeilcr sein, für jene grolle geistige Begegnung, die kommen muß und deren Ergebnis wir heute nicht keuueu. Man wird «le einst die maltnonldischc Wendung nennen dürfen. Vollzieht sie {.Ich Im Zusammenhang mit der PaUslinaLcwcgung oder p*r auf dem Dodcn des Heiligen Landes, eo wäre die, die größte Legitimation des Zionismus vor der Jüdischen Geschichte. Er kann allerdings, als SladlonusvBcwcgung, nicht «JlruvieJ direkt dazu Inn, um sie vorzaiberelteit. aber ci genügt auch, wenn er nichts gegen sie tut. Erhält er sich in sdntr Reinheit als die einzige jüdische Bewegung, welche die Problematik der heutigen judischen Situationbejaht und in keine voreilige Antwort eingetreten Ist, erkonnt er sich als ersten Schritt, dann wird er den zweiten vorbereiten, auch und gerade, wenn er nicht* von ihm weiß. ~\ 'I I Offener Brie! an Dcrrn Pro!. S. Dubnow Hochverehrter Herr Professor!; Aus den Zeitschrift« erfuhren wir, daß der von den jiddischen Schriftstclkrn und Journalisten in Bertin gegen den iüdischen Sejmklnb gerichtofe und in der jiddischen Presse Warschaus veröffentlichte Protest auch Ihren Namen tränt. Jn diesem Schreiben wurde,'den Zcitungru nach, gegen die jiidisthen Abgeordneten tchärislcr P.otcst eingeigt, weil sie gegen den Antrag des Herrn Prllu/ky grstirumt haben, der von der polnischen Regierung die Unterstützung der Schulen forderte, deren Unterrichtssprache .jiddisch" i«t. Es war mir leider nicht möglich, dieses Schreiben in Augenschein zu nehmen, es genügt jedoch die hostslcllung, daß auch Sic sich der angreifenden Minderheit gegen die aiiRC» grlffcne Mehrheit des polnischen Judentums angeschlössen haben. Ich bin sicher, daß Sic sich nur nach reiflicher Urherlegung cut-etdovsen haben, aus Ihrer in den letzten Jahren beobachteten Reserve herauszutreten und Ihren Entschluß aufzischen, sich jedxr Einmischung in den innerpolitischen Streit der Parteien In dieser Zeit fernzuhalten. Ich nehme ebenfalls als sicher ,111. daß Sie auch bei dieser Unterschrift nicht von Ihrem la langen Jahren fruchtbarer wissenschaftlicher Arbeit auf der» Gebiet dir jüdischen Geschichtsforschung bewährten Prinzip abgewichen sind, nämlich, daß ein Urteil nur nach sorglaltigrJ' Prüfung »ämtlicher Dokumente zu füllen Ist Diese Ueherzrugung eben ist es, die mir Veranlassung gibt, dieses Schreiben an Sie zu richten und der Verwunderung (Iber Ihre Tat Ausdruck zu verleihen. Ich gebe zu: alle Ihre uns erteilten Lehren wurden von uns aufs enls.'hiedcnstc bekämpft. Wir beklagen uns nicht mehr darüber, daß der angesehenste Geschichtsforscher des örtlichen Judentums wie de.s modrrucn Judentums überhaupt, an der Erscheinung vorbeigegangen daß das Rad der jüdischen Geschichte eine »eharfc Schwenkung gemacht hat, seitdem auf der Bildflächc des jüdischen Lebens die neuen Gestalter der jüdischen.Geschiente erschienen sind, daß sie der zionistischen Bewegung nicht ihre historische Würdigimg haben zuteil werden lassen, wir ärgern uns nicht inchr darüber, daß Sic unter der Eisschicht der jüdischen Geschichte der taugen Gatutljhre das Wehen der fritchru Prühlingswiudc ülxuiiürt und dicht gemerkt haben, daß eine neue jüdische Generation heranwuchs, dir der traurigen Melodie der Jüdischen Geschichte überdrüssig war. wir wollen uns nicht mehr beklagen und argern uns über nichts mehr: das Klagen und 2>ich-ärgern sind ja auch bloß Auswüchse unserer Geschichte, während wir uns ja eben gegen diese Geschichte auflehnen, und ihre Auffassung von Volk und Lehen verwerfen, wer Geschichte machen will, hat Immer den Kampf mit denjenigen ausmachten, die Geschichte schreiben. Letztere beugen sich nur vor Siegern, und unser Sieg — wir geben es zu — Ist noch sehr weit, der Weg zu ihm ist lang, und unsere Ideale sind groß, viel größer als Sic es auf Grund ihrer Beurteilung unserer Worte und unserer Taten annehmen. Wir hoffen, daß Sic Ihrem Geschichtswcrkc noch ein neues Kapitel hinzulügen, In dem Sie den zukünftigen Generationen von den Taten des GcscJdechtc* berichten werden, das einen dicken Strich zog zwischen sieh und dem ökonomischen Ghetto des Ostens mit allen seinen überlebten Idealen sowie dem geistigen Ghetto des Westens mit seiner Verkümmerung dea judiichcn Lebens. Ea war Immer betrübend, feststellen zu müssen, daß wäh rend wir die einzigen waren, die Ihre national-sozialen Lehren hi dem jüdischen öffentlichen Ixbcn In die l»raxis umzusetzen bemüht gewesen sind, Sie seihst immer auf der Seite derer anzutreffen waren, die zwar in Ihiem Munde die Worte Ihrer Lehre führten, aber in der Tat sie bis zur Unkenntlich kclt verfälschten. Seit 25 Jahren wurden Sic nicht tniidc mit der ganzen Schärfe Ihrer gesunden Logik und mit der vollen Wärme Ihres jüdischen Herzens für die Sammlung unserer nationalen Energie In einem Kraltzcntrum einzutreten, von dem aus die Stimme der Judcnhcit <tolz. nach außen ertönen sollte. Wir waren es. die sich In allen Landern, wo sich nur die geringste Möglichkeit für die Durchführung dieser Forderung bot, mit aller Krall eingesetzt haben Und Sic? Ihre Schüler und Anhänger bewarfen uns mit Steinen und Sie haben Ihren stillschweigenden Segen dazu gegeben. Die jüdische nationale Autonomie, die die von Ihnen geforderte Samralunrr und Kouzcnlricrung der zeisp!itt:rtcn Krältc «es jüdlsdicu Volkes In einer einheitlichen Gemeinde bringen soll, wurde von den Trägern der nationalen Bewegung und ausschließlich von ihnen allein durchgeführt'). Sic traten während Ihrer langen literarischen Tätigkeit für eine jüdische Vertretung in den verschiedenen Parlamenten, eine nach außen 5i 5"S l!"d nach ,nnc" fotgefüßte jüdische Vertretung ein. Als Jedoch die Zeit dazu geeignet schien und «Ich das russische Judentum während der glänzenden Zeit der Wahlen zu der russischen Nationalversammlung, die erste Möglichkeit bot «ut geeinten Kriftcn für seine nationale Existenz ein ""•teilen, iahen wir Sic nicht Iii unseren Reihen unter der J ahne der vereinigten Jüdischen Kräfte marschieren. Die klein» «un blc versammelte Qrujwc, die angeblich Ihre Lehren sich Meißen machte, fand keine passendere Beschäftigung, als »«1 Zug mit Kot zu bewerfen, der allein die Ideale der UAerw-äJtigcnden Mthiheit des russischen Judentums zur Konstituante führte. i.,r,,^reJiA?hJn<;?r ware0 .',*» dle «nit Hilfe von ukrainischen AuijLSndlsfhen Ihre iruisrlujen Ideale und Ihren kleinlichen I arteleuoltmua der Jüdische» Oclicnltlthkelt aufzuzwingen lucbtcn Die «ach dem einzigen kleinen landdien. In dem eine üdiseJic Autonomie bestand (IJtaucn), verschlagenen HütCr Ihrer Lehre bemühten ».ich, auch diesen, nach allen Regeln Ihrer Doktrin gemachten Versuch einer Regelung des jüdischen Lebens /.um Scheitern zu bringen. Sic hülltru sich Jedoch In Schweigen, und kein Wort des Tadels cnUauu IIiht reder. Unter dem Mohn Ihrer angeblichen Anhänger verbuchten wir das Grbäude des Judentums nach ilnu von lluirn entworfenen Plau zu errichten. Wir wahrten jedoch Ihre Line und schonten Ihre Person. I>!c gegen die Zerstörer der jüdischen Einheit, aus der Mitte Ihrer Schüler, geballte l'aw.t verschonte Sie. Wir knirschten mit den Zähnrn über die- .enigeu, die von jüdischer Einheit und von 11.1lion.1lrr Autonomie sprachen, wahruid ric nach den fremden Machthabers schielten und sich danach sehnten, mit tciiier Hille auf den •cbogciieii jüdischen Rücken herumzureiten. Wir hauen trotzlein unseren Respekt vor unseren Grollen nicht v<rlomi, wenn ihnen auch die l'.'ihigkeit vernäht blieb, zu unterscheiden, wer für die Einigung des Nischen Volkes und wer der Vernichtcr dieser Einigung ist Wir tahen in jedem großen Juden ein nationales Gut, das man auch Im l'arlcieifcr nicht geringschätzen darf. Ich weiß nicht, wie es kam, daß hei jedem Sturm, der sfdi gegen uns seitens der indischen Oelfciitlichkeit erhoben hat, sei es aus den Kreisen der russisch-Jüdischen Bourgeoisie, die elntn blutleeren und farblosen jüdischen Nal'oualüunus predigten, und faktisch der Assimilation Vorschub leisteten, sei es von den Unken, die die z/-rrütt« tc sich langsam vorwärts bewegende jüdische Karre dem dalilnsniiscnden Wageu der russischen Masscnrcvolution vorspannen wollten — immer fanden wir Sie auf ihrer Seite und unter ihrer Fahne maischkren. Wie konnten Sic die Hand, die über „idles und neuen Judentum" geschrieben hat, denen reichen, die das neue Judentum zu entwurzeln suchten, indem sie ihm seine Seele nahmen und von ihm nur einen hlut-, kraft- und miiskcllor.cn Körper zurückließen r" Aber auch damit habcu wir uns abgefunden. Wir (rösteten uns damit, daß die jüdische Öffentlichkeit ir Rußland und überall, wo ein tihemlii:c* Judentum um seine Existenz ringt, uns gefolgt Ist und nicht den Verfälschern Ihrer Theorie. Wir haben un.-.er Gesicht von Ihnen angewandt, um Sie nicht in Ihrer Verlegenheit zu sehen. Und nun der letzte Akt — die Unterschrift unter dem ProtestscJirciben. Sie haben sich hier verstrickt In eine der sehwierigsten jüdischen Fragen und schlugen sich nicht mit die Seite derer, die stolz die Fahne des von Ihnen gepredigten synthetischen Judentums aufrollen, sondern verschrieben sich denjenigen, die das Judentum in ein Prokrustusbett zwängen wollrii und von einem K I e i n j u d e 11111 m träumen. Meines Frachten* ist der vou der lüdisrh-parlamentarisrhen Gruppe im polnischen Sejm eingeschlagene Weg sehr gefährlich: es muH doch fcooderbar erscheinen, daß eine jüdische Vertretung zwei Sprachen als zugleich heilig, zugleich obligatorisch erklärt. Lieber stellen wir gar keine nationalen Forderungen auf, als daß wir, die Tragik des r.piachlo.sen Volkes uarh außen MoHstrUcn. Die jüdir.cli.parl.-inienlnrisrlie Gruppe jedoch, die sehr iuilli;rc und laue Rlculun^eu vrrtiill, entschied *idi für die zurzeit landläufige Auffa.s'<un?, daß wir beide Sprachen foidrru und von der pnlmVIieii Ivcj'H-ruu^ die Unterstützung beider Schultypen fordern Köllen. Sie sagten sich: der Sprachcnk.nimf ist eine fnucre Angelegenheit und geht niemanden oufle.rli.ilh des Judentums so. Waren nicht die Herren vom jüdischen Sejmklub hei Ihnen, Herr Wofcssor, in die Schule gewannen? Sind die.s nicht die Gedankengänge, die sie bei Ihnen gelernt haben? Sie baten also den Antragsteller, den Streit nicht vor einen nlchljüdischeu Forum austragen zu lassen. Da der Antragsteller dieser Aufforderung nicht Folge leisten wollte, sah sich die Mehrheit, die die überwältigende Masse des politischem Judeutunu-, vvrlrilt, zu der auch ganze (Schipper) und halbe (Grünbaum) liddlschlstr.n gehören, gezwungen, gt-gen diesen Antrag nur provozierende Absichten haben konnte. .1 D„«r> JDcr?',|e' bezieht sich lelbsh-erttändlich nur auf %| KöOUnd brw. die ruulschcn Sukzeulonutaatea. A-d. R. Die Stimmung derjenigen Kreise, «tic (ür unser Vf>lk eine neue nationale Sprache heilig sprechen wollen. t>.t uns vollkommen verständlich. Was bollten denn Nomberg und Genossen tun, tknen hiimtliclie Inhalte de* Judentums verloren gegangen sind und nur dieser Götze noch uhri;: geblichen Ist, au dem sidi sich in ihrer entsetzlichen Oede ergötzenI Das braucht uns auch uicht tcmdcrlicli zu kümmern: In dieser gef stlgcn Ocdc und Leere wird das neue Judentum, Jeden natio nalen Ideales bar, ohne Hoffnung auf eine stolze polltische und kulturelle Selbständigkeit -- von selbst verkümmern und sich selbst verzehren. Traurig ist jedoch, daß Sic. hochverehrter Meister, diesen Verbrechern am jüdischen Volke Ihre Hand reichen konnten, während diese sich anschicken, das letzte Gut dem jüdischen Volke zu entwenden, «s des letzten Restes Seiner alten Herrlichkeit zu berauben. Hochverehrter Mclsterl Für uns ist da* Urteil der Qe schichte In diesem, bereits eine Generation währenden Prozeß zwischen uns und den Jiddisclilstru von vornherein vollkommen klar. Die Renaissance der hebräischen Sprache nicht nur als Sprache unserer einheitlichen und einzigen Kultur, hondern aucli als Sprache des täglichen Lebens In Palästina und der Diaspora, ist auch nur als bloßes Ideal der einzige großartige Gedanke unserer Generation, der einzige Funke, den wir drin harten Felsen unsere» Lehens entrissen haben. Und keine Todesqualen einer sterbenden Kulturschlchf, die auf uns listen, können uns zum Verzicht auf unsere Hoffnung, zum Aufgeben uusens Ideals zwingen. Nicht wir haben das I euer entfacht, das alles zu verzehren droht. Iis Ist schon immer so, daß die von einer Fciicrshruust Uchrrraschteu ihr Unterscheidiingsvcrinögen in der Aufregung verlieren und nur wert loses Zeug retten, was ihnen zufällig unter die Finger kommt. Wer jcdocli noch genügend Geh lesgcgcnwart sich bewahrt und den Kopf nicht vollkommen verloren hat, stürzt tdch Ins Feuer, um das Kostbarste und Wertvollste zu retten, ohne darauf zu achten, daß «Sah« manches wertlose Stück, das so wie *e» ein Opfer der Flammen zu werden verurteilt ist, zugrunde geht. Aus dem hictorischen Erb«, das unsere Vorfahren uns hinterlassen haben wollen wir das F.wigc, das Dauernde in ein neues Leben hinülierretlen. Wir fürchten diesen Kampf nicht. Das in unsere Hände gclrgte Rad der Oeschiciitc wird alle Widerstände überwinden. Der Weg Ist lang uud viele Knüppel werdeu uni unter die Räder gelegt. Sumpfig ist der Weg, auf dem wir wandern, um einen neuen Tempel zu errichten. In dem wieder der Gott einziehet! soll, der utw vcxLmcu hat, und von dem wir verstörten wurden. Schwer bewegt sich unser Wagen auf diesem Wege und et» Ist nicht zu vermeiden, daU ab und zu die AbscJkstchcndtn vom Schmutz der Räder bespritzt werden. Wie schmerzlich Ist es uns, daß auch Sie darunter lind . . . Aber wir stehen nilltcu In einem harten Kampf und kein Kampfmittel darf von uns gescheut werden. Wir otuMcn und werden den Kampf bis zum 6iegrdchcn Ende nu(fechten. Wir haben vidc^i bei Ihnen gelernt, uud zollen Ihnen die gebührende Hochachtung und Ehrerbietung. Wie könnten wir ruhig zusehiji, da/1 auch Sie sich unter deu Opfern dieses Kampfes befinden? wenn Sie hchott nicht mit im« sind — seien Sie doch wenigsten» nicht mit unseren Oegnerui In aller Hochachtung „ . ZwJ Woyslawiky. Berlin, 12. Januar, Der Kcrcn Halcssod I» Frankreich Von I>r. Sylvaiu Ca Im, Paris. Schon in «inr.ii) früheren Aulsalz (J. R. 1074, Nr. 6J) sprach Ich von dem Unterschied der In Frankreidi in allen jüdlr-chcu Fragen <wisdirn luuerfraiizöelscbcr uml clsal).lothringischer Judcnhcit zu machen ist. Dahin Ist eine über alle politischen und üpraehtichm Verhältnisse, weit hitiausgrclfendc geschichtliche Begründung zu wichen. Stets nahmen die dichten jüdischen Gemeinden lllsaß-Lolh. ringeiiH Im OcsanilhiWJ der französischen Judcnhcit eine besondere Stellung der staatlichen Macht gegenüber ein. f><? aslcnaslschen Dorf- und Klelnstadtjudeu des Ostens, an Zahl den scWiisch« n Sephardian des Sfklotm weit überkam, n» traditioneller Hartnäckigkeit, rcllgloiisvölkihclicr Cie'.chhv,svn. heil sie weit hinter sieh lv.r.cnd wurden von der Zentral, re^'ierung mit größerem MilUraueti uud nur zögimd iu d«; Volksgemeinschaft auljrnorumcu. Bis über die große Revo. Iiitjon. bis über Napwlcon hinaus beeinflußte diese Scheidung) in Juden au* den Ostuud Juden ain deu Südproviozm» die Gesetzgebung. Ais <Liun das Jahr 1818 restlose Gleich. Stellung auch den Juden Ostfrankrcichr. bracht«, blieben die lieferen Giünde, die eine solche Differenzierung berwr. gerufen halten, bestehen, sie blieben es bi& auf den heutigeu lag. Die clsaß-lothringischen Juden bilden den Großteil der französischen Judcnhcit. Sic sind der fruchtbare rVxien, in. dem die Wurzeln der glänzenden Jüdischen Gesellschaft der französischen Hauptstadt \ou beute wuchsen. Immer \xxl\ zieht aus ihnen die starke jüdische Schicht de» intellektuellen und kommerziellen Frankreich unablässig neue, Q.mz fnscli<; Kralle Aber die Kralle, die, einmal Ins Innere d« Landes getragen, sich verzweigen und sich zcrsplill'rn, an /usamniiM. halt und Selbstbewußtsein ihr Ikstes einbüßen, bleiben iim Llsall geschlossen uud ihrer Tradition, ihrer Solidarität un4 Eigenart sicher. Datum stand die zionistische Arbeit im Innern und im,' G.stcu vor zwei ganz verschiedenen Problemen, Probleme, die durch die iu mehreren Städten zahlreidi fielt ansammelnden polnischen, russischen, rumänischen Juden no.h mehr kwu, püzicrt wurden. Darum bil<lrtcn sich für alle zionistische, Tätigkeit j:anz. r.elbstvTrslÖJidlich zwei Zentren heraus, die, heM»nders In d?.n ersten Jahren, völlig getzeunt arl">ei:cten: Paris uud Straßburg. Auch die Kern llaje»so<|.Propa^ai!d.ii entzog sich 'len Konsequenzen dieser allgemeinen Lage n'.cht; und auch ihre l.rfolgc oder Mißerlolpr fbiden, von f'iovinz zu Provluz, im eben Goigtr.o ihre hinreichende trk'.äniiig. In Paris entstand aus dem zioaistisehen l'ropagaiu!a;>i!rj des verstorbenen Braunstein rasch ein Sekretariat du Keren Hajessod, dar* bald versuchte, seine Aktion über Pari« hinaus In die Provinz zu tragen. Zunächst in Lyon, dann auch In üordcaux und clnLzrii weniger wkhti'cn Sl.idirn wurden durch Dr. Bucluull Akti.iusvciiiiclie 1111tcriKi1i11n.11, Der Lrfoig war sehr schwach. Nicht \tri clü.kücher war der Kcrcn Hajcssenl in Paris selbst, auch nicht, als nach Braun, stein* Tod WZi die Leitung des Burcu an Jacques Calmy Überging. Die t'iugAngwuidcii fast g.'iuzlich wieder ii% Vcrwaltuiigskxwtcn aufgebraucht, so daß zuletzt, vor ganz kurzer Zeit, zu einer Suspcndicru-tg des Ituros und einer durchgreifenden Reorganisation des französischen Kcrcn llajessixl gcschriltim wuide Diese Iccorg.iuisalion, diese Neiilwlcbung wurde eingeleitet durch das ilaukclt, das am |ü. Dezember zu Lhreu Dr. Wc I z tu a 11 n s in Paris unter dem Vorsitz Loon Blums, des Chefs der frarizöjischwi sozialiMiscJien Partei vtaüliiwt Dr. Weizrnami hiejt eine Rede, die aller künftigen AkU™* j als Richtschnur dienen s.JIte, und die (atsäehlidi, bei «km 1 Verhältnis der fr.uizösi'M heu Juden zur jüdischen Idee, vv j wie dieses Verhältnis hier schon einige Male clnral.t« rislezt ) uY)rdrn Ist, von sehr großem Ciaiflufl auf die kommenden: I'rgcbnKse win kann. V> war eine krälti.Tc Absage an allen Wohltätigkeit*- und Uanuherzl^kcilszioiisnius, an drn bekannten, In Frankreich fast ausschließlich bekannten Rathnones-Zioiiisnius. Wer gibt, ohne von der national-kulturellen Nutzlosigkeit und Notwendigkeit sclier Habe übcizeugt ,u »ein, wer nicht gibt aus einer höheren Impulsion, der m.-.; t sein Geld lnhaltciL Lln Gedanke, der von einem andnten! Redner aufgegriffen w-urde, Herrn Ascher, ab er s.-.-« „Masel-Geld", sprach, da^, um Gutes zu wirken, im ffutea Sinne und gern gegeben werden rnösae. Ob dU'i.c Ideen, üt Aktionen umgesetzt, in Frankreich auf fruchlbareu iV.nlcu fatli-n werden, bleibt abzuwaitrr. Nicht alle französischen Jude.i sind einem solchen Z'oiu,- ' mus so zugänglich wie der edle Leon Blum, der, u'jwi.M er durch clen Sics' des Linksblocks des Ministerpräsidenten llcrrlot unertißliche Stütze und wzusj.gen zweites Kccie- . rungshaupt geworden ist, seinen jüdischen Llfcr in nichts hat erkalten lassen. Und wenn auch am Ausgang des Uankcbs gleich au sllc 100 (WO t*r..j>kcn gezeichnet wurden, ^o erölfiu-t {.ich <lic zweite Akliotispcriode des Kcrcu II:.'«- vi im Innern Frankreichs doch In einer filhlh.ircn Ungcwißlieit. ' Welt befriedigender entwickelte sich die Arbeit In nUafl ,* und lx>thrüigcu. Von Straßburg aus wurde die Propaganda? systematisch und wirksam bis iu die ferneren Verweisungen der jüdischen Bevölkerung getragen. Au vielen Orten wurde . eine auf rcligösc oder politische Oifli 'Jc sich btützcndc; OppposlUon Uut; sie konnte das stetige Wachsen sicr?<st wegung nicht aufhalten. [ Lndc 1921 Anfang 1022 gründete Dr. Hans Kohu muh lx;ndon das Straßburger Ihiro. Pi.Lshleut waren uacheiniii h r { C a 1 e b, Dr. Robert L c v y, Dr. S c b r a m c c k, der gegen-; wvirtlg amtiert Tatkräftige Kommissionen und Mitarbeiter l fanden sich nach uml nach In allen Städten und SiidtlcK sogar unter den Niclitzlonisten, wie jener Siraßburgcr OwG-. InduslrlcUc Herr Anntnd Alcxaudcr, der sein Prestige t und 6chi Haus zu Zlrkclvei-sanimluiigcn, sich selbst zu Vorj trJgeu zur Verfügung stellte. | Die Arlwllsmclhodc des Kcrcn Hajcss«vJ in Llsaß ued, Lothringm folgt einem erprobten Plan: vorbereitende Aktion[ durs'.h Voflrfyjc Iii zunSchst engeren, dann weiteiiin und weitestem Kreis; Aui.bculuu,7 des gewonnenen L'lnfkisscs ti'| Individuellen Ucsuchcn. Zu den großen Vorträgen rult um sr> weit es geht, klingende Namen, elndruckssicbcrc RcdneJ i Dr. Haas Koün sprach In Straßhurg, Hsgcnau, Kolmar; Fe/-' u*ikI Corcoj, Adwikat In Paris, prominentes Mitglied d«. berühmten Liga für Menscli«mrechle, Autor des Reisebuchf1'« „Isrnül 6ur la terte blbllquc", kam wieder und wieder nachf Straßburg, Mflhlhauscu, Metz; seine L'rfolgc reichen ai*: Maximum des durch reducrische Mittel Elrlangbarcn. 1 Der Siraßburgcr Kcrca Hajessod empfängt nur Jahresj Zeichnungen von mindestens 300 Franken, ein Minimum, rUts,