Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1925)
- Date
- 1925-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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F r-> -9JAM. 2b 1 'JI I \ V / V (i v— mjam Xtntetnummcr OJO Qoldmartt Rtdiklion nad Vtrltf W15, MiintkeiuxB« 10. Ertchdot jtdtn DltniUc ood Fr«ltts> BeiutftprtU bei der ExptdJUoa monatlich Utf Goldourk, Vlart«I|«hrHch &2S Goldmuk. AttUidwbouwuitt »Hn im WUmf «ki<lm UW« fcw«t»-i«t Nummor 2 Berlin, 6. L 1925 Anzcigcn-V©rwaltunj|i Jfidliclia Rundschau O. a.b. K, Berlin W13, Mthukt- ■trau« 10. - Tclcphqoi Amt Bismarck 7165—70 A»«(i;«»Ft»Ui ll««p«ltNotp»r«m«ita»0,>30..1dm«A. 8<*0m* ftmh« 0,1 J 0*l4*»tk. fit k«brllick«Au»l|Mt00HAi7MM>l. Au*<f*Mck]«li Dl«i«U| «ad Frtttt| «takaliUI 4Uk». Telephon! Bismarck 7165—70. Poitieh«ekkontoi Berlin Nr. 17392. föi?"tt7.*.W" p"'«f •'!■»•••»»«<yi«, Ko.1. Kr. IM0)0 / FSrTKh.tlioilimik* rt«ti;trkuiMurf f,^ K00to Nr. ««10 / Fdr foUti Fottipukuitsuat Wtwck»« H». 190708, - RtdtkUoBiichluO Sonntag und Mittwoch nachmittag. - DTHn «TOP | XXX. Jahrg. Pt Ilonlsmus «r»tr«bt fOf dss JOdfrtNsj VolN dl« lsh«tluiip ttln«r offnUlth . rsuhllUh «jsMUlmrf w tUUwssHW« |n pB|HS||na, „Osmclar Programm." Zum Wahlkampf in Preußen ücr Delegierten!*!; *" Wiesbaden sowie-- das Ausfallen mehrerer Nummern Infolge der thrilllichen Feiertage hat /ur Folge gehabt, daß wir uns mit der Flut von gegnerischen Artikeln Im Wahlkampf mm Preußischen Undeiverband jüdischer Ocmclnden nicht auseinandersetzen konnten. Es ist wahrhaftig auch für uns Zionisten schwer, in dieser Beziehung mit unseren Gegnern Schritt zu halten, und wir haben nicht den Ehrgeiz, mit Ähnlichen Waffen ru kämpfen, wie es z, B. der Ccnlral-Vercln tut. Wir haben unsere positive jüdische Arbeit, die keinen Ta,j aussetzen darf, unsere Augen sind auf ein großej Werk gerichtet, dessen DurchfCthnmg silc Konzentration einer angestrengten Arbeit bedarf, den ganzen Enthusiasmus und auch die Schmerzen des Schöpfer* rums mit sich bringt; für dieses Werk arbeiten wir, um seinetwillen rufen wir auch die deutschen Juden an, aber es widerstrebt uns, in die Tiefen eines Wahlkampfcs herunterzusteigen, in dem nach dem schlechten Beispiel der europäischen Völker, dem wir Juden uns leider so schnell assimilieren, mit den Mitteln der Entstellung, und. der nuf die Unkenntnis des Wühlers spekulierenden Stimmungsmache gekämpft wird. Wir könnten ata den letzten Nummern der Central-Verems-Zelhing und anderer verwandter Organe eine schöne Blutenlese zusammenstellen, um zu zeigen, wie es gemacht wird. Wir ersparen um heule dieses höchst zweifelhafte Vergnügen. Wir begnügen uns damit, diesmal zu der zentralen Frage, die von unseren Gegnern immer wieder vorgeschoben wird, ein prinzipielles Wort zu sagen. Das Ziel des Zionismus Ist, wie Jedermann weiß, die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk In Palästina. Die ZkmUten sind davon überzeugt, daß nur durch diese Tat der Judenfrage, die heute die ganze Welt beunruhigt, ein Ende gemacht werden kann. Oanz abgesehen davon, daß dadurch die Judenwanderung; ein natürliches Zentrum bekommt, wo Juden nicht nur eine Zufluchtsstätte, sondern eine Stätte produktiver Arbeit und großer, von der ganzen Welt beachteter kultureller Leistung fwben, — wird auch die Lage der übrigen Juden In der ganzen Welt tatsächlich und moralisch dadurch erleichtert. Die krankhafte Ocspensterfurcht der nichtjüdischen Völker, die die letzte Wurzel des Antisemitismus i«t, wird verschwinden, wenn Ihr ihr Objekt genommen kt, dadurch, daß der Jude nicht mehr ein Ocspenst Ist, sondern die reale Wirklichkeit «eine» Volkslebens sich dem Blicke ebenso darbietet, wie das Leben aller anderen Völker. Ololchzcitlg werden die Juden der Ranzen Welt, die heute in Bezug auf ihr Judentum um ein imaginäres Zentrum kreisen, einen Mittelpunkt haben, wo sich jüdisches Leben ungehemmt und frei entwickelt und durch die zahlreichen geistigen und menschlichen Beziehungen zwischen diesem Punkt und den jüdischen Gemeinschaften aller Länder werden diese in Ihrem Judentum gestärkt werden; nicht nur in Ihrem Stolz und in ihrer Würde, sondern auch in ihren tatsächlichen Kenntnissen des Judentums, in einer ungeahnten Verlebendigung der jüdischen Vergangenheit und der jüdischen Kulturschätze, in ehern wahrhaften Zusammenhang mit den verstreuten Brüdern und In der Hoffnung auf eine großo Zukunft. Wir sind überzeugt, daß viele Juden, die Im Judentum lediglich eine Religion sehen, oder die gewisse Bindungen der Pietät oder Philanthropie oder des SolidaiHätsgcfühls beim Judentum festhalten, durch diese Entwicklung in ihrer jüdischen und moralischen Persönlichkeit sich gestärkt fühkn werden. Wir bemerken heute schon, daß die Einsicht bei einer großen Zahl von unvoreingenommenen nichtnationalen Juden wächst. Sie wird Immer stärker werden, Je mehr das Werk selbst sich verwirklicht. Was aber steht auf der anderen Seite? Die Versicherung, die jüdische Religion in Ehren zu halten. Im wirklichen Leben geht man auf der Linie des geringsten Widerstandes und streif» nach und nach alle Ucttandtclle dieser Religion, die Im praktischen Leben hindernd aeln könnten, ab. Man bemüht alch, zu beweisen, daß der Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden eigentlich garnlcht vorhanden ist. Man erntet mit diesen Beteuerungen teils neue Qegnerschaft, teils verdiente Geringschätzung. Die auf reinem Opportunismus aufgebaute Art der Bekämpfung des Antisemitismus durch Beteuerung des Patriotismus mag vielleicht hie und da Augenblkkserfolge erzielen, auf lange Sicht muß sie zu völligem Mißlingen verurteilt sein. Hand in Hand damit aber geht eine ständige Verminderung des Judentums, das sich schließlich mir so weit hervorwagt, als es die Stimmung der Nichtjuden zu erlauben scheint. Es ist eine historische TtUiche, daß der größte Teil de» rar Emanitpatknutett in Preußen ansässigen Judentums heute bereits verschwunden ist. Dies ht das natürliche Resultat einer nur auf Assimilation gerichteten Tendenz, Diese beiden Strömungen stehen einander gegenüber. Alles andere sind Fragen untergeordneter Natur und nur Mittel zum Zweck. Von diesem Ocslchtspuhkt aus können wir auch die Frage beantworten, wie wir uns das Leben der Juden etwa in Deutschland vorstellen. Das kindische Spiel, du der Centrai-Verein gegenwärtig mit dem Wort „Volksgemelnde" treibt, kann uns nicht veranlassen, ihm In die Sphäre der Wortklauberei zu folgen. Entscheidend Ist nicht die Benennung, sondern die Frage nach dem Wesen der jüdischen Oemeinde überhaupt. In der Jüdischen Oemeinde sehen wirdl Zusammen faasung der In einem bestimmten Orte lebenden Juden, die allerdings nicht nur nach unseitr Auffassung, sondern schon nach objektiver Beurteilung der heutigen Praxis, nicht lediglich religiöse Kompetenzen hat. Oerade.die. Führung der religiösen Angelegenheiten wird Infolge der Differenzierung der religiöses Ueberxcuguiigcfl Immer mehr erschwert und bringt sogar die Oefahr der Vergewaltigung einer Oruppe durch eine andere in Owlsscns-Sadien mit sich. Wir können hier nicht darauf eingehen, Im einzelnen die Jüdischen Interessengebiete zu umschreiben. Aber wir können einen allgemeinen Orundsatz aufstellen: was immer eine Gemeinde als jüdisches Bedürfnis empfindet, gehört zu ihrem Aufgabcnkrels, den sie autonom zu verwalten hat , In diesem Sinne und. In keinem andern haben wir von einer Jüdischen Volksgcmelnde, die natürlich demokratisch organisiert sein muß, gesprochen, in diesem und keinem andern Sinne von Autonomie. Daß dafür nicht der Terminus „Nationale Autonomie" anwendbar ist, der in die politische Literatur besonders durch die auf Lösung des Minoritätsproblems in Oesterreich gerichteten Schriften Karl Renners eingeführt wurde, Ist auch für Mindcrgcbildete unmittelbar einleuchtend. Allerdings glauben wir, daß, wo immer jüdische Gemeinden das Bedürfnis und die objektiven Voraussetzungen für gegeben erachten, mich Politik In den Aufgabcnkrels der jüdischen Gemeinschaft eines Staates eln'zubczlchen, dies auch In der besten und würdigsten Form geschehen solle. Dies gilt heute für die meisten Länder Osteuropas.' Wenn z. B. durch die Entziehung wirtschaftlicher Konzessionen, um einen Fall aus jüngster Zeit zu nennen, tausende jüdischer Existenzen In Polen vernichtet werden, so ist hier ein schlagendes Beispiel für eine Angelegenheit von eminent jüdischem Interesse, die zweifellos in den Aufgabcnkrels einer demokratisch organisierten Landesjudenschaft fallen würde. Wir glauben, daß jüdische Politik nur In dieser Form einer Sclbstvcrtrehing der eigenen Interessen wirklich' würdig geführt werden kann. In Deutschland alltrd'n^s liegen, wie wir Immer wieder betont haben, die objektiven Voraussetzungen für eine solche Politik nicht vor. Darum haben wir auch niemals gefordert, daß In Deutschland etwa ein jüdischer Wahlkataster oder ähnliche Institutionen „nationaler Autonomie", die In den Jahren nach dem Kriege allgemein als geeignete Lösung des Mlnoritätcnprohlcms gemischter Staaten anerkannt worden sind, angestrebt werden sollte. Wir verwahren uns dagegen, daß unsere Oegner uns Forderungen unterschieben, die wir nicht vertreten. Wir woMcn zwar, daß die jüdische Oemeinde, die heute Inmitten allgemeinei Apathie hinvcgellcrt, wieder xu einem lebendigen Organismus und zu einem Brennpunkt jüdischen Interesses wird; wir wissen auch, daß Jüdisches Interesse heute nicht mehr durch abgestandene. Phrasen und durch Beschwichtigungsmethoden zu erwecken Ist, wir haben aber niemals gefordert, daß die Oemeinde zu einer Zelle einer nationalen Autonomie für die Juden In Deutschland werden soll. Wir betrachten es als illoyal, wenn diese unsere Erklärung stets mit der Bemerkung abgetan wird, wir seien bestrebt, etwas zu vertuschen, was zwischen den Zellen un< seres Programms steht. Wir fragen uns 'verwundert, wem unsere Oegner eigentlich durch einen derartig geführten Wahlkampf nützen wollen. Es würde wnhrlmfllg armselig im deutschen Judentum aussehen, wenn dies alles wäre, was wir uns zu saf-cn haben, statt positive Arbelt xu leisten, um den schrecklichen Verfall des deutschen Judentums aufzuhalten. Wir vermissen bisher In allen Kundgebungen unserer Oegner das konstruktive Programm. Uns Zionisten Ist diese Kampfeswelse schon darum fremd, well alle unsere Kräfte von einem positiven Werk In Anspruch genommen sind. Wir erwarten, daß die deutschen Juden, an die wir appellieren, gleichfalls posl. tive Arbeit für die Ehre des Judentums höher stellen werden, als kleinliche Nörgelei und Abwehrversuche einer jüdischen Schicht, die nur um ihre heutigen Machtpositionen kämpft. Board o! Drputies und Jewlsh Agency London {].T.A.) Am 21. Dezember hielt der Board of Demitics (Dcputlertcnrat der englischen Juden) eine außerordentliche Silnmg ab, um die Verfassung des Rats (Board) einer Revision zu unterziehen. Es wurde beschlossen, In das Statut eine Ktnu&cl des Inhaltes aufzunehmen, daß der „Board" die größten Anstrengungen machen wird, um die Regierung bei der Ausübung des Britischen Mandat« In Palästina zu unterstützen und, wenn es angeht, «ich zu diesem Zwecke mit einer anderen Jüdischen Körperschaft oder Jüdischen Körperschaften verbinden würde. Mr. N. Lazarus, der diesen Zusatz vorschlug, führte aus, der Zweck bestehe darin, daß der Dcputlertcnrat bei der Jewish Agency vertreten sein könne. Nach den gegenwärtigen konstitutionellen Statuten sei der Board nicht imstande, ebe Einladung der Jewlsh Agency anzunehmen, Mr. Philipp Ouedatla unterstützte Mr. Lazarus. Major Isidor Salmon, Mitglied des Unterhauses, sagte, eine Resolution genüge, man könne die Verfnssunghmkrung entbehren, ColonelWaley-Cohen brachte ein Amendement elnj wonach „der Board sich zum Zwecke der Durchführung des Britischen Mandats für Palästina mit Jeder anderen jüdischen Körperschaft verbinden solle." Der Antrag Walcy-Cohen wurde mit Zw«ldrite?l> majorität angenommen' und wird der Verfassung des Board of Deputles eingefügt, Colonel F. H. Klsch, Mitglied der palästinensischen rJonistisciu-r?*ekutlve, ist am 27/ Dezember In New York eingetroffen. Nach dem Delegiertentag Der Wiesbadener Dclcglcrtcntng, nuf den wir mm zurückblicken, war ausgezeichnet durch einen äußeren Olanz, wie er noch selten einem deutschen Delegiertentag — und wir können wohl sagen überhaupt dem Partei« tag eines Landesverbandes — bcschicdcn war. In der großen Eröffnungssitzung, die In dem überfüllten Prunk« «aal des Kurhauses vor mehr als zweitausend Güsten abgehalten wurde, drängte sich Jedem der Vergleich mit einem Kongreß auf, und ohne Ucbcrhcbung können wir wohl sagen, daß nicht nur der äußere Rahmen, sondern die Würde und der Inhalt der Verhandlungen den Vergleich rechtfertigte. Mit Recht hat auch die große Presse Deutschlands, die über den Dcleglertcntag berichtete, darauf hingewiesen, daß dieses ungewöhnliche und eindrucksvolle Ereignis ein Beweis für die Kraft und den Aufstieg der zionistischen Bewegung Ist. Auch für uns) Ist eine solche Tagung, die uns in so deutlicher Weise die Im Zionismus vorhandenen und stetig wachsenden Energien zum Bewußtsein kommen läßt, eine Quelles neuer Kraft und neuen Anspornes Im Dienste für unsere mächtige, erlösende Idee. Wenn wir hier des äußeren Eindrucks Erwähnung tun, so Ist es nur, um unserer Rcfcrcntenpflicht zu gc« nügen. Denn wir wissen wohl, daß es dem Wesen unserer Bewegung widerspräche, sich Im Glänze eines — noch) so etilen — Schauspiels ru sonnen. Und mit Genug-« tuung stellen wir fest, daß auch der XX. Dclegicrtentag sich nicht verführen ließ, In eine Stimmung der Schwär«, mcrcl oder gesättigter Sclbstsichcrhcit zu verfallen. Dl war vielmehr ausgefüllt von Unruhe und Arbeitseifer und von der großen zionistischen Unzufriedenheit, die stets das Ocmüt befällt, wenn man sich der Spannung zwischen Aufgabe und Wirklichkeit, wenn man sich des weiten] noch zu durchmessenden Weges bewußt wird, Wohl selten stand noch auf einem Dclcglertentag den Bcauf« fragten des deutschen Zionismus so klar und fordernd vor Augen, welche Schwierigkeiten noch zu tib?rwindcn sind, welche Fülle von Arbeit ru bewältigen Ist, wclclio Anstrengung und vor allem welcher nie f rlahmcridc WIHj dazu gehört, auch nur einen Teil dessen auszuführen, was die Ocschichte der heutigen Jüdischen Oencration als heilige Sendung übertragen hat Wir Zionisten wissen, daß noch nicht alle Juden unserer Zeit die Aufgab« begriffen haben, wir deutschen Zionisten fühlen dies In der eisigen Atmosphäre des erstarrten und lebcns« schwachen deutschen Judentums besonders schwer. Aber wir begreifen auch, daß dadurch unsere Aufgabe sich nicht verkleinert, sondern vergrößert, da wir attsl freien Stücken die Last des ganzen Volkes tragen, bis dieses Volk zur Besinnung kommt; und wir schöpfen Ermutigung aus der Tatsache, daß, seit der erste zionistische Ruf in der Wüste erscholl, in wachsendem Maße jüdische Mcnsclicn hörend wurden. Die Schwierigkeit und die Größe des von unserer Generation zu schaffenden Werkes, aber auch der beispiellose Lohn, der diesen Mühen winkt, wurde auf diesem Dclcgiertentag mit seltener Eindringlichkeit und Leidenschaft vor unser Inneres Auge gestellt durch den ersten Mann der zio nlstischcn Bewegung, durch Chajim Wcizmann. Zum ersten Mal hat Wcizmann an einer Tagung der deutschen Zionisten teilgenommen. Ein großer Teil der deutschen Zionisten halte nun ersten Mal Gelegenheit, den Führer der Bewegung kennen zu lernen und zu hören. Seine Mitwirkung hat den Delcgicrtcntag zu einem zionistischen Ereignis ersten Ranges und mehr als lokaler Bedeutung emporgehoben. In unserer demokratischen Bewegung Interpretiert man manchmal den Bcßrilf der Demokratie so engherzig, daß man aus lauter Sorge, des undcmokratlschcn Byzantinismus oder de» unsachlichen Personenkultes geziehen zu werden, sich scheut, die Person des Führers mit ganzem Herzen zu würdigen. Dies jedoch ist eher ein Zeichen innerer Unfreiheit, denn die wahre Freiheit demokratischen Empfindens xeiRt sich darin, daß persönliche Größe und Führerqualität rückhaltlos gewürdigt wird, ohne daß darum das Bewußtsein der Würde und des Kritikrechtes jedes Einzelnen In der Bewegung beeinträchtigt würde. Die faszinierende Macht und der gewinnende Charme der Persönlichkeit Wcizmanns, seine ruhige Zurückhaltung und wahrliaft staatsmännlsche Würde, haben auf die deutschen Zionisten einen überwältigenden Eindruck gemacht. Wcizmann hat mit voller. Offenheit zum Delcgicrtcntag gesprochen, er hat die deutschen Zionisten ins Vertrauen gezogen und ihnen brüderlich von den Sorgen gesprochen, mit denen die Leitung zu kämpfen hat, er hat Informationen gegeben über die polltische Konstellation, die zum großen Teil von uns völlig unabhängig ist, aber doch zionistische Interessen berührt, seitdem der Zionismus In die Wcltpolitik eingetreten Ist; er hat von den nächsten Aufgaben , des wlrtschaltllchen Aufbaus Im Lande gesprochen, von den .ungeheuren Perspektiven, die »Ich ergeben, und an denen: »• d