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Der junge Jude · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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det. In ihren Statuten wird von Kampf gegen jede Form von nationalem oder religiösem Haß gesprochen. Gesellschaftliches Leben im jüdischen Jischuw. D-er Kampf um die Demokratisierung des s t ä d t i - sehen Wahlrechts. Der Kampf um die Demokratisierung des städtischen Wahlrechts wird von Tag zu Tag schwerer. Im Stadtrat Tel-Aviv hat die bürgerliche Mehrheit (allgemeine Zionistem und Misrachi), die durch ein reaktionäres Wahlrecht Gesetz 1928 geschaffen wurde, einen Geld-Zensus durchgesetzt. Dasselbe ist den reaktionären Kreisen der größten jüdischen Kolonie Petach-Tikwah mit Hilfe der Regierung gelungen. Die Regierungsverordnung, die die Wahlen um 3 Jahre verschiebt, wird als ein schwerer Schlag gegen die jüdische Siedlung, und insbesondere gegen die Arbeiterschaft empfunden. In den meisten Städten (besonders in Jerusalem) herrschen feudale und reaktionäre arabische Cliquen. Die Mehrheit der jüdischen Arbeiter und der arabischen arbeitenden Bevölkerung ist durch das Wahlgesetz von einer Beteiligung an den Wahlen ausgeschlossen. Arbeitskonflikte. In der letzten Zelt ist es zu einer Reihe von Arbeitskonflikten in Stadt und Land gekommen. Der bedeutendste von ihnen — der Drukkerstreik in Haifa — ist mit vollem Erfolg für die Arbeiter beendet worden. Die Lohnsätze an der Stadt sind im allgemeinen im Steigen begriffen. Die „Histadruth" bemüht sich nicht ohne Erfolg, den Arbeitsmarkt zu beherrschen und zu regulieren. Gewisse Schwierigkeiten, die durch die Tätigkeit des „Hapoel Hamisrachi" entstanden sind, sind zu überwinden. In Petach-Tikwah zum Beispiel hat der „Hapoel Hamisraehi dem allgemeinen Arbeitsnachweis dadurch Konkurrenz zu machen versucht, daß er die Lohnforderungen gesenkt ihat. K i b u z - B e w e g u n g. Die neue Einwanderung hat die Kibuzbewegung stark erweitert. Die wirtschaftliche Entwicklung der Wirtschaften hat ihrerseits der Bewegung viel Kraft und Willen zur Ausdehnung verliehen. Der „Kibuz Hameuehad" zählt heute ca 1600 Genossen in 15 Wirtschaften und Zweiiggruppen. Große Aufmerksamkeit schenkt der Kibuz seinen städtischen Zweiggruppen, (Jerusalem und Haifa), die in der städtischen Ansiedlung der Arbeiterschaft kulturell und wirtschaftlich eine Pionieraufgabe zu erfüllen haben. Die Zeitschrift des Kibuz „Mibifnim" beginnt im Druck zu erscheinen. Der „Kibuz Arzi" des Haschomer Hazair zählt heute ca 900 Genossen. Sprechende Zahlen. Ein- und A s w a n d e r u n g. Die vor kurzem von der palästinensischen Regierung veröffentlichte Einwanderungsstatistik zeigt, daß die jüdische Einwanderung auch eine gleichzeitige Einwanderunig von anderen Elementen ermöglicht, und daß umgekehrt eine jüdische Auswanderung eine Verschlechterung der Gesamtlage des Landes und eine arabische Auswanderung verursacht. So zum Beispiel war im Jahre 1927 (Krisenjahr) der Ueberschuß der jüdischen Auswanderung über die Einwanderung 2358, die nicht jüdische Bevölkerung Palästinas hatte in diesem Ja.hre einen Auswanderungsüberschuß von 1086. Im Jahre 1928 war der Ueberschuß der jüdischen Einwanderung 10, die Nichtjuden zeiigten in diesem Jahr einen Auswanderungsüberschuß von 76, also ebenfalls sichtbare Verbesserung der Lage gegen das Jahr 1927. Im Jahre 1929 hatten die Juden einen Einwanderungsüberschuß von 3493, die Nichtjudem einen Einwand erungsüberschuß von 228. Steuern. Der Leiter der Anglo-Palestine- Company, Herr Hoofian, legte der Untersuchungskommission eine Reihe von wichtigen Ziffern vor, die die ökonomische Entwicklung des Landes und den jüdischen Anteil an dieser Entwicklung beleuchten. 76

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