Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 4-5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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können Sie öffentlich über Palästina sprechen, das wird unserer Arbeit schaden. Lernen Sie von mir, wie man in der Stille arbeitet.4* „Sie haben vollkommen recht," erwiderte ich, „ich rüehme Ihren Vorschlag an, in Ihrem Sinne auf Herzl zu wirken. Aber eine Bedingung stelle ich, daß Sie uns Ihr Scheckbuch übergeben! Wenn Sie Kolonien gründen wollen, dann unterschreiben Sie einen Scheck. Wenn w i r etwas dieser Art tun wollen, dann haben wir nur einen Weg, nämlich mit den Juden zu schreien." Auch ich habe leider keinen anderen Ausweg «als hier mit Ihnen über diese Dinge zu sprechen. Wir haben uns ein Minimal* Programm für die nächsten zwei Jahre festgesetzt. Um dieses Minimalprogramm durchzuführen, ist für die nächsten zwei Jahre ein Nettobetrag von einer Million Pfund erforderlich. Das ist eine Einnahme, welche mehr als dreimal so groß ist als die bisherige. Meine Kollegen urid guten Freunde im Keren Kajemeth haben mir gesagt, daß ich zu wenig fordere. Darauf antwortete ich Ihnen: Wenn ich das bekomme, so verspreche ich Euch, mehr zu fordern. Die Summe von einer Million Pfund kann meiner Ueberzeugung nach aufgebracht werden, wenn die zionistische Welt die gehörige Anstrengung macht. Von dieser Summe müssen in erster Linie unsere Verpflichtungen der letzten zwei Jahre bezahlt werden, ferner unsere Ameliorisierungsarbeiten und die Assanierung in der Ebene Saron und der Haifa-Bay beendigt werden. Dann jedoch müssen neue Käufe geschehen. Der erste Teil der neuen Käufe muß in Emek Israel erfolgen,, wo wir in den letzten acht Jahren unsere Siedelungen angelegt haben. Zur Konsolidierung dieser neuen Siedelungen braucht man nicht nur Inventar, sondern auch Boden. Um diese Siedelungen, die schon bestehen, zu entwickeln und zur Gesundung zu bringen, müssen an verschiedenen Orten Bodenparzellen gekauft werden. Mail könnte dieses Problem vielleicht auch in einer anderen Form entscheiden, gegen welche jedoch mein und meiner Kollegen Gewissen ganz entschieden spricht, nämlich in der Form, daß die Zahl der Siedler in den Kolonien verkleinert wird. Diese Form aber können wir nicht akzeptieren, denn der Jude, welcher ins Land gekommen ist, muß mit Boden versorgt werden und darf die Kolonie nicht verlassen. So ist denn der Zukauf von Boden eine wichtige Frage der Konsolidierung. Der zweite Punkt des Bodenkauf Programms: Es ist die Sorge um die alten und die neu gegründeten Kolonien in der Ebene Saron von Haifa bis Gaza, wo sich die Pflanzungskolonien in großem Maßstabe entwickeln. Dort muß in dieser oder jener Form die Arbeiterschaft mit Boden versorgt werden. Unter Arbeiterschaft verstehe ich nicht diese oder jene Gruppe. Für den Keren Kajemeth und den Kongreß ist es gleichgültig, welche Anschauungen diese Arbeiterschaft hat. Wer arbeitet III