Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3497353-3497361-3497365--360-3497900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

säumt wurde und daß diese geduldige tmd schwierige Aufklärung eine Vorbedingung ist für das friedliche Zusammenleben und Zusammenarbeiten der beiden Völker. Die Arbeiterschaft ist gewillt, sich trotz der Schwierigkeit der Aufgabe in den Dienst dieser Arbeit zu stellen und diese Aufklärung nicht weiterhin dem Mufti und der Jewsektia zu überlassen. Nur eine allmähliche wirtschaftliche Gleichstellung des arabischen Lebensstandard mit dem unseres Arbeiters wird diejenige soziale Differenzierung in das noch im Zustand des Feudalismus lebende Land und in die arabische Masse bringen, die sowohl eine gemeinsame Organisierung, als auch eine inner-arabische Ökonomie sehe ernste Auseinandersetzung ermöglichen wird. Die Arbeiterorganisation wird in diesem Prozeß, soweit es ihr möglich ist, helfend einwirken. Auch für die Aufklärung und Beeinflussung der englischen und allgemeinen öffentlichen Meinung hat die Arbeiterorganisation wichtige Sehritte unternommen. Sie hat durch das politische Büro der Poale Zion in London ein Memorandum über die Ereignisse an Jen englischen Gewerkschaftskongreß in Belfast gerichtet, der in seinen Beschlüssen diejenige englische Haltung wiederhergestellt hat, die wir von der englischen Administration zu erwarten berechtigt sind. Sie hat ferner im Anschluß an ihre Tageszeitung eine englische zusammenfassende Wochenausgabe geschaffen, die die Tatsachen in ihrer Einfachheit zum englischen Leser sprechen läßt. Sie hat in einer gemeinsamen Kundgebung der beiden Parteien Aehduth Haavodah und Hapoel Hazair in klaren und eindringlichen Worten eine Zusammenfassung der Lage gegeben und die Aufgäben und Wünsche der Arbeiterparteien zum Ausdruck gebracht. E& bleibt kein Kaum für einen Lügen- und Entstellungskampf, wenn man diese eindeutige und klare Kundgebung und Haltung auf sich wirken läßt. Die Kundgebung richtet sich aber in weit höherem Maße als an die äußere Front, die Front der öffentlichen Meinung der Welt, an die wichtigste Front für das jüdische Werk der Benaissance in Eres Israel, andasjüdische Volk. Getragen von der klaren Erkenntnis, daß uns alle Siege auf allen anderen Fronten nichts nützen werden, wenn das jüdische Volk die tiefe Erschütterung durch die Ereignisse nicht in aktive aufbauende Taten umzusetzen versteht, wendet sich die Kundgebung an das jüdische Volk mit der Forderung, nun mit dem wahren groß angelegten Kolonisationswerk zu beginnen, Menschen und Geld zur Verfügung zu stellen, um neue jüdische geschlossene und wirtschaftlich autonome Siedlungskomplexe zu schaffen. Hat nicht bis heute schon das kleine jüdische Kolonisationswerk im Lande die Haltung jedes einzelnen Juden der Welt mit Würde und Stolz erfüllt? Handelt es sich doch darum, dem seinem Bode?* entrissenen Volke wieder eine Heimat zu schaffen, ihm seine Heimat wiederzugeben. Sollte nicht dafür das jüdische Volk ebenso zu gewinnen sein, wie für verbrannte Häuser und ermordete Brüder? Ab. Cohen, der Korrespondent der sozialistischen nichtzionistischen Arbeiterzeitung „Vorwärts" in New York besuchte unmittelbar nadh den Ereignissen das Land und trug durch seine langen täglichen telegraphischen Berichte an seine Zeitung nicht wenig zur Auf- 102

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.