Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerhard Holdheim: Palästina Idee — Probleme — Tatsachen Broschiert M. 3,50, gebunden 4,80 C. A. Schwetschke. Holdheims Buch ist in doppelter Beziehung wichtig für uns: Es ist einmal als Informationsquelle über Palästina, das andere Mal als fetzte Formulierung von Anschauungen einer bestimmten Gruppe im Zionismus zu werten. Äls Informationsquelle ist es durch seinen übersichtlichen Aufbau und die Klarheit der Darstellung besonders geeignet. Wenn sich auch sehr bald erweist, daß es gerade denjenigen, die näher mit den Fragen befaßt sind, doch nicht genügend sagen kann. Das ist aber nicht Schuld des Verfassers, sondern kann wohl aus räumlichen Gründen nicht anders sein. Holdheim vertritt in politischer Beziehung ganz bestimmte Richtungen, die im wesentlichen der Änschauungswelt des „linken Zentrums" entsprechen. Das kommt deutlich bei der Erörterung des landwirtschaftlichen Kolonisationsproblems und zwar der Stellungnahme zur Mittelstandskolonisation zumÄusdruck. Nicht etwa so, daß die Bedeutung der Arbeiterschaft verkannt oder verkleinert würde, aber doch so, daß versucht wird, von einem hypothetischen Standpunkt über den Parteien aus zu urteilen, was in praxi natürlich dazu führt, daß eine Identifizierung mit Anschauungen des bürgerlichem Zionismus eintritt. Am wenigstens befriedigend ist die Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der zionistischen Ideologie. Das Zwingende des zionistischen Gedankens drängt sich dem Leser nicht auf. Krojanker hat schon recht, wenn er vor einiger Zeit festgestellt hat, daß es keineswegs gelungen ist, die zionistische Gedankenwelt der Vorkriegszeit der heutigen Weltsituation anzupassen. Soweit hier von Holdheim eine Anpassung versucht wird/ geschieht sie in der Form der Abschwächung ehemals unbedingt ausgesprochener Forderungen und Feststellungen. Auch dies scheint uns nicht Schuld der Darstellung zu sein, sondern wiederum ein Hinweis auf die keinen Aufschub mehr duldende Notwendigkeit zur neuen zionistischen Auseinandersetzung. Erfreulicherweise ist Holdheim nur an vereinzelten Stellen apologetisch eingestellt. Im ganzen wird der zionistische Gegner aus dem Buche erkennen, daß das Palästinawerk auch in seiner heutigen Gestalt, so wie es ist, weder für den nichtzionistischen Reisenden noch für die „Weif' einer besonderen Aufmachung bedarf. PALÄSTINA-JUGENDFAHRT 1929. Wir machen unsere Leser und Freunde darauf aufmerksam, daß genau wie im Vorjahre, auch in diesem Jahre im Herbst eine Palästina-Jugendfahrt durchgeführt wird. Die ganze Reise dauert einen Monat mit einem fast 3wöchentlichen Aufenthalt in Palästina und Ägypten. Sie ist speziell für junge Menschen geplant, wird jedoch so durchgeführt, daß auch Anforderungen an Bequemlichkeit und Erholungsmöglichkeit befriedigt werden. Den ausführlichen Prospekt mit Programm versendet kostenlos Palestine & Orient Lloyd, Berlin N 24, Eriedrichstr. 121, Tel.: D 1 Bot den 24=55. 54