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Der junge Jude · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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scharf angegriffen. Die Angreifer forderten, man solle die Gehälter auch nach dem Prinzip der Leistung und der Fachkenntnisse staffeln. Die Begründung konzentrierte sich auf folgende Punkte: 1. Der Apparat der Histadruth läuft Gefahr unnötig verteuert zu werden, da man stets Familienzulagen zahlt, während der private Betrieb von dieser Pflicht befreit ist. Diese Familienzulagen werden sich entsprechend* dem An/wachsen der Familie von Jahr zu Jahr erhöhen. 2- Die guten Fachleute und die aktivsten Menschen, die in privaten Betrieben besser bezahlt werden können, werden allmählich ihre Stellen in der Histadruth aufgeben. 3. Auch für das Selbstbewußtsein des Beamten ist es wichtig, daß seine größere Leistung, sein wachsendes Können, in der Vergrößerung des Gehaltes seinen Ausdruck findet. Die meisten Genossen, insbesondere die aus den landwirtschaftlichen Siedlungen, verteidigten das bestehende System- Der Gedanke, durch ^fachmännische" Gehaltsstaffelung und durch das Aufgeben der Familienzulagen Ersparnisse zu gewinnen — sagten sie — ist grundfalsch. Es wird nur damit eine ungerechte und unsozialistische Verschiebung der Gehälter zugunsten von wenigen Einzelnen und zuungunsten der Mehrheit erzielt- Mit der Zeit werden die „fachmännischen" Ansprüche, die eine gewisse Eigengesetzlichkeit haben, den Apparat ungeheuer verteuern. Nicht mindei schädlich als die finanzielle ist aber die moralische Gefahr. Die Ungleichheit in der Entlohnung wird die kameradschaftlichen Beziehungen zerstören, die Genossen in „Verantwortliche" und .»Ausführende" teilen, und leicht zu Karrierismus bringen. Bei einzelnen •der Arbeiterbewegung nicht angehörenden unentbehrlichen Spezialisten macht man auch jetzt Ausnahmen. Aber wenn Menschen der Arbeiterbewegung sich nur dann zur Mitarbeit in einer Histadruth-Instiution bereit erklären, wenn sie viel besser als die Arbeiter selbst entlohnt werden, — ist es zweifelhaft, ob diese Genossen für die Leitung einer Arbeiter-Institution von Wert sind. Eine kulturell hochstehende Arbeiterklasse ist von einzelnen Intellektuellen nicht abhängig. Die Anhänger der bestehenden „kommunistischen" Gehaltsordnung bekämpften sehr scharf den Standpunkt, der in der Erhöhung des Gehaltes eine moralische Befriedigung für eine wesentliche Leistung sieht. Ein Sozialist, ein Mensch der Arbeiterbewegung — betonten sie — soll im geleisteten Werk selbst vi vi nicht in irgendwelcher äußeren wirtschaftlichen fiöherstellung seinen Wert und seine Befriedigung finden- Es gehört zur bürgerlichen Gefühlswelt und zur kapitalistischen Moral den Wert des Menschen und seines Werkes durch sein Einkommen zu bezeichnen. Die Arbeiterbewegung hat eine andere Beziehung zur Arbeit und zum Menschen; diese Ausfassung gilt es in ihren Institutionen zu verwirklichen. Die Mehrheit des Rates hat die bestehende „kommunistische" Staffelung bestätigt und alle Vorschläge, sie der üblichen bürgerlichen Gehaltsordnimg anzunähern, abgelehnt. L. BUCHBESPRECHUNGEN Josef Kastein: Sabbatai Zewi. (Verlag Ernst Rowohlt, Berlin.) Zu den zahlreichen Darstellungen, die der „falsche Messias' in der älteren und zeitgenössischen Literatur gefunden hat, eine neue. Meines Wissens der erste umfassende Versuch, das Leben des Messias von Ismir in seine Zeit, ihre Nöte und Sehnsüchte, zu stellen. Kastein begnügt sich nicht damit, das Bild Sabbatai Zewis aus den Ueberlieferungen und Quellen (die fleißig benutzt sind, ohne daß versucht wird, mit ihnen den Anlschein einer vorgeblichen „Wissenschaftlichkeit4' zu erwecken) zu rekonstruieren. Er gibt ein Kodossalgemälde der 45

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