Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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werden aus den Geldern, die für sanitäre Zwecke gegeben sind, gedeckt. Die Pläne für die Baulichkeiten sind sehr schön. Links hinter dem Wasserbehälter wird später, das große Haus mit Speise-. Lese- und Spielräumen stehen. Auch die Küche wird jetzt eingerichtet. Heute ist die Baracke der Kinder abgerissen worden. Sie wird nun auch nach oben zum Hügel überführt. Die Kinder sind schon in das neue Haus eingezogen. Hannele ist größer geworden und auch etwas gelöster. Hagar, die krank war, plappert wieder in ihrer wohltuenden und herzlichen Art. Uri spricht fast fehlerfrei Hebräisch und steht mit den Kindern gut. Er ist oft etwas rüpelhaft, selten weich, weint jetzt kaum und ist Weltmann, wenn Besuch kommt. Seine geistige Entwicklung ist gut fortgeschritten. — Auch Etan redet schon fein. Er ist weiter ein liebes, kleines Bärchen. Jeder liebt ihn ... Sabine. Die Situation im Oktober. ... Heute ist die Bilanz der Plugah erschienen. Die Bilanz ist im Vergleich zu den Aufgaben, die wir in diesem Jahre auf uns genommen haben, äußerst günstig. Sie ist der schlagende Beweis für die Richtigkeit unseres Weges zum Aufbau unserer Wirtschaft. Auf 1 produktiven Arbeitstag kamen ca. 166 Mil (1 Mil gleich 2 Pfennige) Einnahmen. Ausgaben waren etwas weniger, so daß noch ein Ueberschuß von ungefähr L 70.— herauskommt. Durch Investitionen in der Wirtschaft ist jedoch unsere finanzielle Lage eine außerordentlich gespannte. Lebensmittel werden nur unter großen Schwierigkeiten herbeigeschafft. Das selbe trifft auch auf Baumaterialien, Viefutter und alle anderen Bedarfsartikel zu. Unsere Arbeitslage ist seit ungefähr zwei Wochen eine sehr schlechte. Auf Außenarbeit gehen jetzt täglich 30 bis 35 Chawerim, davon 8 zum Straßenbau, der Ende nächster Woche beendet sein wird. — Bis vor 2 Wochen noch hatten wir 40 bis 50 Arbeitsplätze. — In der nächsten Woche werden noch dazu einige Brunnen, bei denen wir arbeiten, fertiggestellt werden, darunter auch der von Gedera. Mit unseren Brunnenleuten werden dann die letzten jüdischen Poalim Gedera verlassen. — Die Chaussee nach Gedera wird von Arabern gebaut. Es besteht also keine Hoffnung, daß wir wenigstens dort Arbeit bekommen werden. Wenn man das alles resümiert, so sehen die Arbeitsaussichten für die nächsten Monate schlecht aus. Viel ungünstiger als vor einem Jahr. Nun zur Eigenwirtschaft : Im Kuhstall ist nicht alles in Ordnung. Bisher haben alle 3 Rinder gekalbt. Alles Bullenkälber. Die Milch wird nur für die Küche verbraucht. — Im Garten wird jetzt mit Volldampf gearbeitet. Man verkauft jetzt täglich 15 bis 20 Rottel (1 Rottel=3 kg) Gurken. Das Rottel zu 8 Grusch (1 Grusch 20 Pfennig). Im Orangengarten ist jetzt alles in Ordnung. Bis auf einige wenige Reihen ist alles gedüngt In den nächsten Tagen werden 24