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Der junge Jude · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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schätzt oder bekämpft — ist der Zionismus als neueste Erscheinung in die Geschichte des Judentums eingetreten. Als neueste?? Von den ältesten nationalen Rückfahrten (aus Babylon und anderen Nachbarländern) über die ungezählten messianischen und religiösen Einzel- und Gruppenwanderungen, bis zu der letzten nationalen Rückkehr im Zionismus, dienen alle jene Bewegungen einem Zweck. Ihr letztes, unausgesprochenes, kaum erkanntes Ziel ist: Den Juden wieder hineinzustellen in den Rhythmus des Kosmos durch das Mittel Erez Israel. Denn in der unio mystica mit dem Staube des Landes, das jene ungeheure Vitalität schuf, die dem jüdischen Volke sein einzigartiges Dasein ermöglichte, in ihr, der immer wiederholten Berührung mit seinem Ausgangslande, liegt die Gewähr jüdischer Zukunft. In ihr liegt aber auch für unser Geschlecht die besondere Bedeutung des Zionismus. Ein jedes Land bedarf des ihm gemäßen Volkes. Der Genius Erez Israels versagte sich den Völkern, die verwüstend, aufbauend und wieder verwüstend sich über sein Land wälzten. Aber er wartet. Auf sein Volk. RACHEL: Rachel ist die bedeutendste Dichterin des neuen Palästina. Mit der zweiten Alijah gekommen, war sie einige Jahre Arbeiterin in Galiläa. Durch ihre Krankheit war sie gezwungen die Arbeit, die Natur, das Dorf zu verlassen und in die Stadt zu gehen. In diesen Jahren des Schmerzes und des Verzichtes wurde Rachel zur Dichterin. Ihre Dichtung ist mit der Sehnsucht zum Land und zur Natur (zur Natur Erez-Israels und zum Naturhaften im Menschen) durchtränkt. Die Krankheit, die die Dichterin befallen hatte mit ihren dunkelen Grenzgefühlen wurde zur anderen Quelle ihres Schaffens. Durch das Erlebnis Erez-Israels und durch groQe Wahrhaftigkeit gegenüber sich selbst, hat sie einen neuen, ihren eigenen Weg, zu dem alten Buch des Volkes — zur Bibel — gefunden. In ihren Gedichten erscheint uns die Bibel als ein modernes, für unsere Generation geschriebenes Buch. Es ist noch nicht die Zeit gekommen, über die ganze Bedeutung von Rachel für die hebräische Literatur zu sprechen. Ihre zwei Gediehtbändchen „Safiach" und „Mineged1 erschienen im Verlag „Dawar", Tel-Awiw 1927 und 1930. GEDICHTE Krank. »ttia Bist Du das Ende? Noch klingt mir die Weite, /nman büx??pn *nn nnm t : v - t » ' *•— t-- /pirn» D'Ttfn D^nn ^ro P*£ Kttwi ^9 P5$3 'fl* noch winkt wie im Nebel das Leben von fern, blau ist noch der Himmel und grün der Rasen, bevor es Herbst wird. Den Richterspruch empfang ich, kein Murren im Herzen. •'aaVa ruiVri -pn na ^ap_x •nm? inoi vftjpjw w-ik jn Mein Abendrot sank. Rein ist der Morgen, und Blumen lächeln am Weg mir zur Seite, •wia tt*n mrm •nasa •: t : wenn ich hinüberschreite. 15

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