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Der junge Jude · 1928-01-01 · Heft 2 (Januar 1928) · p. Seite 53

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 53 (sequence 15)
Language
German
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nicht, das Kostbarste des Kostbarsten zu erlösen; die nicht mit Perlen auf wägbare Scholle! Einfache gewöhnliche Worte, die wir tagtäglich hören. Trotzdem ist niemand, dessen Herz bei diesen Worten nicht voll wäre der Erregung und des brennenden Schmerzes. Und wenn Ussischkin uns erzählt, was wir hätten erlösen können und zu erlösen versäumt haben, weil bis heute die Erkenntnis noch nicht in aller Herzen gedrungen ist, daß in der Erlösung des Bodens eine Art Seelenrettung der Nation liege, so daß kein Preis für das Volk zu teuer sein dürfte, sein Land aus fremden Händen zu erlösen — zittern Tränen in seinen und in unserer aller Augen. Dann erhebt sich Bialik von seinem Sitze und auch er läuft in seiner Rede Sturm gegen das Volk Israel, das das Joch der Gebote von sich abgeschüttelt hat. Aus seinen Worten steigt wiederum ein Echo jenes Gedankens auf, den er so tief in seinem Aufsatz „Halacna und Agada" ausgedrückt hat — jene Erbitterung über unsere moralische Verweichlichung, die die Tugend der Tapferkeit, der Pflichterfüllung, der ständigen Arbeit für die Nation nicht kennt. Bialik spricht über die Teilnahme der Kinder an der Geulath Haarez, wie über die Erziehung der Jugend zur ersten nationalen Pflicht und die Lehrer Erez Israels, die zu den dem Gedanken der Geulath Haarez Treuesten gehören, ergänzen seine Worte. Viele fruchtbare Gedanken, die eine gesunde erzieherische Auffassung bezeugen, wurden von der kleinen Tribüne der Synagoge in Kfar-Jeladim gehört- Alle fühlten, daß mit dem Gedanken der „Geulath Haarez" die wertvollsten Ideen unserer Epoche verbunden sind, daß wir nur im Zusammenhang mit Volksboden und gesunder Volkskolonisation zutiefst den Wert der Arbeit als erster Grundlage für ein aufrechtes menschliches Dasein erkennen und daß die Kinder nur durch ihre regelmäßige Teilnahme an der wirklichen Erlösung des Bodens ihr Leben und ihre Gefühle für die ganze Dauer ihres Lebens mit dem Gedanken der Erlösung der Nation auf Grund eines neuen schaffenden und pflichtbewußten Lebens verbinden. 6. Bis zu später Nachtstunde gingen wir dann im großen Hof unter tiefem, wonnig-finsterem Himmel spazieren. Das Herz war voll. In der Nähe der heiligen Stätten, wo unsere Chaluzim ihre Jugend der Gesundung der Nation widmen, fühlte jeder die große, uns allen auferlegte Pflicht, ihnen durch Unterstützung der Institution zu Hilfe zu kommen, die den Grund unserer ganzen Arbeit im Lande legt, sein Schicksal entscheidet. Wir fühlten alle, daß diese Zusammenkunft dazu angetan ist, die hebräische Schule durch bedeutende Ideen zu befruchten, und daß die moralischen und materiellen Ergebnisse dieser kleinen Konferenz in Kfar-Jeladim unschätzbar sind, wenn es uns gelingt, uns alle, groß und klein, hier im Lande und in der ganzen Welt zu diesem großen Gebot der Erlösung unseres Bodens zu erziehen, und wenn wir diese unsere Pflicht regelmäßig erfüllen. Aus dem Hebräischen übersetzt von M. M. 53

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