Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 29 (8.10.1920)
- Date
- 1920-10-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 . Jüdische Korrespondenz Nr. 29 einem leidenschaftlichen Parteigänger der Revolution, aber zugleich von einem Manne, der sich, wie schon seine vielbeachteten Leitartikel in der „Weltbühne" und der Wiener „Arbeiter-Zeitung" beweisen, in den Stürmen der Zeit einen klaren Kopf und tapfere Unabhängigkeit bewahrt hat. Der Verfasser zeigt, wie der Krieg und die Kriegspolitik die Revolution auslösen mußten, wie die deutschen Sozialisten gespalten in die Revolution eintraten, wie dieser Riß innerhalb des Proletariats sich imnter mehr vertiefte und zum Verhängnis der Revolution wurde. Die Rettung der Revolution (und damit der ganzen Zukunft Deutschlands, das er sonst in Bürgerkrieg, sozialer und nationaler Zerrissenheit enden sieht), erwartet Ströbel nur von einer Aussöhnung der deutschen Sozialisten auf dem Boden der sozialistischen Demokratie. Das Buch ist zugleich historische Untersuchung und Streitschrift. Aber die Absicht, auf die Politik kraftvoll einzuwirken, raubt der geschichtlichen Darstellung nicht ihre Objektivität, da der Verfasser sich nur von dem klaren Erkennen der politischen und sozialen Tatsachen eine wirksanre politische Tätigkeit verspricht. Jedenfalls existiert keine Schrift, in der die treibenden Kräfte der kolossalen Unnvälzung in Deutschland in so gründlicher und lichtvoller Weise dargestellt wären, wie in dieser Arbeit, die kein politisch Interessierter unbeachtet lassen dürste. Das Buch ist durch alle Buchhandluitgen oder direkt vom Verlag zu beziehen. Bon der Demokratie zur Diktatur. Ueber die Ursachen des Emporkommens des russischen Bolschewismus. Von Michael Smilg- Benario. Geheftet 4'— Mk. Drei Masken Verlag G. m. b. H, München. — In seiner Studie über die Ursachen des Emporkommens des russischen Bolschewismus läßt dex Verfasser zunächst die politischen Vorgänge der russischen Novemberrevolution von 1917, von den Schlaglichtern seiner persönlichen Erfahrungen beleuchtet, in kurzer Uebersicht vorüberziehen, um daraus die Frage abzuleiten: konnten die Ereignisse nicht einen anderen, weniger furchtbaren Gang gehen, mußte die Revolution solch ausgeartete Form annehmen? Und er gibt die Antwort: Wohl wäre die» möglich gewesen, wenn die bürgerlich-radikale sowie die sozialistisch-revolutionäre Demokratie den tieferen Sinn und wahren Charakter der Revolution verstanden hätten: den Willen des Voltes, Frieden zu schließen und dem Morden ein Ende zu machen, und wenn nicht von Anfang an eine Spaltung zwischen den Führern nnd den Volksmassen eingetreten wäre. Dadurch allein wurde der Anarchie der Weg gebahnt. Es sind bittere Vorwürfe, die Smilg-Benario der- Demokratie macht, welche nach seiner Ansicht einen großen Teil der Schuld an Rußlands Zusammenbruch trägt, und zwar durch ihren Mangel an Verantwortungsgefühl und realpolitischem Verständnis, Ursachen, denen er das Emporblühen des Bolschewismus in der Hauptsache zuschreibt. Bittere Vorwürfe sind es und — eine ernste Mahnung, die, wenn sie sich auch in erster Linie an Rußland wendet, doch auch außerhalb des früheren Zarenreiches nicht ungestört verhallen sollte. Die knappe Schrift ist in lebendiger, auch dem Nichtpolitiker leicht eingänglicher Form gehalten und bringt neben dent Hauptthema noch mancherlei Anregungen. Besonders angenehm berührt es, daß der Verfasser jedem kleinlichen Parteistandpunkte fernbleibt. Briefkasten. R. K. Selbstverständlich liegt da ein Druckfehler vor. In dem Artikel „Die Thorafestungen in Litauen" soll es nicht heißen, daß öl und 0 in dem Luchaus sich nur durch ein Wunder halten konnten, sondern die Buchstaben Mein und Samech. H. L. Die Palästinafrage ist gegenwärtig so wichtig, daß man derselben den breitesten Raum widmen muß, ganz gleich, wie inan sich zu den einzelnen Erscheinungen stellen mag- Kriegswaisenfonds der Agudas-Jisroel, Wien, II, Malzgasse 12 a. Einladung zu der am Montag, den 18. Oktober 1920, um halb 6 Uhr abends, im Vereinslokale, Wien, II. Bezirk, Malzgasse 12 a, stattiindenden Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Statutenänderung. Wien, im Tischri 5681. Der Obmann: J. J. Thumim. Wir bitten, dem Vereine als Mitglieder beizutreten. Jene Mitglieder, welche den Jahresbeitrag pro 1919 noch nicht bezahlt haben, wollen denselben rechtzeitig beim Kassier, Herrn Samuel Nüssenbaum, Wien, II., Rembrandtstraße 25, oder dem Postscheckkonto 170.982 (KWF. der Agudas-Jisroel) überweisen. Falls die Generalversammlung nicht beschlußfähig ist, findet eine halbe Stunde später eine zweite statt, die ohne Rücksicht auf die Anwesenden beschlußfällig ist. Tl/T Moderne Herrengarderobe Ly 1 feinste Ausführung nach Maß, Ly 1 Reparaturen und Wendungen garantiert streng koscher genäht, Gelbart & Fürst, Wien II. Bezirk, Stephaniestraße Nr. 16. la-so» Papi er waren, Geschäftsbücher und Druck Sorten A. LÖWY Wien, 11., Große Pfarrgasse 6. BRILLANTEN Perlensclmüre Gold, Platin Silber, Uhren auch verpfändeter Schmuck kauft zu bekannt hohen Preisen Juwelier Rabinowitsch 18., Siefaniestrafle 3, Telephon 21.214 im eigenen Hause. Achtung! CV Nicht im Hause des Wiener Bankvereines. Saccharin Fabrikation gründlich zu erlernen. Brieflich und persönlich, schnell und billig und jedem zugänglich. .. . Prospekte gratis. ■ -■1 Chemische Industrie J. MATUSAN Zürich (Schweix). a-io) Eigentum einer Societät. — Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20.