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Jüdische Korrespondenz · 1920-04-16 · 13 (16.4.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
13 (16.4.1920)
Date
1920-04-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Jüdische Korrespondenz Nr. 13 für die Verwirklichung aller jüdisch-kulturellen und sozialen Aufgaben int speziellen ist. Fast alle Beteiligten empfinden schon heute die Segnungen der Jugendorganisationen, deren Hauptziel die Erziehung, das heißt die Festigung unserer Jugend im Geiste der Taurohhakedauscho, bildet. Zur Erreichung dieser Ziele wurden sofort zu Anbeginn Schiurim eingerichtet, in denen außer dem laufenden Sidra- Vortrag auch die jeweiligen auf die Zeit entfallenden wichtigster! .Dinim durch bewährte Männer gelehrt werden. An dieser Stelle verdient besonderen Dank die aufopferungsvolle Tätigkeit des Herrn Rabbiner Dr. Joel Pollak, der als Begründer dieser Vereinigung ' all eine Kräfte und seine freie Zeit ganz in den Dienst dieser Sache gestellt hat. Der rrun angeregte Selbstbetätigungssinn der jungen Damen äußerte sich bald in Vorträgen aus ihrem eigenen Kreise, welche immer wieder von neuem den Beweis liefern, wieviel , kostbares Material noch ungeweckt in ihnen schlummert. Die besonders rege Betätigung bei allen sozialen Arbeiten, so wie zum Beispiel die Beherbergung und der Heimtransport der Palästinenser Flüchtlinge, die Kinderbekleidung, die Verteilung der Liebesgaben aus Holland und Berlin, bekräftigen die Orthodoxie immer mehr in der Annahme, daß sie alle gesteckten Ziele mit Gottes Hilfe zu erreichen imstande ist. Die Versorgung der bedürftigen, in Privatpflege befindlichen Kranken nach besten Kräften, der regelmäßige Besuch des Lainzer Versorgungshauses und aller anderen Spitäler Wiens sind die wichtigsten und gepflegtesten Aufgaben der der Jngendorganisation einverleibten Krankenfürsorgesektion. Einen zur Erziehung unserer Jugend höchst förderlichen Punkt bilden die geselligen Zusammenkünfte im eigenen Heiin, bei denen den jungen Damen Gelegenheit geboten wird, sich näher kennen zu lernen und dadurch die Tendenzen der Organisation nach besten Kräften zu fördern. Die Notwendigkeit derselben sichert uns ihren Bestand unddas bisher Geleistete berechtigt alle zu den schönsten Hoffnungen. Mitteilungen der orthodoxen Iugendgruppe. BorstandSfitzurrg. Jeden Samstag, 'A-6 Uhr abends, Besprechung, Preffesektioussitzung. Jeden Sonntag, 5 Uhr abends. Krankeufürsorgesektionssitzung. Jeden Montag, '.^6 Uhr abends In keinem orthodoxen Kaufe fehle die „Jüdische Korrespondenz". - Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. 32. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind der Iugendgruppe nachstehende Spenden zugegegangen: Orthodoxe Iugendgruppe: Gesammelt von Siegfried Schiff, X 850—, Gesammelt Walter Lunzer X 50'—, Büchsengeld X 50'-. Mafchinenaktion für heimkehreude Palästinenser: Gesannnelt Alfred Stroh X 400'—. Krairkenfürsorg «Sektion: K. M. X500'—, N. N. X 50 —, Sandor Adler X 50 —, Marie Seidenwerg X 10'—, Frau Fanni Popper (Bratislava) X 180'—, Käthe und Sigi Neumann (Groß-.Enzersdorf) 20 Kilo Mehl. Agudas Jifxoel-Iugendgruppe. Zcntralleitnng: II.» Obere Donrmstraße 69 (Eingang Floßgasse). SiHrrrrrnr-MrrLeiLttrrg vorn 1. Ins 7. Jzctr 5680 (18. bis 24. April 1020). Samstag, ‘A.-11 Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner S. N e u w i r t h. Samstag, 3 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Mitgliederlernen. Samstag, 4 Uhr nachmittags: Pirkeh Omans, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner I. B a u m g a r t e n. Sonntag, 'A8 Uhr abends: Haftauroh. Montag, 'Iß Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. Dienstag, V»8 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. Mittwoch, V^-L.Uhr abends: Mischnoh (Schabbos). Donnerstag, '/ß Uhr abends: Mischnoh (Schabbos). Ferner findet täglich um l!ß Uhr abends ein Gemoroh (Gitin)- Schiur des Herrn Salomon Schreiber statt. Sektion: XVII., Wekmangasse. Samstag, 5 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Herr Siegmund Schreiber. Samstaa, 6 Uhr abends: Pirkeh Omans, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. Sonntag, '/.ß Uhr abends: Dinim, Herr E. Rubinstein. Montag, '/ß Uhr abends: Mischnoh (Bezoh). Herr Moses Blech. Dienstag, '-28 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh), Herr Moses Blech. Mittwoch, '[ß Uhr abends: Sidroh mit Kommentar. Donnerstag, 'Iß Uhr abends: Sidroh mit Kommentar. Für die jüngere Altersklasse.findet täglich von 'Iß bis 'jß Uhr nachmittags im gleichen Lokale ein eigener Schiur statt. Sektion: XX., Urannfelsgasse 3. Bezüglich der täglichen Schiurim verweisen wir auf die Ankündigungen im obgenannten Bethause. (Fortsetzung von Seite 4.) Haftungen haben vielleicht mit verschwindenden Ausnahmen nur Juden betroffen. Der größere Teil der nach Zossen überführten. Personen fft im Besitz ordnungsgemäßer Legitimationen und polizeilicher Anmeldungen. Zahlreiche Personen sind seit vielen Monaten ansässig und üben polizeilich angemeldete Berufe aus. Unter den Verhafteten befinden sich sogar Personen, die seit ihrer Geburt in Berlin ansässig sind. Das Verhalten der Sicherheitswehr war von beispielloser Brutalität, Frauen und Kinder wurden mit den Kolben mißhandelt, ahnungslose Personen aus ihren Wohnungen herausgeschleppt. Der „Vorwärts" berichtet über folgenden, von einer unerhörten Roheit zeugenden Vorgang: „Ein siebzehneinhalbjähriger Oberrealschüler (dessen tadellose Schulzeugnisse der Redaktion des- „Vorwärts" vorliegen) ist gewaltsam um die Mittagsstunde, ohne Hut, ohne Mantel und ohne Essen aus seinem Familienkreise fortgeschleppt und nach Zossen mit einem Transport von mehreren hundert Männern und Frauen verschickt worden. Der Mutter gelang es noch kurz vor Abgang des Transportzuges den Anhalter Bahnhof zu erreichen, sie wurde jedoch bei der Sperre von dem den Transport führenden Leutnant mit den Worten zurückgewiesen: „Vvu Ihrem Sohn werden Sie. erst Nachricht erhalten, wenn er tot sein wird!" Die „Deutsche Zeitung" bringt am 25. März einen Artikel, der mit freudestrahleicher Befriedigung über die Judenverfolgungen in Ungarn berichtet. Mit Wonne wird mitgeteilt, daß man in Ungarn schon heute so weit ist, an vielen kleinen Orten überhaupt keinen Juden mehr zu haben und alle Juden aus Behördenstellen entfernt hat. Ueber. die Mordtatender Horihyregierung schweigt die „Deutsche, Zeitung" .immerhin, doch glauben wir nicht, daß das auf etwaige Reste von Scham Zurückzuführen ist. Offenbar soll der Abdruck dieses Artikels den deutschen Juden klarmachen, was ihrer bei einem Siege der deutschen Reaktion wartet. In der „Welt am Montag" veröffentlicht v. Gerlach Enthüllungen, die ihm ein anständiger Monarchist kurz vor den: Kapp-Puffch gemacht hat. In den Aeußerungen dieses Mannes finden wir folgenden Satz : „Das Beispiel des weißen Terrors in Ungarn hat die Verschworenen bezaubert. Man steht mit den ungarischen Monarchisten nicht nur in Fühlung, man will ihr Beispiel nachahmen." Ans Breslau wird unter dem 18. März geschrieben: „Gestern Abend bemerkte ich auf der Gartenstraße, daß ans-

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