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Jüdische Korrespondenz · 1920-03-02 · 8 (2.3.1920) · page 11

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
8 (2.3.1920)
Date
1920-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 8 Jüdische Korrespondenz Seite 11 As men Hot auf Purim Jissurim/ ist auf Pesfach choffchech.- (Wer zu Purim nichts hat, wird zu Pessach, erst recht nichts haben.) As es tummt Purim, vergeht men on alle Jiffurim- Wenn alle To g soll sein'der Rejß' vun Purim, wos wollten Jiden gehat zu sorgen mit sejere Töchter? (Die)Töchter würden, wie einst Esther, in den königlichen Harem kommen.) Nit alle Purim trefft sich a Nejsi. Purim is kein Jojm-tojw, Kadoches* is kein Kränk. Purim senen alle SchikojrinO nichtern. Purim-Koton meg men sich onschikojrn ober Jojul-Kipur-Koton darf nien nit fasten?' Es i snit afoj me'ahawas- Mordchaj, wie me's-sinas* Homon. <Es geschieht weniger aus Liebe zum Freund, ivie aus Hast gegen den Feind.) Es dauert vun Esther-Taanis" bis Purim. (Von einem nachlässig genähten Kleide.) Alle Jomin-Tojwin weren botel10 weren, nor Purim wet bleiben. A ganz Jahr schikojr un Purim nichtern. (Von einem Menschen, der alles verkehrt tut.) ' Leiden. - Finsternis. Wunder. 4 Fieber.Trinker. Purim-Koton — heißt der 14. Tag im L Adar in einem Schaltjahre, wenn es zwei Adars gibt und Purim im -. Adar gefeiert wird. Jojm-Kipur-Koton — Tag vor der Neumondweihe. ' Liebe. Haß. Fasten am Vorabend des Purim. ,0 Abgeschafft. Eine Filial-Adinmistration der „Jüdischen Korrespondenz" befindet sich ab 1. März 1920: 11., Obere Donaustraße 09 (Bureau der Orthodoxen Jugendgruppe), woselbst Asiorrnements, Hlektaurationen und Inserate in der Zeit von 8 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags entgegengenommen werden. Mezngsprers: Jährlich.K :-><)•— Halbjährlich. ... „ 15 — Vierteljährlich . . . „ 8'— Llusland.„ 50'— Einzelnummer 60 Heller (in der Administration, U.. Obere Donaustraße 69, erhältlich). Neue Bücher. „Jüdisches Elend in Wien". Bilder und Daten von Bruno Frei, Wien, R. Löwit. Verlag 1920. — Ein Dokument der Zeit! Wiewohl das Wiener Elend zum geflügelten Worte geworden ist und von jedermann täglich und stündlich im Munde geführt wird, haben doch die wenigsten einen auch nur annähernd zutreffenden Begriff von der ganzen Tragik der Wirklichkeit, von der Ausbreitung der Armut als Maffenerscheinung. Ueber die Ursachen vollends, die unseren sozialen Mißständen zugrundeliegen, herrscht erstaunliche Unklarheit. Nur so ist es zu erklären, daß parteifanatische Blindheit die Existenz und das erschreckende Umsichgreifen des jüdischen Elends in Wien und anderwärts leugnen konnte, nur so konnte es geschehen, daß die vagsten und unrichtigsten Vorstellungen über das jüdische Fürsorge- und Armenwefen in den breitesten Kreisen Eingang finden konnten. Das vorliegende Buch will damit endgültig aufränmen und Klarheit schaffen. Die mannigfachen Verkettungen des Elendsproblems innerhalb der bürgerlichen Gesellschaftsordnung verfolgend, zeigt es deutlich die Unhaltbarkeit der Fiktion von der Wirtschaftseinheit des jüdischen Volkes. Mit eigenem statistischen Material belegt es die ausführlich dargestellten Erhebungsresultate über das jüdische Kinver- und Wohnungselend in Wien. Desgleichen erfährt das jüdische Hilfs- und Fürsorgewesen eine, kritische und sachliche Erörterung. Eine Sammlung plastischer Einzelschilderungen, mit einer großen Zahl photographischer Ausnahmen, .die unter den denkbar schwierigsten Umständen angefertigt wurden, gestatten dem Leser, sich an einer Wanderung durch die Stätten der Not und die Straßen: des Elends, durch Masienquartiere. Flüchtlingswohnungen und verrufene Häuser zu beteiligen. Dieses Buch muß jeder lesen, der die feige Vogelstraußpolitik nicht länger mitmachen will, der sich von der allgemeinen Not, die ihn umgibt, von ihren letzten Ursachen und ihren beängstigenden Folgenüberzeugen will.- 3 c; - . „Die Legenden der Juden". Von Rabbiner Dr. I. Bergmann (Berlin). Berlin, 1919. . Verlagsbuchhandlung C. Ä. Schrve« lachte & Sohn. Preis Mk. 6 50. — Kn ausgezeichnetes Buch, das sich sowohl durch klare Bearbeitung des Materials, als auch durch übersichtliche Darstellung und fließenden Stil besonders empsiehlt. Es umfaßt das Wesen und Werden der jüdischen Legenden und schildert dieselben in ihren Einzelheiten. Das Buch mag zur Erkenntnis der Frömmigkeit beitragen, die im Herren des jüdischen Volkes gelebt hat. „Die Wendung SamaelS". Jüdische Tragödie in fünf Aufzügen. Von Arnold Zweig. Leipzig, Kurt Wolfs-Verlag, 1918. Preis geheftet Mk. 3'—. — Der Ritualmordprozeß von Tisza-Effler sinder hier eine dramatische Bearbeitung, die auch aus der Bühne großen Erfolg erntete. Es liegt viel Kraft in der Darstellung und' edles Pathos, das aus Leser und Zuschauer einen tiefen Eindruck ausübl. „Miniaturen". Von Georg Brandes. Berlin, Erich Reiß- Verlag, 1919. — Eine Reihe Lebensbilder, die politischen, militärischen und geistigen Heroen Napoleon I., Garibaldi, Bebel, Jaur^s, Li Hung-Ming ufw. umfassen. „Erinnerungen". Von Fritz Mauthner. 1919. München, bei Georg Müller. Preis Mk. 10.—. — Der vorliegende erste Band der Mauthnerschen Erinnerungen bietet einen interessanten Beitrag zur politischen und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Tie Schilderungen erhalten bleibenden Wert, trotz der durch den Weltkrieg veränderten Verhältnisse. „Die erste deutsche Nationalversammlung". Eine geschichtliche Studie von der Frankfurter Paulnskirche. Bon Veit Valentin. -München-Berlin, R. Oldenburg-Verlag, 1919. Preis geheftet Mark 6.—. — „Wer von 1849/49 nichts weiß, versteht auch 1919.19 nicht." Das ist die Parole der vorliegenden Schrift, die^einen wichtigen Beitrag zu der geistigen und politischen Geschichte Deutschlands enthält und weit über den Rahmen einer Monographie hinausreicht. „Der Ausbruch des großen Krieges". Bon vr. jur. Cuno Hofer. (Fortsetzung von „Die Keime des großen Krieges"). Zürich 1919,. Verlag von Schultheß & Co. Preis broschiert Frcs. 9-—, gebunden Frcs. 10.—. — Der im Jahre 1917 erschienene erste Band dieses Werkes behandelt unter der geistigen Vorstellung „Der Krieg als Ergebnis einer bestimmten historisch-politischen Entwicklung und zahlreicher Jntereffenronslikte" die Keime des großen Krieges, und zwar unter möglichster Vermeidung des persönlichen kritischen Urteils. Die erkannten Tatsachen erscheinen eher als unabwendbare Fügungen der Geschichte: die Kritik der Einzelheiten bleibt dem individuellen Urteil des Lesers überlassen, der sich vor ein politisches Bild von imposanter Größe und Tragik gestellt sieht. Auch im zweiten, dem Ausbruch des Weltkrieges gewidmeten Bande, macht sich der Verfasser unerschütterliche Wahrheitstreue und Objektivität zur strengsten Pflicht. Aber während er es im ersten Band dem Leser überlassen hat, die Schlüsse zu ziehen, drängt sich ihm in dieser Fortsetzung auch ein persönliches Urteil aus. Denn wir stehen jetzt nicht mehr vor den Imponderabilien der Weltgeschichte, sondern vor einem klaren diplomatischen Problem, das in den Julitagen des Jahres 1914 zu lösen war. Nicht mehr die Entwicklungsprobleme einzelner Völker oder die damit verstrickten Notwendigkeiten und Mysterien sind es, die an der Schwelle des Weltkrieges zu beleuchten sind, sondern die nackten Taten einiger Männer, ihre Unterlassungen . . . ihre Verantwortung. Cuno Hofers Methode wirkt überzeugend, weil sie die Methode des voraussetzungslosen Ringens nach objektiver Wahrheit ist. Das Werk ist um so mehr zu begrüßen, als Irrtum, Verbohrtheit und Lüge heute noch, und wahrscheinlich aus geraume Zeit hinaus, die bedenklichsten Hindernisse im aussteigenden Wege unseres internationalen Lebens bilden.! j kaxierwarcn, Geschäfts- : bücher und Drucksorten [ A. LÖWY Wien, II., Große Pfarrgasse 6.! Fernsprecher 44.609 j Taliis- und Tefflllimbeutel sowie sämtliche Synagogenstickereieninbester Ausführung. Brautausstattungen. Fernruf 44.609 BELLA LÖWY Fernruf 44.609 Wien, IX. Bezirk, Krumbaumgasse Nr. 16. Tüchtiger Stenograph und Stenotypist, der die deutsche Sprache giut beherrscht, wird für - Wohltätigkeitsbureau per sofort gesucht unter „Schomer Schabbos8.

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