Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 6 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Jüdische Korrespondenz . Nr. 6 geographischen Forschungsreisenden zugrunde; man.fühlt auch in der literarisch gewandtesten Form, auch in den mit novellistischer Abrundung hingestellten Skizzen von bekannten und unbekannten Persönlichkeiten. mit denen der Verfasser zusammentrifft, daß nirgends Erfindung vorliegt, sondern unbedingte Wahrheit und persönliches Erleben. Auch die Ausstattung des schönen Bandes in Papier, Druck und geschmackvollem Einband ist des Inhalts würdig. „Erinnerungen an den Maruefeldzug." Von Generaloberst Freiherr von Hausen. Mit Bild des Verfassers und mehreren Aufmarsch- und Gefechts-Skizzen. Leipzig, K. F. Koehler, Verlag. Preis geb. Mk. 20'—. — Wer sich ein Urteil über die Marneschlacht bilden will, der muß sich erst einmal die damalige Gesamtlaae ins Gedächtnis zurückrufen. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, daß den Erinnerungen des Generalobersten von Harri en über den Marnefeldzug eine Einführung des bekannten Napoleonforschers F. M. Kircheisen vorangesetzt ist, die, bereits ganz vom Historiker gesehen, ein außerordentlich klares Bild des bisherigen Gesamtfeldzuges und der militärischen Situation der ersten Septembertage 1914 arbt. Hausen, der Oberbefehlshaber der 3. (in der Hauptsache sächsischen) Armee schildert in seinem Werke die Ereignisse an der Marne, soweit sie die 3. Armee:und deren Berührung mit der 2. und 4. Armee, sowie den Verkehr mit der Obersten Heeresleitung betrafen, außerordentlich klar und sachlich, aber höchst feffelnd. Mit Erstaunen erfährt man, daß die 3. Armee am 9. September einen Durchstoß durch die Mitte der feindlichen Armeefront zu erstreiten im Begriffe stand, der den weiteren Verlauf der Gesamtoperationen * und damit vielleicht des ganzen Weltkrieges auf eine neue Grundlage gestellt haben würde. Andererseits wundert man sich, daß es je em Rätsel der Marneschlacht gegeben hat, wenn man Hausens Buch gelesen hat. Erklärlich wird nun aber, warum die Oberste Heeresleitung sich so vollständig über den Kernpunkt der Frage ausgeschwiegen hat. Am Schluffe untersucht Hausen die Frage, ob die Franzosen die Marneschlacht als einen Sieg ansehen dürfen, .und wer für den Ausgang der Schlacht verantwortlich zu machen ist. Das beigegebene Bild Mgt den charaktervollen Kopf des Generalobersten in vorzüglicher Wiedergabe; das gute Papier und mustergültige zum Teil farbige Karten und Skizzen laffen den immerhin hohen Preis des Buches gerechtfertigt erscheiiien. „Deutschtum «ud Schiedsgerichtsbarkeit." Ein geschichtlicher Beitrag zu einer großen Gegenmarts- und Zukunftsfrage von vr. rer. pol. August Hommerich, Hauptredakteur der „Germania". Mit einem Vorwort von Geh. Justizrat Prof. Dr. Philipp Zorn, Mitglied deS Preuß. Herrenhauses und Kronsyndikus. 8« (XIV u. 90 S.) Freiburg 1916, Herdersche Verlagshandlung. Mk. 2'50 — Das vorliegende dritte Heft der beifällig aufgenommenen Sammlung „Völkerrecht" unternimmt den ganz neuen und bedeutsamen Versuch, die Stellung der deutschen Negierung zu den Friedensvorschlägen des Papstes vom August 1917, soweit sie sich auf die Schiedsgerichtsbarkeit im zwischenstaatlichen Völkerleben beziehen, in Zusammenhang mit der mehr als tausendjährigen Geschichte des deutschen Volkes zu bringen. Es tut das, indem eS uns, gestützt auf erste rechtshistorische Autoritäten, zeigt, eine wie große Rolle der Schiedsgerichtsgedanke im Rechts- und 'Staatsleben unserer Vorfahren gespielt hat. Wir erfahren hier, daß schon den alten Germanen der Brauch schiedsrichterlichen Ausgleichs von Streitigkeiten nicht unbekannt war, daß das alte deutsche Reich in die Lage kam, sich der Schiedsgerichtsbarkeit bei der Entwicklung seiner politischen wie seiner Rechtsverhältniffe in einem Maße zu bedienen, daß sie schließlich zu einem der bedeutsamsten Momente im Zusammenhalt des Reiches wurde. Auch als dieses 1495 durch den ewigen Landfrieden Maximilians I. als große Konföderation aller noch vorhandenen Stände neu begründet wurde, verzichtete man keineswegs auf das Schiedsgericht als Mittel friedfertigen Zusammenhalts, sondern verband es organisch mit dem Reichskammergericht, und von da hat es dann seine Weiterbildung bis zum Artikel 76 der Reichsverfaffung von heute gefunden. Diese großen Zusammenhänge werden nicht verfehlen können, auf die Stellungnahme des deutschen Volkes zum internationalen Schiedsgerichtsgedanken eine nachhaltige Rückwirkung auszuüben. Statt Karten. Herr und Frau Albert Breuer erlauben sich, die Vermählung ihres Sohnes David mit Fräulein Margit Steiner, welche so G. w. Dienstag, den 17. Februar 1920, in Sopron stattfindet, höflichst anzuzeigen. Wien, ll., Taborstraße 24 a, im Februar 1920. Mittelschüler (VII.) erteilt besten Unterricht an Volks-, Bürger- und Mittelschüler. Beste Referenzen. Samstag kein Unterricht. Unter „Tüchtig“ an die Redaktion dieses Blattes. (i—2) Adas Jisroel (Schiffschul), II., Große Schiffg. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 24. Schebat bis 1. Adar (13. bis 20. Februar). Freitag, 24. Schebat: Sabbaleingang 510. Samstag, 25. Schebat: Morgengebet 7 und 9 30, Mincha 12-15 und 3 30, Sabbatausgang 5 55. An Wochentagen: Morgengebet 6 30, Mincha 5 Uhr. BRILLANTEN Perlensehnüre Gold, Platin Silber, Uhren auch verpfändeter Schmuck kauft zu bekannt hohen Preisen Juwelier Rablnowitsch II., Stefaniestraße 3, Telephon 21.214 im eigenen Hause. Achtung! — LM- Rieht im Hause des Wiener Bankvereines. 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