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Jüdische Korrespondenz · 1920-02-13 · 6 (13.2.1920) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
6 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Jüdische Korrespondenz Nr. 6 Orthodoxe Jugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. Worte an jüdische Herzen: Sind deine Söhne belehrt durch G'tt, dann ist dauernd der Friede deiner Söhne! (Jeschaja.) 25. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind eingegangen:. Orthodoxe Jugendgruppe: Adolf Knopf K 20—, Samuel Zeisler K 10 —. Maschinenaktion für heimkehrende Palästinenser: Sammlung Max Friedmann: N. N. K 50 —; je K 20 — : Emma Zuckermann, Nichtenhauser, Weintraub, Horowitz, M. Derschowitz, Friedmann, Barschak, Trieger, Markus Horowitz, Krakau, Rotfeld, Stiel, Narziesenfeld, Spindler, Orenstein, Schweizer, Hornik; A. Selzer K 40'—, N. Funk K 120'—, N. N. K 20 -, Friedmann K 10 -, A. Barschak K 10—, Berger Jakob K 10 —. N. N. L 3'—, Wolf L 2 —, Narziesenfeld K 10 -, M. Fürst K 1-, N. N. K 20 -, N. N. L 3'—, Fischmann K 20'—, Forst K 10 —, Eisen K 10 —, Otto Stern L 20'—, S. Schreiber K 20 —, Sammlung Emil Adler K 70’—, Sammlung Nathan Steiner K 1020'—, Sammlung Nathan Felsenburg L 240'—, Sammlung Nathan Adler K 420*—, Sammlung Simon Felsenburg K 70'—. Krankenfürsorgesektion: N. N. L 80'—, N. N. L 140'—, Anonym K 50—, Sammlung Alice Huschler K 300 —, S. S. K 30 -, E. Adler L 50'-, N. N. K 20 —, Luise Spitzer, anläßlich der Verlobung Berta Nasch-Bernhard Rosenstrauch K 1000'—, Josef Brenner K 100‘—, S. Schreiber K 100'—, Sandor Adler K 50'—, Sammlung Frl. Hauptmann L 100'—, Sammlung Sigm. Forst L 140'—. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkassenkonto Nr. 172829 ftir „Jugendgruppe" und mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten, II., Herminen« gaffe 13._ In keinem orthodoxen Kaufe feüte die „Jüdische Korrespondenz". (Fortsetzung von Seite 4.) verbergen konnte, kam unter das Schwert der Denikischen Kosaken, die wahre Blutbäder anrichteten. Mit dem Schlagworte „Die Juden sind eine Gefahr für das rechtgläubige Rußland" als Parole durch« zogen Trupps berittener Kosaken und Freischärler die jüdischen Städtchen, drangen in die Häuser ein und mordeten die Insassen oft bis auf den letzten Säugling, schändeten die Frauen und steckten die Häuser in Brand. Die Zahl der Getöteten beläuft sich nach vorsichtigen Angaben in die Zehntausende und die Art des Verfahrens bei diesen Masienschlächtereien ist in Worten unmöglich zu schildern. In manchen Gegenden wurde die Brutalität bis zunl Wahnsinn getrieben. In einem ukrainischen Städtchen wurde der Rabbiner gezwungen, am Ufer des Stadtflusses unter gezückten Bajonetten die religiöse Weise „Kol Nidre" zu singen, um dann mit einem Steine am Halse ins Wasser geworfen zu werden. An anderen Orten kleideteten sich die Mörder ui die jüdisch-rituellen Gebettücher und in diesem Aufzuge drangen sie in die jüdischen Häuser ein und schlachteten die Jnsasstn ab. In einer anderen Stadt wurden nicht weniger als zweihundert Frauen und Mädchen im Alter von zwölf bis sechszig Jahren erst geschändet und dann sämtlich niedergemacht. . Aus solchem Elend heraus kommen die meisten Wanderer nach Palästina. Sie wundern sich, daß man ihrer Einreise' Schwierig« leiten in den Weg legt, nachdem ja alle übrigen Länder ihnen sowieso verschlossen sind. Sie wollen arbeiten und das Land wieder aufbauen helfen und legen einen Eifer an den Tag, der nur bei Leuten zu finden ist, die einer Lebensgefahr entronnen sind und sich dem Lande dankbar zeigen wollen, das sie ausgenommen hat. Die englische Regierung und die zionistische Organisation haben gleichmäßig die Pflicht, diesen Wandererstrom, der trotz Verboten und Reiseschnnerigkeiten nicht mehr aufzuhalten sein wird, durch Beschaffung großzügiger Mittel zu einem kolonisationsfähigen Element zu machen. Durch schöne Worte und leere Phrasen läßt sich dieser mit elementarer Gewalt losgebrochene Emigrantenstrom nicht mehr eindämmern. Die lange Dauer der Verhandlungen in Paris und der Besprechungen über den Frieden mrt der Türkei haben die endgültige Regelung der Palästinafrage, ebenso wie die des ganzen Orients, verspätet. Jetzt aber, wo Hunderttausende vor dem Tode und der Zerstörung Flüchtende nach Palästina drängen, ist die Frage der Kolonisierung dieses Landes zu einer Lebensfrage für die Juden und zu einer Ehren- und Gewiffensfrage der ganzen Menschheit geworden. Was gestern noch verboten oder unmöglich war, muß morgen mit allen Mitteln angestrebt und erreicht werden. Die ganze Masse von Flüchtlingen vor dem Bolschewismus und den Pogromen ergießt sich hieher: Sie in richtige Bahnen zu lenken und zum Wohle des heiligen Landes und der gesamten Menschheit zu organisieren, das ist die nächste Aufgabe derjenigen Instanzen, die mit der Orientpolitik auch den Sinn für Humanität und menschenfreundliche Ideale verbinden wollen. Dr. A. B. Rundschau. (Vizepräsident Simon f. A.). Der zweite Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, Kommerzialrat Leopold Simon, ist anl 7. Februar an der Grippe gestorben. Der Dahingeschiedene gehörte durch mehr als 15 Jahre dem Kultusvorstande an, zu dessen Vizepräsidenten er vor einem Monate gewählt wurde. (Jakob Osias Miefes gestorben.) Vor einigen Tagen starb hier Herr Jakob Osias Mieses aus Przemysl, gewesener Gemeinde- und Kultusrat und Präsident der „Chewra Kadischa" in Przemysl. Der Verblichene, ein Abkömmling einer alten Rabbinerfamilie, war eine Persönlichkeit, die sich im galizischen Judentum allgemeinen Ansehens erfreute. Er war der Vater des Professors Dr. Josef Mieses in Warschau und des Schriftstellers Matthias Mieses. — Das Leichenbegängnis fand unter großer Beteiligung statt. Der Schwiegersohn des Verblichenen, der bekannte Gelehrte Wolf Rapaport (Przemysl), hielt einen ergreifenden Nachruf, der die Anwesenden tief rührte. (Abgeordneter B. Stern gestorben.) In Warschau verschied Abgeordneter B. Stern, der Vertreter der Wahlkreise Buczacz-Sniatyn im polnischen Landtag, im Alter von 74Jahren. (Gesamtorganifation der deutschen Juden.) Verband der deutschen Juden und Gemeindebund, die.wegen, per Führung einer zu schaffenden Gesamtorganisation in Konflikt geraten waren, haben sich nunmehr geeinigt. Der in Aussicht genommene Entwurf sieht einen freiwilligen Zusammenschluß der Gemeinden auf Basis der Gleichberechtigung der „Richtungen", die Schaffung zweier getrennter „Kultuskommissionen" und eine Vertretung der durch die Seminare dargestellten religiösen Richtungen im Zentralorgan vor. (Die Taufseuche.) Das Gemeindeblatt der Berliner Jüdischen Gemeinde verzeichnet im Monat Oktober 113 Austritte (ohne die Unmündigen) aus dem Judentum. Das ist die größte Zahl von Austritten, die bisher vom Gemeindeblatt verzeichnet worden ist, (Konfessionelle „Gleichberechtigung" in der Slowakei.) Das Ministerium für die Slowakei gibt folgende Informationen über die Verleihung von Kinolizenzen aus: „Die Gesuche sind mit folgenden Belegen einzureichen: a) Zeugnis über die abgelegte Kinooperateursprüfung, b) Wohlverhaltungszeugnis, c) Angabe der Höhe des Betriebskapitals in barem, allenfalls der Höhe und der Quelle eines Kredites. Wenn der Gesuchsteller selbst nicht ausgelernt ist, dann muß er einen fachkundigen Gesellschafter haben, der kein Jude und kein Mensch mit schlechter Vergangenheit sein darf. — Hierzu schreibt die „Tribuna": Wenn für einen Bergbewohner ein Mensch mit schlechter Vergangenheit einem Juden gleichbedeutend ist, kann man sich darüber nicht wundern. Wenn aber ein Ministerium solche amtliche Kundmachungen erläßt, so ist dies eines Rechtsstaates, in dem die Gleichheit aller Staatsbürger gewährleistet ist, vollkommen unwürdig; es zeugt von dem Geist, mit dem in der Slowakei regiert wird. (Aus Polen.) Aus Warschau wird geschrieben: Herr Rabbiner Perlmutter, der von. seiner .Europa- und Amerikareise zurückgekehrt ist, ist hier-in den Kreisen der Gesetzestreuen mit großem Enthusiasmus empfangen worden. Bei einem Begrüßungsabend, der von den „Schlaumeh emuneh Jisroel" veranstaltet wurde, war der greise, tatkräftige Rabbiner Gegenstand begeisterter Ovationen. Rabbi Perlmutter erstattet noch einmal ausführlichen Bericht über die Eindrücke und Erfolge seiner

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