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Jüdische Korrespondenz · 1920-02-06 · 5 (6.2.1920) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
5 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Jüdische Korrespondenz Seite 7 Nr. 5 Woche begannen die Beduinenbanden ihre Ueberfälle auf die französischen Postenzu erneuern. Das ganze Gebiet zwischen Libanon und Hermon ist in ein Schlachtfeld verwandelt. Juden und Christen flüchten auf den Straßen gegen Sidon und Beirut ZM unter den schwierigsten und unangenehmsten Umständen. Die jüdischen Kolonien Metulla, Telhäi und Kafr-Giteadi sowie die christlichen Dörfer Aiun, Kuleia, Dschedaida usw. sind von den Beduinen angegriffen worden, die alles wegplündern. In Metulla ist eine namhafte französische Garnison eiugeschlossen geblieben, dem mörderischen Feuer der Angreifer ausgeliefert. Hilfe soll im Anzuge sein. Die Flüchtlinge leiden sehr unter der schlechten Behandlung durch die Araber an der Grenze zwischen der französischen und englischen Zone. Die arabischen Grenzwächter nehmen die Bestimmung, daß Palästina Einwanderern verschlossen zu bleiben hat, mit schadenfroher Pünktlichkeit genau und lassen jüdische Frauen und Kinder auf dem Felde vor dem- Grenzposten in Hunger und Kälte verkommen oder schicken, sie gar nach Sidon. zurück. Die Lage ist unhaltbar. Die Franzosen, konnten ihrer bis jetzt nicht Herr werden und es ist zu befürchten,. daß der entfachte Fanatismus der Beduinen nicht so bald, eingedämmt werden kann. — Die „Moskattan" (Kairo) veröffentlicht ein Telegramm aus Damaskus, wonach dort riesige Demonstrationen der Eingeborenen stattfanden, woran sich über 120.000 Personen beteiligten. Die Demonstranten verlangten die Vereinigung sämtlicher Syrien und die völlige Unabhängigkeit ihres Landes. Emir Feissal. erklärte, daß die Vereinigung bereits srchergestellt sei und daß nur noch die völlige Unabhängigkeit erlangt werden müsse. Er beglückwünschte das Volk für den Erfolg bei der Rekrutierung und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Rundschau. MazzothversorgnngSstelle für Oesterreich. Bureau: I., Seitenstettengaffe 4. Kundmachung betreffend Mazzoth. Durch die überaus dankenswerte Hilfsbereitschaft des American Joint Distribution Comitee, sowie der holländischen und englischen Judenschaft dürfte es — wenn nicht besondere, unvorhergesehene Hindernisse eintreten — möglich werden, ohne irgendwelche Inanspruchnahme der für die allgememe Ernährung der Bevölkerung bestimmten Lebensmittel die Juden in Wien und in Oesterreich mit einem bescheidenen Quantum Mazzoth zu versehen. Die auf den Bezug von Mazzoth Anspruch erhebenden Personen haben — um eine Doppelversorgung auszuschließen — auf den ihnen zustehenden Brotbezug während der Paffahzeit, das ist vom 4. bis 10. April 1920 zu verzichten, so daß durch die Abgabe von Mazzoth andie' jüdische Bevölkerung nicht nur keine Belastung, sondern vielmehr eine Entlastung der allgemeinen Ernährungslage sich ergibt. Die Abgabe von Mazzoth erfolgt auf Grund von Bezugskarten, die von der Mazzothversorgungsstelle über Anmeldung der betreffenden Personen ,nach Haushaltungen ausgestellt werden. Anmeldungsformulare, welche alle näheren Bestimmungen enthalten, find in der Zeit vom 9. bis 13. Februar 1920, von 2 bis 6 Uhr nachmittags, bei folgenden Stellen zu beziehen: I-, Seitenstettengaffe 4; II., Tempelgasse 3; II., Große Schiffgasse la; HI., Untere Viaduktgaffe 13; V., Siebenbrunnengasse 1; VI., SchmalzhoMasse 3; VIH., Neudeggergasse 12; IX., Seegaffe 9; X.. Humboldtaffe 27; XV., Turnergasse 22; XVL, Hubergasse 8; XVHI., Schopenauerstraße 39; XX., Denisgaffe 33; XXI., Holzmeistergaffe 12. Wien, im Februar 1920. D-iA Komitee der Mazzpthversorguugsstelle für Oesterreich. * (Diplomatische Vertrete« Deutschlands im Auslande.) Nach dem Friedensschluß ist die Besetzung der diplomatischen Vertreterstellen Deutschlands in den bisher feindlichen Staaten notwendig geworden. Der Posten des Geschäftsträgers in Belgrad ist dem Mitglied des badischen Staatsministeriums und demokratischen Abgeordneten Dr. Ludwig Haas, unserem Glaubensgenossen, angeboten worden. Er hat sich eine Bedenkzeit erbeten. Sicherlich wird man dem Judentum auch, den ftüheren Justizminister und mehrheitssozialistischen Abgeordneten Otto Landsberg zurechnen, der zum deutschen Geschäftsträger in Brüssel bestimmt ist, der aber im Parlamentsalmanach als „konfessionslos" bezeichnet wird. (Aufschub der ostjüdischen Konferenz in Berlin.) Die vom Verbände der Ostjuden in Deutschland vorbereitete Konferenz ist infolge der Verkehrsschwierigkeiten auf Ersuchen fernliegender Ortsgruppen für einige Zeit aufgeschoben worden. Der neue Konferenztermin wird noch bekanntgegeben werden. (Ueber den rumänischen Vertrag.) Die „Vossische Zeitung" schreibt: „Beim Abschluß des Vertrages über den Schutz der nationalen Minderheiten in Rumänien hat der Oberste Rat den Rumänen das Zugeständnis gemacht, daß der ursprünglich vorgesehene Einleitungssatz fortfiel. In diesem war zum Ausdruck gebracht, daß Rumänien bisher den Berliner Vertrag, das heißt den Vertrag von 1878, der auch Schutzbestimmungen für die rumänischen Juden enthielt, nicht erfüllt hätte. Hinsichtlich der jüdischen Minderheit sind den Rumänen insgesamt erheblich geringere Verpflichtungen auferlegt worden als den Polen. Rach Artikel 7 des Minderheitsschutzvertrages ist Rumänien nur verpflichtet, seinen jüdischen Einwohnern ohne Formalitäten unter Gewährung voller Gleichberechtigung das Bürgerrecht zuzuerkennen, während der entsprechende Vertrag mit Polen auch Schutzbestimmungen für die Sabbatruhe und für eine eigene jüdische Schulverwaltung vorsieht." (Jüdischer Gemeindetag in Litauen.) Am 5, Jänner fand die feierliche Eröffnungssitzung des ersten litauisch-jüdischen Gemeindetages durch den Minister für jüdische Angelegenheiten, Dr. Soloweitschik, statt. Es waren 78 Gemeinden durch 139 Delegierte vertreten. Zahlreiche Gäste wohnten außerdem den Verhandlungen bei. Der Ministerpräsident Galwanowski und der Außenminister Woldemar begrüßten die Versammlung und drückten ihr den festen ^Willen der litauischen Regierung aus, auf deu Grundlagen der nationalen Autonomie weiter zu bauen. Dann sprach der englische Major de Beaumont, der die Konferenz mit warmen Worten begrüßte. (Abraham I. Elkns Richter des Appellsenats in New Uork.) Aus New Jork wird berichtet, daß der Gouverneur des Staates New Jork den gewesenen amerikanischen Gesandten am Hofe des Sultans, Abraham I. Elkus, zum Richter des Appellsenates in New Jork ernannt hat. Dadurch hat Elkus das höchste richterliche Amt erreicht, das der Staat New Jork zu vergeben hat. Mr. Elkus ist ein angesehener Advokat und war wiederholt mit wichtigen politischen Missionen betraut._ Aufruf! Der hnmanitäre Verein Tomech Cwjonirn hat eine Aktion eingeleitet und znm größte» Teile auch schon ausgeführt, um arme Wiener Baale Batim mit Holz, zu versorgen. Infolge des andauernden Brennstossmangels und der zunehmenden Teuerung hat sich die Notwendigkeit ergeben, die Aktion fortzusetzen. Spenden an Geld wie an Brennmaterialien erbeten an den Verein Tomech Ewjonim, II., Große Schiffgasse 8. __ verein Srauenhilfe der Adas Asroel. Trotz des kurzen Bestandes dieses Vereines zeigt der Vorstand Talent und Eifer, um eine lebhafte Propaganda zu entfalten. Es mag als gutes Omen betrachtet werden, daß sich der Vorstand durch die Kunst auch die Gunst weiterer Kreise zu erwerben sucht. In liebenswürdiger und selbstloser Weise hat sich Herr Dozent Dr. Max Eisler in den Dienst der guten Sache gestellt und las zugunsten des Vereines am Dienstag den 27. Jänner über Rembrandt und Israels vor ausverkauftem Hause. Der Vortragende erntete für seine ebenso geistvollen wie interessanten Ausführungen reichsten Beifall. Nachdem in Wien ein jüdischer Literaturverein fehlt, wäre es dankbar zu begrüßen, wenn der neugegründete Verein, auch andere jüdische Gelehrte zur Abhaltung von Vorträgen heranziehen würde. Gerade ein orchodoxer Frauenverein muß zeigen, daß nicht nur durch „Spiel" und „Tanz" sondern auch durch MWWM

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